{"id":193529,"date":"2019-10-30T17:00:00","date_gmt":"2019-10-30T16:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=193529"},"modified":"2019-10-30T17:00:00","modified_gmt":"2019-10-30T16:00:00","slug":"start-up-of-the-day-die-luft-mit-luft-kuehlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/start-up-of-the-day-die-luft-mit-luft-kuehlen\/","title":{"rendered":"Start-up of The Day: Die Luft mit Luft k\u00fchlen"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDas wird nicht funktionieren!\u201c \u201eEs ist wie ein Harry-Potter-Zauber!&#8221; &#8211; So in der Art waren die Reaktionen, als er sich zum ersten Mal auf eines der Beschleunigerprogramme bewarb. Es stimmt, die Idee klingt ein wenig wie ein Zaubertrick, denn DAC will die K\u00fchltechnologien revolutionieren und die Luft mit Luft k\u00fchlen. Doch hinter dieser Idee stehen nicht die Zauberer von Hogwarts, sondern ein Team ukrainischer Ingenieure und Wissenschaftler. Jeder von ihnen hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und mehrere Patente. Der Urheber und Leiter des Projekts ist Oleksandr Razumtsev, Inhaber von sechs Patenten und Autor von 25 wissenschaftlichen Arbeiten. Pavel Panasjuk (aus der Tschechischen Republik) ist verantwortlich f\u00fcr die Entwicklung des Gesch\u00e4fts. Und sie haben das Unternehmen in Polen registriert, denn dort gab es einen Risikokapitalgeber, der an die Idee der Wissenschaftler glaubte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_193464\" aria-describedby=\"caption-attachment-193464\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-193464 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/CEO-Founder_Pavel-Konecny-1-400x600.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"600\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-193464\" class=\"wp-caption-text\">CEO &amp; Gr\u00fcnder Pavel Konecny<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Was ist das von Ihnen erfundene dynamische Luftk\u00fchlungssystem genau?<\/h3>\n<p>Pavel Panasjuk, COO: Es ist eine K\u00fchltechnologie, die ohne Chemie und Wasser auskommt. Es geht darum, Energie, die sich in der Luft befindet, in kinetische Energie umzuwandeln. So str\u00f6mt warme Luft unter niedrigem Druck durch unsere Anlagen. Dabei wird ein Teil der W\u00e4rmeenergie abgef\u00fchrt und die Luft wird dann k\u00e4lter. Kurz gesagt, wir k\u00fchlen die Luft mit Luft. Es klingt irgendwie wie ein Perpetuum Mobile. Aber es funktioniert. Im Mai dieses Jahres haben wir einen Prototyp gebaut, nur um zu beweisen, dass es machbar ist. Derzeit sind wir in der Lage, die Luft um 60\u00b0C zu k\u00fchlen. Zum Beispiel k\u00f6nnen wir drei Quadratmeter 30\u00b0 C Luft auf -30\u00b0C herunterk\u00fchlen und daf\u00fcr ben\u00f6tigen wir nur 60 Sekunden.<\/p>\n<h3>Was ist der Grund f\u00fcr diese Technologie? Gibt es ein Problem mit den derzeit auf dem Markt befindlichen K\u00fchlger\u00e4ten?<\/h3>\n<p>Die derzeit verwendeten Technologien sind sch\u00e4dlich, weil sie Chemikalien zur K\u00fchlung verwenden, die 4.000-mal umweltsch\u00e4dlicher sind als CO2. Nur 250 Gramm Chemikalien, die in K\u00e4lteanlagen verwendet werden, haben die gleiche Klimawirkung wie eine Tonne CO2-Emissionen. Es gibt bereits Technologien, die Wasser zur K\u00fchlung verwenden. Aber in L\u00e4ndern mit extrem hohen Temperaturen gibt es immer ein Problem mit dem Zugang zu Wasser. Es ist aber nicht so, dass wir ein Problem l\u00f6sen, indem wir ein anderes Problem verschlimmern. Einige L\u00e4nder, wie die Europ\u00e4ische Union und die G7, haben dieses Problem verstanden und inzwischen die Kigali-\u00c4nderung des Montrealer Protokolls ratifiziert, die sie verpflichtet, die Verwendung chemischer Stoffe in K\u00fchlprozessen zu begrenzen. Deshalb m\u00fcssen wir eine v\u00f6llig neue Technologie entwickeln, die umweltfreundlich ist und keine Chemikalien oder Wasser verwendet.<\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-193466\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/NSW_CHP-dashboard-screen-600x293.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"293\" \/><\/h3>\n<h3>Welche Hindernisse m\u00fcssen Sie \u00fcberwinden?<\/h3>\n<p>In erster Linie die Finanzierung. Bisher haben wir etwa 90% der Kosten f\u00fcr die Forschung und Produktion des Prototypen mit eigenen Mitteln gedeckt. 10% bekamen wir von Investoren und einem Investmentfonds. Aber jetzt brauchen wir weitere Mittel, um Fortschritte machen zu k\u00f6nnen. Wir sch\u00e4tzen, dass wir etwa 700.000 Euro ben\u00f6tigen, um das Produkt in die Phase zu bringen, in der wir es auf dem Markt anbieten k\u00f6nnen. Das zweite Problem sind Leute. Unser Team ist auf den technischen Prozess vorbereitet. Aber die Anpassung unserer Ger\u00e4te an die verschiedenen M\u00e4rkte und Branchen ist eine gro\u00dfe Herausforderung. Deshalb brauchen wie neue Mitarbeiter im Team, die sich mit Marketing, Patentschutz, Produktdesign und Kommunikation mit Investoren auskennen.<\/p>\n<h3>Was war die schlimmste Zeit f\u00fcr das Unternehmen?<\/h3>\n<p>Als wir den Prototyp zum ersten Mal einschalteten. Wir haben fast alles abgebrannt. Wir bauten das Ger\u00e4t aus marktg\u00e4ngigen Teilen und kauften einen elektrischen Turbolader. Leider wurde der Turbolader f\u00fcr Autos und nicht f\u00fcr K\u00fchlger\u00e4te entwickelt. Als wir den Prototyp an die Stromversorgung anschlossen, war es ein Fiasko. Aus dem Turbolader spritzte \u00d6l. Es war sogar an der Decke. Nach R\u00fccksprache mit dem Hersteller haben wir ihn modifiziert. Das war eine der besten Zeiten f\u00fcr das Unternehmen.<\/p>\n<h3>Was passierte dann?<\/h3>\n<p>Oleksandr rief mich an und sagte mir, dass alles funktioniert. Nach vier Jahren Forschung und Vorbereitung zeigte sich, dass unsere Annahmen bez\u00fcglich unserer Theorien richtig waren.<\/p>\n<h3>Was Ihre deine Pl\u00e4ne f\u00fcr das kommende Jahr?<\/h3>\n<p>Erstens, die Sicherung eines Patents und die Vorbereitung einer kompletten Patentstrategie sowie die Erweiterung unseres Teams. Wir haben bereits ukrainische und tschechische Patente, jetzt wollen wir unseren Patentschutz erweitern. Das zweite ist die Herstellung eines Prototypen f\u00fcr einen unserer Kunden. Im Moment ist unsere Ausr\u00fcstung bei TLR4.<\/p>\n<p>Wir haben einen Vertrag \u00fcber den Bau von K\u00fchlanlagen f\u00fcr einen Gesch\u00e4ftsraum unterzeichnet, den der Kunde testen wird.<\/p>\n<h3>Wo wollen Sie in f\u00fcnf Jahren sein?<\/h3>\n<p>Nach unserem Plan werden wir in 2 \u00bd Jahren ein fertiges Produkt haben, mit dem auf den Markt gehen werden. Und in f\u00fcnf Jahren m\u00f6chten wir, dass unsere Technologie von anderen Herstellern anerkannt und in deren Anlagen eingesetzt wird. Weil wir nicht nur unsere Ger\u00e4te verkaufen wollen. Wir wollen Technologien verkaufen, die diese Welt zumindest ein wenig besser machen.<\/p>\n<p class=\"western\"><em><span lang=\"de-DE\">Sie interessieren sich f\u00fcr Start-ups? Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle unsere Artikel zu diesem Thema finden Sie <\/span><\/em><strong><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=start-up\"><span lang=\"de-DE\">hier<\/span><\/a><\/strong><em><span lang=\"de-DE\">.<\/span><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas wird nicht funktionieren!\u201c \u201eEs ist wie ein Harry-Potter-Zauber!&#8221; &#8211; So in der Art waren die Reaktionen, als er sich zum ersten Mal auf eines der Beschleunigerprogramme bewarb. 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