{"id":188042,"date":"2019-09-29T10:42:24","date_gmt":"2019-09-29T08:42:24","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=188042"},"modified":"2019-09-29T10:42:24","modified_gmt":"2019-09-29T08:42:24","slug":"unser-meistgelesener-artikel-3d-druck-vermeidung-von-lebensmittelverschwendung-personalisierte-medikamente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/unser-meistgelesener-artikel-3d-druck-vermeidung-von-lebensmittelverschwendung-personalisierte-medikamente\/","title":{"rendered":"Unser meistgelesener Artikel: 3D-Druck, Vermeidung von Lebensmittelverschwendung &amp; personalisierte Medikamente"},"content":{"rendered":"<p>H\u00e4user, Br\u00fccken und sogar Organe: Mit einem 3D-Drucker k\u00f6nnen Sie mittlerweile fast alles herstellen. Entsprechend wird der Markt f\u00fcr 3D-Druckprodukte und -technologien bis zum Jahr 2030 auf \u00fcber 22 Milliarden Euro wachsen. Vor allem f\u00fcr die Luft- und Raumfahrt, die Medizintechnik und die Automobilindustrie sagt das Beratungsunternehmens PWC f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahre ein enormes Wachstum voraus. Doch neben diesen Wachstumsbranchen kommen noch weitere hinzu: So gibt es Designer, die Kost\u00fcme in 3D drucken oder Flugzeugfanatiker, die ein <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/how-to-build-a-joint-strike-fighter-with-a-3d-printer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">JSF<\/a> ma\u00dfstabsgetreu \u2012 Sie ahnen es \u2012 durch additive Fertigung nachbauen. Und welcher Artikel wurde diese Woche am meisten gelesen? Nat\u00fcrlich einer mit demselben Thema: Die <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/3d-drucken-mit-essensresten-soll-lebensmittelabfaelle-von-restaurants-reduzieren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reduzierung von Lebensmittelabf\u00e4llen durch Einbringen selbiger in einen 3D-Drucker<\/a>.<\/p>\n<p>Wie das geht und wohin das alles f\u00fchrt erfahren Sie in nachfolgendem Artikel. Denn wir werfen gemeinsam mit Pieter Debrauwer, Direktor von AMSYSTEMS, einen Blick in die Kristallkugel. AMSYSTEMS ist unter anderem eine Partnerschaft zwischen der Technischen Universit\u00e4t Eindhoven und TNO (Netherlands Organization for Applied Scientific Research). Und genau hier entwickeln Forscher in Kooperation mit der Industrie \u2012 u.a. aus den Bereichen Lebensmittel, Pharma und Hightech \u2012, 3D-Drucker.<\/p>\n<h3>Sie sind in der Lage, alle Arten von Materialien zu drucken, alle Arten von Kunststoff, Metall, Beton, Lebensmitteln und sogar lebende Zellen. Gibt es etwas, das ein 3D-Drucker nicht drucken kann?<\/h3>\n<p>\u201eEs gibt immer noch einige Arten von Metall, die schwer zu bedrucken sind. Diesbez\u00fcglich gibt es viele Forschungen. Auch harte Polymere mit einer hohen Steifigkeit sind schwierig; denn sie erfordern eine h\u00f6here Temperatur. Und die verschiedenen Lebensmittel unterscheiden sich in ihrer Struktur. Bei der Schokolade beispielsweise muss man sich mit ihren Gerinnungseigenschaften befassen. Um thermische Probleme zu vermeiden, war ist bis vor wenigen Jahren nur m\u00f6glich, sehr kleine Mengen Schokolade zu drucken. Heute ist dies kein Thema mehr.&#8221;<\/p>\n<h3>Und wie schaut es mit dem gemeinsamen Drucken verschiedener Materialarten aus?<\/h3>\n<p>\u201eDer Multimaterialdruck ist ein neuer Bereich. Es gibt viele Experimente, wie man flexible Materialien mit harten mischen kann. Einige Polymere k\u00f6nnen bei 100 Grad Celsius gedruckt werden. Bei Metall sind manchmal bis zu 1000 Grad Celsius erforderlich. Diese Temperaturschwankungen sind zu hoch. Sie m\u00fcssen das Metall also zuerst abk\u00fchlen lassen. Im Idealfall sollte man in der Lage sein, die W\u00e4rme des Metalls zu isolieren, so dass andere Materialien davon nicht betroffen sind. Bis jetzt wurde diesbez\u00fcglich jedoch noch keine L\u00f6sung gefunden. Der Multimediadruck wird in den kommenden Jahren immer weiter an Bedeutung gewinnen, denn Sie k\u00f6nnen damit die Eigenschaften verschiedener Materialien kombinieren.&#8221;<\/p>\n<h3>Von welchen Neuentwicklungen sind Sie besonders begeistert?<\/h3>\n<p>\u201eInsbesondere bei kleinen Auflagen bestimmter Produkte werden in der Industrie oft 3D-Druckverfahren verwendet. Beispielsweise bei Flugzeugteilen f\u00fcr einen bestimmten Flugzeugtyp. Da es sich um geringe Mengen handelt, wollen die Hersteller, dass diese Produkte von Anfang an perfekt sind. Aber jedes Produkt ist anders. Manchmal ist es ziemlich schwer einzusch\u00e4tzen, wie das Material auf das Temperaturniveau reagiert. Es ist also nicht immer m\u00f6glich, Dinge in einem Arbeitsgang richtig zu drucken. Deshalb setzen wir immer mehr Simulationen und digitale Zwillinge ein. Auf diese Weise k\u00f6nnen Sie Designfehler vermeiden, bevor Sie etwas drucken. Sie m\u00fcssen nicht mehrere Prototypen eines Produkts herstellen, das Sie vielleicht nur einmal verkaufen.&#8221;<\/p>\n<h3>Wie schnell werden 3D-Drucker eines Tages sein?<\/h3>\n<p>\u201eDer 3D-Druck wird nie mit der Massenproduktion mithalten k\u00f6nnen. Bei TNO haben wir einen Drucker hergestellt, der ganze 15 Minuten brauchte, um eine einzige Nudel zu drucken. Sie w\u00fcrden also ewig ben\u00f6tigen, um eine vollst\u00e4ndige Pasta-Mahlzeit mit 25 St\u00fcck zu produzieren. Wir haben daran gearbeitet, dies zu verbessern. Mittlerweile kommen etwa 30 St\u00fcck gleichzeitig innerhalb von 1 Minute und 40 Sekunden aus dem Drucker. Aber das kann immer noch nicht mit der Massenproduktion konkurrieren.<\/p>\n<p>Allerdings ist die Geschwindigkeit nicht der wichtigste Punkt. So werden Komponenten f\u00fcr Satelliten ebenfalls mit einem 3D-Drucker hergestellt. Ein Satellit startet nicht jeden Tag. Somit spielt die Geschwindigkeit keine Rolle. Qualit\u00e4t und Zuverl\u00e4ssigkeit sind dabei viel entscheidender.&#8221;<\/p>\n<h3>Was ist nur per 3D-Druck m\u00f6glich?<\/h3>\n<p>\u201eAufgrund ihres mehrschichtigen Ausgabedesigns k\u00f6nnen 3D-Drucker Strukturen herstellen, die mit einem Guss nicht produziert werden k\u00f6nnen. Das sehen Sie z.B. bei Implantaten. Um Gewicht zu sparen, k\u00f6nnen die normalerweise soliden Implantate hohl gelassen werden. Ein weiteres Beispiel: Turbinenschaufeln. Diese drehen sich sehr schnell, was zu einer Erw\u00e4rmung f\u00fchrt. Gleichzeitig sind ihre Klingen auf eine bestimmte Weise gekr\u00fcmmt, so dass man kein gerades Loch in sie bohren kann. Stellen Sie eine solche Klinge mit einem 3D-Drucker her, k\u00f6nnen Sie eine interne Struktur drucken, die als K\u00fchlkanal dient.\u201c<\/p>\n<h3>Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wie wird sie aussehen?<\/h3>\n<p>&#8220;Ich glaube nicht, dass die Zukunft schlecht sein wird. So k\u00f6nnen wir bestimmte Versorgungseinrichtungen eins Hauses \u2012 wie z.B. Fu\u00dfbodenheizungen \u2012, mit einem 3D-Drucker herstellen. Schon heute werden sogar ganze H\u00e4user aus einem Drucker herausgeholt.<\/p>\n<p>Und in ferner Zukunft werden wir in der Lage sein, die Dosis eines Medikaments pr\u00e4zise an jeden einzelnen Menschen anzupassen. Denn die Dosierung, die ein Patient erh\u00e4lt, richtet sich nach seinem Gewicht. Doch heutzutage wird das Medikament nur in Pillen von 1000 mg hergestellt. Somit erh\u00e4lt jemand, der nur 800 mg braucht, eine h\u00f6here Dosis. Dies kann zu unangenehmen Nebenwirkungen f\u00fchren. Doch derzeit ist es f\u00fcr Apotheker noch zu teuer, eine Produktionslinie f\u00fcr bestimmte Arzneimittel einzurichten. Denn entweder ist die Krankheit zu selten und die Medikamente werden nur von relativ wenigen Patienten eingenommen oder die Medikamente sind zu kostspielig. Eine personalisierte Dosis ist aber nicht nur viel besser f\u00fcr die Gesundheit, sondern letztendlich wird sie auch die Behandlungskosten senken.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e4user, Br\u00fccken und sogar Organe: Mit einem 3D-Drucker k\u00f6nnen Sie mittlerweile fast alles herstellen. Entsprechend wird der Markt f\u00fcr 3D-Druckprodukte und -technologien bis zum Jahr 2030 auf \u00fcber 22 Milliarden Euro wachsen. 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