{"id":187640,"date":"2019-09-27T14:00:17","date_gmt":"2019-09-27T12:00:17","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=187640"},"modified":"2019-09-27T14:00:17","modified_gmt":"2019-09-27T12:00:17","slug":"eu-forschungsprojekt-zur-verbesserung-von-brustkrebstherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/eu-forschungsprojekt-zur-verbesserung-von-brustkrebstherapie\/","title":{"rendered":"EU-Forschungsprojekt zur Verbesserung von Brustkrebstherapie"},"content":{"rendered":"<p>J\u00e4hrlich erkranken weltweit rund zwei Millionen Frauen neu an Brustkrebs, der mit 30,5 Prozent noch immer die h\u00e4ufigste Krebserkrankung bei Frauen ist. Laut Zahlen der Deutschen Krebsgesellschaft liegen die Neuerkrankungen in Deutschland bei mehr als 70.000, knapp 20.000 betroffene Frauen sterben daran. In der EU gab es im vergangenen Jahr 400.000 neue F\u00e4lle und Wissenschaftler gehen davon aus, dass jede achte Frau in den EU-L\u00e4ndern noch vor ihrem 85.Geburtstag an Brustkrebs erkranken wird.<\/p>\n<p>Behandelt wird eine Brustkrebserkrankung im Allgemeinen mit Operation, Bestrahlung und\/oder Chemotherapie. Dennoch greifen diese Therapiemethoden nicht immer oder sie wirken nur vor\u00fcbergehend. Auch wenn in Deutschland mittlerweile 80% der Patientinnen die Brustkrebsdiagnose l\u00e4nger als f\u00fcnf Jahre \u00fcberleben, ist die R\u00fcckfallquote noch immer relativ hoch. Genauer gesagt liegt die R\u00fcckfallquote bei ER-positiven Brustkrebs in den ersten f\u00fcnf Jahren bei ca. 10 %, in den Jahren 15 bis 20 sinkt sie auf ca. drei Prozent.<\/p>\n<h3>Gemeinschaftsprojekt von sieben EU-L\u00e4ndern<\/h3>\n<p>Im Rahmen von <a href=\"https:\/\/mesi-strat.eu\/\">MESI-STRAT<\/a>, einem mit rund sechs Millionen Euro von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rdertem Projekt, wollen Forscher nun neue Marker f\u00fcr personalisierte Therapien bei Brustkrebs finden. Dazu forscht ein \u00c4rzte-Konsortium von 14 Partnern aus sieben L\u00e4ndern \u2013 Gro\u00dfbritannien, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Spanien, Belgien und \u00d6sterreich \u2013 derzeit, welche Wechselwirkungen zwischen zellul\u00e4ren Signalnetzwerken und dem Stoffwechsel in Tumoren bestehen.<\/p>\n<p>Geleitet wird MESI-STRAT von der Biochemikerin Kathrin Thedieck, Ph.D., vom Institut f\u00fcr Biochemie der <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/index.html.de\">Universit\u00e4t Innsbruck<\/a>. \u201e70 bis 80 Prozent aller Brustkrebsf\u00e4lle sind \u00d6strogen-Rezeptor-positiv. Nicht nur Frauen sondern auch M\u00e4nner sind betroffen.\u201c, sagt Thedieck. Die Standardbehandlung bei diesen hormonabh\u00e4ngigen Tumoren sei die endokrine Therapie. \u201eDabei wird durch die Blockade des \u00d6strogenrezeptors das Wachstum des Tumors verhindert. Allerdings erleiden rund 30 Prozent aller Betroffenen einen R\u00fcckfall, der aufgrund fehlender fr\u00fchzeitiger Screening-Methoden oft erst sp\u00e4t erkannt wird.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_187638\" aria-describedby=\"caption-attachment-187638\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-187638\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/pic_15203164eb20190918144026-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-187638\" class=\"wp-caption-text\">Univ.-Prof. Dr. Kathrin Thedieck leitet das von der Europ\u00e4ischen Union gef\u00f6rderte Projekt MESI-STRAT. \u00a9 Universit\u00e4t Innsbruck<\/figcaption><\/figure>\n<h3>R\u00fcckfall fr\u00fcher erkennen<\/h3>\n<p>Das Hauptziel der Wissenschaftler sei es, Marker zu finden, die leicht messbar sind und einen R\u00fcckfall m\u00f6glichst fr\u00fch anzeigen, hei\u00dft es bei MESI-STRAT. Bei einem R\u00fcckfall sollte es au\u00dferdem erleichtert werden, die effektivste Behandlungsoption zu finden. Im Zentrum der Forschung stehen hierbei die Stoffwechselprodukte des Tumors, die bei regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollen im Blut oder Urin leicht nachweisbar sind. \u201eWir k\u00f6nnen diese Stoffwechselprodukte bereits messen, aber verstehen noch zu wenig, welche R\u00fcckschl\u00fcsse sie auf Tumorwachstum und Signalnetzwerke erlauben. Da viele Therapien direkt in die Signalnetzwerke von Tumoren eingreifen, hilft ein besseres Verst\u00e4ndnis ihres Einflusses auf den Stoffwechsel bei der Identifizierung verl\u00e4sslicher Marker f\u00fcr die Diagnostik\u201c, erkl\u00e4rt Kathrin Thedieck.<\/p>\n<p>Laut Dr. Petra Engele von der Universit\u00e4t Innsbruck k\u00f6nnte die R\u00fcckfallquote durch eine l\u00e4ngere Therapie m\u00f6glicherweise um knapp drei Prozent gesenkt werden \u2013 was weltweit Tausenden von Frauen das Leben retten w\u00fcrde. \u201eEs gibt eine Studie in der durch f\u00fcnf zus\u00e4tzliche Jahre endokrine Therapie die R\u00fcckf\u00e4lle um 2,8 % reduziert werden konnten\u201c, sagt die Wissenschaftlerin. \u201eAndere Studien haben hingegen keine signifikante Reduktion feststellen k\u00f6nnen. Daher wird vor allem j\u00fcngeren postmenopausalen Patientinnen, die eine endokrine Therapie in den ersten 5 Jahren gut vertragen haben, eine Verl\u00e4ngerung der Behandlung empfohlen. Insbesondere wenn sie ein erh\u00f6htes Rezidivrisiko (zB Metastasen in den Lymphknoten) haben.\u201c<\/p>\n<h3>Beste Therapie bestimmen<\/h3>\n<p>Auf l\u00e4ngere Sicht sollen die besseren Marker nicht nur helfen, die beste Therapie zu bestimmen, sondern zum geplanten Behandlungsende auch eine R\u00fcckfallwahrscheinlichkeit absch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, glaubt Thedieck. \u201eBisher wird die endokrine Therapie in der Regel f\u00fcnf Jahre lang &#8211; manchmal auch l\u00e4nger &#8211; angewandt. Die R\u00fcckfallwahrscheinlichkeit bleibt bei dieser Form des Brustkrebses allerdings \u00fcber 20 Jahre relativ konstant. Ein entsprechendes Screening k\u00f6nnte anzeigen, wer von einer Verl\u00e4ngerung der endokrinen Therapie profitiert, und wer nur ein geringes R\u00fcckfallrisiko hat und deshalb diese \u2013 nat\u00fcrlich mit Nebenwirkungen verbundene Behandlung \u2013 nach f\u00fcnf Jahren beenden kann.\u201c<\/p>\n<p>Diese Nebenwirkungen sind oft nicht nur unangenehm, sondern k\u00f6nnen die Lebensqualit\u00e4t erheblich beeintr\u00e4chtigen und das Entstehen neuer Krankheiten beg\u00fcnstigen. \u201eF\u00fcr die endokrine Therapie sind verschiedene Medikamente zugelassen, deren Nebenwirkungen reichen von Hitzewallungen, Kopfschmerzen, \u00dcbelkeit, vaginalen Blutungen und Schmerzen im Bereich des erkrankten Gewebes bis hin zu Arthritis und Osteoporose\u201c, so Engele. MESI-STRAT ist ein 57-monatiges Projekt (F\u00f6rdervolumen 5,95 Mio. Euro) und wurde im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 754688 aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europ\u00e4ischen Union Horizon 2020 finanziert. Das Projekt l\u00e4uft noch bis Ende September 2022.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=brustkrebs\">Mehr Artikel zum Thema Brustkrebs finden Sie hier.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00e4hrlich erkranken weltweit rund zwei Millionen Frauen neu an Brustkrebs, der mit 30,5 Prozent noch immer die h\u00e4ufigste Krebserkrankung bei Frauen ist. Laut Zahlen der Deutschen Krebsgesellschaft liegen die Neuerkrankungen in Deutschland bei mehr als 70.000, knapp 20.000 betroffene Frauen sterben daran. 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