{"id":186584,"date":"2019-09-22T07:00:29","date_gmt":"2019-09-22T05:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=186584"},"modified":"2019-09-22T07:00:29","modified_gmt":"2019-09-22T05:00:29","slug":"klimawandel-alpenflora-nimmts-gelassen-chance-und-risiko-zugleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/klimawandel-alpenflora-nimmts-gelassen-chance-und-risiko-zugleich\/","title":{"rendered":"Klimawandel: Alpenflora nimmts gelassen \u2013 Chance und Risiko zugleich"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend andere Pflanzen, wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/klimaerwaermung-trauben-reifen-schneller\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Trauben<\/a> deutlich auf den Klimawandel reagieren, scheint sich die Alpenflora mit ihrer Anpassung Zeit zu lassen. Zwar wandert sie sukzessive in die H\u00f6he, um den steigenden Temperaturen auszuweichen. Doch laut einer Studie von \u00d6kologen der <a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Wien<\/a> sowie der <a href=\"https:\/\/www.wsl.ch\/de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Schweizer WSL<\/a> (Eidgen\u00f6ssische Forschungsanstalt f\u00fcr Wald, Schnee und Landschaft) geht sie dabei zu langsam vor. Das Team um Sabine Rumpf und Stefan Dullinger &#8211; beide vom Department f\u00fcr Botanik und Biodiversit\u00e4tsforschung, Wien -, stellte bei seinen Untersuchungen fest, dass die Pflanzen an eigentlich inzwischen f\u00fcr sie zu warmen Standorten eher verz\u00f6gert aussterben. Die Verz\u00f6gerung ist aber auch beim neuen Besiedeln der Populationen von ehemals zu kalten Regionen festzustellen. Somit l\u00e4sst die Biologie vieler Gebirgspflanzen den Schluss zu, dass sie nicht in der Lage sein d\u00fcrften, rechtzeitig ihre Verbreitung den aktuellen, rapiden Klima\u00e4nderungen anzupassen.<\/p>\n<h3>Vergleich der Jahre vor 1970 und 2014\/15<\/h3>\n<p>F\u00fcr ihre Forschungsarbeit verglich das Team an \u00fcber 1.500 Untersuchungsfl\u00e4chen die Florenver\u00e4nderungen in den Alpen zwischen den Jahren vor 1970 und den Jahren 2014\/15 . Zudem begutachteten sie die beobachteten Ver\u00e4nderungen unter dem Aspekt, wie diese im Vergleich zum Klimawandel zu erwarten gewesen w\u00e4ren. Die Ergebnisse zeigen, dass fast keine der Pflanzenarten dem Klimawandel ohne Verz\u00f6gerung gefolgt ist. Und das, obwohl fast 135 davon im Detail untersucht wurden.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSechzig Prozent der Arten sind noch auf Fl\u00e4chen zu finden, die ihnen klimatisch nicht mehr zusagen&#8221;, fasst Rumpf die Ergebnisse zusammen, &#8220;38 Prozent haben nicht alle Fl\u00e4chen besiedelt, die inzwischen ein geeignetes Klima bieten w\u00fcrden und nur f\u00fcr 7 Prozent haben wir keine Indizien f\u00fcr Verz\u00f6gerungen in die eine oder in die andere Richtung beobachtet.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<h3>Gefahr der Untersch\u00e4tzung von Klimawandel<\/h3>\n<blockquote><p>\u201eVerz\u00f6gerte Anpassung bedeutet, dass wir auf der Basis heutiger Beobachtungen dazu tendieren, das volle Ausma\u00df der Konsequenzen des Klimawandels zu untersch\u00e4tzen\u201c, warnt Stefan Dullinger, \u201eproblematisch ist das besonders dort, wo Populationen aufgrund der bereits heutigen klimatischen Bedingungen erst in der Zukunft, vielleicht erst in Jahrzehnten, aussterben werden.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese sogenannte &#8220;Aussterbeschuld&#8221; verteilt sich nicht zuf\u00e4llig \u00fcber Arten und Landschaften. Sie ist unter den Arten der h\u00f6chsten Lagen besonders verbreitet. Genau diese Arten gelten als diejenigen, die am meisten unter dem Klimawandel leiden werden. Denn sie haben kaum mehr Ausweichm\u00f6glichkeiten in h\u00f6here Regionen.<\/p>\n<h3>Verz\u00f6gerung bietet auch Chance<\/h3>\n<p>Je gr\u00f6\u00dfer das Risiko f\u00fcr eine Art ist, desto langsamer scheint sich diese Bedrohung daher zu realisieren. Die langsame Reaktion hochalpiner Populationen erh\u00f6ht allerdings auch die Chance, dass es diesen Arten gelingt, sich evolutiv an die ver\u00e4nderten Bedingungen anzupassen. Doch nur mit einer schwachen Hoffnung:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDiese Chance werden Pflanzen aber nur nutzen k\u00f6nnen, wenn es uns gelingt, die Klimaerw\u00e4rmung in den Griff zu bekommen und das Klima so bald wie m\u00f6glich wieder zu stabilisieren&#8221;, erkl\u00e4rt Rumpf abschlie\u00dfend.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Studie wurde k\u00fcrzlich in der Publikation <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-019-12343-x\">Nature Communications<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend andere Pflanzen, wie beispielsweise Trauben deutlich auf den Klimawandel reagieren, scheint sich die Alpenflora mit ihrer Anpassung Zeit zu lassen. Zwar wandert sie sukzessive in die H\u00f6he, um den steigenden Temperaturen auszuweichen. 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