{"id":186471,"date":"2019-09-20T17:59:46","date_gmt":"2019-09-20T15:59:46","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=186471"},"modified":"2019-09-20T17:59:46","modified_gmt":"2019-09-20T15:59:46","slug":"autonomes-ticketing-bringt-vorteile-fuer-passagiere-und-betreiber-von-verkehrsmitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/autonomes-ticketing-bringt-vorteile-fuer-passagiere-und-betreiber-von-verkehrsmitteln\/","title":{"rendered":"Autonomes Ticketing bringt Vorteile f\u00fcr Passagiere und Betreiber von Verkehrsmitteln"},"content":{"rendered":"<p>Eine Smartphone Software, die erkennt, welche Verkehrsmittel der User verwendet \u2013 und wie lange. Am <em>Austrian Institute of Technology<\/em> (AIT) wurde diese Vision real. Im Vergleich zu anderen Systemen ist die Software vollkommen interaktionsfrei. B\u00fcrger k\u00f6nnen also die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel nutzen, ohne eine Fahrkarte zu kaufen oder eine Interaktion auf dem Smartphone vorzunehmen.<\/p>\n<p>Wer die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel nutzt, muss eine Fahrkarte bei Verkaufsschaltern, Automaten oder im Internet l\u00f6sen. Bei \u00dcberschreiten der Stadtgrenze m\u00fcssen zudem Fahrkarten von verschiedenen Verkehrsbetreibern gel\u00f6st werden. Selbst bei den sogenannten <em>Be-In\/Be-Out-<\/em>L\u00f6sungen ist eine Interaktion der Passagiere n\u00f6tig &#8211; zum Beispiel am Smartphone. Bei dieser L\u00f6sung werden die Linien- und Haltestellendaten des Passagiers \u00fcber einen im Verkehrsmittel installierten Sensor erfasst \u2013 und mit den GPS-Positionsdaten seines Smartphones abgeglichen. Der Passagier muss bei Betreten des Verkehrsmittels die Einstiegshaltestelle best\u00e4tigen, welche die App automatisch anzeigt.<\/p>\n<p>Bei den Betreibern der \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel erfordern Be-In\/Be-Out-L\u00f6sungen hohe Investitionen in die Infrastruktur. Sowohl die Flotte als auch der Haltestellenbereich m\u00fcssen mit entsprechender Hartware wie Beacons, Sensoren oder anderen Fahrgasterfassungs-Systemen ausgestattet werden.<\/p>\n<h3>Software und Algorithmus<\/h3>\n<p>Am <a href=\"http:\/\/www.ait.ac.at\/ueber-das-ait\/center\/center-for-mobility-systems\/\"><em>Center for Mobility Systems<\/em><\/a> des <em>Austrian Institute of Technology (<a href=\"http:\/\/www.ait.ac.at\/\">AIT<\/a>)<\/em> wurde die Software <em>MODE<\/em> entwickelt, die f\u00fcr beide Beteiligten unkompliziert ist: Passagiere und Betreiber von Verkehrsmitteln. <em>MODE<\/em> ist als Grundlage f\u00fcr ein zuk\u00fcnftiges Smartphone-basiertes <em>autonomes Ticketing<\/em> f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Verkehr zu verstehen. Das System funktioniert \u00fcber die Erhebung der Fahrtroute, der Umsteigepunkte und der benutzten Verkehrsmittel. Die Passagiere ben\u00f6tigen kein Ticket. Dieses wird automatisch durch die App am Smartphone aktiviert und wieder deaktiviert. Preis-Caps veranlassen die Auswahl des g\u00fcnstigsten Tickets.<\/p>\n<h3>Erhebung verschiedener Transportmodi<\/h3>\n<p>MODE unterscheidet zwischen acht verschiedenen Transportmitteln: Fahrrad, Motorrad, Auto, Bus, Stra\u00dfenbahn, U-Bahn, Eisenbahn und zu Fu\u00df gehen. Die entsprechenden Daten generiert das Smartphone mit GNSS und anderen Ortungsfunktionen sowie sensorbasierten Beschleunigungsdaten. Bei letzteren geht es um Bewegungsmuster: Eine Busfahrt besteht zum Beispiel aus Anfahren, Beschleunigen und Bremsen. Aber es geht auch um Vibrationen in Fahrzeugen. Das System kann zwischen den Vibrationen in Bus und PKW unterscheiden, erkl\u00e4rt Hainz.<\/p>\n<p>Oben genannte Daten werden mit GIS-Daten, Fahrpl\u00e4nen und Echtzeitinformationen \u00fcber die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel kombiniert.<\/p>\n<p>Die Smartphone-basierten Daten werden an einen Server \u00fcbertragen, wo der MODE-Algorithmus eine zuverl\u00e4ssige und detaillierte Reiseinformation generiert.<\/p>\n<h3>Neue Funktionen f\u00fcr die Verkehrsbetriebe<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Betreiber der \u00f6ffentlichen Verkehrsbetriebe ergeben sich eine Reihe von Vorteilen. Die Software-Komponenten lassen sich leicht in unterschiedliche Ticketinganwendungen und \u2013plattformen integrieren und an spezifische Anforderungen und Schnittstellen adaptieren.In den Stationen werden Fahrkartenautomaten und Entwerter obsolet. Investitionen in fahrzeugseitige Hardware, wie zum Beispiel Bluetooth- oder RFID-Beacons sind nicht notwendig. Weiters \u00fcbernimmt die Software Funktionen, die bisher kostspielig oder unm\u00f6glich waren:<\/p>\n<ul>\n<li>Fahrgastz\u00e4hlungen zur Optimierung der Serviceleistung;<\/li>\n<li>Tarifbedingte Steuerung des Mobilit\u00e4tsverhaltens der Passagiere;<\/li>\n<li>Transparente Aufteilung der Marktanteile unterschiedlicher Betreiber innerhalb eines Verkehrsverbundes;<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Software und Algorithmus<\/h3>\n<p>Bisweilen besteht die Technologie aus einer Software und einem Algorithmus. Eine App gibt es noch nicht. Im Fall der Umsetzung m\u00fcssten noch einige Fragen beantwortet werden, so AIT-Pressesprecher Florian Hainz. Durch die Erkennung der Transportmodi via Smartphone sei man allerdings technologisch ganz weit vorne.<\/p>\n<p>Einen ersten Erfolg konnte die Technologie schon bei der <em>Sussex-Huawei Locomotion Transportation Recognition <a href=\"http:\/\/www.shl-dataset.org\/activity-recognition-challenge\/\">(SHL) Challenge 2018<\/a><\/em> in Singapur verzeichnen. Dort erreichte die L\u00f6sung den ersten Platz bei der Erkennung vom Umstieg von einem Transportmittel auf ein anderes und insgesamt den vierten Platz. Au\u00dferdem erforderte die Software MODE die k\u00fcrzeste Schulungszeit und den bei weitem geringsten Speicherplatz.<\/p>\n<p>Eine App zur Erfassung des Mobilit\u00e4tsverhaltens der Passagiere hat das Team vom <em>AIT Center for Mobility Systems<\/em> bereits entwickelt. Diese wurde bisher f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.ait.ac.at\/loesungen\/sensing-travel-behavior\/autonomous-ticketing\/\">Forschungsprojekte<\/a> in Wien und Tiflis eingesetzt. Dar\u00fcberhinaus wurde die App im Pilotprojekt <a href=\"https:\/\/www.ait.ac.at\/news-events\/single-view\/detail\/5026\/?no_cache=1\"><em>Smart Journey<\/em><\/a> genutzt. Darin wurde erstmals ein technisches System erprobt, das bundesl\u00e4nder\u00fcbergreifend Zugang zu allen \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich gewann das autonome Ticketing-System des <em>AIT Center for Mobility Systems<\/em>\u00a0 den <a href=\"https:\/\/www.vcoe.at\/projekte\/mobilitaetspreis\/vcoe-mobilitaetspreis-2019-oesterreich-kategorie-digitalisierung-und-automatisierung\"><em>VC\u00d6 Mobilit\u00e4tspreis 2019<\/em><\/a> in der Kategorie <em>Digitalisierung<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/muenchner-rad-oder-oeffentlich\/\">M\u00fcnchner fahren mehr Rad oder \u00f6ffentlich<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/flugtaxi-seilbahn-muenchen\/\">M\u00fcnchens Zukunft? Fliegende Taxis am Bahnhof und Seilbahnen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Smartphone Software, die erkennt, welche Verkehrsmittel der User verwendet \u2013 und wie lange. Am Austrian Institute of Technology (AIT) wurde diese Vision real. Im Vergleich zu anderen Systemen ist die Software vollkommen interaktionsfrei. B\u00fcrger k\u00f6nnen also die \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel nutzen, ohne eine Fahrkarte zu kaufen oder eine Interaktion auf dem Smartphone vorzunehmen. 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