{"id":184894,"date":"2019-09-11T11:30:28","date_gmt":"2019-09-11T09:30:28","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=184894"},"modified":"2019-09-11T11:30:28","modified_gmt":"2019-09-11T09:30:28","slug":"interaktives-labor-ermoeglicht-buergern-die-beteiligung-an-der-stadtplanung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/interaktives-labor-ermoeglicht-buergern-die-beteiligung-an-der-stadtplanung\/","title":{"rendered":"Interaktives Labor erm\u00f6glicht B\u00fcrgern die Beteiligung an der Stadtplanung"},"content":{"rendered":"<p>Stadtplanung ist nicht mehr blo\u00df Sache von Wissenschaft. Im neuen <em>City Innovation Lab<\/em> in Wien werden Daten und Fakten zu Szenarien, die visualisiert und in 3D erlebt werden k\u00f6nnen. Zentrales Moment ist das <em>partizipative Design<\/em>, welches die Einbeziehung von B\u00fcrgern und Projektpartnern erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p><em>Das City Intelligence Lab<\/em> ist die neueste Errungenschaft des <a href=\"https:\/\/www.ait.ac.at\/ueber-das-ait\/center\/center-for-energy\/\"><em>Center for Energy<\/em><\/a>, einem Forschungszweig des <a href=\"https:\/\/www.ait.ac.at\/\"><em>Austrian Institute of Technology<\/em><\/a> (AIT). Das Labor steht f\u00fcr eine interaktive Plattform, welche die neuen Herausforderungen des Klimawandels in der Stadtplanung bew\u00e4ltigen soll.<\/p>\n<p>Es sind die St\u00e4dter, die besonders stark unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden. Durch die zahlreichen Fassaden und D\u00e4cher der Geb\u00e4ude wird die Oberfl\u00e4che der Stadt vergr\u00f6\u00dfert. St\u00e4dtische Gebiete nehmen daher tags\u00fcber mehr Sonnenstrahlung auf als unbebaute. Durch den hohen Versiegelungsgrad wird das Wasser durch Kanalsysteme abgeleitet. Dadurch steht es den Pflanzen, die es ben\u00f6tigen, nicht zur Verf\u00fcgung. Das ist insofern problematisch als Wasser und Pflanzen die besten Ressourcen im Einsatz gegen Hitze sind.<\/p>\n<p>Die lokalen B\u00fcrger wissen am besten, wo es am hei\u00dfesten wird und wo Ma\u00dfnahmen notwendig sind. Wesentliche Innovation der interaktiven Plattform ist deshalb deren Einbindung in die\u00a0 Entwicklung von k\u00fchlungsf\u00f6rdernden Ma\u00dfnahmen. Auf \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen k\u00f6nnen dies zum Beispiel B\u00e4ume, Schattensegel und unversiegelte Gr\u00fcnstreifen sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ait.ac.at\/ueber-das-ait\/researcher-profiles\/?tx_aitprofile_pi1%5Bname%5D=Chronis%20Angelos\"><em>Angelos Chronis<\/em><\/a>, der Leiter des <em>City Innovation Lab<\/em> nennt das Projekt bahnbrechend. Im folgenden Interview gibt er Einblick:<\/p>\n<h4>Gab es f\u00fcr das <em>City Innovation Lab<\/em> ein Vorbild?<\/h4>\n<p>Es gibt bereits \u00e4hnliche Projekte, aber kein gleiches. Unser <em>City Innovation Lab<\/em> ist bahnbrechend. Es ist eine Neuentwicklung, die auf unserem Wissen basiert. Wir sind eng mit der Welt der Forschung vernetzt und st\u00e4ndig \u00fcber Konferenzen im Austausch. Kommendes Jahr organisieren wir in Wien eine Konferenz \u00fcber Simulation in St\u00e4dten.<\/p>\n<h4>Wie k\u00f6nnen wir uns das <em>City Innovation Lab <\/em>vorstellen?<\/h4>\n<p>Es ist ein physischer Raum mit einer Fl\u00e4che von zweiundsiebzig Quadratmetern, der f\u00fcr interaktive Projektionen genutzt wird. Zug\u00e4nglich werden diese mit Tablets und Virtual Reality-Brillen. Vor allem aber ist es ein intellektueller Raum. Wir arbeiten hier zu siebt &#8211; Wissenschafter mit Master- und PHD-Studenten. Zentral ist die Forschung. Wir wenden innovative Technologien an, um neue Methoden f\u00fcr die urbane Planung zu entwickeln. Es gibt ein frontend und ein backend. Im frontend findet sich die interaktive Umgebung. Hier k\u00f6nnen Beteiligte kollaborieren. Der Impact kommt vom backend \u2013 \u00fcber <em>Big Data<\/em> und <em>k\u00fcnstliche Intelligenz<\/em>. Dadurch bekommen wir unmittelbar Antworten auf entscheidende Fragen. Zum Beispiel auf die Frage, wie die Sonne die Temperatur beeinflusst. Im <em>City Innovation Lab<\/em> k\u00f6nnen wir alle Leistungsprobleme der Stadt bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<h4>Neu ist die Einbeziehung von Nutzern, also Stadtbewohnern. Wie k\u00f6nnen die B\u00fcrger zum Projekt beitragen?<\/h4>\n<p>Das <em>City Innovation Lab<\/em> basiert auf kognitivem und partizipativem Design. Wir bringen die Leute mit <em>Augmented Reality<\/em> und Visualisierung zur Beteiligung. Das ist die eigentliche Innovation &#8211; die einfachere Beteiligung an den Projekten \u2013 in einer Realit\u00e4t von 3D. Es w\u00fcrde zum Beispiel sieben Stunden dauern, um die Auswirkungen von Wind auf eine bestimmte Geb\u00e4udeart zu ermitteln. In einer Besprechungssitaution w\u00fcrde das nicht funktionieren. Dank Digitalisierung k\u00f6nnen wir die Antworten sofort geben und Szenarien visuell darstellen.<\/p>\n<p>Grundlegend f\u00fcr unsere Arbeit sind die digitalen Modelle, die Stadtregierungen von ihren St\u00e4dten bauen. Dar\u00fcberhinaus entwickeln wir Algorithmen f\u00fcr tausende st\u00e4dtebauliche Probleme, die wir mit diesen Modellen ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Unser Ziel ist es, die Parameter einfacher nachvollziehbar zu machen und so allen Beteiligten die M\u00f6glichkeit geben, \u00fcber das Projekt zu sprechen. Verschiedene Beteiligte repr\u00e4sentieren verschiedenen Wissenssilos. Durch die interaktive Plattform k\u00f6nnen wir die Wissenssilos aufbrechen. Jeder im Raum bekommt unmittelbar eine Vorstellung von dem Forschungsproblem \u2013 wie etwa der Windgeschwindigkeit in Kilometer pro Stunde.<\/p>\n<h4>Was sind das f\u00fcr Parameter, die Sie nachvollziehbar machen wollen?<\/h4>\n<p>Bei einem parametrischen Modell eines st\u00e4dtischen H\u00e4userblocks k\u00f6nnen wir zum Beispiel nach der H\u00f6he der Geb\u00e4ude und der Menge der Gr\u00fcnfl\u00e4chen fragen. Das sind zwei Parameter, mit denen wir verschiedene Designs aufrufen k\u00f6nnen. Die Modelle werden mit Algorithmen programmiert. Mindestens tausend Geb\u00e4udekonstruktionen sind m\u00f6glich. Zus\u00e4tzlich lassen sich klimatische Aspekte wie Wind und Sonne simulieren.<\/p>\n<p>Alle programmierten Modelle haben bestimmte Eigenschaften und man kann sie nach verschiedenen Parametern w\u00e4hlen. Wir k\u00f6nnen zum Beispiel das Modell <em>die h\u00f6chsten Geb\u00e4ude und die meiste Gr\u00fcnfl\u00e4ch<\/em>e ausw\u00e4hlen und dann fragen, wie sich Wind und Sonne darauf auswirken w\u00fcrden. Dann sehen wir gleich, dass dies im Sommer nicht besonders angenehm w\u00e4re.<\/p>\n<h4>Die Ergebnisse sollen allgemein zug\u00e4nglich gemacht werden. Wie soll dies erfolgen?<\/h4>\n<p>Alle unsere Aktivit\u00e4ten finden im Web statt und wir pr\u00e4ferieren open data. Alles was wir machen, ist immer digital erh\u00e4ltlich, egal ob cloudbasiert oder \u00fcber eine App. Das Labor befindet sich zwar in Wien, aber wir k\u00f6nnen mit unserer Technologie global kollaborieren.<\/p>\n<p><strong>Am <em>AIT Center for Energy<\/em> &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>&#8230; forschen rund zweihundert Mitarbeiter an L\u00f6sungen f\u00fcr die nachhaltige Energieversorgung der Zukunft. Die Arbeit ist sowohl der Grundlagenforschung als auch der Auftragsforschung gewidmet. 2018 wurden dreihundertsiebzig Auftragsprojekte durchgef\u00fchrt \u2013 davon fielen einundvierzig Prozent auf europ\u00e4ische Auftraggeber.<\/p>\n<p>Das <em>Center for Energy<\/em> ist eines von acht Forschungszweigen im <em>Austrian Institute of Technology<\/em> (AIT). Dieses besch\u00e4ftigt 1300 Mitarbeiter und ist \u00d6sterreichs gr\u00f6\u00dfte au\u00dferuniversit\u00e4re Forschungseinrichtung. Im europ\u00e4ischen Umfeld ist das AIT der Spezialist f\u00fcr zentrale zukunftsorientierte Infrastrukturthemen. Gesellschafter des AIT sind die Republik \u00d6sterreich (<a href=\"http:\/\/www.bmvit.gv.at\/\">Bundesministerium f\u00fcr Verkehr, Innovation und Technologie<\/a>), die 50,46% der Anteile h\u00e4lt und der Verein zur F\u00f6rderung von Forschung und Innovation (<a href=\"http:\/\/www.iv-net.at\/\">Industriellenvereinigung \u00d6sterreich<\/a>) der 49,54% der Anteile h\u00e4lt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auch interessant: <\/strong><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/forschungsprojekt-gruenelunge-erforscht-die-resilienz-von-baeumen-im-urbanen-raum\/\">Forschungsprojekt \u201eGr\u00fcneLunge\u201c erforscht die Resilienz von B\u00e4umen im urbanen Raum<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/ein-diskreter-und-praeziser-navigations-assistent-vom-geo-informatiker\/\">Ein diskreter und pr\u00e4ziser Navigations-Assistent vom Geo-Informatiker<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stadtplanung ist nicht mehr blo\u00df Sache von Wissenschaft. Im neuen City Innovation Lab in Wien werden Daten und Fakten zu Szenarien, die visualisiert und in 3D erlebt werden k\u00f6nnen. Zentrales Moment ist das partizipative Design, welches die Einbeziehung von B\u00fcrgern und Projektpartnern erm\u00f6glicht. Das City Intelligence Lab ist die neueste Errungenschaft des Center for Energy, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1688,"featured_media":509280,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"categories":[26143],"tags":[99256,34420,99259],"location":[24328,28185],"article_type":[],"serie":[],"archives":[],"internal_archives":[],"reboot-archive":[],"class_list":["post-184894","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-digital-de","tag-city-innovation-lab-de","tag-klimawandel-de","tag-stadtplanung-de","location-deutschland","location-oesterreich"],"blocksy_meta":[],"acf":{"subtitle":"","text_display_homepage":false},"author_meta":{"display_name":"Hildegard Suntinger","author_link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/author\/hildegard-suntinger\/"},"featured_img":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Austrian-Institute-of-Technology-c-APA-FotoserviceHinterramskogler_1.jpg","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/en\/category\/digital-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Digital<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Digital<\/span>"]},"tags":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/en\/category\/digital-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">City Innovation Lab<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/en\/category\/digital-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Klimawandel<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/en\/category\/digital-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Stadtplanung<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">City Innovation Lab<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">Klimawandel<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">Stadtplanung<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Posted 7 years ago","modified":"Updated 7 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on September 11, 2019","modified":"Updated on September 11, 2019"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on September 11, 2019 11:30 am","modified":"Updated on September 11, 2019 11:30 am"},"featured_img_caption":"","series_order":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/184894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1688"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=184894"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/184894\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media\/509280"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=184894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=184894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=184894"},{"taxonomy":"location","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/location?post=184894"},{"taxonomy":"article_type","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/article_type?post=184894"},{"taxonomy":"serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/serie?post=184894"},{"taxonomy":"archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/archives?post=184894"},{"taxonomy":"internal_archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/internal_archives?post=184894"},{"taxonomy":"reboot-archive","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/reboot-archive?post=184894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}