{"id":183881,"date":"2019-09-03T19:00:30","date_gmt":"2019-09-03T17:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=183881"},"modified":"2019-09-03T19:00:30","modified_gmt":"2019-09-03T17:00:30","slug":"mit-iridium-atomen-zu-effizienteren-katalysatoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/mit-iridium-atomen-zu-effizienteren-katalysatoren\/","title":{"rendered":"Mit Iridium-Atomen zu effizienteren Katalysatoren"},"content":{"rendered":"<p>Am Institut f\u00fcr Angewandte Physik der TU Wien wurde eine neue Technologie f\u00fcr bessere Katalysatoren entwickelt. Herk\u00f6mmliche Katalysatorenmaterialien sind teuer und bleiben in ihrer Effizienz hinter den Vorstellungen der Forschenden zur\u00fcck. Mit dem Einsatz von Iridium-Atomen auf einer speziellen Eisenoxid-Oberfl\u00e4che k\u00f6nnte sich dies \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Katalysatoren sind chemische Stoffe, welche die Reaktionsgeschwindigkeit einer chemischen Reaktion erh\u00f6hen. M\u00f6glich wird diese Beschleunigung durch die Senkung der Aktivierungsenergie. In der chemischen Industrie und bei Autos sind Katalysatoren unverzichtbar. In der Autoindustrie sind diese seit 1.1. 1988 f\u00fcr alle Fahrzeuge mit Benzinmotor vorgeschrieben.<\/p>\n<h3>Katalytisch aktive Edelmetalle<\/h3>\n<p>In der Abgasanlage des Autos hat der Katalysator die Aufgabe, eine chemische Reaktion im Abgas einzuleiten. Dies wird durch katalytisch aktive Edelmetalle wie Platin oder Rhodium m\u00f6glich, die Anteile von umweltsch\u00e4dlichem Kohlenmonoxid, unverbranntem Kohlenwasserstoffen und Stickoxid im Abgas reduzieren. In diesem Prozess ger\u00e4t das Gas in Kontakt mit der Metalloberfl\u00e4che und kann dort chemisch mit anderen Gas-Komponenten reagieren.<\/p>\n<h3>Ineffizientes System<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.iap.tuwien.ac.at\/www\/surface\/group\/parkinson\/index\">Prof. Gareth Parkinson<\/a> vom <a href=\"https:\/\/www.iap.tuwien.ac.at\/www\/\">Institut f\u00fcr <em>Angewandte Physik<\/em> <\/a>an der <em>Technischen Universit\u00e4t<\/em> Wien erkl\u00e4rt das Problem an dieser Technologie: Das Katalysatormaterial liegt als einzelner gro\u00dfer Block vor. Deshalb k\u00f6nnen nur die \u00e4u\u00dferen Atome des Edelmetalls an dem Prozess beteiligt sein. Die Atome im Inneren des Metalls sind f\u00fcr das Gas gar nicht erreichbar. Forschende verfolgen daher die Vision eines m\u00f6glichst fein zu verteilenden Katalysatormaterials, das viele Atome aktivieren k\u00f6nnte. Dies w\u00e4re etwa bei feinen K\u00f6rnchen gegeben. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgen Forschende weltweit zwei Strategien:<\/p>\n<h3>Feste Metallkatalysatoren<\/h3>\n<p>Ideal w\u00e4ren Einzelatome, die alle genau auf die richtige Weise als Katalysatoren aktiv werden. Die Realisierung dieses Ideals scheitert allerdings an der Schwierigkeit, Einzelatome zu fixieren. Dazu Parkinson: \u201eWenn man Metallatome auf einer Oberfl\u00e4che anlagert, haben sie meist eine sehr starke Tendenz zu verklumpen und Nanopartikel zu bilden.\u201c<\/p>\n<h3>Fl\u00fcssige Katalysatoren<\/h3>\n<p>Aktive Metallatome werden nicht auf einer Oberfl\u00e4che angebracht, sondern in ein kleines Molek\u00fcl mit genau richtig ausgew\u00e4hlten Nachbaratomen eingebaut. Die so entstehende Katalysatorfl\u00fcssigkeit wird mit fl\u00fcssigen Substanzen vermischt. Nach der chemischen Reaktion muss man das Produkt allerdings vom Katalysator trennen.<\/p>\n<h3>\u00a0Vor- und Nachteile der Strategien<\/h3>\n<p>Der Vorteil von festen Metallkatalysatoren liegt<\/p>\n<ul>\n<li>in einem h\u00f6heren Durchsatz;<\/li>\n<li>in der M\u00f6glichkeit des Dauerbetriebs, ohne Katalysator und Produktsubstanzen immer wieder voneinander trennen zu m\u00fcssen;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Vorteil von fl\u00fcssigen Katalysatoren liegt in der Einfachheit, die Molek\u00fcle nach Bedarf ma\u00dfschneidern zu k\u00f6nnen;<\/p>\n<h3>Kombination der Strategien<\/h3>\n<p>Parkinson und sein Team an der TU Wien forschen schon seit Jahren daran, Metalloxidoberfl\u00e4chen auf kontrollierte Weise zu bearbeiten und unter dem Mikroskop abzubilden. Jetzt ist es ihnen gelungen \u2013 und zwar durch die Kombination der Vorteile der oben genannten Strategien. Parkinson:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDurch diese Erfahrung mit komplizierten oberfl\u00e4chenphysikalischen Problemstellungen geh\u00f6ren wir nun zu den ganz wenigen Labors auf der Welt, die Metallatome ganz gezielt in eine feste Oberfl\u00e4che einbauen k\u00f6nnen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00c4hnlich wie beim Design fl\u00fcssiger Katalysatoren k\u00f6nnen die Forscher jetzt die aus chemischer Sicht geeigneten Nachbaratome pr\u00e4zise auszuw\u00e4hlen. Gleichzeitig k\u00f6nnen diese mit Hilfe spezieller oberfl\u00e4chenphysikalischer Ma\u00dfnahmen in eine feste Matrix eingebaut werden.<\/p>\n<h3>Erfolg mit Iridium-Atom<\/h3>\n<p>Die Errungenschaft basiert auf Iridium-Atomen auf einer speziellen Eisenoxid-Oberfl\u00e4che. Die Iridium-Atome zeigen bei der Anlagerung auf der Eisenoxid-Oberfl\u00e4che keine Tendenz zur Verklumpung und lassen sich pr\u00e4zise und punktgenau fixieren. Dar\u00fcberhinaus l\u00e4sst sich die chemische Aktivit\u00e4t der Iridium-Atome an die Zahl der atomaren Nachbarn auf der Oberfl\u00e4che anpassen. Letzteres kann zum Beispiel genutzt werden, um Kohlenmonoxid zu Kohlendioxid umzuwandeln.<\/p>\n<p>Mit der Einzelatom-Katalyse auf Oberfl\u00e4chen befindet sich Parkinson in einem vielversprechenden Forschungsgebiet. \u201eVereinzelt gab es bereits Messungen mit solchen Katalysatoren,\u201c erkl\u00e4rt der Forscher. Allerdings sei der Erfolg bisher eher vom Zufall bestimmt gewesen. Mit der von ihm gefundenen Technologie ist die optimale Kontrolle \u00fcber die atomaren Eigenschaften der Oberfl\u00e4che gegeben. Dies kann auch anhand von Bildern aus dem Elektronenmikroskop ganz klar nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Hier finden Sie den Link zur <strong>Originalpublikation<\/strong>:<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li><a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/ange.201907536\"> Jakub et al., Local Structure and Coordination Define Adsorption in a Model Ir1\/Fe3O4 Single\u2010Atom Catalyst, Angew. Chem.2019,131, DOI: 10.1002\/ange.201907536<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/neuartiger-ventiltrieb-fuer-verbrennungsmotoren-spart-20-treibstoff\/\">Elektrohydraulischer Ventiltrieb f\u00fcr Verbrennungsmotoren spart 20% Treibstoff<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Institut f\u00fcr Angewandte Physik der TU Wien wurde eine neue Technologie f\u00fcr bessere Katalysatoren entwickelt. 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