{"id":183361,"date":"2019-08-30T11:30:06","date_gmt":"2019-08-30T09:30:06","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=183361"},"modified":"2019-08-30T11:30:06","modified_gmt":"2019-08-30T09:30:06","slug":"studie-belegt-digitalen-stress-bei-jedem-5-arbeitnehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/studie-belegt-digitalen-stress-bei-jedem-5-arbeitnehmer\/","title":{"rendered":"Studie belegt digitalen Stress bei jedem 5. Arbeitnehmer"},"content":{"rendered":"<p>Kaum einer von uns kann heute mehr ohne digitale Medien arbeiten. Immerhin bieten Smartphones, Laptops &amp; Co die M\u00f6glichkeit, flexibel auf ein gro\u00dfes Volumen an Informationen zur\u00fcckgreifen zu k\u00f6nnen. Und nat\u00fcrlich auch zeitnah zu agieren. Doch genau da liegt die Krux an der Sache: Denn laut der Studie \u201eGesund digital arbeiten?!\u201c des Projekts <a href=\"https:\/\/gesund-digital-arbeiten.de\/\">Pr\u00e4vention f\u00fcr sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien (Pr\u00e4DiTec<\/a>) empfindet jeder f\u00fcnfte Arbeitnehmer starken digitalen Stress durch seinen Beruf. F\u00fcr ihre Untersuchung befragte ein Konsortium aus Wissenschaftlern des Zweiges <a href=\"https:\/\/www.fit.fraunhofer.de\/de\/fb\/wirtschaftsinformatik.html\">Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT<\/a>, des <a href=\"https:\/\/www.bfm-bayreuth.de\/\">Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums f\u00fcr Fragen der mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft (BF\/M-Bayreuth)<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.baua.de\/DE\/Home\/Home_node.html\">Bundesanstalt f\u00fcr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin<\/a> \u00fcber 5000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.<\/p>\n<p>Dabei identifizierten die Forschenden insgesamt zw\u00f6lf verschiedene Belastungsfaktoren: Dazu geh\u00f6ren beispielsweise der gef\u00fchlte Zwang zur Omnipr\u00e4senz, das Gef\u00fchl der st\u00e4ndigen Erreichbarkeit und eine erwartete k\u00fcrzere Reaktionszeit durch das Aufl\u00f6sen der Grenzen zwischen Arbeits- und Privatleben. Interessant daran ist nicht nur, dass jeder dritte Befragte mindestens einem der Belastungsfaktoren stark bis sehr stark ausgesetzt ist, sondern auch, dass fast jeder F\u00fcnfte aufgrund eines Belastungsfaktors sehr starken digitalen Stress wahrnimmt. Als stressig werden auch Unterbrechungen und Ablenkung durch digitale Medien empfunden. Au\u00dferdem f\u00fchlen sich viele Menschen mittlerweile als \u201egl\u00e4serne Person\u201c, weil sie ihre Privatsph\u00e4re durch die berufliche Nutzung digitaler Technologien und Medien in Gefahr sehen.<\/p>\n<h3>Folgen auch f\u00fcr Arbeitgeber<\/h3>\n<p>\u201eDas bleibt nicht ohne Folgen auch f\u00fcr den Arbeitgeber\u201c, warnt Prof. Dr. Torsten K\u00fchlmann, Inhaber des Lehrstuhls f\u00fcr Personalwesen und F\u00fchrungslehre an der Universit\u00e4t Bayreuth und Pr\u00e4sident des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums f\u00fcr Fragen der mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft (BF\/M-Bayreuth):<\/p>\n<blockquote><p>\u201eErwerbst\u00e4tige mit starkem digitalem Stress berichten h\u00e4ufiger, dass sie Probleme haben, von der Arbeit abzuschalten. Sie denken \u00f6fter daran, die Arbeitsstelle oder den Beruf zu wechseln und zeigen eine schlechtere Leistung. Sie sind au\u00dferdem unzufriedener mit ihrer Arbeitsstelle.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Zudem stellten die Wissenschaftler fest: Digitaler Stress geht meist mit sozialen Konflikten am Arbeitsplatz, einer hohen emotionalen Anforderung sowie einer hohen Arbeitsquantit\u00e4t einher. Die Folgen sind Ersch\u00f6pfung, Gereiztheit sowie psychischen Beeintr\u00e4chtigungen bis hin zu Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eInteressanterweise sind vor allem auch Erwerbst\u00e4tige in innovativen Unternehmen, welche sich durch Kreativit\u00e4t und Risikobereitschaft auszeichnen, von st\u00e4rkerem digitalem Stress betroffen\u201c, stellt K\u00fchlmann fest.<\/p><\/blockquote>\n<p>\u201eDie schnell voranschreitende Durchdringung des Arbeitslebens mit digitalen Technologien und Medien bringt viele Chancen, aber auch substanzielle Risiken und Nachteile mit sich\u201c, fasst Prof. Dr. Nils Urbach, Professor f\u00fcr Wirtschaftsinformatik und Strategisches IT-Management und Mitglied der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Angewandte Informationstechnik FIT, zusammen.<\/p>\n<h3>Abhilfe durch \u00c4nderung in Organisation und Sozialem<\/h3>\n<p>Doch nicht jeder Arbeitsplatz, der mit digitalen Technologien ausgestattet ist, verursacht digitalen Stress im gleichen Ma\u00df. Die Kombination aus der Anzahl genutzter digitaler Technologien und Medien sowie die Nutzungsintensit\u00e4t hat Einfluss auf die Belastung. So ist diese bei einer hohen Anzahl an verschiedenen Technologien, die nur wenig genutzt werden, am h\u00f6chsten. Denn hier sind die F\u00e4higkeiten und Kenntnisse zur Nutzung der Technologien aufgrund der geringen Nutzung schwieriger zu erhalten. Die Verunsicherung wird gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Doch es gibt auch Abhilfe:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eOrganisationale und soziale Faktoren k\u00f6nnen digitalem Stress am Arbeitsplatz entgegenwirken. Dazu geh\u00f6rt beispielsweise ein erweiterter Handlungsspielraum hinsichtlich arbeitsrelevanter Entscheidungen sowie eine gute Beziehung zu Vorgesetzten\u201c, betont Urbach.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Projektteam des BFM ist derzeit dabei, anhand der gewonnenen Erkenntnisse Handlungsempfehlungen ausarbeiten. Ende 2020 sollen konkretere Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen, wie dem Ph\u00e4nomen des digitalen Stresses entgegenwirkt werden kann, vorgestellt werden.<\/p>\n<p>Der Zwischenbericht unter dem Namen \u201eTechnoStressReport\u201c wird am 4. September 2019 ab 16 Uhr in einem <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?reload=9&amp;v=t8R9X6D3TE8\">Livestream<\/a> vorgestellt und auch diskutiert. Teilnehmer der Diskussion sind u.a. Prof. Dr. Henner Gimpel von Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT und Guido Fuhrmann, Personalleiter Deutschland bei der Deutschen Bank. Der Livestream richtet sich an Fach- und F\u00fchrungskr\u00e4fte der modernen Arbeitswelt. Weitere Informationen gibt es auch <a href=\"https:\/\/www.ias-gruppe.de\/magazin\/publikation\/newsletter-032019-feedback-kultur-wir-muessen-reden\/frankfurt-am-main-praeditec.html\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum einer von uns kann heute mehr ohne digitale Medien arbeiten. 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