{"id":182377,"date":"2019-08-25T14:00:33","date_gmt":"2019-08-25T12:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=182377"},"modified":"2019-08-25T14:00:33","modified_gmt":"2019-08-25T12:00:33","slug":"forscher-entwickeln-neues-verfahren-zur-produktion-von-bio-plastik-aus-lebensmittelabfaellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/forscher-entwickeln-neues-verfahren-zur-produktion-von-bio-plastik-aus-lebensmittelabfaellen\/","title":{"rendered":"Forscher entwickeln neues Verfahren zur Produktion von Bio-Plastik aus Lebensmittelabf\u00e4llen"},"content":{"rendered":"<p>Plastik ist \u00fcberall, nicht nur im Haushalt. Plastikt\u00fcten und -flaschen verschmutzen die Umwelt, inklusive der Weltmeere. Erst k\u00fcrzlich entdeckte ein Forscher eine Plastikt\u00fcte in knapp 11.000 Meter Tiefe im Marianengraben. Und winzig kleine Mikroplastikpartikel befinden sich in der Luft, die wir atmen und dem Wasser, das wir trinken, und in dem, was wir essen. J\u00fcngsten Informationen zufolge isst jeder von uns &#8211; ob es uns gef\u00e4llt oder nicht &#8211; angeblich jede Woche f\u00fcnf Gramm Plastik. Soviel wiegt eine Kreditkarte. Vor Kurzen konnte Mikroplastik sogar im Polareis der Arktis und Antarktis nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Im Kampf gegen den Plastikm\u00fcll forschen Wissenschaftler rund um die Welt seit Langem danach, Alternativen zu finden, die ebenso so leicht und widerstandsf\u00e4hig wie Kunststoffe sind, aber biologisch abbaubar und die Umwelt nicht belasten. Im <a href=\"http:\/\/ichf.edu.pl\">Institute of Physical Chemistry<\/a> der polnischen Akademie der Wissenschaften ist es Forschern unter der Leitung von Prof. Juan Carlos Colmenares nun gelungen, aus Abf\u00e4llen der Lebensmittelproduktion Hydroxymethylfurfural (HMF) herzustellen.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen PET durch etwas ersetzen k\u00f6nnen, das einige Monate, h\u00f6chstens einige Jahre dauern w\u00fcrde, bis es abgebaut ist&#8221;, erkl\u00e4rt Prof. Colmenares. \u201eHeutige Kunststoffe aus Erd\u00f6l enthalten Phthalate und andere Weichmacher &#8211; wie z.B. \u201aMischungen\u2018 aus organischen und sogar anorganischen Verbindungen &#8211; und werden von keinen Bakterien oder Pilzen abgebaut. Deshalb bleiben sie so lange in W\u00e4ldern und Meeren. Kunststoffe auf Basis von DFF enthalten Zuckerfurane, und was aus der Natur kommt, wird von der Natur besser akzeptiert.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_182376\" aria-describedby=\"caption-attachment-182376\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-182376 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/IChF190819b_fot02-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-182376\" class=\"wp-caption-text\">System zur selektiven photokatalytischen Aufwertung von cellulosischer Biomasse \u00a9 IPC PAS, Grzegorz Krzy\u017cewski<\/figcaption><\/figure>\n<p>Colmenares und seine Kollegen haben bereits Tests mit solchen Polymeren durchgef\u00fchrt. \u201eSie zerfallen in zucker\u00e4hnliche Monomere. Und viele Mikroorganismen lieben Zucker. Selbst wenn man eine Flasche dieses Materials in den Wald wirft, zerf\u00e4llt sie sp\u00e4testens nach einigen Jahren. Das ist viel schneller als bei herk\u00f6mmliche Polymeren\u201c, erkl\u00e4rt er. Dabei sei jedoch nicht das Produkt selbst das Novum, sondern vielmehr die Herstellungsmethode. Bisher waren zur Produktion von Bio-Plastik hohe Temperaturen (ca. 100 bis 150 Grad Celsius) und eine komplizierte Technologie n\u00f6tig. Das f\u00fchrte dazu, dass das Plastik zwar \u00f6kologisch besser, aber weit teurer war als Plastik aus Erd\u00f6l.<\/p>\n<p>Dank neu entwickelter Nanost\u00e4bchen aus Mangandioxid (MnO2), die als Katalysator die Teiloxidation innerhalb des Prozesses beschleunigen, kann das Plastik nur bei deutlich niedrigeren Temperaturen und unter normalen Druckverh\u00e4ltnissen hergestellt werden. \u201eDiese Nanokatalysatoren sind lang und sehr, sehr, sehr d\u00fcnn, und ihre Konstruktion erh\u00f6ht die Lichtabsorption\u201c, sagt Colmenares. \u201eDank der einzigartigen thermo-photokatalytischen Eigenschaften von Mangandioxid haben die Manganst\u00e4bchen eine viel gr\u00f6\u00dfere Kontaktfl\u00e4che mit den Ausgangsstoffmolek\u00fclen und aktivieren diese besser, so dass praktisch das gesamte HMF in DFF \u00fcbergeht. 100%!\u201d<\/p>\n<p>Daher reiche f\u00fcr die Umwandlung von HMF in DFF eine LED-Leuchte im UV-Bereich und Sauerstoff aus der Luft bei Raumtemperatur aus. \u201eDas ist ein abfallfreies Verfahren ohne Zusatz von Sauerstoff und Additiven [z.B. Wasserstoffperoxid H2O2]\u201c, freut sich der Professor. \u201eAuch die Nanokatalysatoren lassen sich mehrfach verwenden, da DFF sie nicht zerst\u00f6rt.\u201c<\/p>\n<p>Bedenken, dass sich das Plastik zu schnell zersetzen und so zum Beispiel bei Getr\u00e4nkeflaschen dazu f\u00fchren k\u00f6nnte, dass man die Bestandteile mit trinkt, zerstreut Colmenares. \u201eNein. Es dauert praktisch mehrere Jahre, bis es zerf\u00e4llt, aber selbst wenn die Reaktion schneller ist, w\u00fcrde der Konsument nur ein wenig \u201aguten\u2018 Kunststoff trinken. Einen, der f\u00fcr den K\u00f6rper unbedenklich ist. Er wird einfach von unseren Darmbakterien und ihren Enzymen abgebaut.\u201c<\/p>\n<p><strong><em>Mehr Artikel zum Thema Plastik finden sie <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=plastik\">HIER<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Plastik ist \u00fcberall, nicht nur im Haushalt. 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