{"id":181839,"date":"2019-08-26T08:00:01","date_gmt":"2019-08-26T06:00:01","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=181839"},"modified":"2019-08-26T08:00:01","modified_gmt":"2019-08-26T06:00:01","slug":"polymere-linolsaeure-aus-pflanzenoelen-soll-erdoel-ersetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/polymere-linolsaeure-aus-pflanzenoelen-soll-erdoel-ersetzen\/","title":{"rendered":"Polymere: Linols\u00e4ure aus Pflanzen\u00f6len soll Erd\u00f6l ersetzen"},"content":{"rendered":"<p>Wir alle wissen: Unsere Rohstoff-Ressourcen, wie zum Beispiel Erd\u00f6l, sind begrenzt. Grund genug, in den verschiedensten Anwendungsbereichen \u00fcber Alternativen nachzudenken. Noch wird beispielsweise die j\u00e4hrliche Produktion von rund 400 Millionen Tonnen Polymere zu einem gro\u00dfen Teil aus Erd\u00f6l gewonnen. Das k\u00f6nnte sich in diesem Markt, der als einer der bedeutendsten der chemischen Industrie gilt, bald \u00e4ndern. Denn Forscherinnen und Forscher der Fakult\u00e4t f\u00fcr Angewandte Naturwissenschaften der <a href=\"https:\/\/www.th-koeln.de\/\">TH K\u00f6ln<\/a> entwickelten ein Verfahren zur Nutzung von Lin\u00f6ls\u00e4ure &#8211; diese kann aus Pflanzen\u00f6len \u00fcber Hydrolyse und gegebenenfalls Destillation gewonnen werden &#8211; als neue Quelle f\u00fcr bio-basierte Polymerintermediate (Zwischenprodukte). Somit k\u00f6nnte zuk\u00fcnftig bei der Herstellung von Polymeren auf das Schwarze Gold verzichtet werden, da es durch heimische, pflanzliche \u00d6le wie Sonnenblumen- oder Distel\u00f6l ersetzt wird.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eUnser Fokus liegt auf der Entwicklung von nachhaltigen und umweltschonenden Synthesen, die den zw\u00f6lf Prinzipien der Gr\u00fcnen Chemie entsprechen\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8230;, erkl\u00e4rt Projektleiter Prof. Dr. Ulrich Sch\u00f6rken von der Fakult\u00e4t f\u00fcr Angewandte Naturwissenschaften der TH K\u00f6ln. \u201eWir wollen statt Erd\u00f6l heimische pflanzliche \u00d6le wie z.B. Distel\u00f6l, nutzen, das zu etwa 70 Prozent Linols\u00e4ure enth\u00e4lt. Die Fetts\u00e4uren wollen wir so modifizieren, dass wir neue bifunktionale Polymerintermediate gewinnen.\u201c Und er erg\u00e4nzt: \u201eAus diesen Zwischenprodukten k\u00f6nnen beispielsweise Hochleistungs-Polyamide und Polyester hergestellt werden. Daneben entstehen bei der Synthese Geruchs- und Aromastoffe, die f\u00fcr Parfums und Aromen verwendet werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<h3>Gro\u00dfes Interesse seitens der Industrie und Verbraucher<\/h3>\n<p>Das Ziel ist die Entwicklung eines kombiniert biotechnologisch-chemokatalytischen Verfahrens, das einen neuen Zugang zu den industriell wichtigen Zwischenprodukten (Intermediaten) liefern soll. Dazu arbeiten eine Doktorandin und zwei Doktoranden gemeinsam an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Angewandte Naturwissenschaften in Leverkusen. Anna Coenen und Valentin Gala Marti erforschen in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Sch\u00f6rken neue biotechnologische Syntheserouten. Sprich: Sie erforschen die chemische und\/oder biotechnische Modifizierung von Linols\u00e4ure, so dass sie als Polymerintermediat genutzt werden kann. Das Projektteam komplettiert Jan Dr\u00f6nner, der sich in der Gruppe von Prof. Dr. Matthias Eisenacher mit der Entwicklung chemokatalytischer Synthesen besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt ein gro\u00dfes Interesse in der Industrie sowie bei Verbraucherinnen und Verbrauchern an Produkten auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Biobasierte Intermediate, die petrochemischen Produkten entsprechen oder ihnen zumindest in ihren funktionalen Eigenschaften \u00e4hneln, haben deshalb eine sehr gute Chance auf mittelfristige Implementierung in der chemischen Industrie\u201c, so Prof. Dr. Matthias Eisenacher von der Fakult\u00e4t f\u00fcr Angewandte Naturwissenschaften.<\/p>\n<p>Wann das erste Produkt auf Basis von Linols\u00e4ure auf den Markt kommt, k\u00f6nnen die Forschenden in der fr\u00fchen Projektphase noch nicht absch\u00e4tzen. Doch sie sind zuversichtlich, denn es gibt bereits einige andere Polymere auf Basis nachwachsender Rohstoffe, darunter auch Produkte auf Basis von Fetts\u00e4uren.<\/p>\n<h3>Green Chemistry-Forschung in K\u00f6ln<\/h3>\n<p>Dr. Oliver Thum, Forschungsleiter \u201eFunctional Solutions\u201c der <a href=\"https:\/\/corporate.evonik.de\/de\/\">Evonik Performance Materials GmbH<\/a> und Dr. Henrike Brundiek, Forschungsleiterin der <a href=\"http:\/\/www.enzymicals.com\/\">Enzymicals AG<\/a>, bringen ihre Expertise als Mitglieder eines Industriebeirats in das Projekt ein. Die Firma Evonik z\u00e4hlt zu den weltweit f\u00fchrenden Herstellern von Polyamid-Intermediaten und biobasierten Polyamiden. Enzymicals bietet eine anerkannte Expertise in der Anwendung enzymatischer Prozesse f\u00fcr die Synthese komplexer Chemikalien bis in den industriellen Ma\u00dfstab.<\/p>\n<p>Das interdisziplin\u00e4re Forschungsprojekt soll die Expertise der TH K\u00f6ln in den Bereichen Biotechnologie und \u201eGreen Chemistry\u201c weiter st\u00e4rken. Gleichzeitig m\u00f6chten die Wissenschaftler mit ihrer Entwicklung unter dem Namen \u201eLinopol\u201c zu umweltschonenderen Prozessen in der chemischen Industrie beitragen. Insgesamt soll eine langfristig orientierte, interdisziplin\u00e4re Forschung im Bereich nachhaltiger Prozesse an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Angewandte Naturwissenschaften der TH K\u00f6ln am Hochschulstandort Leverkusen etabliert werden. Das Projekt \u201eLinopol\u201c wird mit 530.000 Euro vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rdert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir alle wissen: Unsere Rohstoff-Ressourcen, wie zum Beispiel Erd\u00f6l, sind begrenzt. Grund genug, in den verschiedensten Anwendungsbereichen \u00fcber Alternativen nachzudenken. Noch wird beispielsweise die j\u00e4hrliche Produktion von rund 400 Millionen Tonnen Polymere zu einem gro\u00dfen Teil aus Erd\u00f6l gewonnen. Das k\u00f6nnte sich in diesem Markt, der als einer der bedeutendsten der chemischen Industrie gilt, bald [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1706,"featured_media":509523,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"categories":[25213],"tags":[38943,38945,38948],"location":[24328],"article_type":[],"serie":[],"archives":[],"internal_archives":[],"reboot-archive":[],"class_list":["post-181839","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachhaltigkeit-de","tag-biobasierte-polymere","tag-linopol","tag-th-koeln-leverkusen","location-deutschland"],"blocksy_meta":[],"acf":{"subtitle":"","text_display_homepage":false},"author_meta":{"display_name":"Almut Otto","author_link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/author\/almut-otto\/"},"featured_img":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/projektteam-linopol-l.jpg","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/nachhaltigkeit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Nachhaltigkeit<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Nachhaltigkeit<\/span>"]},"tags":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/nachhaltigkeit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">biobasierte Polymere<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/nachhaltigkeit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Linopol<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/nachhaltigkeit-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">TH K\u00f6ln\/Leverkusen<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">biobasierte Polymere<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">Linopol<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">TH K\u00f6ln\/Leverkusen<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Posted 7 years ago","modified":"Updated 7 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on August 26, 2019","modified":"Updated on August 26, 2019"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on August 26, 2019 8:00 am","modified":"Updated on August 26, 2019 8:00 am"},"featured_img_caption":"","series_order":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/181839","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1706"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=181839"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/181839\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media\/509523"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=181839"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=181839"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=181839"},{"taxonomy":"location","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/location?post=181839"},{"taxonomy":"article_type","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/article_type?post=181839"},{"taxonomy":"serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/serie?post=181839"},{"taxonomy":"archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/archives?post=181839"},{"taxonomy":"internal_archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/internal_archives?post=181839"},{"taxonomy":"reboot-archive","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/reboot-archive?post=181839"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}