{"id":179629,"date":"2019-08-02T11:30:32","date_gmt":"2019-08-02T09:30:32","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=179629"},"modified":"2019-08-02T11:30:32","modified_gmt":"2019-08-02T09:30:32","slug":"den-beziehungsaufbau-von-grosseltern-und-enkelkindern-digital-unterstuetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/den-beziehungsaufbau-von-grosseltern-und-enkelkindern-digital-unterstuetzen\/","title":{"rendered":"Den Beziehungsaufbau von  Gro\u00dfeltern und Enkelkindern digital unterst\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>Wenn sich Gro\u00dfeltern mit ihren Enkelkindern besch\u00e4ftigen, dann ist die Interaktion wesentlich von Haptik gepr\u00e4gt. Ein Element, das dem digitalen Fernkontakt vollkommen fehlt. <a href=\"https:\/\/hci.sbg.ac.at\/person\/fuchsberger\/\">Verena Fuchsberger<\/a> entwickelt digitale Formen von Haptik, um ein emotionaleres Erleben zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Globalisierung und Europ\u00e4isierung haben die Menschen mobil gemacht. Momente des gemeinsamen Erlebens zwischen Gro\u00dfeltern und Enkelkindern sind nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich. Oft leben Familienmitglieder weit voneinander entfernt. Online-Kommunikationsdienste wie Skype, Whatsapp oder Facetime sind f\u00fcr kleine Kinder kaum geeignet. Auch bestehende digitale Audio- und Videokommunikationstechnologien sprechen die Bed\u00fcrfnisse der Zielgruppen nicht an. Was fehlt, sind physische Elemente, sagt Fuchsberger. Im aktuellen Projekt <a href=\"https:\/\/hci.sbg.ac.at\/sites\/retangent\/\"><em>Re:Tangent<\/em><\/a> forscht sie an neuen Praktiken und Elementen in der virtuellen Welt, die der realen Welt n\u00e4herkommen.<\/p>\n<h3>Wiedererlangen des Haptischen<\/h3>\n<p>Aus vorangegangenen Studien wei\u00df Fuchsberger, dass viele physische Aspekte involviert sind, wenn sich Gro\u00dfeltern mit ihren Enkelkindern besch\u00e4ftigen. Sie gehen in den Wald und sammeln Bl\u00e4tter oder das Kind malt ein Bild, das dann an die K\u00fchlschrankt\u00fcr geklebt wird &#8230; Mit der Zeichnung verbinden die Gro\u00dfeltern sp\u00e4ter verschiedene Werte und Erinnerungen.<\/p>\n<p>Ihr Forschungsinteresse geht mit den aktuellen Entwicklungen in der Informatik einher, die &#8211; nach der Phase der Entmaterialisierung &#8211; die Wiedererlangung des Haptischen anstrebt.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eBei einem physischen Medium wie einem Buch gibt es eine haptische Qualit\u00e4t, aber das geht in der virtuellen Kommunikation verloren. Der Verlust einer Qualit\u00e4t &#8211; das war der Ausgangspunkt f\u00fcr das Projekt\u201c, erkl\u00e4rt Fuchsberger.<\/p><\/blockquote>\n<h3>Ausloten von M\u00f6glichkeiten<\/h3>\n<p>Die Forscherin will untersuchen, wie man das Erleben einer digitalen Interaktion im Fernkontakt durch haptische Elemente anreichern kann und damit das Erleben der Kommunizierenden positiv beeinflussen. Mit Erleben ist jede Form von Emotion gemeint.<\/p>\n<ul>\n<li>Aus sozialwissenschaftlicher Perspektive soll gekl\u00e4rt werden, ob es \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, den Beziehungsaufbau zwischen Gro\u00dfeltern und Enkelkindern technisch zu unterst\u00fctzen.<\/li>\n<li>Aus der Perspektive der Informatik geht es darum, die technischen M\u00f6glichkeiten auszuloten.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Potenzial der K\u00f6rperlichkeit<\/h3>\n<p>Das Potenzial der K\u00f6rperlichkeit ortet die Forscherin insbesondere im Spiel, das tief in sozialen Praktiken verankert ist. Die erste Idee war es, ein Brettspiel mit haptischen Elementen anzureichern. Wobei sie und ihr interdisziplin\u00e4res Team noch kein konkretes Spiel im Kopf haben. Das Studiendesign ist explorativ angelegt. Neue Dinge sollen noch herausgefunden werden. Die potenziellen Nutzer spielen dabei eine zentrale Rolle. In einer gro\u00dfen Startstudie ging es zun\u00e4chst darum, die Bed\u00fcrfnisse von Gro\u00dfeltern und Enkelkindern hinsichtlich der Interaktionspraktiken zu ermitteln.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWir haben einen starken Materialfokus, aber der Nutzen ist \u00e4u\u00dferst relevant. Die Nutzer werden einbezogen. Erz\u00e4hlen reicht nicht. Sie m\u00fcssen es erleben, um zu wissen, wie sich das anf\u00fchlt.\u201c Verena Fuchsberger<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Projekt wurde 2018 gestartet und l\u00e4uft noch bis 2021. Im Moment sind die Forschenden noch in der Phase der Materialexploration. Die Ergebnisse der Startstudie werden herangezogen, um Prototypen zu entwickeln. Diese werden in einer zweiten Studie mit Gro\u00dfeltern und Kindern getestet, um zu geeigneten digitalen Praktiken und physischen Elementen zu kommen.<\/p>\n<h3>M\u00f6gliche spielerische Elemente<\/h3>\n<p>Wobei es weniger um ein konkretes Spiel geht, als um die Frage, welche spielerischen Praktiken und Elemente einzubauen sind. Beispiel f\u00fcr ein m\u00f6gliches Element w\u00e4re etwa eine Sanduhr und die Frage, wie sich diese computergest\u00fctzt an zwei Orten verh\u00e4lt. Wenn einer der Gro\u00dfeltern eine Sanduhr umdreht, dann wird auch die Sanduhr des Kindes umgedreht. Ein m\u00f6gliches technisches Tool, physische Effekte auf Distanz zu schaffen, w\u00e4ren auch Wearables. Wenn einer der Gro\u00dfeltern zum Beispiel einen \u00c4rmel hochzieht, dann geschieht dies auch beim Kind. Allerdings seien noch viel Fragen offen. Zum Beispiel: Wie geht man mit der Zeitverschiebung um?<\/p>\n<p>Bei den technischen Mitteln geht es mehr darum, die Wirkung vorhandener Instrumente zu adaptieren, als neue Instrumente zu schaffen. Eine Herausforderung besteht etwa darin, die Illusion von haptischen Elementen darzustellen. Die Ger\u00e4usche von Spielen auf Distanz h\u00f6rbar zu machen, das Ger\u00e4usch eines rollenden W\u00fcrfels herzustellen, ohne dass es einen W\u00fcrfel braucht.<\/p>\n<h3>\u00dcber das Team<\/h3>\n<p>Fuchsberger ist Postdoc am Center for Human-Computer Interaction an der Universit\u00e4t Salzburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten z\u00e4hlt die Wirkungsweise menschlicher und nichtmenschlicher Akteure im Mensch\/Computer- und Interaktionsdesign. Wobei sie einen speziellen Fokus auf die Materialit\u00e4t von Interaktionen legt. Ihre Arbeit baut auf dem Studium der Psychologie und Erziehungswissenschaften und dem Doktorat in Human-Computer Interaction auf.<\/p>\n<p>Im aktuellen Projekt <em>Re:tangent<\/em> arbeitet sie in einem interdisziplin\u00e4ren Team mit einer Soziologin, zwei Interaktionsdesignern und einem Spieleentwickler. Zwei Forscherinnen vom Meaningful Interactions Lab (<a href=\"https:\/\/soc.kuleuven.be\/mintlab\/blog\/\">Mintlab<\/a>) am Institut f\u00fcr Medienstudien an der <a href=\"https:\/\/www.kuleuven.be\/lang\/de\">KU Leuven<\/a> (Belgien) tragen ihre Expertisen zur Mediennutzung von Kindern bei.<\/p>\n<p>Schon kurz nach Projektstart wurde Fuchsbergers Engagement ausgezeichnet: Sie gewann den<a href=\"https:\/\/wien.orf.at\/v2\/news\/stories\/2939753\/\"> <em>Hedi Lamarr Preis 2018<\/em><\/a>. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird von der <a href=\"https:\/\/digitalcity.wien\/hedy-lamarr-award\/\">Stadt Wien<\/a> j\u00e4hrlich an eine Forscherin im Bereich IT vergeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auch interessant:<\/strong><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/integration-autistischer-kinder-mit-assistiver-technologie\/\">Integration autistischer Kinder mit assistiver Technologie<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/elektronische-textilien-zur-messung-menschlichen-sozialverhaltens\/\">Elektronische Textilien zur Messung menschlichen Sozialverhaltens<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn sich Gro\u00dfeltern mit ihren Enkelkindern besch\u00e4ftigen, dann ist die Interaktion wesentlich von Haptik gepr\u00e4gt. Ein Element, das dem digitalen Fernkontakt vollkommen fehlt. Verena Fuchsberger entwickelt digitale Formen von Haptik, um ein emotionaleres Erleben zu erm\u00f6glichen. Globalisierung und Europ\u00e4isierung haben die Menschen mobil gemacht. Momente des gemeinsamen Erlebens zwischen Gro\u00dfeltern und Enkelkindern sind nicht mehr [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1688,"featured_media":509583,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"advgb_blocks_editor_width":"","advgb_blocks_columns_visual_guide":"","footnotes":""},"categories":[36843],"tags":[38028,38030,38032],"location":[24328,28185],"article_type":[],"serie":[],"archives":[],"internal_archives":[],"reboot-archive":[],"class_list":["post-179629","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-digital-de-de","tag-digitaler-fernkontakt","tag-ku-leuven-de","tag-physische-elemente","location-deutschland","location-oesterreich"],"blocksy_meta":[],"acf":{"subtitle":"","text_display_homepage":false},"author_meta":{"display_name":"Hildegard Suntinger","author_link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/author\/hildegard-suntinger\/"},"featured_img":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/c-Pixabay-Beth-Lowell.jpg","coauthors":[],"tax_additional":{"categories":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/digital-de-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">Digital<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">Digital<\/span>"]},"tags":{"linked":["<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/digital-de-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">digitaler Fernkontakt<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/digital-de-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">KU Leuven<\/a>","<a href=\"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/category\/digital-de-de\/\" class=\"advgb-post-tax-term\">physische Elemente<\/a>"],"unlinked":["<span class=\"advgb-post-tax-term\">digitaler Fernkontakt<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">KU Leuven<\/span>","<span class=\"advgb-post-tax-term\">physische Elemente<\/span>"]}},"comment_count":"0","relative_dates":{"created":"Posted 7 years ago","modified":"Updated 7 years ago"},"absolute_dates":{"created":"Posted on August 2, 2019","modified":"Updated on August 2, 2019"},"absolute_dates_time":{"created":"Posted on August 2, 2019 11:30 am","modified":"Updated on August 2, 2019 11:30 am"},"featured_img_caption":"","series_order":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179629","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1688"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=179629"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179629\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media\/509583"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=179629"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=179629"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=179629"},{"taxonomy":"location","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/location?post=179629"},{"taxonomy":"article_type","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/article_type?post=179629"},{"taxonomy":"serie","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/serie?post=179629"},{"taxonomy":"archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/archives?post=179629"},{"taxonomy":"internal_archives","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/internal_archives?post=179629"},{"taxonomy":"reboot-archive","embeddable":true,"href":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/wp-json\/wp\/v2\/reboot-archive?post=179629"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}