{"id":177013,"date":"2019-07-09T15:11:22","date_gmt":"2019-07-09T13:11:22","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=177013"},"modified":"2019-07-09T15:11:22","modified_gmt":"2019-07-09T13:11:22","slug":"start-up-of-the-day-tenzir-schuetzt-vor-angriffen-aus-dem-cyberspace","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/start-up-of-the-day-tenzir-schuetzt-vor-angriffen-aus-dem-cyberspace\/","title":{"rendered":"Start-up of the day: Tenzir sch\u00fctzt vor Angriffen aus dem Cyberspace"},"content":{"rendered":"<p>Cybercrime ist ein Wachstumsgesch\u00e4ft. Immer wieder gelingt es kriminellen Hackern, auch in gut gesch\u00fctzte Firmennetze einzudringen und vertrauliche Daten an sich zu bringen. Oft bieten die herk\u00f6mmlichen Sicherheitsl\u00f6sungen nicht gen\u00fcgend Sicherheit. Hier setzt der Hamburger Startup Tenzir mit einer neuen Schutzsoftware an. Die arbeitet wie ein Flugschreiber und sammelt kontinuierlich Daten. Aus denen kann dann nicht nur ein Angriff rekonstruiert werden. Die Software soll auch f\u00e4hig werden, Cyberangriffe bereits im Anfangsstadium zu erkennen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/tenzir.com\/\">Tenzir<\/a> wurde 2017 von Matthias Vallentin und Dominik Charousset in Hamburg gegr\u00fcndet. Dr. Matthias Vallentin ist von Haus aus Informatiker. Nach seinem Masterabschluss an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen forschte er mehrere Jahre an Universit\u00e4t von Berkeley in Kalifornien \u00fcber Cybersicherheit. Bei Recherchen fiel ihm die Masterarbeit seines Hamburger Kollegen Dominik Charousset auf, der sich mit \u00e4hnlichen Themen besch\u00e4ftigte. Ein professioneller Kontakt entstand; au\u00dferdem trafen sich die beiden auf Konferenzen. Nach f\u00fcnf Jahren wissenschaftlicher Fernbeziehung fiel die Entscheidung, ein gemeinsames Unternehmen zu gr\u00fcnden. Der dritte Informatiker im Bunde ist Tobias Mayer. Er hat in Erlangen und Berlin studiert. Danach arbeitete er beim Fraunhofer-Institut f\u00fcr Integrierte Schaltungen in Erlangen und besch\u00e4ftigte sich dort mit Codierung. Die rechtliche Seite, speziell den Datenschutz, verantwortet Matthias&#8217; Schwester Julia, eine studierte Juristin. Der Name &#8216;Tenzir&#8217; ist eine Wortbildung aus &#8216;Tensor&#8217;, einer mathematischen Gleichung, und der Abk\u00fcrzung &#8216;IR&#8217;. &#8216;IR&#8217; steht f\u00fcr &#8216;incident response&#8217;, allgemein gesprochen etwa &#8216;Reaktion auf einen Vorfall&#8217;.<br \/>\nZur Zeit testet Tenzir seine Software in Testumgebungen am Genfer Forschungszentrum CERN und am Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie.<\/p>\n<figure id=\"attachment_177020\" aria-describedby=\"caption-attachment-177020\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-177020\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Team-Tenzir-1-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-177020\" class=\"wp-caption-text\">Team Tenzir: Tobias Mayer, Matthias Vallentin und Dominik Charousset.<br \/>Foto: Mathias J\u00e4ger\/Hamburg Startups<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Was ist Ihre Motivation? Was ist das Problem, das Sie l\u00f6sen wollen?<\/h4>\n<p>Wir m\u00f6chten die Sicherheit von Organisationen mit gro\u00dfer IT-Infrastruktur nachhaltig verbessern. Heutzutage dauert es mehrere Monate, bis komplexe Cyber-Angriffe erkannt werden. Vom Zeitpunkt des Einbruchs bis zur Detektion haben Angreifer Zeit, sich tief im Netzwerk auf allen Ebenen auszubreiten, sich einzunisten und dauerhafte Hintert\u00fcren einzubauen &#8212; um dann im richtigen Moment zuzuschlagen, und die bis dahin infiltrierten Maschinen hinsichtlich sensitiver Daten auszunehmen.<\/p>\n<p>Heutzutage geht es beim Cyber-Crime Business nur noch um Profit: Hacker zielen auf Organisationen ab, bei denen sie Daten abgreifen k\u00f6nnen, die sie monetarisieren k\u00f6nnen. Dies k\u00f6nnen sensible Gesch\u00e4ftsdokumente, Kundendaten oder schlicht personenbezogene Daten sein. All dies st\u00f6\u00dft im Untergrundmarkt auf Nachfrage.<\/p>\n<p>Idealerweise schlagen Firewall oder Virenscanner Alarm, sobald der Angreifer in das Netzwerk eindringt. Allerdings sind diese Systeme nicht in der Lage, Angriffe zu erkennen, deren Muster sie nicht kennen. Daher gibt es regelm\u00e4\u00dfige Updates der Anti-Viren-Software.<\/p>\n<p>Trotz dieser Vorkehrungen gelingen Hackern immer wieder erfolgreiche Angriffe. Warum? Dies liegt mitunter daran, dass es zur Zeit des Angriffs noch keine ad\u00e4quaten Informationen zur Vorgehensweise des Angreifers gab, um diesen zu stoppen. Diese kommen erst mit den n\u00e4chsten Update, bei dem es zu sp\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Genau dort setzen wir an. Tenzir ist ein Flugschreiber f\u00fcr digitale Aktivit\u00e4ten. Unsere Software protokolliert sicherheitsrelevante Aktivit\u00e4t und erm\u00f6glicht es neue Erkenntnis zur Bedrohungslage im Internet mit den Aufzeichnungen aus der Vergangenheit abzugleichen. Wir beleuchten die Vergangenheit also kontinuierlich unter neuem Licht. Dadurch k\u00f6nnen wir komplexe Angriffe erkennen, die klassische Systemen \u00fcbersehen, weil sie die Kommunikation als gutartig eingestuft hatten.<\/p>\n<p>Sobald sich die Bedrohungslage f\u00fcr die Organisation \u00e4ndert, durchsuchen wir alle relevante Aktivit\u00e4t in Bruchteilen von Sekunden. Damit k\u00f6nnen komplexe Angriffe schon fr\u00fch in der Anbahnungsphase erkannt werden, bevor Angreifer sensitive Daten herunterladen konnten. Gleichzeitig k\u00fcrzt unser Flugschreiber die Investigationsarbeit nach einem Angriff ab, da Forensikexperten unseren Flugschreiber blitzschnell auswerten k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Was ist das gr\u00f6\u00dfte Hindernis, das Sie \u00fcberwinden m\u00fcssen?<\/h4>\n<p>Wie die meisten Startups m\u00fcssen wir aus der teuflischen Startphase heraus wachsen. Wir befinden uns immer noch in der Phase der Produktentwicklung. Dazu haben wir ein extrem technisches Produkt und daher \u00fcberdurchschnittlich lange Entwicklungszeiten. Allerdings haben wir noch keine Ums\u00e4tze. Das m\u00fcssen wir \u00e4ndern, denn wir haben nur begrenztes Startkapital. Sobald wir die ersten Kunden vorweisen k\u00f6nnen, sind wir in der Lage, \u00fcberzeugender auf Investoren zuzugehen und damit unsere Existenz als Unternehmen bis zur n\u00e4chsten Etappe zu sichern.<\/p>\n<p>Wir sind allerdings zuversichtlich, dass dieser Spagat gelingt. Unser Prototyp ist bereits in interessanten Testumgebungen im Einsatz. Dadurch erhalten wir regelm\u00e4\u00dfiges Feedback und k\u00f6nnen unser Produkt verbessern. Wir m\u00f6chten in den n\u00e4chsten Monaten die Zahl von Alpha-Testern und Kollaborationen erh\u00f6hen, um m\u00f6glichst rasch unser Produkt als kostenpflichtige Software vertreiben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Was ist der beste Moment, den Sie mit dem Startup hatten?<\/h4>\n<p>Wir haben Ende 2018 die maximale F\u00f6rderung des InnoRampUp Programms der IFB Hamburg erhalten. Neben der finanziellen Unterst\u00fctzung hat dies auch Publicity im Raum Hamburg mit sich gebracht. Wir sind nun aktiver Bestandteil der Startup-Community und nehmen an relevanten Events teil, auf denen unsere Cyber-Security-Expertise gefragt ist.<\/p>\n<h4>Was k\u00f6nnen wir im kommenden Jahr von Ihnen erwarten?<\/h4>\n<p>Neben einer kommerziell erh\u00e4ltlichen Version von unserer Software m\u00f6chten wir unsere Teamgr\u00f6\u00dfe verdreifachen, so dass wir Ende 2020 mit institutionellem Investorenkapital unseren Vertrieb vergr\u00f6\u00dfern k\u00f6nnen. Tenzir soll ein profitables Deep-Tech Unternehmen im Cyber-Space werden. Wir sind \u00fcberzeugt von unserem Ansatz und m\u00f6chten beweisen, dass man Cyber Security nicht nur den Hot-Spots im Silicon Valley und Israel \u00fcberlassen muss, sondern dass sie genauso gut auch in Deutschland erfolgreich funktioniert.<\/p>\n<h4>Was ist ihr ultimatives Ziel?<\/h4>\n<p>Unsere Mission: In Echtzeit die schwierigsten Fragen in Cyber-Security durch belastbare Erkenntnisse beantworten (to answer the toughest questions in cyber security by providing actionable insight in real time). Wir m\u00f6chten die Emotionen, speziell die Angstmacherei, durch n\u00fcchterne datengetriebene Technologie navigierbar machen. Dabei m\u00f6chten wir wieder die Personen in den Vordergrund stellen und ihnen die richtigen Werkzeuge an die Hand geben. So k\u00f6nnen sie mit gutem Gewissen die richtigen Entscheidungen treffen \u2013 die dann auch noch quantitativ untermauert sind, so dass das gesamte Cyber-Team nachts beruhigt schlafen kann.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n<p>Gr\u00fcnder: Matthias Vallentin und Dominik Charousset<\/p>\n<p>Gr\u00fcndungsjahr: 2017<\/p>\n<p>M\u00f6glicher Umsatz: noch nicht<\/p>\n<p>Mitarbeiter: 4<\/p>\n<p>Ultimatives Ziel: In Echtzeit die h\u00e4rtesten Fragen in Sachen Cyber-Sicherheit durch die Bereitstellung verwertbarer Erkenntnisse beantworten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Cybercrime ist ein Wachstumsgesch\u00e4ft. Immer wieder gelingt es kriminellen Hackern, auch in gut gesch\u00fctzte Firmennetze einzudringen und vertrauliche Daten an sich zu bringen. Oft bieten die herk\u00f6mmlichen Sicherheitsl\u00f6sungen nicht gen\u00fcgend Sicherheit. Hier setzt der Hamburger Startup Tenzir mit einer neuen Schutzsoftware an. 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