{"id":175484,"date":"2019-06-27T17:32:37","date_gmt":"2019-06-27T15:32:37","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=175484"},"modified":"2019-06-27T17:32:37","modified_gmt":"2019-06-27T15:32:37","slug":"auto-quo-vadis-deutsche-autoindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/auto-quo-vadis-deutsche-autoindustrie\/","title":{"rendered":"Quo vadis, deutsche Autoindustrie?"},"content":{"rendered":"<p>Autos werden bis zum Jahr 2025 im Durchschnitt um rund 3.000 bis 5.000 Euro teurer werden. Das erkl\u00e4rte <a href=\"http:\/\/www.audi.de\">Audi<\/a>-Chef Bram Schot am vergangenen Wochenende im niederl\u00e4ndischen Rundfunk. Als Grund gab der 57-J\u00e4hrige hohe Entwicklungskosten f\u00fcr Verbrennungsmotoren und Investitionen in Elektrofahrzeuge an. \u201eVon den 40 Milliarden Euro, die ich investieren muss, gehen 15 Milliarden Euro an Elektroautos. Ich kann das nicht finanzieren, wenn ich alles selbst bezahlen muss&#8221;, sagte Schot. Also werden die Kosten \u2013 auch f\u00fcr die Weiterentwicklung der Verbrennungsmotoren \u2013 eben auf die Preise umgelegt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_175488\" aria-describedby=\"caption-attachment-175488\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-175488\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/A1710292_medium-600x600.jpg\" alt=\"Auto\" width=\"300\" height=\"300\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-175488\" class=\"wp-caption-text\">Audi-Chef Bram Schot \u00a9 Audi<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schot, der seit Anfang 2019 an der Spitze von Audi steht, nachdem der ehemalige CEO Rupert Stadler wegen des Dieselskandals verhaftetet worden war, will mit Audi zwar eine Vorreiterrolle auf dem Markt der Elektroautos \u00fcbernehmen, aber: auch der Diesel sei noch nicht tot betonte er. Wer zwei Millionen Autos pro Jahr verkaufen will, m\u00fcsse verschiedene Antriebsstr\u00e4nge anbieten und nicht nur Elektroantrieb. Der Niederl\u00e4nder glaubt, dass im Jahr 2025 etwa 25 Prozent der Audi Verk\u00e4ufe auf Elektroautos entfallen werden. Im Umkehrschluss hei\u00dft das, dass immer noch 75 Prozent der Neuwagen von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden. Und auch diese Autos wollen erst entwickelt werden, was wiederum viel Geld kostet.<\/p>\n<h3>Zug verpasst?<\/h3>\n<p>Ob diese Aussage ein intelligenter Schritt Schots war, wird sich noch zeigen. Auke Hoekstra von der <a href=\"https:\/\/www.tue.nl\/en\/\">Technischen Universit\u00e4t Eindhoven<\/a> und <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/nl\/author\/auke-hoekstra\/\">Kolumnist bei Innovation Origins<\/a>, glaubt eher Nein. \u201eF\u00fcr mich ergibt das nur Sinn, wenn er damit zum Ausdruck bringen wollte, ja, wir hinken dem Zeitplan bez\u00fcglich der Entwicklung f\u00fcr die kommenden Jahre hinterher\u201c, sagt Hoekstra. \u201eVielleicht gibt er sogar auch zu, ja, wir sind auch bei der Entwicklung von Verbrennungsmotoren hinten. Im Grunde bereitet er seine eigene Firma und seine Marketingabteilung schon mal darauf vor, dass die Autos teurer werden.\u201c<\/p>\n<p>In Zeiten von Dieselfahrverboten stellt sich allerdings sowieso die Frage, wieso man Verbrennungsmotoren \u00fcberhaupt noch weiterentwickeln muss, wenn der Rest der Welt sich mehr und mehr auf alternative Antriebe wie Elektromotoren konzentriert. Hat die deutsche Automobilindustrie etwa den Zug verpasst? Ganz zu schweigen von der F\u00fchrungsposition auf dem Weltmarkt. 2020 kommt der chinesische Aiways U5 Ion mit 190 PS und einer Reichweite von 460 Kilometern auf den Markt. Der Preis: rund 25.000 Euro. Im Gegensatz dazu schl\u00e4gt der Audi e-tron schon in der Basisversion mit 80.900,00 Euro zu Buche. Bei der Reichweite liegt Tesla mit dem Model S und rund 630 Kilometern mit Abstand an der Spitze, w\u00e4hrend man mit dem VW E-Golf und dem BMW i3 mit einer Batterieladung gerade mal 200 Kilometer weit kommt.<\/p>\n<p>\u201eIch sage schon seit zehn Jahren, dass ich mir Sorgen um die deutsche Autoindustrie mache. Das ist kein Schlechtreden, ganz und gar nicht\u201c, so Hoekstra. \u201eIch habe den Ansatz der deutschen Hersteller immer bewundert, Dinge pr\u00e4zise zu erledigen.\u201c Der Dieselskandal sei jedoch ein \u201eRiesenfehler\u201c gewesen und auch die Pr\u00e4zision sei nicht mehr so gegeben wie fr\u00fcher. \u201eIch mag deutsche Autohersteller noch immer und mache mir deshalb Sorgen, denn aktuell sieht es so aus, als sollte sogar China Deutschland \u00fcberholen.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_175490\" aria-describedby=\"caption-attachment-175490\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-175490\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/model-s-001-600x282.jpg\" alt=\"Auto\" width=\"600\" height=\"282\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-175490\" class=\"wp-caption-text\">Tesla Model S \u00a9 Tesla<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das tr\u00e4fe allerdings nicht nur auf die Autoindustrie zu, sondern auf alle Industriezweige, gibt Hoekstra zu. Einer der Gr\u00fcnde k\u00f6nnte eine mangelnde Risikobereitschaft der Deutschen sein, meint er. \u201eEs ist eben nicht einfach, seinen eigenen Mark zu zerst\u00f6ren, indem man etwas Neues probiert, selbst wenn man im tiefsten Inneren wei\u00df, dass es das Richtige w\u00e4re. Ich mache mir auf alle F\u00e4lle Sorgen, dass sie den Zug verpasst hat.\u201c<\/p>\n<h3>Volkswagen im Vorteil<\/h3>\n<p>Chancen, den Sprung doch noch zu schaffen, sieht Hoekstra am ehesten f\u00fcr Volkswagen. VW-Chef Herbert Diess appellierte bei der Global Top Management Conference (GTMC) der Wolfsburger erst k\u00fcrzlich an seine Topmanager, sein Unternehmen brauche mehr F\u00fchrungsst\u00e4rke. \u201eNicht nach Wolfsburg schauen, ob was kommt, sondern selber machen.\u201c Nach dem Dieselskandal an, der Volkswagen in eine tiefe Krise gest\u00fcrzt hat und deren volle Auswirkungen noch immer nicht ganz klar sind, sieht er Klimawandel und Umweltschutz als Hauptherausforderungen. Diess will daher f\u00fcr die Zukunft in erster Linie auf Elektroantrieb setzen: \u201eWir sollten nicht auf Druck von au\u00dfen warten, sondern voranschreiten bei der vielleicht wichtigsten Aufgabe der Menschheit, seit es sie gibt.\u201c<\/p>\n<p>Genau dieses neue Management in Wolfsburg (Diess leitet das Unternehmen seit April 2018) und in Ingolstadt k\u00f6nnte das Ruder laut Hoekstra noch herumrei\u00dfen. \u201eSie k\u00f6nnen das Momentum der neuen F\u00fchrung nutzen, um sich Richtung Elektroauto zu orientieren. Dadurch kommen auch BMW und Daimler unter Druck, ebenfalls weitere Schritte in diese Richtung zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Elektroautos w\u00fcrden auf Dauer also sicher g\u00fcnstiger als sie aktuell sind, betont der Niederl\u00e4nder und gibt dem Verbrennungsmotor bei Neuwagen vielleicht noch 10 Jahre&#8230;<\/p>\n<p><strong><em>Mehr zum Thema Auto finden Sie <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/?s=auto\">HIER<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Autos werden bis zum Jahr 2025 im Durchschnitt um rund 3.000 bis 5.000 Euro teurer werden. Das erkl\u00e4rte Audi-Chef Bram Schot am vergangenen Wochenende im niederl\u00e4ndischen Rundfunk. 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