{"id":175426,"date":"2019-06-26T14:00:57","date_gmt":"2019-06-26T12:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=175426"},"modified":"2019-06-26T14:00:57","modified_gmt":"2019-06-26T12:00:57","slug":"erkennung-von-dekubitus-durch-schweiss-und-talg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/erkennung-von-dekubitus-durch-schweiss-und-talg\/","title":{"rendered":"Erkennung von Dekubitus durch Schwei\u00df und Talg"},"content":{"rendered":"<p>Dekubitus (Druckgeschw\u00fcre durch Wundliegen) sind ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr Patienten, Pfleger und das Gesundheitswesen im Allgemeinen. Besonders \u00e4ltere Menschen, bettl\u00e4gerige Patienten und Menschen mit Wirbels\u00e4ulenverletzungen sind besonders gef\u00e4hrdet. Als Doktorand untersuchte Jibbe Soetens die Reaktion der menschlichen Haut auf Langzeitstress. Krankenh\u00e4user k\u00f6nnen seine Ergebnisse nutzen, um die Wunden fr\u00fcher zu erkennen und sogar vorherzusagen. Auch das Design von beispielsweise Matratzen und Rollst\u00fchlen, kann auf diese Weise verbessert werden. Soetens pr\u00e4sentierte seine Dissertation letzte Woche an der Technischen Universit\u00e4t Eindhoven.<\/p>\n<p>L\u00e4ngerer Druck auf die Haut kann zu Wundliegen oder Druckstellen f\u00fchren. Die Belastung f\u00fchrt zu einer Verformung des Gewebes, die zu lokalen Verletzungen der Haut oder des darunter liegenden Gewebes f\u00fchrt. Die derzeitigen Pr\u00e4ventivma\u00dfnahmen basieren auf einer Risikobewertung und regelm\u00e4\u00dfigen Kontrollen. Aber diese Methoden sind subjektiv, so dass es einen wachsenden Bedarf an objektiveren Methoden gibt. Soetens entdeckte eine Reihe von Indikatoren, auch Biomarker genannt, die eine fr\u00fchzeitige Erkennung von Dekubitus erm\u00f6glichen. Dabei handelt es sich um metabolische und entz\u00fcndliche Biomarker, bei denen letztere sogar die M\u00f6glichkeit bieten, gef\u00e4hrdete Patienten zu identifizieren.<\/p>\n<p>Um den Langzeitstress zu \u00fcberstehen, muss das Zellgewebe auf einen sauerstofffreien Stoffwechsel umgestellt werden. Das Gewebe entz\u00fcndet sich ebenfalls. Soetens wollte untersuchen, ob sich diese beiden Reaktionen auf der Haut messen lassen. Er unterzog eine Gruppe gesunder Probanden einer kontrollierten Belastung des Kreuzbeins, des gr\u00f6\u00dften Wirbels, der empfindlich auf die Entwicklung von Dekubitus reagiert. Anschlie\u00dfend \u00fcberwachte er die Freisetzung von metabolischen und entz\u00fcndlichen Biomarkern aus Schwei\u00df und Talg auf der Hautoberfl\u00e4che.<\/p>\n<figure id=\"attachment_174623\" aria-describedby=\"caption-attachment-174623\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-174623\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/csm_Huidweefsel-wordt-in-het-laboratorium-onderworpen-aan-trekbelasting.-Foto-Jibbe-Soetens_f3046bee67-600x300.jpg\" alt=\"csm_Huidweefsel wordt in het laboratorium onderworpen aan trekbelasting. Foto \u00a9 Jibbe Soetens\" width=\"600\" height=\"300\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-174623\" class=\"wp-caption-text\">Hautgewebe wird im Labor einer Zugspannung ausgesetzt. Foto \u00a9 Jibbe Soetens<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein sauerstofffreier Stoffwechsel ist im Hautgewebe \u00fcber Laktat und Pyruvat sichtbar. Entz\u00fcndetes Hautgewebe kann \u00fcber das Zytokin IL-1\u03b1 nachgewiesen werden. Diese Indikatoren sind daher geeignete Biomarker f\u00fcr die Fr\u00fcherkennung von Gewebesch\u00e4den. Cytokine IL-1\u03b1 scheint sogar potenzielle Risikopatienten identifizieren zu k\u00f6nnen, da eine bestimmte Gruppe von Patienten eine erh\u00f6hte Reaktion dieses Biomarkers zeigte. Damit ist der Weg frei f\u00fcr die klinische Anwendung dieser Biomarker als Indikatoren f\u00fcr Dekubitus.<\/p>\n<p>Neben der klinischen Anwendung der Biomarker k\u00f6nnen die Ergebnisse auch zur Verbesserung des Designs von Matratzen und Rollst\u00fchlen zur Pr\u00e4vention von Dekubitus genutzt werden. Aktuell basiert deren Konstruktion darauf, die Last optimal zu verteilen und periodisch zu reduzieren. Es w\u00e4re jedoch besser, den Fokus drauf zu verlagern, gro\u00dfe innere Verformungen des Gewebes zu vermeiden, um diese Ma\u00dfnahmen erfolgreicher zu machen.<\/p>\n<p>Um das Design zu verbessern, musste Soetens die mechanische Reaktion der Haut pr\u00e4zise vorhersagen k\u00f6nnen. Diese Reaktion variiert sehr stark je nach Art der Last. Soetens entwickelte daher ein Modell, das auf mechanischen Experimenten basiert. Das Hautgewebe wurde einer Zugbelastung ausgesetzt. Das Modell prognostiziert somit Hautdeformit\u00e4ten, die zur Entstehung von Dekubitus f\u00fchren k\u00f6nnen. Durch den Einsatz dieses Modells beispielsweise bei der Konstruktion von Matratzen und Rollst\u00fchlen kann Wundliegen verhindert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dekubitus (Druckgeschw\u00fcre durch Wundliegen) sind ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr Patienten, Pfleger und das Gesundheitswesen im Allgemeinen. 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