{"id":174807,"date":"2019-06-20T14:09:21","date_gmt":"2019-06-20T12:09:21","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=174807"},"modified":"2019-06-20T14:09:21","modified_gmt":"2019-06-20T12:09:21","slug":"we-make-the-city-freie-flaechen-beteiligung-bewohner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/we-make-the-city-freie-flaechen-beteiligung-bewohner\/","title":{"rendered":"We Make The City: Freie Fl\u00e4chen und Beteiligung der Bewohner sind ein Muss f\u00fcr jede Stadt"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWas f\u00fcr eine Stadt wollen wir sein&#8221;, er\u00f6ffnet die Stadtentwicklerin Eva de Klerk am Donnerstagabend ihre Keynote-Rede w\u00e4hrend des M\u00fcnchener Abends des Stadtfestivals \u201eWe Make The City\u201c in Amsterdam. Sie findet, dass die Stadtbewohner auf der ganzen Welt zunehmend unzufrieden mit dem Massentourismus und anderen vom Geld angetriebenen Entwicklungen sind, bei denen die Bebauung jedes Quadratmeters jegliche Kreativit\u00e4t erstickt. Vor allem aber will sie deutlich machen, dass St\u00e4dte angesichts solcher Entwicklungen nicht machtlos sein m\u00fcssen. \u201eDie Antwort ist eine Beteiligung der Bewohner und <a href=\"https:\/\/en.wiktionary.org\/wiki\/localism\">Lokalismus<\/a>.&#8221;<\/p>\n<h3>NDSM-Werft<\/h3>\n<p>Bekannt wurde De Klerk durch die Entwicklung der <a href=\"http:\/\/www.evadeklerk.com\/ndsm-werf\/\">NDSM-Werft<\/a> in Amsterdam Nord zu einer der gr\u00f6\u00dften, \u00e4ltesten und bekanntesten Brutst\u00e4tten der Welt f\u00fcr K\u00fcnstler. Nicht von alleine, sondern mit den Usern. 250 Bewohner der Stadt arbeiten heute in rund 85 Studios: eine Mischung aus K\u00fcnstlern, Designern, Kreativen und Handwerkern. Das Projekt war so erfolgreich, dass die Expertise von De Klerk nun weltweit gefragt ist. \u201eIch arbeite jetzt f\u00fcr Volkswagen in Tokio, in Seoul und auf dem ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof. \u00dcberall, wo ich hingehe, merke ich, dass es eine Bewegung in Richtung Bewohnerbeteiligung gibt.&#8221;<\/p>\n<p>De Klerk zeigt in ihrem Vortrag, dass die Beteiligung der Bewohner, im Gegensatz zu dem, was das Konzept vermuten l\u00e4sst, kein vager und unorganisierter Prozess ist. \u201eDas Kollektiv gibt die Richtung vor, aber der Prozess muss gut dokumentiert sein. Transparenz, auch im Finanzbereich, ist sehr wichtig, denn man will vermeiden, dass der \u00e4u\u00dfere Einfluss zu stark wird.&#8221;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-174817\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/evadeklerk-600x600.jpeg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"600\" \/><\/p>\n<h3>Keine Modeerscheinung<\/h3>\n<p>Sie warnt davor, dass Beteiligungsprojekte nicht nur eine Modeerscheonung sein sollten. \u201eDie Stadtverwaltungen scheinen sie immer noch als Experimente zu betrachten. Ich sage aber: Sie sind eine echte Alternative zu den Marktkr\u00e4ften. Wenn man es als Experiment sehen will, dann sollte man es als ein dauerhaftes Experiment sehen. St\u00e4dte brauchen freie Fl\u00e4chen, an denen sich die Bewohner selbst organisieren k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>In einem Appell an die gut vertretenen Stadtverwaltungen von Amsterdam und der Gastgeberstadt M\u00fcnchen fordert De Klerk eine st\u00e4rkere B\u00fcrgerbeteiligung. \u201eEs scheint unm\u00f6glich, ist aber nicht unvorstellbar.&#8221;<\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-174819\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/christoph-hilger-600x600.jpeg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"600\" \/><\/h3>\n<h3>Drei M\u00e4nner namens Hans<\/h3>\n<p>Der zweite Hauptredner des Abends ist <a href=\"https:\/\/wemakethe.city\/nl\/sprekers\/christoph-hilger\">Christoph Hilger<\/a>, Architekt aus M\u00fcnchen. Er spricht dar\u00fcber, wie schwierig es ist, in der Stadtentwicklung alle zufrieden zu stellen. Als Beispiel nennt er drei M\u00e4nner namens Hans, hypothetische Bewohner der bayerischen Hauptstadt. Der erste Hans ist ein typischer Bayer in Tracht, der zum Oktoberfest geht und die traditionelle Architektur liebt. Der zweite Hans liebt die moderne Architektur und ist mit einem Mann verheiratet. Der dritte Hans ist zum Moslem geworden und ist mit seinen Freunden Mitglied in einem Motorradclub. Hilgers Botschaft lautet: \u201eM\u00fcnchen muss aufgeschlossen sein. Eine Stadt f\u00fcr alle ist m\u00f6glich, aber die Stadt muss es m\u00f6glich machen.&#8221;<\/p>\n<h3>Nachhaltige Stadt<\/h3>\n<p>Neben der Stadtentwicklung geht es am Abend auch darum, die Stadt nachhaltiger zu gestalten. Die Gastgeberstadt M\u00fcnchen hat eine Auswahl von Unternehmen eingeladen, die ihren Beitrag vorstellen d\u00fcrfen. Ein gutes Beispiel ist das Start-up-Unternehmen Greenstyle, das nachhaltige Modedesigner unter einem Dach vereint. Wie Amsterdam hat auch M\u00fcnchen mit einer \u00fcberlasteten Innenstadt und strengeren europ\u00e4ischen Normen im Bereich der Luftqualit\u00e4t zu k\u00e4mpfen. Und wie in den Niederlanden ist auch in Deutschland die Zunahme der Paketzusteller in stinkenden Dieselfahrzeugen ein gro\u00dfes Problem. Peter Bl\u00f6sl, M\u00fcnchens Manager von UPS (dem gr\u00f6\u00dften und \u00e4ltesten Zustelldienst der Welt), erkl\u00e4rte, wie sein Unternehmen versucht, das Problem anzugehen. Deutschland mag als Autoland bekannt sein, aber M\u00fcnchen, so Bl\u00f6sl, \u201eist die Fahrradhauptstadt Deutschlands. Wie in Amsterdam sprechen wir dar\u00fcber, die Innenstadt autofrei zu machen, aber das scheint vorerst eine ziemlich radikale L\u00f6sung zu sein. Ich rede lieber von einer autoreduzierten Stadt.&#8221;<\/p>\n<p>Laut Bl\u00f6sl sind sich alle in Deutschland einig, dass die Entwicklung beschleunigt werden muss. UPS leistet seinen Beitrag mit einem Fahrradkurierdienst, der heute mit 24 Vollzeitfahrern der gr\u00f6\u00dfte aller UPS Standorte weltweit ist. \u201eDadurch werden t\u00e4glich mehr als 500 Stopps vermieden. Neben der Reduzierung der Umweltbelastung entsteht auch ein positiveres Image. In M\u00fcnchen spricht man von Paketraketen, wenn man von UPS spricht. Nat\u00fcrlich bleibt Deutschland f\u00fcr die Au\u00dfenwelt das Land von BMW und Audi und Amsterdam die Stadt der Fahrr\u00e4der. Aber morgen fahre ich zu unseren Niederlassungen in Amsterdam und Utrecht, um zu erkl\u00e4ren, wie man macht.&#8221;<\/p>\n<p><em>Das Stadtfest \u201eWe Make The City\u201c dauert noch bis Sonntag. <a href=\"https:\/\/wemakethe.city\/nl\/programma\">Hier<\/a> gibt es das gesamte Programm und <a href=\"https:\/\/home\/chronos\/u-fee11ee87c4b94dd87a1aab5228ab960bee56903\/MyFiles\/Downloads\/DIALOOGKREATIV_ProgrammFlyer_Amsterdam%20(2).pdf\">hier<\/a> den Beitrag aus M\u00fcnchen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWas f\u00fcr eine Stadt wollen wir sein&#8221;, er\u00f6ffnet die Stadtentwicklerin Eva de Klerk am Donnerstagabend ihre Keynote-Rede w\u00e4hrend des M\u00fcnchener Abends des Stadtfestivals \u201eWe Make The City\u201c in Amsterdam. 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