{"id":173172,"date":"2019-06-10T17:00:18","date_gmt":"2019-06-10T15:00:18","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=173172"},"modified":"2019-06-10T17:00:18","modified_gmt":"2019-06-10T15:00:18","slug":"start-up-of-the-day-das-faltrad-vello-bike-loest-urbane-mobilitaetsprobleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/start-up-of-the-day-das-faltrad-vello-bike-loest-urbane-mobilitaetsprobleme\/","title":{"rendered":"Start-up of the day: Das selbstladende E-Faltrad l\u00f6st urbane Mobilit\u00e4tsprobleme"},"content":{"rendered":"<p>Die St\u00e4dte werden immer dichter verbaut und die Stra\u00dfen st\u00e4rker frequentiert. Das Auto ist nur mehr bedingt einsetzbar. Auf <em>Google Maps<\/em> ist immer das Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel, sagt der Industriedesigner <em>Valentin Vodev<\/em> vom Start-up <em>Vello Bike.<\/em> Er hat ein intelligentes, selbstladendes E-Faltrad gebaut und m\u00f6chte damit Mobilit\u00e4tsprobleme im urbanen Raum l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Die erste Version des <em>Vello Bike<\/em> entstand, als <em>Valentin Vodev<\/em> und seine Partnerin <em>Valerie Wolff<\/em> 2010 nach Kuba reisten. Sie wollten Fahrr\u00e4der mitnehmen, um sich dort unabh\u00e4ngig bewegen zu k\u00f6nnen. <em>Vodev<\/em> baute zwei Faltr\u00e4der. \u201eDas ist ein anderer Zugang als sich ein Auto zu mieten. Wir sind fast Teil dieses Landes geworden\u201c, erkl\u00e4rt er. Die Kubareise wurde zum Kick-off f\u00fcr das Start-up. Sie waren so \u00fcberzeugt von der Funktion des Faltrads, dass sie dieses Erlebnis weitergeben wollten.\u00a0<em>Vodev<\/em> im Interview:<\/p>\n<h3>Was ist Ihre Motivation? Welches Problem l\u00f6sen Sie und warum ist das wichtig?<\/h3>\n<p><em>Unser Faltrad<\/em> vermittelt im eingeschr\u00e4nkten Bewegungsraum Stadt wieder Freiheit. Es begleitet den Besitzer \u00fcberall hin und ist auch in Kombination mit anderen Verkehrsmitteln nutzbar. Man kann es f\u00fcr die letzte Meile verwenden, aber durchaus auch f\u00fcr die ganze Reise.<\/p>\n<h4>Was war das gr\u00f6\u00dfte Hindernis, das Sie \u00fcberwinden mussten? Gab es einen Moment in dem Sie aufgeben wollten?<\/h4>\n<p>Meist sind es unerwartete Dinge, die einen zur\u00fcckwerfen. Aber es war nie so dramatisch, dass wir aufgeben wollten. Das Produkt ist das Aush\u00e4ngeschild. Aber die Struktur, die wir in der kommerziellen Umsetzung aufbauen mussten, hat uns mehr gefordert als das bei einem Angestelltendasein der Fall w\u00e4re. Der Wettbewerb ist weltweit. Man muss im internationalen Markt bestehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_173209\" aria-describedby=\"caption-attachment-173209\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-173209\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Valerie-Wolff-und-Valentin-Vodev-Gru\u0308nder-Vello-Bike-c-Vello-Bike-600x480.jpg\" alt=\"Valerie Wolff und Valentin Vodev, Gru\u0308nder Vello Bike (c) Vello Bike\" width=\"600\" height=\"480\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-173209\" class=\"wp-caption-text\">Valerie Wolff und Valentin Vodev, Gru\u0308nder Vello Bike (c) Vello Bike<\/figcaption><\/figure>\n<h4>Was waren die bisher sch\u00f6nsten Momente?<\/h4>\n<p>Etwas zu machen, das auch der Mobilit\u00e4tsvision eines Menschen am anderen Ende der Welt entspricht. Japaner, S\u00fcdkoreaner und Chinesen wollen unser Faltrad und akzeptieren einen Transport \u00fcber 15.000 Kilometer. Das bedeutet, dass wir einen Mehrwert geschaffen haben.<\/p>\n<h4>Welche Leistungen haben Sie wirklich stolz gemacht?<\/h4>\n<p>Es hat drei Generationen gebraucht, bis wir die Faltung geschafft haben. In der Kombination von Leichtigkeit, kleinformatiger Faltung und Effizienz des Fahrens ist <em>Vello Bike<\/em> einzigartig. Mit der Selbstladung haben wir das elektrische Fahrrad neu definiert. Man borgt die Energie nur kurz aus, wenn sie gebraucht wird \u2013 und gibt sie zur\u00fcck, wenn sie nicht gebraucht wird. Bei Bergabfahrten, Bremsman\u00f6vern und R\u00fcckenwind l\u00e4sst sich der Akku fast zu hundert Prozent wieder aufladen. Ein eingebauter Neigungssensor meldet schon eine Gel\u00e4ndevariation von einem Prozent. Bei einem Gef\u00e4lle wird die Energiezufuhr reduziert. Ein weiterer Sensor zeichnet auf, wenn der Nutzer im Ausrollen r\u00fcckw\u00e4rts tritt und l\u00f6st die Energie-Einspeisung in den Motor aus.<\/p>\n<h4>Was k\u00f6nnen wir im kommenden Jahr von Ihnen erwarten?<\/h4>\n<p>Wir wollen die Einsatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr das Produkt erweitern und fokussieren Accessoires. Zum Beispiel wollen wir einen Gep\u00e4cktr\u00e4ger mit gro\u00dfem Transportverm\u00f6gen entwickeln.<\/p>\n<h4>Wo m\u00f6chten Sie mit Ihrem Unternehmen in f\u00fcnf Jahren sein \u2013 was ist Ihr h\u00f6chstes Ziel?<\/h4>\n<p>Es macht uns froh, wenn wir den Autoverkehr in der Stadt reduzieren k\u00f6nnen. Nicht durch eine Verordnung von oben, sondern durch Mobilit\u00e4tsprodukte, die Sinn machen und das Verhalten von Nutzern \u00e4ndern. Alle wissen, dass es so nicht weitergeht. Die St\u00e4dte sind extrem dicht verbaut und wir geben zus\u00e4tzlich \u00f6ffentlichen Raum f\u00fcr Autos auf, die wir nur in neunzig Prozent der Zeit nutzen. Wenn eine Stra\u00dfe autofrei ist, dann bessert sich die Luft auf einen Schlag und die Kinder k\u00f6nnen wieder auf der Stra\u00dfe spielen.<\/p>\n<h4>Was macht Ihre Innovation besser\/anders als existierende Dinge?<\/h4>\n<p>Unser Fahrrad ist intelligenter in der Handhabung. Es ist das leichteste, kleinformatig faltbare Fahrrad und verf\u00fcgt in der elektronischen Version \u00fcber ein rekuperatives Energiesystem. Trotz der kleinen Masse f\u00e4hrt es sich besser als herk\u00f6mmliche Stadtfahrr\u00e4der. Faltr\u00e4dern sagt man nach, wackelig zu sein. Dieses Problem sind wir umgangen, indem wir den Rahmen nicht geteilt haben. Die Teilung ist da, wo der Sto\u00dfd\u00e4mpfer ist. Um die kleinen R\u00e4der zu kompensieren, haben wir den Radabstand etwas vergr\u00f6\u00dfert. Dadurch kommt man bei gleicher Tretfrequenz gleich weit wie mit gro\u00dfen R\u00e4dern.<\/p>\n<figure id=\"attachment_173208\" aria-describedby=\"caption-attachment-173208\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-173208\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/c-Vello-Bike-600x400.jpg\" alt=\"(c) Vello Bike\" width=\"600\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-173208\" class=\"wp-caption-text\">(c) Vello Bike<\/figcaption><\/figure>\n<h3>\u00dcber Vello Bike<\/h3>\n<h4>Gr\u00fcnder:<\/h4>\n<p>Co-Gr\u00fcnderin <em>Wolff<\/em> studierte am <a href=\"http:\/\/www.bard.edu\/\"><em>Bard College<\/em><\/a> in New York <em>Wirtschaft und Film<\/em> und schloss ein Studium an der <a href=\"https:\/\/www.da-vienna.ac.at\/de\/Die-Akademie\/Diplomatische-Akademie-Wien\"><em>Diplomatischen Akademie<\/em><\/a> in Wien an. Sp\u00e4ter arbeitete sie f\u00fcr die <em>UNO<\/em> und andere internationale Organisationen im Projektmanagement und Fundraising. Bei <a href=\"https:\/\/www.vello.bike\/\"><em>Vello Bike<\/em><\/a> ist sie f\u00fcr die Unternehmensentwicklung verantwortlich. <em>Vodev<\/em> studierte <em>Industriedesign<\/em> an der <a href=\"https:\/\/www.dieangewandte.at\/\"><em>Universit\u00e4t f\u00fcr Angewandte Kunst<\/em> <\/a>in Wien und am<a href=\"https:\/\/www.rca.ac.uk\/\"> <em>Royal College of Art<\/em> <\/a>in London. Das Thema <em>Mikromobilit\u00e4t<\/em> besch\u00e4ftigt ihn seit seiner Diplomarbeit. Schon damals kam er zu dem Schluss, dass das Fahrrad das effizienteste Fortbewegungsmittel in der Stadt ist.<\/p>\n<h4>Gr\u00fcndungsjahr:<\/h4>\n<p>2013<\/p>\n<h4>Finanzierung:<\/h4>\n<p>Entwicklungsphase: Eigenkapital und F\u00f6rdergelder (50:50);<\/p>\n<p>Zweite Phase: F\u00f6rdergelder und Einnahmen;<\/p>\n<p>Dritte Phase: Crowdfunding \u00fcber <em>Kickstarter<\/em> und <em>Indiegogo;<\/em><\/p>\n<p>Finale Phase: Finanzierung durch Bankkredite;<\/p>\n<p>Umsatz: 2018 betrug der Umsatz 1,5 Millionen Euro. Das Wachstum ist anhaltend schnell.<\/p>\n<h4>Mitarbeiter:<\/h4>\n<p>Die Produktentwicklung erfolgt in Wien, die Produktion teilweise im Ausland und die Assemblierung in Wien \u2013 in Kooperation mit einem Betrieb, der Langzeitarbeitslose wieder ins Berufsleben integriert.<\/p>\n<h4>Hiring:<\/h4>\n<p>Wir wachsen und brauchen Unterst\u00fctzung in Kommunikation, Logistik und Verkauf.<\/p>\n<h4>H\u00f6chstes Ziel kurzgefasst:<\/h4>\n<p>Die Freude, die wir am Produkt haben, auf Menschen mit der gleichen Vision \u00fcbertragen, um so die Welt positiv zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/convercycle-vom-citybike-zum-lastenrad\/\">Convercycle: vom Citybike zum Lastenrad<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/entwicklung-von-schnellladesystem-fuer-pedelecs\/\">Entwicklung von Schnellladesystem f\u00fcr Pedelecs<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/siegeszug-des-e-bikes-bei-paketdiensten\/\">Siegeszug des e-Bikes bei Paketdiensten<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/antiblockiersystem-fuer-pedelecs-und-e-bikes\/\">Antiblockiersystem f\u00fcr Pedelecs und E-Bikes<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die St\u00e4dte werden immer dichter verbaut und die Stra\u00dfen st\u00e4rker frequentiert. 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