{"id":172455,"date":"2019-05-29T08:00:51","date_gmt":"2019-05-29T06:00:51","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=172455"},"modified":"2019-05-29T08:00:51","modified_gmt":"2019-05-29T06:00:51","slug":"wie-touristische-regionen-ihre-abfallwirtschaft-nachhaltig-optimieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/wie-touristische-regionen-ihre-abfallwirtschaft-nachhaltig-optimieren\/","title":{"rendered":"Wie touristische Regionen ihre Abfallwirtschaft nachhaltig optimieren"},"content":{"rendered":"<p>Im Projekt <em>Urban Waste<\/em> werden innovative \u00f6kologische Strategien f\u00fcr eine nachhaltige Abfallwirtschaft in touristischen Regionen entwickelt. Mit einer WasteApp werden auch die Touristen eingebunden.<\/p>\n<p>Touristen verursachen rund vierzehn Prozent des weltweiten Aufkommens an Siedlungsabfall &#8211; so die Sch\u00e4tzung der <em>World Tourism Organisation<\/em> (<a href=\"http:\/\/www2.unwto.org\/\">UN<em>WTO<\/em><\/a>). Das belastet besonders jene Kommunen, deren \u00d6konomie wesentlich auf dem Tourismus fu\u00dft. Besonders betroffen davon ist Europa: Von den ein komma ein Milliarden touristischen Ank\u00fcnften weltweit, fallen allein sechshundert Millionen auf Europa (Sch\u00e4tzung <em>UNWTO<\/em>).<\/p>\n<h3><em>Urban Metabolism<\/em>-Analyse<\/h3>\n<p>Im Vergleich zu anderen St\u00e4dten stehen touristische St\u00e4dte besonderen Herausforderungen bei Abfallmanagement und Abfallvermeidung gegen\u00fcber \u2013 nicht zuletzt durch die saisonalen Spitzen. Im grenz\u00fcberschreitenden Projekt <em>Urban Waste<\/em> &#8211; <em>Urban Strategies for Waste Management in Tourist Cities<\/em> sollen politische Entscheidungstr\u00e4ger dabei unterst\u00fctzt werden, tourismusbedingte Probleme in der Abfallwirtschaft nachhaltig zu l\u00f6sen. Schlie\u00dflich tr\u00e4gt eine nachhaltige Abfallbewirtschaftung dazu bei, die touristischen Regionen lebens- und urlaubswert zu erhalten.<\/p>\n<p>Basis des Projekts ist eine <em>Urban Metabolism<\/em>-Analyse. <a href=\"http:\/\/www.urbaner-metabolismus.de\/\"><em>Urban Metabolism<\/em><\/a> ist eine multidisziplin\u00e4re und ganzheitliche Strategieplattform, die Material- und Energiestr\u00f6me in St\u00e4dten als komplexe &#8211; von sozialen, wirtschaftlichen und \u00f6kologischen Kr\u00e4ften beeinflusste Systeme &#8211; untersucht.<\/p>\n<h3>Soziale, \u00f6konomische und \u00f6kologische Auswirkungen<\/h3>\n<p>Im Projekt <em>Urban Waste<\/em> wird das Konzept erstmals im Bereich des Tourismus angewendet. Ziel ist es eine einheitliche Methode zur Bewertung touristischer Abf\u00e4lle zu entwickeln. Parameter sind die touristischen Aktivit\u00e4ten, die lokalen Besonderheiten und die aktuelle Organisation der Abfallbewirtschaftung.<\/p>\n<ul>\n<li>Zu den die Abfallwirtschaft beeinflussenden lokalen Faktoren z\u00e4hlen st\u00e4dtische Grundstrukturen, Architektur, Lebensstile, Verhaltensweisen, sozio-\u00f6konomische Aspekte, etc.<\/li>\n<li>Die aktuelle Organisation der Abfallbewirtschaftung wird in Bezug auf Umweltauswirkungen und soziale und wirtschaftliche Aspekte analysiert.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Zirkul\u00e4rer \u00f6konomischer Ansatz<\/h3>\n<p>Durch die Ber\u00fccksichtigung von Produktions- und Verbrauchsmustern kann ein zirkul\u00e4rer \u00f6konomischer Ansatz entwickelt werden, der auch wichtige Fragen im Zusammenhang mit der lokalen Entwicklung behandelt \u2013 wie Produktion, Besch\u00e4ftigung und dienstleistungsorientierte T\u00e4tigkeiten, die gegen\u00fcber Einwegprodukten bevorzugt werden.<\/p>\n<p>Diese Wissensbasis wird mit einer Bewertung bestehender Technologien und Best-Practice-Beispielen in den Bereichen Abfallvermeidung und -bewirtschaftung kombiniert. So k\u00f6nnen bew\u00e4hrte Verfahren bereitgestellt werden. Durch die Evaluierung der im Projekt entwickelten wirtschaftlichen Strategien soll deren \u00dcbertragbarkeit auf andere St\u00e4dte gesichert werden.<\/p>\n<h3><em>WasteApp<\/em> f\u00fcr Touristen<\/h3>\n<p>Die Umsetzung der entwickelten Strategien soll nicht zuletzt mit einer eigens entwickelten <em>WasteApp<\/em> unterst\u00fctzt werden. Diese adressiert Touristen und soll diese \u00fcber das Abfallsystem informieren und deren Abfallverhalten positiv beeinflussen. Anreiz bietet ein System, das die Vergabe von Punkten bei Einhaltung der bew\u00e4hrten Praktiken vorsieht. Diese k\u00f6nnen gegen Geschenke oder Dienstleistungen von St\u00e4dten oder teilnehmenden Einrichtungen eingetauscht werden. Last but not least f\u00f6rdert die <a href=\"http:\/\/www.urban-waste.eu\/wasteapp\/\">WasteApp<\/a> auch den Dialog. Probleme und Verbesserungsvorschl\u00e4ge k\u00f6nnen gemeldet werden.<\/p>\n<p>Im Juni 2016 auf Teneriffa, einer der Pilotregionen, gestartet, l\u00e4uft <em>Urban Waste<\/em> im Juni 2019 aus. Das Multistakeholder-Konsortium besteht aus siebenundzwanzig Partnern aus zw\u00f6lf europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Darunter universit\u00e4re und au\u00dferuniversit\u00e4re Forschungsinstitutionen und Vertreter lokaler und regionaler Beh\u00f6rden und Verb\u00e4nde aus touristischen Regionen.<\/p>\n<p>Das <em><a href=\"https:\/\/boku.ac.at\/wau\/abf\">Institut f\u00fcr Abfallwirtschaft<\/a> (ABF) <\/em>der <a href=\"https:\/\/boku.ac.at\/\"><em>Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur<\/em> <\/a>in Wien bringt seine Expertise in zwei Projekt-Phasen ein:<\/p>\n<ul>\n<li>in der Erhebung des Ist-Zustands in den elf beteiligten europ\u00e4ischen touristischen Regionen;<\/li>\n<li>bei der Bewertung der \u00f6kologischen Auswirkungen der umgesetzten Optimierungs-Strategien;<\/li>\n<\/ul>\n<h3><\/h3>\n<h3>Lebensmittel-Abf\u00e4lle reduzieren<\/h3>\n<p>Unter der Leitung von <a href=\"https:\/\/boku.ac.at\/personen\/person\/AC5B41AE2BDA6824\"><em>Gudrun Obersteiner<\/em><\/a> wurde mittels statistischer Analyse das Abfall-Aufkommen pro \u00dcbernachtung ermittelt. Die Analyse ergab, dass pro Urlauber und \u00dcbernachtung bis zu zwei Kilogramm Abfall am Urlaubsort zur\u00fcckbleiben. Dabei sind es besonders Lebensmittel-Abf\u00e4lle, die sich negativ auf den Treibhauseffekt auswirken. Ma\u00dfnahmen, die daraus entwickelt wurden, waren die Vermeidung und die getrennte Sammlung sowie die Nachbehandlung von Lebensmittel-Abf\u00e4llen:<\/p>\n<ul>\n<li>Durch die Einf\u00fchrung eines <em>Food Waste Tracking Systems<\/em> konnten Restaurant-Betreiber auf die gro\u00dfen Mengen an Lebensmittel-Abf\u00e4llen sensibilisiert werden. Dies resultierte in der Einsparung von insgesamt einhunderteinundachtzig Tonnen CO2-\u00c4quivalenten im Projektzeitraum. Diese Einsparung entspricht 1.400.000 gefahrenen Personenkraftwagen-Kilometern oder den j\u00e4hrlichen Treibhausgas-Emissionen von zwanzig \u00d6sterreichern.<\/li>\n<li>Die Einf\u00fchrung von <em>Doggy Bags<\/em> ergibt pro Kilogramm vermiedenem Lebensmittelabfall eine Reduktion an Treibhausgasemissionen von bis zu drei Kilogramm CO2. <em>Doggy Bags<\/em> sind Beh\u00e4lter, in welchen G\u00e4ste ihre Mahlzeitreste f\u00fcr ihre Hunde mitnehmen k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt waren es zweiundzwanzig Ma\u00dfnahmen, die getestet und evaluiert wurden. Jede einzelne f\u00fchrte zu einer beachtlichen Einsparung an Treibhausgas-Emissionen.<\/p>\n<p>Das Projekt <a href=\"http:\/\/www.urban-waste.eu\/\"><em>Urban Waste<\/em><\/a> wurde durch das EU-Forschungsprogramm <em>Horizon 2020<\/em> finanziert und von der Regierung der <em>Kanarischen Inseln<\/em> koordiniert. Folgende Pilotregionen waren beteiligt: Azoren (Portugal), Dubrovnik (Kroatien), Florenz (Italien), Kavala\/Thrakien (Griechenland), Kopenhagen (D\u00e4nemark), Lissabon (Portugal), Nicosia (Zypern), Nizza (Frankreich), Santander (Spanien), Syrakus (Italien) und Teneriffa (Adeje, Arona, Puerto de la Cruz) (Spanien).<\/p>\n<p>N\u00e4here Informationen zu <em>Urban Waste<\/em> erhalten Sie auf der Projekt-Website: <a href=\"http:\/\/www.urban-waste.eu\/\">http:\/\/www.urban-waste.eu\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/kunststofftechniker-kooperieren-mit-sozial-orientiertem-recycling-startup-in-kenia\/\">Kunststofftechniker kooperieren mit sozial orientiertem Recycling Startup in Kenia<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/webgis-planungstool-fuer-smarte-skiressorts\/\">WebGIS Planungstool f\u00fcr smarte Skiressorts<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/lass-ma-nachhaltig\/\">Lass ma\u2018 nachhaltig<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Projekt Urban Waste werden innovative \u00f6kologische Strategien f\u00fcr eine nachhaltige Abfallwirtschaft in touristischen Regionen entwickelt. 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