{"id":172342,"date":"2019-05-28T11:30:24","date_gmt":"2019-05-28T09:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=172342"},"modified":"2019-05-28T11:30:24","modified_gmt":"2019-05-28T09:30:24","slug":"komenten-fuer-wasser-auf-erde-verantwortlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/komenten-fuer-wasser-auf-erde-verantwortlich\/","title":{"rendered":"Kometen f\u00fcr Wasser auf Erde verantwortlich"},"content":{"rendered":"<p>Die Erde ist als \u201eblauer Planet\u201c bekannt. Denn rund 70% Prozent ihrer Oberfl\u00e4che sind von Wasser bedeckt. Kein anderer Planet in unserem Sonnensystem l\u00e4sst sich mit der Erde vergleichen. Dabei sind Ozeane und Seen rund um den Globus nicht die einzigen Wasservorkommen des Sonnensystems.<\/p>\n<p>Allerdings sind die nicht-irdischen Wasservorkommen gr\u00f6\u00dftenteils gefroren. Die Polkappen des Mars und auch einige Jupitermonde bedecken Eisschichten. Beim Jupitermond Europa gibt es sogar Hinweise auf Meere unter der Eisdecke. Au\u00dferdem kreisen jede Menge Kometen umher, die haupts\u00e4chlich aus Eis bestehen. Genau sie sind es, die nach neuesten Erkenntnissen daf\u00fcr verantwortlich sein k\u00f6nnten, dass es auf der Erde Wasser und somit auch Leben gibt.<\/p>\n<p>Woher kommt aber das viele Wasser auf der Erde? Forscher gehen aufgrund j\u00fcngster Erkenntnisse davon aus, dass das Wasser in den Ozeanen und das in vielen Kometen denselben Ursprung haben. Es stammt demnach aus Kometen, die vor Milliarden von Jahren mit unserem Planeten kollidierten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_172332\" aria-describedby=\"caption-attachment-172332\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-172332\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/wirtanen-v8-600x458.jpg\" alt=\"Comet\" width=\"400\" height=\"305\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-172332\" class=\"wp-caption-text\">Darstellung eines Kometen, von Eisk\u00f6rnern und den Ozeanen der Erde. SOFIA fand Hinweise in den Eisk\u00f6rnern des Kometen Wirtanen, die darauf hindeuten, dass Wasser in Kometen und den Ozeanen der Erde einen gemeinsamen Ursprung haben k\u00f6nnte. \u00a9 NASA\/SOFIA\/L. Cook\/L. Proudfit<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Dreckige Schneeb\u00e4lle<\/h3>\n<p>Ausschlaggebend f\u00fcr diese Erkenntnisse waren Daten des Stratosph\u00e4ren-Observatoriums f\u00fcr Infrarotastronomie, <a href=\"https:\/\/www.dlr.de\/rd\/desktopdefault.aspx\/tabid-2448\/3635_read-21374\/\">SOFIA.<\/a>\u00a0Wissenschaftler beobachteten den Kometen Wirtanen bei seinem Vorbeiflug an der Erde im Dezember 2018. Diese Daten zeigten, dass dieser Komet \u201eozean\u00e4hnliches&#8221; Wasser enth\u00e4lt. Ein Vergleich mit Informationen \u00fcber andere Kometen l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, \u201edass viel mehr Kometen, als bisher angenommen\u201c, Wasser zur Erde h\u00e4tten bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eWir haben ein riesiges Reservoir an erd\u00e4hnlichem Wasser im Au\u00dfenbereich des Sonnensystems gefunden&#8221;, sagt Darek Lis. Er arbeitet als Wissenschaftler am Jet Propulsion Laboratory der <a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/\">NASA<\/a> in Pasadena, Kalifornien, und ist Hauptautor der Studie. \u201eWasser war entscheidend f\u00fcr die Entwicklung des Lebens, wie wir es kennen. Wir wollen nicht nur verstehen, wie das Wasser auf die Erde kam, sondern auch, ob dieser Prozess in anderen Planetensystemen funktionieren k\u00f6nnte.&#8221;<\/p>\n<p>Junge Planeten entstehen durch die allm\u00e4hliche Ansammlung von Tr\u00fcmmern, Staub und Gas, die in einer Scheibe um einen Stern kreisen. Dabei kleben kleine Tr\u00fcmmerst\u00fccke zusammen und werden im Laufe der Zeit gr\u00f6\u00dfer. So entwickeln sie sich zu Asteroiden, Planetesimalen und Planeten. \u00dcberreste der Tr\u00fcmmer bleiben an Orten wie dem Kuiper-G\u00fcrtel jenseits von Neptun oder der Oortschen Wolke, jenseits des Pluto, zur\u00fcck. Aus diesen Gebieten k\u00e4men diese \u201edreckigen Schneeb\u00e4lle aus Gestein, Staub, Eis und anderen gefrorenen Chemikalien, die teilweise verdampfen, wenn sie sich der Sonne n\u00e4hern und jene Schweife produzieren, die man auf Bildern sieht\u201c, erkl\u00e4ren Astronomen der NASA.<\/p>\n<h3>Verschiedene Wasserarten<\/h3>\n<p>Woher dieses Wasser der Kometen kommt, ist auch den Wissenschaftlern ein R\u00e4tsel. Mit speziellen Instrumenten k\u00f6nnen sie jedoch zwei Wasserarten nachweisen: Allt\u00e4gliches Wasser H2O, und Schwerwasser, HDO. Es enth\u00e4lt ein zus\u00e4tzliches Neutron in einem der Wasserstoffatome. Zeigt sich bei einem Vergleich der Wassertypen, dass das Verh\u00e4ltnis von H2O und HDO das gleiche ist wie in den Ozeanen der Erde, l\u00e4sst nur eine Schlussfolgerung zu: Das Wasser des Kometen und der Ozeane hat denselben Ursprung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_172335\" aria-describedby=\"caption-attachment-172335\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-172335\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/13545312904_fee2ab3d93_o-600x600.jpg\" alt=\"Comet\" width=\"400\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-172335\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 NASA\/NOAA\/GOES Project<\/figcaption><\/figure>\n<p>Allerdings sei es schwierig dies zu vergleichen, erkl\u00e4ren die Forscher. Der Grund:\u00a0 Boden- und Weltraumteleskope k\u00f6nnen Kometen nur dann so detailliert untersuchen, wenn sie nahe genug an der Erde vorbeikommen. Direkte Besuche von Kometen, wie Rosetta, sind selten. Die Wissenschaftler konnten daher seit den 1980er Jahren dieses Verh\u00e4ltnis erst bei etwa einem Dutzend Kometen untersuchen. Das Wasser eines Kometen von der Erde aus zu untersuchen sei schwierig, \u201eda das Wasser in der Erdatmosph\u00e4re seine Signaturen blockiert\u201c.<\/p>\n<p>Dank der gro\u00dfen H\u00f6he, in der SOFIA operiert, gelang es bei Wirtanen aber, das Verh\u00e4ltnis von normalem zu schwerem Wasser im Kometen genau zu messen. Die Daten zeigten tats\u00e4chlich, dass das Verh\u00e4ltnis von H2O und HDO das gleiche ist wie in den Ozeanen der Erde.<\/p>\n<h3>\u00dcberraschende Erkenntnisse<\/h3>\n<p>Bei einem weiteren Vergleich der neuen SOFIA-Daten mit fr\u00fcheren Kometenstudien, stie\u00dfen sie auf eine \u00fcberraschende Gemeinsamkeit. Das Verh\u00e4ltnis von normalem zu schwerem Wasser war bei allen Kometen immer das gleiche. Egal, ob sie aus der Oortschen Wolke oder dem Kuiperg\u00fcrtel stammten. \u201eStattdessen hing es davon ab, wie viel Wasser von den Eisk\u00f6rnern im Koma des Kometen [der gas- und Staubh\u00fclle] im Vergleich zur schneebedeckten Oberfl\u00e4che freigesetzt wurde.\u201c Demnach sieht es so aus, dass auf allen Kometen das gleiche Verh\u00e4ltnis zwischen H2O und HDO existiert. Das w\u00fcrde wiederum darauf hindeuten, dass ein gro\u00dfer Teil des Wassers der Ozeane von Kometen kommt.<\/p>\n<p>\u201eDas ist das erste Mal, dass wir das Verh\u00e4ltnis von schwerem zu normalem Wasser aller Kometen mit einem einzigen Faktor in Verbindung bringen konnten&#8221;, sagt Dominique Bockel\u00e9e-Morvan, Wissenschaftlerin am Pariser Observatorium. Zudem ist sie\u00a0 am Nationalen franz\u00f6sischen Zentrum f\u00fcr wissenschaftliche Forschung t\u00e4tig und Zweitautor der Arbeit. \u201eWir m\u00fcssen vielleicht erneut dar\u00fcber nachdenken, wie wir Kometen untersuchen, denn Wasser, das aus den Eisk\u00f6rnern freigesetzt wird, scheint ein besserer Indikator f\u00fcr den Gesamtwasseranteil zu sein als das aus dem Oberfl\u00e4cheneis freigesetzte Wasser.&#8221;<\/p>\n<p>Um diese Erkenntnisse zu best\u00e4tigen und herauszufinden, ob sie auch auf andere Kometen zutreffen, seien weitere Studien n\u00f6tig, betonen die Forscher. Die n\u00e4chste Gelegenheit wird sich im November 2021 bieten. Denn dann kommt\u00a0ein Komet der Erde wieder nahe genug.<\/p>\n<figure id=\"attachment_170300\" aria-describedby=\"caption-attachment-170300\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-170300\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/SOFIALuke_sn-600x338.jpg\" alt=\"SOFIA\" width=\"400\" height=\"225\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-170300\" class=\"wp-caption-text\">Flying Infrared Observatory SOFIA\u00a9 DLR<\/figcaption><\/figure>\n<h3>SOFIA<\/h3>\n<p>Das Stratosph\u00e4ren-Observatorium f\u00fcr Infrarot Astronomie, SOFIA, ist das gr\u00f6\u00dfte fliegende Observatorium der Welt. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (<a href=\"http:\/\/www.dlr.de\">DLR<\/a>) und der National Aeronautics and Space Administration (<a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/\">NASA<\/a>). Die fliegende Sternwarte f\u00fcr den Empfang von Terahertz-Strahlung besteht aus einer umgebauten Boeing 747SP. Aus dem Rumpf in 12 bis 13 Kilometern Flugh\u00f6he kann ein Teleskop mit 2,7 Metern Durchmesser in den Weltraum schauen. Das SOFIA-Programm, die wissenschaftliche Ausr\u00fcstung und die Missionen werden vom Ames Research Center der NASA im kalifornischen Silicon Valley in Zusammenarbeit mit den Universit\u00e4ten Space Research Association mit Sitz in Columbia, Maryland, und dem <a href=\"https:\/\/www.dsi.uni-stuttgart.de\/index.en.html\">Deutschen SOFIA Institute<\/a> (DSI) an der Universit\u00e4t Stuttgart betrieben. Das Flugzeug wird vom Armstrong Flight Research Center Building 703 der NASA in Palmdale, Kalifornien, gewartet und betrieben.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Studie wurden in <a href=\"https:\/\/www.aanda.org\/\">Astronomy and Astrophysics Letters<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/18-exoplaneten-erdgross-deutsche-astronomen\/\">LMU-Physiker: \u201e\u00dcberraschend, wie schnell Planeten entstehen\u201c<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/exoplanet-vlt-teleskop-gravity\/\">VLT-Teleskop der ESO zeigt Details eines st\u00fcrmischen Exoplaneten<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/supererde-lebensfeindlich-kalt\/\">Supererde entdeckt \u2013 ein kalter, lebensfeindlicher Ort<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/asteroiden-berechnung-groesse-ferner-sterne\/\">Asteroiden helfen bei der Berechnung der Gr\u00f6\u00dfe ferner Sterne<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/schwarzes-loch-einstein-bild\/\">Einstein hatte doch recht: Erstes Bild eines schwarzen Lochs<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/milchstrasse-gewicht-esa-hubble\/\">Die Milchstra\u00dfe wiegt 3 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 000 Tonnen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/quasar-hubble-universum-entdeckung\/\">Hubble entdeckt den hellsten Quasar im fr\u00fchen Universum<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hubble-triangulum-galaxie-sterne-bild\/\">Hubble-Panoramabild bietet Blick auf Milliarden Sterne der Triangulum-Galaxie<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hubble-hinweise-mond-ausserhalb-sonnensystem\/\">Hubble findet weitere Hinweise auf einen Mond au\u00dferhalb des Sonnensystems<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erde ist als \u201eblauer Planet\u201c bekannt. 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