{"id":171333,"date":"2019-05-14T08:00:53","date_gmt":"2019-05-14T06:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=171333"},"modified":"2019-05-14T08:00:53","modified_gmt":"2019-05-14T06:00:53","slug":"pegasus-mit-dem-wunderpferd-zum-autonomen-fahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/pegasus-mit-dem-wunderpferd-zum-autonomen-fahren\/","title":{"rendered":"Pegasus \u2013 Mit dem Wunderpferd zum autonomen Fahren"},"content":{"rendered":"<p>Pegasus ist aus den Kinderschuhen gewachsen: Als Verbundprojekt mit insgesamt 17 Partnern sorgt es ab sofort daf\u00fcr, dass alle Hersteller bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos die gleichen Kriterien und Ma\u00dfe anlegen. Und zwar angefangen von der fr\u00fchen Entwicklungsphase bis hin zu echten Fahrten auf dem Testgel\u00e4nde.<\/p>\n<p>Und das ist gut so. Denn schlie\u00dflich macht sich jeder Entwickler Gedanken dar\u00fcber, ob ein selbstfahrendes Auto ein Stauende erkennt und vielleicht sogar eine Notbremsung hinlegen kann. Oder, ob es beim Spurwechsel alle Hindernisse ber\u00fccksichtigt und immer alle umliegenden Verkehrsteilnehmer beachtet. Pegasus soll die Entwicklungsarbeiten diesbez\u00fcglich standardisieren und somit sicherer machen.<\/p>\n<p>Der Name des Wunderpferdes steht etwas h\u00f6lzern f\u00fcr: <a href=\"https:\/\/www.pegasusprojekt.de\/de\/\"><strong>P<\/strong>rojekt zur <strong>E<\/strong>tablierung von <strong>g<\/strong>enerell <strong>a<\/strong>kzeptierten G\u00fctekriterien, Werkzeugen und Methoden sowie <strong>S<\/strong>zenarien und <strong>S<\/strong>ituationen<\/a> zur Freigabe hochautomatisierter Fahrfunktionen. Und dies sieht im Ergebnis so aus:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"PEGASUS - Automatisiertes Fahren effektiv absichern\" width=\"1290\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/uJSamScXgF8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h3>Dreieinhalb Jahre Entwicklungszeit<\/h3>\n<p>Insgesamt dreieinhalb Jahre haben die Verbundpartner, darunter das <a href=\"DLR\">Institut f\u00fcr Verkehrssystemtechnik vom DLR<\/a>, am Projekt Pegasus gearbeitet, bis sie es am 13. Mai 2019 auf dem Volkswagen-Pr\u00fcfgel\u00e4nde Ehra-Lessien vorstellten. Und wenn man sich die notwendigen einzelnen Schritte anschaut, wird klar, warum der Prozess so lange dauerte:<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal einigten sich die Projektpartner auf einen m\u00f6glichst greifbaren Anwendungsfall. Und w\u00e4hlten daf\u00fcr den Autobahn-Chauffeur. Denn die von ihm ben\u00f6tigten Fahrkenntnisse, sprich Funktionen, lassen am ehesten eine Allgemeing\u00fcltigkeit zu, die wiederum eine bessere \u00dcberpr\u00fcfbarkeit erm\u00f6glicht. Somit f\u00e4hrt der autonome Pegasus standardisiert in einem Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 130 Kilometern pro Stunde selbstst\u00e4ndig auf Autobahnen und Schnellstra\u00dfen. Zudem \u00fcbernimmt er dabei unter anderem T\u00e4tigkeiten wie Spurwechsel und Bremsen, passt eigenm\u00e4chtig die Geschwindigkeit an und h\u00e4lt geb\u00fchrenden Abstand zu anderen Autos.<\/p>\n<h3>Umfangreiche Datensammlung<\/h3>\n<p>Damit er dazu \u00fcberhaupt erst in die Lage versetzt werden konnte, wurden s\u00e4mtliche Daten erhoben, die f\u00fcr diese hochkomplizierten Fahrfunktionen notwendig sind. Hinzu kam das Sammeln aller nur denkbaren Informationen, die relevante Verkehrssituationen wiederspiegeln. Daf\u00fcr wiederum waren Feldtest-, Simulator- und Unfalldaten \u2013 die auch noch alle einheitlich verarbeitet in einer zentralen Datenbank gespeichert wurden und noch werden \u2013 Voraussetzung.<\/p>\n<p>Erst anhand dieses immensen Datenbestandes ist ein durchg\u00e4ngiger Testablauf im Sinne der Pegasus-Gesamtmethode m\u00f6glich. Nun folgt die Anwendung in der Simulation, auf dem Pr\u00fcfgel\u00e4nde sowie auch im Realverehr. Nach diesem werden Prozessempfehlungen und eine abschlie\u00dfende Sicherheitsbewertung abgegeben. Ist diese positiv, erh\u00e4lt der autonome Pilot schlie\u00dflich die Freigabeempfehlung f\u00fcr seine spezifischen Fahrfunktionen.<\/p>\n<h3>Alle Hersteller unter einem Sicherheitsdach<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend die Automobilhersteller die gesamte Prozedur zur Erprobung und Absicherung von Assistenzfunktionen bisher in Eigenregie versucht haben, kommen sie dank Pegasus jetzt alle unter einem Dach zusammen. Endlich also gibt es ein einheitliches Vorgehen.<\/p>\n<blockquote><p>Die gewonnen Erkenntnisse haben wir dabei schon w\u00e4hrend der Projektlaufzeit national sowie international mit Experten diskutiert, um sicherzustellen, dass die Ergebnisse auch in der Praxis tragf\u00e4hig sind\u201c,&#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8230;erl\u00e4utert Prof. Karsten Lemmer, DLR-Vorstand f\u00fcr Verkehr und Energie und einer der beiden PEGASUS-Koordinatoren. Prof. Thomas Form, Leiter Fahrzeugtechnologie und Mobilit\u00e4tserlebnis bei der Volkswagen AG und ebenfalls Projektkoordinator, erg\u00e4nzt:<\/p>\n<blockquote><p>Mit der Entwicklung von Anforderungen, Prozessen, Metriken und Werkzeugen, die in einer durchg\u00e4ngigen Gesamtmethode zur Freigabe der Fahrfunktion ineinander greifen, liefert PEGASUS einen wichtigen Beitrag f\u00fcr die sp\u00e4tere Zulassung automatisierter Fahrzeuge.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Pegasus ist ein wirklich gro\u00dfer Schritt in Richtung autonomes Fahren. Doch bis er Level 5 erreicht, gibt es noch viel zu tun. Denn allein auf der Autobahn sind zahlreiche Einsatzbereiche denkbar, die im Moment durch Pegasus noch nicht abgedeckt sind. So kann der Autobahnchauffeur noch nicht selbstst\u00e4ndig auf eine Autobahn fahren beziehungsweise wieder hinunterfahren. Auch kompliziertere Fahrsituationen wie Baustellen, schlechte Sicht oder gar Stra\u00dfengl\u00e4tte sind ihm noch fremd. Und die Stadtfahrten sind dabei noch gar nicht ber\u00fccksichtigt. Zum Lernen braucht Pegasus also doch noch etwas l\u00e4nger als ein menschlicher Fahrer. Aber das ist nat\u00fcrlich Kritik auf hohem Niveau, denn er wird es fr\u00fcher oder sp\u00e4ter schaffen.<\/p>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>Der Projektverbund Pegasus l\u00e4uft von Januar 2016 bis Juni 2019. Er wird vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) gef\u00f6rdert. Folgende Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind beteiligt: Audi AG, ADC Automotive Distance Control Systems GmbH, BMW Group, Continental Teves AG &amp; Co. oHG, Daimler AG, Deutsches Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt e.V., fka GmbH, iMAR Navigation GmbH, IPG Automotive GmbH, Opel Automobile GmbH,\u00a0 QTronic GmbH, Robert Bosch GmbH, Technische Universit\u00e4t Darmstadt- FZD, TraceTronic GmbH, T\u00dcV S\u00dcD Auto Service GmbH, VIRES Simulationstechnologie GmbH und Volkswagen AG.<\/p>\n<p><strong>Diese Artikel k\u00f6nnten Sie auch interessieren:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/autonomes-fahren-200-kilometer-teststrecke\/\">200 Kilometer Teststrecke f\u00fcr autonomes Fahren im Saarland<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/blickfeld-deutsches-start-up-entwickelt-serientaugliche-schluesseltechnologie-fuer-autonomes-fahren\/\">Blickfeld: Deutsches Start-up entwickelt serientaugliche Schl\u00fcsseltechnologie f\u00fcr autonomes Fahren<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/autonomes-fahren-wenn-das-auto-zum-wohnzimmer-wird\/\">Autonomes Fahren: Wenn das Auto zum Wohnzimmer wird<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/muencen-startup-terraloupe-autonomes-fahren\/\">M\u00fcnchner Start-up TerraLoupe schafft &#8220;digitalen Zwilling&#8221; der Umwelt f\u00fcr autonomes Fahren<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pegasus ist aus den Kinderschuhen gewachsen: Als Verbundprojekt mit insgesamt 17 Partnern sorgt es ab sofort daf\u00fcr, dass alle Hersteller bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos die gleichen Kriterien und Ma\u00dfe anlegen. 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