{"id":171075,"date":"2019-05-09T18:34:42","date_gmt":"2019-05-09T16:34:42","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=171075"},"modified":"2019-05-09T18:34:42","modified_gmt":"2019-05-09T16:34:42","slug":"mikroplastik-neuer-filter-abwasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/mikroplastik-neuer-filter-abwasser\/","title":{"rendered":"Mit neuem Filter gegen Mikroplastik im Abwasser"},"content":{"rendered":"<p>Laut Informationen des Umweltbundesamts landen weltweit bis zu 30 Millionen Tonnen Mikroplastik pro Jahr im Abwasser. Trotz Kl\u00e4ranlagen und modernster Technik werden diese ultrafeinen Plastikteilchen dann weiter \u00fcber B\u00e4che und Fl\u00fcsse in die Meere gesp\u00fclt. Dort finden die Teilchen, die auch Schadstoffe binden und somit gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Gesundheit sind, ihren Weg in die Nahrungskette f\u00fcr Meeresbewohner und somit auch auf unseren Teller.<\/p>\n<p>Alleine in Deutschland entstehen j\u00e4hrlich rund 330.000 Tonnen Mikroplastik, von denen sich ein gro\u00dfer Teil als Partikel sp\u00e4ter auch im Abwasser wiederfindet. Nach Sch\u00e4tzungen stammen etwa 35 Prozent aus dem Waschen von synthetischen Textilien, 28 Prozent aus dem Reifenabrieb von Kraftfahrzeugen w\u00e4hrend der Fahrt, 24 Prozent aus dem Feinstaub aus St\u00e4dten, 7 Prozent aus dem Abrieb von Stra\u00dfenmarkierungen, 3,7 Prozent aus Schiffsbeschichtungen, 2 Prozent aus Kosmetikprodukten und 0,3 Prozent aus Plastikpellets.<\/p>\n<p>Weltweit gibt es unterschiedliche Ans\u00e4tze, dem ultrafeinen Plastik Herr zu werden, bisher gibt es aber keine M\u00f6glichkeit, diese Schadstoffe aus den Abw\u00e4ssern zu entfernen. Auch wenn ein Teil im Schlamm der Kl\u00e4ranlagen h\u00e4ngenbleibt, flie\u00dft der gr\u00f6\u00dfte Teil noch immer ungehindert weiter in die Gew\u00e4sser.<\/p>\n<p>Deshalb hat sich die <a href=\"https:\/\/www.klass-filter.de\/\">Klass-Filter GmbH<\/a> aus dem bayrischen T\u00fcrkenfeld mit einer Forschungsgruppe \u2013 unter anderem dem <a href=\"https:\/\/www.ilt.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer-Institut f\u00fcr Lasertechnik ILT<\/a> \u2013 zusammengetan, um einen neuartigen Filter zu entwickeln.<\/p>\n<figure id=\"attachment_171073\" aria-describedby=\"caption-attachment-171073\" style=\"width: 435px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-171073\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/ZF.jpg\" alt=\"Mikroplastik\" width=\"435\" height=\"290\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-171073\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Klass-Filter GmbH<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Wasser filtern mit dem SimConDrill-Zyklonfilter<\/h3>\n<p>Ausgangspunkt der Forschungsarbeit ist der patentierte Zyklonfilter der Klass-Filter GmbH, der auf dem Prinzip der Fliehkraft basiert. F\u00fcr den neuen Filter wird das Blech des Filtereinsatzes \u00fcber und \u00fcber mit feinen, lasergebohrten L\u00f6chern bis zu 10 Mikrometern \u00fcbers\u00e4t, wodurch es erm\u00f6glicht werden soll, kleine Partikel auch bei gro\u00dfen Wassermengen effizient herauszufiltern und aus dem Auslauf von Kl\u00e4ranlagen zu entfernen. Die entsprechende Technik ist am Institut f\u00fcr Lasertechnik in Aachen entwickelt worden.<\/p>\n<p>Das Filterelement ist ein feststehendes Rohr, in das gekl\u00e4rte Wasser, das noch Mikroplastik enth\u00e4lt, mit hoher Geschwindigkeit tangential einstr\u00f6mt. Durch die Fliehkraft wird das Wasser mitsamt seinen Inhaltsstoffen auf eine Kreisbahn gezwungen. Dabei werden die schwereren Teilchen, also das Wasser, nach au\u00dfen geschleudert, der leichte Kunststoff bleibt am Filter h\u00e4ngen. Ein hydrodynamischer Abstreifer, der um das Filterelement rotiert, reinigt das Filterrohr kontinuierlich durch Sogwirkung. Das garantiert eine st\u00e4ndig optimale Filterleistung und die Zirkulation des Wassers. In der Wirtschaft wird diese Technik wird bereits seit 20 Jahren erfolgreich eingesetzt.<\/p>\n<p>2021 soll der Filter einsatzbereit sein und nicht nur f\u00fcr Kl\u00e4ranlagen geeignet sein, sondern auch f\u00fcr Kanalsp\u00fclwagen, Anlagen, die Ballast- und Sp\u00fclwasser aus Schiffen herauspumpen und sogar f\u00fcr Privathaushalte. \u201eWir sind mit dem Verlauf des Projekts mehr als zufrieden\u201c, sagt Georg Klass jun., Gesellschafter der Klass-Filter GmbH. \u201eWir liegen im Zeitplan und die ersten Teilergebnisse sind vielversprechend. Das Forschungsprojekt ist bis Juni 2021 angesetzt und wir sind vom Erfolg des Projekts \u00fcberzeugt.\u201c<\/p>\n<p>Die vielf\u00e4ltigen Einsatzm\u00f6glichkeiten des Filters und das Potential f\u00fcr dir Zukunft sieht auch das Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF): Das Verbundprojekt SimConDrill ist Teil der BMBF-F\u00f6rderma\u00dfnahme \u201eKMU-innovativ: Ressourceneffizienz und Klimaschutz\u00ab im Technologie- und Anwendungsbereich \u201eNachhaltiges Wassermanagement\u201c.<\/p>\n<h3>Die Klass-Filter GmbH<\/h3>\n<p>Die Klass-Filter GmbH ist ein Familienunternehmen aus T\u00fcrkenfeld bei M\u00fcnchen und entwickelt und vertreibt seit \u00fcber 40 Jahren weltweit Filtersysteme. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Wasserr\u00fcckgewinnung und der Fest-Fl\u00fcssig-Separation. Kerngesch\u00e4ft des Unternehmens ist heute wie fr\u00fcher die best\u00e4ndige Weiterentwicklung und Erprobung neuer Filtertechniken.<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interesieren:<br \/>\n<\/strong><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/enzym-molekularr-schere-plastikmuell\/\">Mit \u201eMolekularer Schere\u201c dem Plastikm\u00fcll an den Kragen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/knotenpunkt-handel-reales-forschungsprojekt-innoredux-will-plastik-im-einkaufskorb-reduzieren\/\">Knotenpunkt Handel: Reales Forschungsprojekt Innoredux will Plastik im Einkaufskorb reduzieren<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/mikroplastik-in-suessgewaessern-und-alpinen-fluessen\/\">Mikroplastik in S\u00fc\u00dfgew\u00e4ssern und alpinen Fl\u00fcssen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/bioabbaubare-plastikverpackung-auch-fur-lebensmittel\/\">Bioabbaubare Plastikverpackung auch f\u00fcr Lebensmittel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laut Informationen des Umweltbundesamts landen weltweit bis zu 30 Millionen Tonnen Mikroplastik pro Jahr im Abwasser. 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