{"id":170710,"date":"2019-05-02T13:19:36","date_gmt":"2019-05-02T11:19:36","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=170710"},"modified":"2019-05-02T13:19:36","modified_gmt":"2019-05-02T11:19:36","slug":"herzpflaster-soll-kontraktionskraft-nach-herzinfarkt-verbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/herzpflaster-soll-kontraktionskraft-nach-herzinfarkt-verbessern\/","title":{"rendered":"Herzpflaster soll Kontraktionskraft nach Herzinfarkt verbessern"},"content":{"rendered":"<p>Ein Herz kann man nicht reparieren \u2013 oder doch? Wissenschaftler des <a href=\"https:\/\/dzhk.de\/\">Deutschen Zentrums f\u00fcr Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)<\/a> arbeiten derzeit an einem Herzpflaster, das l\u00e4diertes Gewebe am Herzmuskel \u00fcberbr\u00fccken soll. Dieses entsteht vor allem nach einem Herzinfarkt. Einen solchen erleiden etwa 200.000 Deutsche pro Jahr. Doch dank einer heutzutage sehr guten Notfallversorgung \u00fcberleben etwa mehr als drei Viertel von ihnen. Aber an ihrem Herzmuskel bleiben oft gesch\u00e4digte Bereiche zur\u00fcck. Diese haben ihre Kontraktionskraft f\u00fcr immer verloren. Denn die Herzmuskelzellen von Erwachsenen sind nicht in der Lage, sich zu teilen. Sie k\u00f6nnen also kein neues Gewebe bilden. Es kommt somit zu einem dauerhaften Funktionsausfall, der den verbliebenen Herzmuskel belastet. Bei rund einem Viertel der Infarktpatienten f\u00fchrt dies zu einer chronischen Herzschw\u00e4che. Dazu Professor Dr. med. Claus F. Vogelmeier, <a href=\"https:\/\/www.ukgm.de\/ugm_2\/deu\/home.html\">Direktor des Universit\u00e4tsklinikums Marburg UKGM<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Unter dieser sogenannten Herzinsuffizienz leiden sehr viele Patienten in Deutschland. Umso wichtiger ist es, dass die Forschung hier vorangetrieben wird.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Vogelmeier ist dieses Jahr Kongresspr\u00e4sident der diesj\u00e4hrigen, \u00fcbrigens 125., Jahrestagung der <a href=\"https:\/\/www.dgim.de\/home\/\">Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Innere Medizin DGIM<\/a>, die am 7. Mai 2019 in Wiesbaden stattfindet. Hier werden die Experten unter anderem die Entwicklungs- und Einsatzm\u00f6glichkeiten der Streifen diskutieren.<\/p>\n<h3>Weltweite Forschungen zu diesem Thema<\/h3>\n<p>Derzeit arbeiten etliche Labore weltweit mit verschiedenen Stammzellen, aus denen sich Herzmuskelzellen gewinnen lassen. Diese Zellen k\u00f6nnen zum einen direkt in den Herzmuskel gespritzt werden. Sie k\u00f6nnen aber auch auf einem Ger\u00fcst aus Collagen oder Fibrin zu einem spontan schlagenden Herzmuskelflicken vorgez\u00fcchtet werden. Diese auch als \u201eEngineered heart tissue\u201c (EHT) bezeichneten Gewebe werden dann in einem chirurgischen Eingriff auf die Oberfl\u00e4che des Herzens aufgen\u00e4ht. Hier wachsen sie anschlie\u00dfend an und bilden neues Herzgewebe.<\/p>\n<h3>Herzpflaster bringen einige Vorteile<\/h3>\n<blockquote><p>Das Aufbringen dieser Pflaster ist zwar aufw\u00e4ndiger als die Zellinjektion, hat aber mehrere Vorteile\u201c, erkl\u00e4rt Professor Dr. med. Thomas Eschenhagen, Vorstandsvorsitzender des DZHK und Institutsdirektor am Zentrum f\u00fcr Experimentelle Medizin des <a href=\"https:\/\/www.uke.de\/kliniken-institute\/zentren\/zentrum-fuer-experimentelle-medizin\/index.html\">Universit\u00e4tsklinikums Hamburg-Eppendorf UKE<\/a>.<\/p><\/blockquote>\n<p>So w\u00fcrden erstens keine Zellen abgeschwemmt. Dadurch erh\u00f6he sich die Effizienz deutlich. Auch gebe es, anders als nach einer Zellinjektion, keine Herzrhythmusst\u00f6rungen. Und schlie\u00dflich lasse sich die Kontraktionskraft des neuen Gewebes bereits vor der Implantation testen. Eschenhagen entwickelte das prinzipielle Tissue-Engineering-Verfahren bereits vor 25 Jahren gemeinsam mit Kollegen aus den USA.<\/p>\n<h3>Erfolgreiche Tests an Tieren<\/h3>\n<p>Sowohl die Injektion von Herzmuskelzellen, als auch das Aufbringen von Herzpflastern sind bereits erfolgreich bei verschiedenen Tierarten getestet worden. \u201eZum Teil lie\u00dfen sich beeindruckende Mengen von neuem Herzmuskelgewebe nachweisen\u201c, beschreibt Eschenhagen die Tests. Bis auf Herz-Rhythmusst\u00f6rungen, zu denen es nach einer Zellinjektion vor\u00fcbergehend kommen k\u00f6nne, seien keine schwerwiegenden Nebenwirkungen aufgetreten \u2013 insbesondere keine Tumore. Diese gelten n\u00e4mlich als gef\u00fcrchtetes Risiko bestimmter Stammzellenarten.<\/p>\n<p>Derzeit sind jedoch noch einige Fragen offen. So ist etwa der Langzeitverlauf eines derartigen Eingriffs noch nicht bekannt. Auch ist die mechanische und elektrische Ankopplung des neuen Gewebes an den Herzmuskel noch unklar. Zudem wird noch nach Zelllinien geforscht, die nicht abgesto\u00dfen werden und daher keine Immunsuppression erfordern.<\/p>\n<h3>Herzpflaster statt Spenderherz<\/h3>\n<p>\u201eDiesen Fragen gehen einige der vom DZHK gef\u00f6rderten Projekte derzeit noch nach\u201c, erkl\u00e4rt Eschenhagen. Dennoch sind die Mediziner zuversichtlich, schon in absehbarer Zeit Patienten mit den neuen Zellen behandeln, und ihre Herzfunktion wieder verbessern zu k\u00f6nnen. Die Vorbereitungen daf\u00fcr laufen. Und bereits im kommenden Jahr sollen in einer DZHK-Studie erste Herzpflaster an Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz getestet werden. So k\u00f6nnte ihnen ein Spenderherz erspart bleiben.<\/p>\n<p>Bis die Wissenschaftler des DZHK so weit wie heute gekommen sind, bedurfte es einiger Vorabforschungen \u00fcber das Z\u00fcchten von Hautzellen zur Behandlung von Herzerkrankungen. So wurde im Jahre 2016 ein im Labor gez\u00fcchtetes, menschliches Herzmuskelgewebe erstmals erfolgreich auf ein krankes Meerschweinchenherz gen\u00e4ht. Und im Dezember 2018 gaben die Forschenden bekannt, dass sie schlagendes menschliches Herzmuskelgewebe der Vorh\u00f6fe aus Hautzellen gez\u00fcchtet hatten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Herz kann man nicht reparieren \u2013 oder doch? Wissenschaftler des Deutschen Zentrums f\u00fcr Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) arbeiten derzeit an einem Herzpflaster, das l\u00e4diertes Gewebe am Herzmuskel \u00fcberbr\u00fccken soll. Dieses entsteht vor allem nach einem Herzinfarkt. Einen solchen erleiden etwa 200.000 Deutsche pro Jahr. 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