{"id":170532,"date":"2019-04-30T07:41:06","date_gmt":"2019-04-30T05:41:06","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=170532"},"modified":"2019-04-30T07:41:06","modified_gmt":"2019-04-30T05:41:06","slug":"digitalisierung-der-milchvieh-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/digitalisierung-der-milchvieh-wirtschaft\/","title":{"rendered":"Digitalisierung der Milchvieh-Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p>Das Konsortium <em>D4Dairy<\/em> arbeitet an Standards, die eine umfassende Nutzung von Daten in der Milchvieh-Wirtschaft erm\u00f6glichen. Im Fokus stehen Gesundheit und Wohl der Tiere sowie Produktqualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Im Internet der Dinge sind es nicht mehr punktuelle Messungen, sondern Sensoren, welche die Daten zur Tiergesundheit liefern. Es sind an Hals oder Beinen angebrachte Sensoren, welche die Bewegungen der Kuh aufzeichnen und verschluckte Sensoren, die den PH-Wert im Magen messen &#8211; und das in Echtzeit. Die so generierten Daten versprechen neue Einsichten in die Tiergesundheit. Zur sinnvollen Nutzung der komplexen Datenstruktur braucht es allerdings stimmige Konzepte. Im transdisziplin\u00e4ren Projekt <em>D4Dairy <\/em>will man die Komplexit\u00e4t meistern und ein datengest\u00fctztes Management f\u00fcr die Milchvieh-Wirtschaft\u00a0 entwickeln.<\/p>\n<h3>Vernetzung<\/h3>\n<p>Einunddrei\u00dfig <a href=\"https:\/\/d4dairy.com\/de\/#partner\">Projektpartner<\/a> aus Wirtschaft und Wissenschaft vernetzen ihr Wissen, um dieses nutzbringend einzusetzen. Stakeholder sind Zuchtorganisationen, Tiergesundheitsorganisationen, Landwirte, Tier\u00e4rzte, Milchverarbeiter, Technologie-Anbieter und weitere Partner entlang der Wertsch\u00f6pfungskette Milch. In die Studien flie\u00dfen die Daten von zwei Millionen Milchk\u00fchen aus \u00d6sterreich und Deutschland ein. Neue Erkenntnisse sollen fortgeschrittene Datenanalyse-Methoden wie Big Data und Infrared-Spectra bringen. Letztere werden f\u00fcr die Erkennung von Milch eingesetzt. Das Konsortium wird von <a href=\"https:\/\/www.zar.at\/Aktuelles\/Archiv\/2015\/President-s-Award-f-r-Dr.-Christa-Egger-Danner.html\"><em>Christa Egger-Danner<\/em><\/a> von <a href=\"https:\/\/www.zar.at\/Ueber-uns\/ZuchtData.html\"><em>ZuchtData<\/em><\/a> geleitet.<\/p>\n<h3>Software-Tools<\/h3>\n<p>In der Durchf\u00fchrung ist das Projekt in zwei Sektoren gegliedert. In Sektor eins geht es um folgende Aspekte:<\/p>\n<ul>\n<li>die Integration der in den landwirtschaftlichen Betrieben generierten Daten;<\/li>\n<li>die Interoperabilit\u00e4t der in den Betrieben eingesetzten Systeme;<\/li>\n<li>die Prozessentwicklung und \u2013optimierung;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Komplexit\u00e4t des Vorhabens liegt in der Erforschung von Zusammenh\u00e4ngen von verschiedenen Merkmalen. Weiters werden Aspekte der Qualit\u00e4tssicherung, des Datenaustausches und des Datenschutzes untersucht. Aufbauend auf den Erkenntnissen werden entscheidungsunterst\u00fctzende Instrumente entwickelt. Diese sollen zun\u00e4chst arbeitserleichternd wirken, aber auch aktives Herdenmanagement erm\u00f6glichen. Den Landwirten werden diese Instrumente mittels praktikabler Software-Tools zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Zu den in den landwirtschaftlichen Betrieben generierten Daten z\u00e4hlen gesundheitsbezogene Sensoren, automatische F\u00fctterungssysteme, Antibiotika-Einsatz und Stallklima. Externe Daten sind zum Beispiel Schlachtdaten.<\/p>\n<h3>Fortgeschrittene Analysen<\/h3>\n<p>In Kombination mit fortgeschrittenen Analysemethoden erm\u00f6glichen die integrierten Daten die Fr\u00fcherkennung von Gesundheitsproblemen und eine rasche Reaktion darauf. Schwerpunkte bilden Lahmheit und <em>Ketose<\/em>. <em>Ketose<\/em> bezeichnet einen Stoffwechselzustand, bei dem sich der K\u00f6rper die Energie aus der Fettverbrennung holt statt aus Kohlehydraten. Eine der zentralen Aufgaben in Sektor eins ist die Entwicklung von Strategien gegen das Risiko einer Antibiotikaresistenz.<\/p>\n<p>Neben den Tierdaten werden auch Daten aus digitalen Technologien genutzt \u2013 wie etwa aus automatischen Melksystemen, Sensoren und F\u00fctterungssystemen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem werden Studien im sozialen Kontext durchgef\u00fchrt, um mehr \u00fcber die Akzeptanz in der Bev\u00f6lkerung zu erfahren. Wie denkt diese \u00fcber die in der Milchwirtschaft eingesetzten Technologien? Auch die Forschungsergebnisse sollen einer breiten \u00d6ffentlichkeit vermittelt werden.<\/p>\n<h3>Parameter<\/h3>\n<p>Im Sektor zwei des Projekts <a href=\"https:\/\/d4dairy.com\/de\/#projekt\"><em>D4Dairy<\/em><\/a> geht es um Fr\u00fchindikatoren f\u00fcr und die datengesteuerte Erkennung von Risikofaktoren f\u00fcr eine verbesserte Gesundheit.<\/p>\n<p>Viele Tierkrankheiten entstehen durch das Zusammenspiel von genetischen und umweltbedingten Risikofaktoren. Unter Anwendung von Big Data-Analysen soll entschl\u00fcsselt werden, wie diese Faktoren beziehungsweise deren Wechselwirkungen zur Tiergesundheit beitragen. So will man aussagekr\u00e4ftige Parameter f\u00fcr das Herden-Management und die Zucht gewinnen.<\/p>\n<p>In einem Teilprojekt soll der Gesundheits- und Ern\u00e4hrungszustand von Milchk\u00fchen \u00fcber die biochemische Zusammensetzung der Milch analysiert werden. Mittels <em>Mittelinfrarot-Spektroskopie<\/em> (MIR) und einer gro\u00dfen Zahl von Routine-Milchproben und Veterin\u00e4rdiagnosen sollen neue robuste Milch-Vorhersagemodelle entwickelt und \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<h3>Umwelteinfl\u00fcsse<\/h3>\n<p>Eine Verbesserung der Umgebung der Tiere soll durch ein integriertes On-Farm-Monitoring erreicht werden, das verschiedene Merkmale des Stallklimas und der Luftqualit\u00e4t liefert. Zus\u00e4tzlich sollen \u00fcber speziell entwickelte Sensoren die Reaktionen der Tiere auf Umweltfaktoren modelliert werden. Abgeleitet daraus sollen Algorithmen zur Vorhersage von Leistungseinbu\u00dfen entstehen.<\/p>\n<p>Ein noch weitgehend unerforschtes Problem in Futtermitteln von \u00f6sterreichischen Milchviehbetrieben sind <em>Mykotoxine<\/em>. Das sind sekund\u00e4re Metabolite von Schimmelpilzen, die eine Vielzahl von gesundheitsgef\u00e4hrdenden Eigenschaften aufweisen. In einer Feldstudie soll das Futter auf mehr als vierhundert Pilzmetabolite analysiert werden. Von Interesse sind das Aufkommen und die Auswirkung auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit von K\u00fchen.<\/p>\n<p>Last but not least erwartet man sich in dem Projekt auch neue Erkenntnisse zu Genetik und Genomik. Big Data-Analysen sollen aus den komplexen Datenquellen einfach interpretierbare Management-Anweisungen f\u00fcr das Herdenmanagement und z\u00fcchterische Zwecke liefern. N\u00e4here Informationen dazu erhalten Sie <a href=\"https:\/\/science.orf.at\/stories\/2945524\/\">hier<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/nachhaltige-verbesserung-der-klauengesundheit-von-kuehen\/\">Nachhaltige Verbesserung der Klauengesundheit von K\u00fchen<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hefen-als-natuerliche-eiweissquelle-fuer-tierfutter\/\">Hefen als alternative Eiwei\u00dfquelle f\u00fcr Tierfutter<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/insektenbasiertes-tierfutter-fuer-eine-umweltvertraegliche-nutztierhaltung\/\">Tierfutter aus Insekten erm\u00f6glicht eine umweltvertr\u00e4gliche Nutztierhaltung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Konsortium D4Dairy arbeitet an Standards, die eine umfassende Nutzung von Daten in der Milchvieh-Wirtschaft erm\u00f6glichen. 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