{"id":170158,"date":"2019-04-23T18:39:41","date_gmt":"2019-04-23T16:39:41","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=170158"},"modified":"2019-04-23T18:39:41","modified_gmt":"2019-04-23T16:39:41","slug":"eine-app-zur-ermaechtigung-von-patienten-im-gesundheitswesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/eine-app-zur-ermaechtigung-von-patienten-im-gesundheitswesen\/","title":{"rendered":"Eine App zur Erm\u00e4chtigung von Patienten im Gesundheitswesen"},"content":{"rendered":"<p>\u00c4rzte haben zu wenig Zeit f\u00fcr ihre Patienten \u2013 und die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist aufgrund der Wissenskluft zwischen Laie und Experte problematisch. Jetzt entwickelt ein Startup eine App zur Erm\u00e4chtigung von Patienten. Diese soll Gesundheitsdaten verwalten, Diagnosen verst\u00e4ndlich machen &#8211; und&nbsp; personalisierte Empfehlungen f\u00fcr eine gesunde Lebensf\u00fchrung geben.<\/p>\n<p>Das Gesundheitssystem ist defizit\u00e4r und \u00fcberlastet. Krankheiten werden \u00fcber Symptomlinderung und \u2013unterdr\u00fcckung behandelt. Die Hauptursachen f\u00fcr die Entstehung von Krankheiten, wie die Lebensf\u00fchrung und der Mangel an Gesundheitsvorsorge bzw. \u2013f\u00f6rderung, werden nicht ber\u00fccksichtigt. Wer jahrelang falsch isst und sich kaum bewegt, hat ein h\u00f6heres Risiko, an Zivilisationserkrankungen wie Diabetes oder \u00dcbergewicht zu erkranken, das belegen zahlreiche Studien. Vierhundertzwanzig Millionen Menschen weltweit sind an Diabetes erkrankt. Es gibt kaum L\u00e4nder, in denen die Adipositas Rate noch unter zwanzig Prozent liegt.<\/p>\n<h3>Sieben Minuten pro Patient<\/h3>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem im Gesundheitssystem ist die mangelnde Kommunikation zwischen Arzt und Patient, sagt Professor <a href=\"https:\/\/www.augenarzt-wien-linz.at\/\">Dr. Matthias Bolz<\/a>, Vorstand der <a href=\"https:\/\/www.kepleruniklinikum.at\/versorgung\/kliniken\/augenheilkunde-und-optometrie\/ambulanzen-und-terminvereinbarung\/\"><em>Abteilung f\u00fcr Augenheilkunde<\/em><\/a> an der <a href=\"https:\/\/www.kepleruniklinikum.at\/\"><em>Kepler Universit\u00e4tsklinik Linz<\/em><\/a>. \u00c4rzte k\u00f6nnen ihren Patienten durchschnittlich sieben Minuten widmen. F\u00fcr eine erfolgreiche Therapie ist jedoch ein ganzheitliches Bild vom Patienten erforderlich.<\/p>\n<p>Seine Theorie wird auch von den Studienergebnissen von <a href=\"https:\/\/www.wido.de\/\"><em>WIdO<\/em><\/a>, dem wissenschaftlichen Institut der <a href=\"https:\/\/www.aok.de\/pk\/uni\/\"><em>AOK<\/em><\/a> gest\u00fctzt: Mehr als f\u00fcnfundzwanzig Prozent der Patienten k\u00f6nnen mit \u00e4rztlichen Empfehlungen wenig anfangen. Weitere Untersuchungen zeigen, dass sich nur ein Drittel der Patienten ausreichend informiert f\u00fchlt. Nur etwa f\u00fcnfzig Prozent der \u00e4rztlichen Informationen zu Diagnose und Therapie werden richtig verstanden \u2013 wovon die H\u00e4lfte nach drei\u00dfig Minuten vergessen ist. (Quellen: <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/archiv\/186448\/Arzt-Patienten-Kommunikation-Mehr-Klartext-weniger-Fachjargon\">\u00c4rzteblatt.de<\/a>, <a href=\"https:\/\/refubium.fu-berlin.de\/handle\/fub188\/5268\">Refubium &#8211; Repositorium der Freien Universit\u00e4t Berlin<\/a>)<\/p>\n<h3>Effizientere Versorgungskette<\/h3>\n<p>Bolz ist Co-Gr\u00fcnder des Startup <em>BlockHealth<\/em>, wo er als medizinischer Berater gemeinsam mit Fabian Lichtenstein (CEO), <a href=\"https:\/\/www.rnb-consulting.at\/doku\/doku.php\/de\/team\/start\">Dipl. Ing. Dr. Michael Ring<\/a> (CRO) und der <a href=\"https:\/\/www.netural.com\/\"><em>Netural GmbH<\/em><\/a> an einer App arbeitet. Diese soll die Prozessabl\u00e4ufe entlang der Versorgungskette effizienter gestalten. Im Fokus steht die Zusammenarbeit von verschiedenen Institutionen im Gesundheitswesen und der Arzt-\/Patienten-Kontakt.<\/p>\n<p>Die App basiert auf Big Data und k\u00fcnstlicher Intelligenz. Inhalte sind medizinische Dokumente und Gesundheitsdaten, Medikation, Allergie- und Impfpass, Notfalldaten, Expertenverzeichnis und individuelle Pr\u00e4vention. Spezifische Funktionen unterst\u00fctzen den Patienten in der Handhabung.&nbsp;Die Daten sind mittels Blockchain-Technologie vor unerlaubtem Zugriff und \u00c4nderungen gesch\u00fctzt. Der Nutzer allein entscheidet, wer welche Unterlagen sehen darf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_170170\" aria-describedby=\"caption-attachment-170170\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-170170 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/BlockHealth_Teamfoto-600x416.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"416\"><figcaption id=\"caption-attachment-170170\" class=\"wp-caption-text\">Team BlockHealth: Vorne Mitte: Fabian Lichtenstein, hinten Mitte: Dr. Matthias Bolz, hinten links: Dipl. Ing. Dr. Michael Ring (c) BlockHealth<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Das Procedere<\/h3>\n<p>Der Patient findet \u00fcber ein \u00c4rzteverzeichnis entsprechende Experten in seiner N\u00e4he und hat schon vor dem Erstkontakt die M\u00f6glichkeit, eine Pre-Anamnese durchzuf\u00fchren. Das ist ein fachspezifischer Fragebogen zu Informationen wie zum Beispiel Symptome. Lichtenstein: \u201eGerade beim Erstgespr\u00e4ch sind Patienten oft \u00fcberfordert, haben wichtige Informationen nicht bei der Hand oder wissen nicht, was genau der Arzt ben\u00f6tigt. Die Pre-Anamnese erm\u00f6glicht beiden Seiten vorbereitet in das Erstgespr\u00e4ch zu gehen.\u201c<\/p>\n<p>Vor oder w\u00e4hrend dem Arztgespr\u00e4ch kann der Patient dann gezielt Informationen an den Arzt freigeben \u2013 unterst\u00fctzt von einer KI-gesteuerten Schnittstelle, welche die relevanten Daten filtert. Am Ende des Gespr\u00e4chs hat der Arzt die M\u00f6glichkeit, Medikation und Handlungsempfehlungen freizuschalten. Diese sind gerade bei lebensf\u00fchrungsbedingten chronischen <em>Volkskrankheiten<\/em> wie <a href=\"https:\/\/www.gesundheit.gv.at\/krankheiten\/stoffwechsel\/diabetes\/ernaehrung\"><em>Diabetes Typ 2<\/em><\/a> entscheidend f\u00fcr den langfristigen Erhalt der Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDiagnosen werden in eine nachvollziehbare, einfach verst\u00e4ndliche Sprache \u00fcbersetzt. Patienten werden bei der Umsetzung von Handlungsempfehlungen wie der Einnahme von Medikamenten oder der Ver\u00e4nderung von Lebensf\u00fchrung unterst\u00fctzt. Dies wird durch Informationen, Erinnerungsfunktion und Umsetzungshilfen wie zum Beispiel f\u00fcr eine Di\u00e4t erm\u00f6glicht.\u201c <em>Fabian Lichtenstein<\/em>, Gr\u00fcnder <em>BlockHealth<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>\u00dcber eine Tagebuch-Funktion kann der Patient Symptome, subjektives Befinden, Wunden, etc. dokumentieren. Optional erh\u00e4lt er Erinnerungen zur Medikamenten-Einnahme, zu Vorsorge-Untersuchungen sowie zu Impfungen.<\/p>\n<h3>Ganzheitliches Bild<\/h3>\n<p>Dem Arzt steht f\u00fcr die elektronische Interaktion mit dem Patienten eine WebApp zur Verf\u00fcgung. Die Daten werden visuell aufbereitet und vermitteln rasch ein ganzheitliches Bild vom Patienten. Au\u00dferdem wird der Arzt auf Wechselwirkungen innerhalb der Medikation sowie auf m\u00f6gliche Differential-Diagnosen aufmerksam gemacht. Differential-Diagnosen bezeichnen Erkrankungen mit \u00e4hnlicher oder nahezu identischer Symptomatik, die als m\u00f6gliche Ursachen f\u00fcr Beschwerden in Betracht zu ziehen sind.<\/p>\n<p>Die Markteinf\u00fchrung soll 2019 in \u00d6sterreich und Deutschland erfolgen. Zielgruppe sind Gesundheitsbewusste, Patienten und alle Mediziner. Zun\u00e4chst will sich das Startup aber auf niedergelassene Privatmediziner konzentrieren.<\/p>\n<h3>Optimierte Kommunikation<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.blockhealth.ai\/\"><em>BlockHealth<\/em><\/a> erscheint drei Jahre nach <a href=\"https:\/\/www.elga.gv.at\/faq\/wissenswertes-zu-elga\/index.html\"><em>Elga<\/em><\/a>, der elektronischen Gesundheitsakte, die bei der \u00f6sterreichischen \u00c4rztekammer auf heftige Ablehnung stie\u00df. Kritisiert wird vor allem die Technologie, die keine Filterm\u00f6glichkeiten und keine automatisierte Extraktion bietet. Die \u00c4rzte sind mit der gesamten Gesundheitshistorie des Patienten konfrontiert. Die Durchsicht aller Befunde ist verpflichtend \u2013 und das ist in der Praxis nicht umsetzbar, erkl\u00e4rt Lichtenstein. <em>BlockHealth<\/em> erleichtert und optimiert die Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Das Startup strebt eine Kooperation mit der \u00c4rztekammer an.<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/checkup-scout-will-mit-app-erkrankungen-vorbeugen\/\">Checkup-Scout will mit App Erkrankungen vorbeugen<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/gesundheitsdaten-jahrzehntelang-sicher-speichern\/\">Gesundheitsdaten jahrzehntelang sicher speichern<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/eine-automatisierte-erinnerung-fuer-menschen-mit-demenz\/\">Eine automatisierte Erinnerung f\u00fcr Menschen mit Demenz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c4rzte haben zu wenig Zeit f\u00fcr ihre Patienten \u2013 und die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist aufgrund der Wissenskluft zwischen Laie und Experte problematisch. Jetzt entwickelt ein Startup eine App zur Erm\u00e4chtigung von Patienten. 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