{"id":169888,"date":"2019-04-19T12:40:51","date_gmt":"2019-04-19T10:40:51","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=169888"},"modified":"2019-04-19T12:40:51","modified_gmt":"2019-04-19T10:40:51","slug":"risikogen-beeinflusst-wirkung-von-aspirin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/risikogen-beeinflusst-wirkung-von-aspirin\/","title":{"rendered":"Risikogen beeinflusst Wirkung von Aspirin"},"content":{"rendered":"<p>GUCY1A3 hei\u00dft das Risikogen, das die blutgerinnungshemmende Wirkung von Aspirin beeinflusst. Dies stellten jetzt Wissenschaftler des <a href=\"https:\/\/dzhk.de\/\">Deutschen Zentrums f\u00fcr Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK)<\/a> und der Klinik an der <a href=\"https:\/\/www.tum.de\/\">Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM)<\/a> fest.<\/p>\n<p>Grund ihrer Forschungsarbeiten: Bei einem akuten Koronarsyndrom, also einer akuten Herz-Kreislauf-Erkrankung wie zum Beispiel Herzinfarkt, sind die Herzkranzgef\u00e4\u00dfe entweder stark verengt oder gar komplett verschlossen. Mithilfe eines Katheters werden sie wieder ge\u00f6ffnet. Zudem wird eine Gef\u00e4\u00dfst\u00fctze, der sogenannte Stent, eingesetzt. Danach erhalten die Patienten Medikamente, die verhindern sollen, dass die Blutpl\u00e4ttchen verklumpen und somit das Gef\u00e4\u00df oder den Stent erneut verschlie\u00dfen. Dies k\u00f6nnen blutverd\u00fcnnende Medikamente wie zum Beispiel Aspirin und sogenannte Adenosin Diphosphat (ADP)-Rezeptor-Antagonisten, meistens Clopidogrel, sein. Trotzdem kommt es vor, dass nach dem Einsetzen eines Stents immer wieder Gerinnsel auftauchen, die den Stent erneut verstopfen.<\/p>\n<h3>Blutproben von fast 1.800 Patienten untersucht<\/h3>\n<p>Nun haben die Forscher herausgefunden, dass Menschen, die eine Genvariante des GUCY1A3 tragen, nicht so gut auf die Gabe von Aspirin ansprechen. Auch nachdem sie dieses Medikament genommen hatten, klumpten ihre Blutpl\u00e4ttchen stark zusammen. Nach dem Setzen eines Stents in den Herzkranzgef\u00e4\u00dfen hatten die Risikogen-Tr\u00e4ger daher auch ein h\u00f6heres Risiko, einen erneuten Gef\u00e4\u00dfverschluss zu bekommen oder sogar einen Tod durch Herzinfarkt zu erleiden.<\/p>\n<p>Erstautor Dr. Thorsten Kessler vom Deutschen Herzzentrum M\u00fcnchen (DHM) und der Klinik an der TUM untersuchte f\u00fcr seine Studie Blutproben von knapp 1.800 Patienten. Hier beobachtete er insbesondere, ob die Genvariante GUCY1A3 vorliegt und wie ihre Blutpl\u00e4ttchen auf die Gabe von Aspirin reagieren. Die Ergebnisse glich er dann mit bereits erfassten Daten bez\u00fcglich des Auftretens eines erneuten Gef\u00e4\u00dfverschlusses oder Herzinfarktes ab. Bei allen in den drei vorhandenen Registern &#8220;ISAR-ASPI, PLATO und UCORBIO&#8221; erfassten Personen wurden verschlossene Herzkranzgef\u00e4\u00dfe mithilfe eines Katheters wieder geweitet und ein Stent eingesetzt.<\/p>\n<h3>Zu wenig Protein<\/h3>\n<blockquote><p>GUCY1A3 ist bereits seit l\u00e4ngerem als Risikogen f\u00fcr die koronare Herzerkrankung bekannt\u201c, so Professor Heribert Schunkert, Direktor der Klinik f\u00fcr Herz- und Kreislauferkrankungen im Erwachsenenalter im DHM. \u201eWir wissen auch, dass es eine wichtige Rolle f\u00fcr die Funktion der Blutpl\u00e4ttchen spielt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Denn das Gen tr\u00e4gt die Information f\u00fcr ein Protein, das eine zentrale Rolle bei der Hemmung der Blutpl\u00e4ttchen-Aggregation spielt. An sich hemmt es sogar das Zusammenklumpen der Blutpl\u00e4ttchen. Aber bei der hier untersuchten Variante in GUCY1A3 wird zu wenig von dem Protein gebildet, sodass die Blutpl\u00e4ttchen st\u00e4rker dazu neigen zu verklumpen. Neu ist nun, dass GUCY1A3 auch das Ansprechen auf Aspirin beeinflusst.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169891\" aria-describedby=\"caption-attachment-169891\" style=\"width: 156px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-169891\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/csm_Prof._Schunkert_b511b50076-398x600.jpg\" alt=\"\" width=\"156\" height=\"235\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169891\" class=\"wp-caption-text\">Prof. Dr. Heribert Schunkert, \u00a9Deutsches Herzzentrum M\u00fcnchen<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eSowohl Aspirin als auch Clopidogrel haben ein gewisses Risiko nicht hundertprozentig zu wirken\u201c, sagt Schunkert. Bei Clopidogrel liegt das an einem Stoffwechselweg, der durch eine genetische Variante so ver\u00e4ndert sein kann, dass Clopidogrel nicht wirkt. Diese Variante lag bei den untersuchten Personen aber nicht vor. Das gleichzeitige Vorkommen beider Genvarianten sei auch h\u00f6chst unwahrscheinlich, da sie nicht miteinander gekoppelt sind.<\/p>\n<p>Weitere Untersuchungen sollen nun kl\u00e4ren, ob man die Auswirkungen des Risikogens eventuell dadurch abfangen kann, dass anstatt Clopidogrel ein st\u00e4rkerer ADP-Rezeptor-Antagonist, wie etwa Ticagrelor oder Prasugrel, verordnet, wird. Die Original-Ver\u00f6ffentlichung der M\u00fcnchener ist <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/cardiovascres\/advance-article-abstract\/doi\/10.1093\/cvr\/cvz015\/5320311?redirectedFrom=fulltext\">hier<\/a> nachzulesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GUCY1A3 hei\u00dft das Risikogen, das die blutgerinnungshemmende Wirkung von Aspirin beeinflusst. 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