{"id":169780,"date":"2019-04-17T14:09:01","date_gmt":"2019-04-17T12:09:01","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=169780"},"modified":"2019-04-17T14:09:01","modified_gmt":"2019-04-17T12:09:01","slug":"flow-kuenstliche-intelligenz-effektiver-spass-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/flow-kuenstliche-intelligenz-effektiver-spass-arbeiten\/","title":{"rendered":"Arbeiten 4.0: Mit k\u00fcnstlicher Intelligenz effektiver und mit mehr Spa\u00df arbeiten"},"content":{"rendered":"<p>Davon kann wohl jeder Arbeitnehmer ein Lied singen. Da arbeitet man konzentriert an einem Projekt, es l\u00e4uft fantastisch, die Ideen flie\u00dfen nur so \u2026 und dann kommt ein Kollege und unterbricht, das Telefon l\u00e4utet oder es kommt eine Email. Die Konzentration ist weg und man braucht danach eine gef\u00fchlte Ewigkeit, um wieder in Tritt zu kommen. Das kostet alles nicht nur Zeit, sondern baut auch zus\u00e4tzlichen Stress auf, der alleine schon durch Dinge wie Gro\u00dfraumb\u00fcros, Zeit- und Leistungsdruck oder st\u00e4ndige Erreichbarkeit oft gr\u00f6\u00dfer ist als auf Dauer ertr\u00e4glich oder gesund.<\/p>\n<p>Wie das \u00c4rzteblatt berichtet, f\u00fchlt sich jeder zweite Bundesb\u00fcrger von Burnout bedroht und beinahe neun von zehn Deutschen f\u00fchlen sich von ihrer Arbeit gestresst. Mehr als 50 Prozent der Arbeitnehmer leidet zumindest hin und wieder unter R\u00fcckenschmerzen, anhaltender M\u00fcdigkeit, innerer Anspannung, Lustlosigkeit oder Schlafst\u00f6rungen. 53 Prozent der Befragten schlafen nach eigenen Angaben schlecht, 54 Prozent gr\u00fcbeln \u00fcber ihre Arbeit nach.<\/p>\n<p>Dazu kommt, dass Menschen nicht immer gleich leistungsf\u00e4hig sind und alle unterschiedliche Schaffensphasen haben, nicht nur Schriftsteller oder K\u00fcnstler. Sie k\u00f6nnen jedoch andererseits auch am Arbeitsplatz so in ihrer T\u00e4tigkeit aufgehen, dass sie in einen konzentrierten Zustand \u2013 den \u201eFlow\u201c \u2013 kommen, und sich dadurch wohler und zufriedener f\u00fchlen und leistungsf\u00e4higer sind.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.kit.edu\/\">Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie<\/a> (KIT) hat sich deshalb im koordinierten Projekt Kern (kurz f\u00fcr \u201eKompetenzen entwickeln und im Zeitalter der Digitalisierung richtig nutzen\u201c), zum Ziel gesetzt, mit Hilfe k\u00fcnstlicher Intelligenz diesen Flow herzustellen und zu erhalten. Es entwickelt ein Assistenzsystem, das den Flow dank KI anhand von Herzfrequenz oder Hautleitwert erkennt, um gegebenenfalls St\u00f6rungen abzuschirmen oder Kompetenzen aufzubauen, die Flow f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>\u201eDie Automatisierung und die fortschreitende Digitalisierung der Wertsch\u00f6pfungsketten ver\u00e4ndert die Arbeitswelt rasant\u201c, sagt Professor Alexander M\u00e4dche vom KIT. \u201eModernes Kompetenz- und Bildungsmanagement muss Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der zielgerichteten Entwicklung und dem Einsatz ihrer Kompetenzen am Arbeitsplatz kontinuierlich unterst\u00fctzen.\u201c Hintergrund des Projekts ist die Annahme, dass ein Mensch am zufriedensten und produktivsten ist , wenn er ungest\u00f6rt \u201eseiner\u201c T\u00e4tigkeit nachgehen kann und seine F\u00e4higkeiten optimal zu den Anforderungen seiner T\u00e4tigkeit passen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169778\" aria-describedby=\"caption-attachment-169778\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-169778\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/laptop-3087585_1920-600x400.jpg\" alt=\"Flow\" width=\"400\" height=\"267\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169778\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Alle Mitarbeiter haben Kompetenzen<\/h3>\n<p>\u201eLetztendlich haben alle Mitarbeiter Kompetenzen und wollen diese auch in der digitalen Welt weiterentwickeln\u201c, betont M\u00e4dche. \u201eEine wesentliche Innovation des Projekts ist eben, dass wir versuchen, real operativ im Arbeitsalltag zu erkennen, wann Mitarbeiter Kompetenzm\u00e4ngel haben. Das Konzept basiert darauf, zu sagen, wenn ich erkenne, dass Mitarbeiter nicht in dem Zustand ihrer Arbeit aufgehen, auch Flow genannt, dann brauchen sie Unterst\u00fctzung hinsichtlich ihrer Aufgaben bzw. ihrer Kompetenzen. Genau das leistet das Kompetenzassistenzsystem.\u201c<\/p>\n<p>Vereinfacht ausgedr\u00fcckt geht es bei Kern darum, diesen Flow am Leben zu halten, der idealerweise nicht unterbrochen sondern unterst\u00fctzt werden sollte, um diese Zeit im Flow w\u00e4hrend der Arbeit zu maximieren. \u201eWenn man sich als Beispiel einen Projektleiter vorstellt, der sehr viele Nachrichten erh\u00e4lt, ist die Idee des Kompetenz Assistenzsystems, das zu regulieren\u201c, so M\u00e4dche. Das System w\u00fcrde dann die Benachrichtigungen entsprechend bearbeiten, um den Projektleiter w\u00e4hrend seiner Zeit im Flow nicht zu unterbrechen.<\/p>\n<p>Um das zu erreichen, muss man den Flow aber erst einmal zuverl\u00e4ssig erkennen. Zu diesem Zweck tragen die Probanden am Arbeitsplatz Wearables wie ein Armband oder einen Brustgurt, die beispielsweise Herzfrequenz oder Hautleitwert messen. Da diese physiologischen Daten sehr komplexe Muster sind, die von Person zu Person stark variieren k\u00f6nnen, seien neuartige Ans\u00e4tze aus dem Bereich KI erforderlich, um Muster des Flows in Echtzeit zu erkennen, wissen die Forscher. Mit einem neuroevolution\u00e4ren Deep-Learning Ansatz, einer Methode des Maschinellen Lernens, ist es einer Arbeitsgruppe am KIT k\u00fcrzlich gelungen, erstmals den Flow auf Basis physiologischer Daten zu klassifizieren.<\/p>\n<p>Auf dieser Basis entwickelt das Projekt Kern dann den Prototypen eines KI-basierten KAS, das situationsbezogenes Feedback geben soll, wie zum Beispiel E-Mails und Benachrichtigungen so zuzustellen, dass der Flow nicht gest\u00f6rt wird. Das System w\u00fcrde aber auch erkennen, wenn produktives Arbeiten l\u00e4ngerfristig gest\u00f6rt ist, etwa weil die Aufgaben nicht mehr dem Kompetenzprofil des Mitarbeiters entsprechen und w\u00fcrde in diesem Fall Vorschl\u00e4ge zur \u201epers\u00f6nlichen Kompetenzentwicklung\u201c machen.<\/p>\n<p>\u201eDas Projekt Kern konzipiert Bildungsformate sowohl zur Aufgabenbew\u00e4ltigung als auch zur strategischen Personalentwicklung\u201c, hei\u00dft es bei KIT. \u201eDiese k\u00f6nnen von Kurzmeldungen mit Alltagstipps, \u00fcber einen digitalen Assistenten bis hin zur pers\u00f6nlichen Beratung durch einen menschlichen Experten reichen.\u201c Wie ein Navigationssystem im Auto, das bei Staus Umfahrungsm\u00f6glichkeiten angibt, geben KI-basierte KAS situationsabh\u00e4ngige Handlungsempfehlungen, zum Beispiel durch den Vorschlag konkreter Lern- oder Arbeitseinheiten. Ob sich der Mitarbeiter wirklich an diese Empfehlungen h\u00e4lt oder nicht, bleibt ihm \u00fcberlassen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169777\" aria-describedby=\"caption-attachment-169777\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-169777\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/russia-95311_1920-600x400.jpg\" alt=\"Flow\" width=\"400\" height=\"267\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169777\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Mitarbeitern helfen, sich im Arbeitsalltag weiterzuentwickeln<\/h3>\n<p>Trotz aller Vorteile, die diese neuen Systeme, die die Besch\u00e4ftigen aufgrund von physiologischen Daten in Echtzeit unterst\u00fctzen und beraten, greifen sie auch in die Privatsph\u00e4re dieser Personen ein. Deswegen legen M\u00e4dche und seine Kollegen gro\u00dfen Wert auf Datenschutz. \u201eWir m\u00fcssen auf der einen Seite sehen, welche Daten werden wann mit wem geteilt und wie wir die Privatsph\u00e4re sicherstellen k\u00f6nnen. Auf der anderen Seite aber auch, wie wir eine Datenauswertung mit intelligenten Methoden betreiben k\u00f6nnen.\u201c M\u00e4dche ist jedoch fest davon \u00fcberzeugt, \u201edass KI-basierte KAS ein gro\u00dfes Potenzial haben, wir m\u00fcssen sie aber als sozio-technische Systeme begreifen und gestalten.\u201c<\/p>\n<p>KAS, wie sie im Projekt Kern entwickelt werden, sollen Mitarbeitern helfen, sich im Arbeitsalltag weiterzuentwickeln und das im Idealfall punktgenau und interaktiv, erkl\u00e4ren die Wissenschaftler. \u201eDamit sollen individuelle Bed\u00fcrfnisse und Unternehmensziele gleicherma\u00dfen ber\u00fccksichtigen und einen Rahmen schaffen, in dem sich Besch\u00e4ftigte wirtschaftlich und motiviert weiterbilden und Kompetenzen richtig aufbauen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Das Projekt Kern wird vom KIT koordiniert und in Zusammenarbeit mit den Partnern SAP SE, T\u00dcV Rheinland Akademie GmbH, Campusj\u00e4ger GmbH und B. Braun Melsungen AG durchgef\u00fchrt. Es wird im Rahmen der Initiative Neue Qualit\u00e4t der Arbeit (INQA) vom Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) mit 1,36 Millionen Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/kuenstliche-intelligenz-vormarsch-muenchen\/\">K\u00fcnstliche Intelligenz weiter auf dem Vormarsch<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/prag-europaeisches-institut-kuenstliche-intelligenz\/\">Prag bekommt neues Europ\u00e4isches Institut f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Davon kann wohl jeder Arbeitnehmer ein Lied singen. Da arbeitet man konzentriert an einem Projekt, es l\u00e4uft fantastisch, die Ideen flie\u00dfen nur so \u2026 und dann kommt ein Kollege und unterbricht, das Telefon l\u00e4utet oder es kommt eine Email. 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