{"id":169373,"date":"2019-04-10T16:00:25","date_gmt":"2019-04-10T14:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=169373"},"modified":"2019-04-10T16:00:25","modified_gmt":"2019-04-10T14:00:25","slug":"asteroiden-interstellar-oumuamua-planeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/asteroiden-interstellar-oumuamua-planeten\/","title":{"rendered":"Sind driftende interstellare Brocken wie \u201eOumuamua&#8221; Keimzellen f\u00fcr neue Planeten?"},"content":{"rendered":"<p>Bilden Gesteinsbrocken aus dem interstellaren Raum den Ursprung f\u00fcr neue Planten? Wissenschaftler gehen jetzt davon aus, dass solche interstellare Objekte Sternensystemen dabei helfen k\u00f6nnen, Planeten zu bilden. Als Beispiel solcher Wolkenkratzer gro\u00dfen Myriaden, die vielleicht einigen Planten \u201eStarthilfe\u201c gegeben haben, nennen die Forscher den Asteroid Oumuamua, der die Milchstra\u00dfe im Oktober 2017 kurz besucht hat.<\/p>\n<p>In ihrer neuen Studie schreiben die Astrophysikerinnen Susanne Pfalzner vom <a href=\"http:\/\/www.fz-juelich.de\/ias\/jsc\">J\u00fclich Supercomputing Centre<\/a> in Deutschland und Michele Bannister von der <a href=\"https:\/\/www.qub.ac.uk\/\">Queen\u2019s University Belfast<\/a> in Nordirland, dass die Milchstra\u00dfe voller driftender interstellarer Objekte wie Omuamua sein k\u00f6nnte. Demnach werfen Planetensysteme nach ihrer Bildung \u2013 \u201ewie Pusteblumen ihre Samen streuen\u201c \u2013 Billionen von Felsbrocken in den interstellaren Raum und diese winzigen Welten k\u00f6nnten dann wie Keimzellen der Ursprung neuer Planten sein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169369\" aria-describedby=\"caption-attachment-169369\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-169369\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/eso1820a-600x437.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"364\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169369\" class=\"wp-caption-text\">K\u00fcnstlerische Darstellung des Asteroiden Oumuamua. Beobachtungen mit dem Very Large Telescope der ESO, dem NASA\/ESA Hubble Space Telescope und anderen zeigen, dass sich das Objekt beim Verlassen des Sonnensystems schneller bewegt als vorhergesagt. Forscher gehen davon aus, dass das Ausgasen von Material von seiner Oberfl\u00e4che durch Solarw\u00e4rme f\u00fcr dieses Verhalten verantwortlich ist. \u00a9 ESA\/Hubble, NASA, ESO, M. Kornmesser<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eNach bestehenden Modellen bilden sich Planeten langsam aus mikrometergro\u00dfen Gas- und Feinstaubteilchen in protoplanetaren Scheiben um einen Stern, die sich \u00fcber Millionen von Jahren immer mehr verdichten&#8221;, erkl\u00e4rt Susanne Pfalzner. Forschungsergebnissen zufolge m\u00fcssen manche Planeten jedoch weitaus schneller entstanden sein, als es nach dem Standardmodell m\u00f6glich w\u00e4re. Daf\u00fcr k\u00f6nnten interstellare Objekte wie Oumuamua verantwortlich sein.<\/p>\n<h3>Quadrillionen von \u201eExilanten\u201c in der Milchstra\u00dfe<\/h3>\n<p>Die Astronominnen sch\u00e4tzen, dass auch in der Milchstra\u00dfe Quadrillionen (das ist eine 1 mit 24 Nullen) von interstellaren \u201eExilanten&#8221; wie Oumuamua herumschwirren. Diese kleinen Planetoiden bewegen sich frei im Weltraum, nachdem sie aus der Umlaufbahn um ihre Heimatsterne geworfen wurden. Sie k\u00f6nnten eine entscheidende Rolle bei der Bildung von Planeten spielen, wenn sie von der protoplanetaren Scheibe um einen anderen Stern eingefangen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\u201eViele dieser Objekte bewegen sich vermutlich zu schnell, um von protoplanetaren Scheiben eingefangen zu werden\u201c, erkl\u00e4rt Pfalzner. \u201eUnd von denen, die gefangen werden, fallen die meisten wahrscheinlich in den Stern hinein.\u201c Trotzdem sollte es nach Berechnungen der Astrophysikerinnen um jeden Stern mindestens zehn Millionen dieser interstellaren Objekte geben. \u201eBeim Einfangprozess gehen also die meisten verloren. Doch da es so viele dieser Objekte gibt, bleiben am Ende trotzdem noch reichlich von ihnen \u00fcbrig\u201c, erkl\u00e4rt Michele Bannister. \u201eTausende davon sind wahrscheinlich mehr als einen Kilometer gro\u00df. Einige wenige k\u00f6nnten die Gr\u00f6\u00dfe von Zwergplaneten wie Ceres oder Pluto haben \u2013 oder wie unser Mond.\u201c<\/p>\n<p>Wie die Simulation der Forscherinnen zeigte, k\u00f6nnen \u201eFremdlinge\u201c wie Oumuamua in der protoplanetaren Scheibe mit ihrer Schwerkraft Gas, Staub und kleine Gesteinsbrocken anziehen und so im Laufe der Zeit schlie\u00dflich zu vollwertigen Planeten werden. Das Problem mit der Geschwindigkeit der Planetenbildung w\u00e4re somit gel\u00f6st.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169370\" aria-describedby=\"caption-attachment-169370\" style=\"width: 594px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-169370 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/eso1737c-594x600.jpg\" alt=\"\" width=\"594\" height=\"600\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169370\" class=\"wp-caption-text\">Die Umlaufbahn des interstellaren Asteroiden Oumuamua, w\u00e4hrend er durch das Sonnensystem fliegt. \u00a9 ESO\/K. Meech et al.<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Immer mehr Planeten<\/h3>\n<p>\u201eNach dem \u00fcblichen sogenannten Akkretions-Modell w\u00fcrde es bis zu Zehntausende Jahre dauern, um aus mikroskopischen Staubpartikeln auch nur auf millimeter- oder zentimetergro\u00dfe Materieteilchen zu kommen\u201c, erkl\u00e4rt Michele Bannister. \u201eDie Bildung von erd\u00e4hnlichen Planeten braucht dann noch einmal viele Millionen Jahre, die von Gasgiganten wie Jupiter sogar noch l\u00e4nger.\u201c Da es aber in j\u00fcngeren Sternclustern Planeten gibt, die nur eine Million Jahre alt sind, m\u00fcssen diese auf eine andere Art entstanden sein.<\/p>\n<p>\u201eWenn sich Planeten nicht langsam aus mikrometergro\u00dfen Staub- und Gasteilchen aufbauen m\u00fcssten, w\u00fcrde das ihren Entstehungsprozess enorm beschleunigen&#8221;, erkl\u00e4rt Susanne Pfalzner. \u201eAls die Idee aufkam, war sie so einleuchtend. Ich hoffe, dass viele andere Forscher sie aufgreifen und das Modell testen werden.&#8221; Dieses Prinzip h\u00e4tte auch eine weitere Auswirkung: Da Systeme mit mehr Planeten auch mehr Gesteinsbrocken wie Oumuamua auswerfen, helfen sie so anderen Systemen wieder mehr Planeten zu bilden.<\/p>\n<p>\u201eWenn sich unser Modell als richtig herausstellt, w\u00fcrde es auch erkl\u00e4ren, warum die \u00e4ltesten Sterne weniger Planeten haben, als wir es bei neueren Sternsystemen beobachten&#8221;, so Pfalzner. \u201eFr\u00fche Planetengenerationen w\u00e4ren auf konventionelle Art entstanden \u2013 und h\u00e4tten dann mit ausgeworfenen Oumuamuas die Keimzellen f\u00fcr neue protoplanetare Scheiben geliefert.&#8221; Aufgrund dieses Modells w\u00fcrde sich ergeben, dass sich in der gesamten Galaxie immer mehr Planeten bilden, da es immer mehr \u201eFremdlinge\u201c gibt, die frei im Raum driften.<\/p>\n<p>Die Studie der Astronominnen \u201eA hypothesis for the rapid formation of planets\u201c wurde in der Fachzeitschrift Astrophysical Journal Letters ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/saturn-geheimnis-ravioli-kartoffel-mond\/\">Das Geheimnis hinter Saturns Ravioli- und Kartoffel-Monden<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/exoplanet-vlt-teleskop-gravity\/\">VLT-Teleskop der ESO zeigt Details eines st\u00fcrmischen Exoplaneten<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/orion-vlt-eso-kosmisch-fledermaus\/\">VLT der ESO fotografiert eine kosmische Fledermaus in der Dunkelheit<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/vlt-eso-blasen-brandneue-sterne\/\">VLT der ESO zeigt Blasen von brandneuen Sternen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hippocamp-neptun-mond-nicht-gebe\/\">Hippocamp \u2013 der Neptunmond, den es nicht geben d\u00fcrfte<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/planetarischer-nebel-vlt-eso\/\">VLT der ESO h\u00e4lt den letzten Atemzug eines Sterns fest<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/r-aquarii-todeskampf-stern\/\">R Aquarii \u2013 der Todeskampf eines Sterns<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/quasar-hubble-universum-entdeckung\/\">Hubble entdeckt den hellsten Quasar im fr\u00fchen Universum<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hubble-triangulum-galaxie-sterne-bild\/\">Hubble-Panoramabild bietet Blick auf Milliarden Sterne der Triangulum-Galaxie<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hubble-hinweise-mond-ausserhalb-sonnensystem\/\">Hubble findet weitere Hinweise auf einen Mond au\u00dferhalb des Sonnensystems<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/supererde-lebensfeindlich-kalt\/\">Supererde entdeckt \u2013 ein kalter, lebensfeindlicher Ort<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/eso-teleskop-neugeboren-planet-pds-70\/\">ESO-Teleskop zeigt erstes best\u00e4tigtes Bild eines neugeborenen Planeten<\/a><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bilden Gesteinsbrocken aus dem interstellaren Raum den Ursprung f\u00fcr neue Planten? 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