{"id":169344,"date":"2019-04-11T09:00:25","date_gmt":"2019-04-11T07:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=169344"},"modified":"2019-04-11T09:00:25","modified_gmt":"2019-04-11T07:00:25","slug":"ki-basiertes-kamera-system-mit-180-blickwinkel-zur-rundumueberwachung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/ki-basiertes-kamera-system-mit-180-blickwinkel-zur-rundumueberwachung\/","title":{"rendered":"KI-basiertes Kamera-System mit 180\u00b0-Blickwinkel zur Rundum\u00fcberwachung"},"content":{"rendered":"<p>Zugegeben: Der Gedanke ist gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig \u2013 eine Kamera, die zum Beispiel daheim eine Rundum\u00fcberwachung anbietet. W\u00e4hrend aktuelle Smart-Home-Komponenten auf eine kontinuierliche Internetverbindung angewiesen sind, setzt das Kamera-System des Chemnitzer Start-ups <a href=\"https:\/\/3dvisionlabs.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">3dvisionlabs GmbH<\/a> \u2012 bei dem ein einziger Sensor einen kompletten Raum vollst\u00e4ndig in 3D erfasst \u2012, auf eine unabh\u00e4ngige L\u00f6sung. Die Chemnitzer integrierten die leistungsf\u00e4hige Auswertungshardware direkt in das Ger\u00e4t. Denn die Gr\u00fcnder Lars Meinel, Michel Findeisen und Markus He\u00df sind sich des notwendigen Schutzes der Privatsph\u00e4re bewusst. \u201e\u2026 unser Development Kit zeigt: HemiStereo ist Privacy-by-Design. Durch die Integration der 3D-Messung und der Auswertung der sensiblen Bilddaten im Ger\u00e4t selbst wird die Privatsph\u00e4re der Nutzer erheblich besser gewahrt, als wenn ein Cloud-Dienst zum Einsatz kommt\u201c, erkl\u00e4rt Meinel das neuartige System. Die Echtzeit-Auswertung vor Ort geschieht in einem kompakten Edge-Computing-Device durch Algorithmen mit K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI). Somit gelangen zumindest die rohen Bilddaten nicht ins Netz. Das macht dieses Analysesystem zur Erfassung von R\u00e4umen sowie menschlichem Handeln so \u00fcberzeugend.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169347\" aria-describedby=\"caption-attachment-169347\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-169347\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/3dvisionlabs-Founders-600x400.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169347\" class=\"wp-caption-text\">Founders 3dvisionlabs \u00a93dvisionlabs<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Thema \u201eselbstbestimmtes Altern\u201c als Ideengeber<\/h3>\n<p>Die drei Jungunternehmer waren zuvor an der <a href=\"https:\/\/www.tu-chemnitz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">TU Chemnitz<\/a> als wissenschaftliche Mitarbeiter der Professur f\u00fcr Digital- und Schaltungstechnik (Fakult\u00e4t f\u00fcr Informations- und Elektrotechnik) an mehreren industriellen und wissenschaftlichen Forschungsprojekten beteiligt. Die Idee zum 3D-Kamera-System entstand dabei in Zusammenhang mit der Entwicklung von unterst\u00fctzenden Technologien f\u00fcr das gesunde und selbstbestimmte Altern. Hier erkannten die Wissenschaftler das Problem, dass viele der herk\u00f6mmlichen Systeme technisch zu aufw\u00e4ndig und kostspielig waren, um praxistauglich zu sein. F\u00fcr ein System, das beispielsweiseeine gest\u00fcrzte Personen in einer Wohnung erkennt, m\u00fcssten in jedem Raum mehrere Kameras installiert werden. Zudem w\u00e4re eine komplexe Infrastruktur zur internen Verbindung notwendig.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169348\" aria-describedby=\"caption-attachment-169348\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-169348\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Latest-Sensor-HS-DK1-600x380.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"380\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169348\" class=\"wp-caption-text\">Latest Sensor HS-DK1 \u00a93dvisionlabs<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mithilfe der neuen 3D-Kamera-Technik der Chemnitzer soll diese H\u00fcrde nun \u00fcberwunden werden. So ist durch den Einsatz von drei besonders weitwinkligen Kameras in einem Ger\u00e4t pro Raum nur noch ein einziger Sensor zur Personenerkennung n\u00f6tig. Im Inneren des Ger\u00e4tes wertet eine Software die erfassten Daten, wie etwa Koordinaten und 3D-Bilder, aus. Dies bietet im Vergleich zur Auswertung von einfachen 2D-Bildinformationen erhebliche Vorteile bei der Genauigkeit der Erfassung. Zudem besitzt der Sensor eine Art selbstlernenden Algorithmus, der darauf trainiert ist, nach dem Identifizieren eines Menschen, diesen auch im Raum zu \u201everfolgen\u201c. Anhand der Silhouette und der Positionen von K\u00f6rperteilen analysiert der Algorithmus die menschliche Haltung. Das erm\u00f6glicht ihm in Echtzeit einen Sturz auszuwerten und entsprechend zu agieren. So sendet der Sensor im Notfall sofort per SMS oder Smartphone-App ein Alarmsignal an beispielsweise Verwandte bzw. K\u00fcmmerer des Betroffenen. Oder er nutzt als intelligente Komponente eines Hausautomatisierungssystems vorhandene M\u00f6glichkeiten der Alarmierung wie beispielsweise das Absetzen einer Information an den Hausnotrufdienst.<\/p>\n<h3>Verschiedene Einsatzbereiche denkbar<\/h3>\n<p>Die neuartige Kamera-Technologie erlaubt in Verbindung mit KI-Methoden zahlreiche neue M\u00f6glichkeiten der Digitalisierung. Neben der Anwendung im Bereich Smart-Home ist ihr Einsatz auch in der Geb\u00e4udeautomatisierung, zur Unterst\u00fctzung von Sicherheitspersonal im Bereich Security sowie von Kaufhausdetektiven im Bereich Einzelhandel m\u00f6glich. Derzeit ist jeweils ein Prototyp des Systems bei einer SB-Bank in Karlsruhe und bei einer Berliner Filiale einer gro\u00dfen Supermarkt-Kette im Einsatz. Bei letzterer wird \u00fcbrigens gerade getestet, ob sogar die Produkte im Einkaufskorb zu erkennen sind. \u201eDurch das Feedback unserer Partner sind wir in der Lage, unser Produkt vor der \u00f6ffentlichen Einf\u00fchrung ausgiebig zu testen und zu verbessern\u201c, erkl\u00e4rt Meinel.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169349\" aria-describedby=\"caption-attachment-169349\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-169349 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Application-Retail-600x600.png\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"600\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169349\" class=\"wp-caption-text\">Application \u00a93dvisionlabs<\/figcaption><\/figure>\n<p>Technisch ist die Anwendung auf jeden Fall schon umsetzbar. Doch wartet das Unternehmen noch auf Zertifizierungen, um mit der L\u00f6sung am Markt starten zu k\u00f6nnen. Die Jungunternehmer hoffen darauf, ein an Entwickler gerichtetes Development Kit ab Sommer 2019 zur Marktreife zu bringen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst sind vor allem Forschungsinstitute, Universit\u00e4ten und Einzelh\u00e4ndler an dem neuen 3D-Kamera-System interessiert. Doch das Unternehmen zeigt weitere Anwendungsbereiche auf: So k\u00f6nnte die Kamera kassenloses Einkaufen im Supermarkt m\u00f6glich machen. Dabei w\u00fcrde das System erfassen, welche Produkte aus dem Regal genommen werden. Abrechnen k\u00f6nnte der Einzelhandel dann automatisch \u00fcber ein Online-Bezahlsystem. So k\u00f6nnten ganze Retailsysteme kostensparend abgedeckt werden.<\/p>\n<h3>Die Kosten sollten sich zuk\u00fcnftig amortisieren<\/h3>\n<p>Trotz des Einsatzes von drei Kameras wird bei dem Chemnitzer System nur ein einziger Sensor pro Raum ben\u00f6tigt. Dies macht einerseits die Entwicklung einer kosteng\u00fcnstigeren L\u00f6sung m\u00f6glich. Jedoch bedeutet auf der anderen Seite die Cloudunabh\u00e4ngige Technologie wiederum auch einen h\u00f6heren Preis bei der eingesetzten Hardware. Denn auf dem Ger\u00e4t ist dadurch eine h\u00f6here Rechenleistung n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Deshalb befindet sich also der Preis von 2000 Euro aktuell noch sozusagen in einer Patt-Situation, wobei gerade f\u00fcr den Homebereich zuk\u00fcnftige Nutzerkosten von wenigen hundert Euro f\u00fcr ein entsprechendes Notfallsystem anvisiert werden.<\/p>\n<p>Das Start-up z\u00e4hlt \u00fcbrigens zu einer von zahlreichen erfolgreichen Ausgr\u00fcndungen aus der TU Chemnitz. Dank der Unterst\u00fctzung durch das Gr\u00fcndernetzwerk SAXEED sowie einer F\u00f6rderung \u00fcber das EXIST-Gr\u00fcnderstipendium war anfangs der Schritt in die Existenzgr\u00fcndung m\u00f6glich. Nun erhielt das Start-up eine sechsstellige F\u00f6rdersumme vom <a href=\"https:\/\/www.tgfs.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Technologiegr\u00fcnderfonds Sachsen (TGFS)<\/a>. Mit dem Kapital des TGFS will 3dvisionlabs zun\u00e4chst Personal in Vertrieb und Entwicklung aufbauen, um in mehreren Pilotprojekten die wirtschaftlichen Vorteile der neuen Technik zu beweisen. Au\u00dferdem soll die erste kommerzielle Serienversion des Produktes in den Markt eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zugegeben: Der Gedanke ist gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig \u2013 eine Kamera, die zum Beispiel daheim eine Rundum\u00fcberwachung anbietet. W\u00e4hrend aktuelle Smart-Home-Komponenten auf eine kontinuierliche Internetverbindung angewiesen sind, setzt das Kamera-System des Chemnitzer Start-ups 3dvisionlabs GmbH \u2012 bei dem ein einziger Sensor einen kompletten Raum vollst\u00e4ndig in 3D erfasst \u2012, auf eine unabh\u00e4ngige L\u00f6sung. 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