{"id":169243,"date":"2019-04-08T19:55:25","date_gmt":"2019-04-08T17:55:25","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=169243"},"modified":"2019-04-08T19:55:25","modified_gmt":"2019-04-08T17:55:25","slug":"ein-digitaler-marktplatz-soll-dem-bienensterben-entgegenwirken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/ein-digitaler-marktplatz-soll-dem-bienensterben-entgegenwirken\/","title":{"rendered":"Ein digitaler Marktplatz soll dem Bienensterben entgegenwirken"},"content":{"rendered":"<p>Imker sind die Multiplikatoren, wenn es um die Vermehrung von Bienen geht, sagen die Br\u00fcder <em>Poreda <\/em>aus Wien. Um die Arbeit der Imker zu unterst\u00fctzen, haben sie den digitalen Marktplatz <em>Hektar Nektar<\/em> gegr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Bienen z\u00e4hlen weltweit zu den wichtigsten Best\u00e4ubern und sind substanziell f\u00fcr das \u00f6kologische Gleichgewicht. Laut <em>EU Kommission<\/em> geht die Population bei einem Drittel aller Bienenarten zur\u00fcck. Forscher kommen zu regional sehr unterschiedlichen Befunden f\u00fcr das Bienensterben. Derzeit geht man von mehreren Faktoren aus:<\/p>\n<ul>\n<li>der Intensivierung der Landwirtschaft und den damit einhergehenden Monokulturen und Pestiziden;<\/li>\n<li>im Zuge der Globalisierung eingeschleppte Parasiten wie die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Varroamilbe\"><em>Varroamilbe<\/em><\/a>;<\/li>\n<li>Sozial-\u00f6konomische Ver\u00e4nderungen, die Bienenhaltung f\u00fcr Imker unattraktiv gemacht haben;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Beruf des Erwerbsimkers ist mit zahlreichen Herausforderungen verbunden und daher nicht Berufsziel Nummer eins, sagen auch <em>Mark<\/em> und <em>Martin Poreda<\/em>. Indes seien diese die Multiplikatoren, wenn es um die Vermehrung von Bienen gehe, so die Br\u00fcder. Es ist ein Hobbymarkt, den sie bedienen. F\u00fcr neunundneunzig Prozent der \u00f6sterreichischen Imker ist die Bienenzucht ein Hobby, nur ein Prozent arbeitet gewerblich.<\/p>\n<h3>Digitaler Marktplatz<\/h3>\n<p>Um Imker in ihrer Arbeit zu unterst\u00fctzen, gr\u00fcndeten die Br\u00fcder Poreda das Startup <em>Hektar Nektar<\/em>, den nach eigenen Angaben ersten digitalen Marktplatz f\u00fcr den Bienenhandel weltweit. Hier k\u00f6nnen Imker Bienenv\u00f6lker und Zubeh\u00f6r handeln und werden mit geeigneten Stakeholdern vernetzt. Im Online-Shop k\u00f6nnen Imker nach Bienenrasse, nach R\u00e4hmchenformat und nach Zustellung oder Abholung filtern. Bezahlt wird online.<\/p>\n<p>R\u00e4hmchen bestehen aus vier rechteckig zusammengef\u00fcgten Holzleisten, in die eine Zwischenplatte aus Bienenwachs montiert wird. Die Bienen nutzen die R\u00e4hmchen zum Bau von Bienenwaben.<\/p>\n<h3>Sponsorship<\/h3>\n<p>Um auch neue Imker anzuregen, riefen die Br\u00fcder im Herbst 2018 das Projekt 2028 ins Leben. Dabei werden Kooperationen mit Unternehmen geschlossen, die dem Bienensterben entgegenwirken wollen. Diese kommen f\u00fcr die Erstanschaffungskosten neuer Imker auf, die bei rund 1000 Euro liegen. Ein Bienenvolk kostet circa zweihundert Euro. Die unterst\u00fctzenden Unternehmen bekommen ein Marketing-Paket und ein Profil auf Hektar Nektar, damit sie sich mit den von ihnen gef\u00f6rderten Imkern vernetzen k\u00f6nnen. Innerhalb von zehn Jahren soll so die Zahl der Bienen um zehn Prozent erh\u00f6ht werden. In kurzer Zeit konnten schon eine Reihe von Unternehmen gewonnen werden. Bald erhalten die ersten siebzig Imker in Deutschland und \u00d6sterreich ihr Starterset: ein Bienenvolk samt Zubeh\u00f6r. Je Imker werden etwa 50.000 Bienen geliefert.<\/p>\n<p>Die Auslieferung erfolgt im Sommer. Am Winterende sind die Bienen noch sehr schwach. Erst ab zehn Grad beginnen sie wieder zu fliegen, Pollen von Fr\u00fchbl\u00fchern zu sammeln und die erste Brut zu f\u00fcttern.<\/p>\n<h3>Logistik<\/h3>\n<p>Die Logistik wird \u00fcber den bestehenden Marktplatz abgehandelt. Interessierte Imker k\u00f6nnen sich auf der Seite von <em>Hektar Nektar<\/em> registrieren \u2013 vorausgesetzt sie haben sich zuvor einer Ausbildung unterzogen.<\/p>\n<p>Noch vor der Errichtung der Plattform musste die Transportfrage gel\u00f6st werden. Beim Versand von Bienen sind viele Vorschriften zu beachten. Durch den Fl\u00fcgelschlag der Bienen kann es in der Box sehr hei\u00df werden. Deshalb brauchen sie Platz und viel Luft, damit sie nicht \u00fcberhitzen. Der Transport darf nicht l\u00e4nger als vierundzwanzig Stunden dauern und muss in der Nacht stattfinden. Zu finden war also sowohl die Verpackung als auch das Logistikunternehmen.<\/p>\n<p>In der Frage nach dem geeigneten Transport wurde man bei einem Logistikunternehmen f\u00fcndig, das normalerweise f\u00fcr den Transport von Transplantationsorganen zust\u00e4ndig ist. Ein Bereich, in dem es wie bei den Bienen, um K\u00fchlkette und Geschwindigkeit geht.<\/p>\n<h3>Verpackung<\/h3>\n<p>Bei der Verpackung konnte man auf keine bestehende L\u00f6sung zur\u00fcckgreifen. Diese musste erst gefunden werden. Die Bienen werden auf R\u00e4hmchen transportiert. Auf einem R\u00e4hmchen befinden sich circa 5000 Bienen. Da es etwa achthundert verschiedene R\u00e4hmchenformate gibt, wurde ein verstellbarer Steg entwickelt, der auf alle Formate anpassbar ist. Der Steg funktioniert nach dem Prinzip einer H\u00e4ngekartei und erm\u00f6glicht das Fixieren der R\u00e4hmchen in der Box. Abschlie\u00dfend wird die Box in einem gr\u00f6\u00dferen \u00dcberkarton fixiert, damit die Bienen ausreichend Luft haben. <a href=\"https:\/\/hektarnektar.com\/de\/p\/10-stueck-versandkartons-zuchtkartons-fuer-kunstschwaerme-und-ableger\">Hier<\/a> finden Sie Fotos der Verpackung.<\/p>\n<h3>Das Startup<\/h3>\n<p>F\u00fcr <em>Mark<\/em> und <em>Martin Poreda<\/em> ist <em>Hektar Nektar<\/em> schon das zweite Startup. 2007 gr\u00fcndeten sie die Arbeitgeber-Bewertungsplattform <a href=\"https:\/\/www.kununu.com\/at\"><em>Kununu<\/em><\/a>, die sie 2013 an Xing verkauften. Die Gr\u00fcndung von <a href=\"https:\/\/hektarnektar.com\/de\/marktplatz\"><em>Hektar Nektar<\/em><\/a> erfolgte 2017. Im Sommer 2018 erhielten sie ein Investment vom <a href=\"https:\/\/www.bauernverlag.de\/\">deutschen Bauernverlag<\/a>, der seither eine Beteiligung von f\u00fcnfundzwanzig Prozent h\u00e4lt. Mit dem Investment wird Wachstum in \u00d6sterreich und Deutschland angestrebt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/smarte-bienen-ueber-muenchen\/\">Smarte Bienen \u00fcber den D\u00e4chern von M\u00fcnchen<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/schmetterlinge-als-gradmesser-von-biodiversitaet\/\">Schmetterlinge als Gradmesser von Biodiversit\u00e4t<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/rueckgang-von-tagfaltern-auf-landwirtschaftlich-genutzten-wiesen\/\">R\u00fcckgang von Tagfaltern auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Imker sind die Multiplikatoren, wenn es um die Vermehrung von Bienen geht, sagen die Br\u00fcder Poreda aus Wien. 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