{"id":169049,"date":"2019-04-04T19:07:24","date_gmt":"2019-04-04T17:07:24","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=169049"},"modified":"2019-04-04T19:07:24","modified_gmt":"2019-04-04T17:07:24","slug":"hirntumoren-therapie-kuenstliche-intelligenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/hirntumoren-therapie-kuenstliche-intelligenz\/","title":{"rendered":"Bessere Therapie von Hirntumoren durch K\u00fcnstliche Intelligenz"},"content":{"rendered":"<p>In Deutschland erkranken j\u00e4hrlich ca. 4.500 Menschen an einem Gliom, dem h\u00e4ufigsten und b\u00f6sartigsten Hirntumor bei Erwachsenen. Da diese Art Tumor \u00e4u\u00dferst widerstandsf\u00e4hig ist, sind Chemo- oder Strahlentherapie nur begrenzt wirksam und die Tumoren k\u00f6nnen auch durch eine Operation oft nicht vollst\u00e4ndig entfernt werden. Daher forschen Wissenschaftler seit Langem mit Hochdruck nach neuen Behandlungsans\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Einer der wichtigsten Faktoren bei der Beurteilung der Wirksamkeit einer neuen Therapie bei Hirntumoren ist, laut Aussagen von Spezialisten, die Wachstumsdynamik, die \u00fcber Standard-Magnetresonanztomographien (MRT) ermittelt wird. Diese Aufnahmen sind jedoch fehleranf\u00e4llig und f\u00fchren beim manuellen Messen der Tumorausdehnung leicht zu abweichenden Ergebnissen. \u201eDas kann die Beurteilung des Therapieansprechens und in der Folge die Reproduzierbarkeit und Pr\u00e4zision von wissenschaftlichen Aussagen, die auf Bildgebung beruhen, negativ beeinflussen&#8221;, erkl\u00e4rt Martin Bendszus, der \u00c4rztliche Direktor der Abteilung Neuroradiologie am Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg.<\/p>\n<p>Ein Team des Universit\u00e4tsklinikums Heidelberg (<a href=\"https:\/\/www.klinikum.uni-heidelberg.de\/Startseite.2.0.html?&amp;no_cache=1\">UKHD<\/a>) und des Deutschen Krebsforschungszentrums (<a href=\"https:\/\/www.dkfz.de\/de\/index.html\">DKFZ<\/a>) hat deshalb nun ein neues, maschinelles Verfahren zur automatisierten Bild-Analyse von Hirntumoren entwickelt. Daf\u00fcr haben die Wissenschaftler Algorithmen und neuronale Netzwerke entworfen, die das Therapieansprechen bei Hirntumoren anhand von MRT-Aufnahmen verl\u00e4sslicher und pr\u00e4ziser wiedergeben k\u00f6nnen als traditionelle radiologische Verfahren.<\/p>\n<p>Anhand einer Referenzdatenbank mit MRT-Untersuchungen von knapp 500 Hirntumorpatienten des Universit\u00e4tsklinikums Heidelberg erlernten die Algorithmen die Hirntumoren automatisch zu erkennen und zu lokalisieren. Au\u00dferdem konnten die Algorithmen die einzelnen Bereiche (kontrastmittelaufnehmender Tumoranteil, peritumorales \u00d6dem) volumetrisch vermessen und das Therapieansprechen pr\u00e4zise beurteilen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169047\" aria-describedby=\"caption-attachment-169047\" style=\"width: 501px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-169047\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/MRT-Aufnahmen-501x600.jpg\" alt=\"Horntumor\" width=\"501\" height=\"600\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-169047\" class=\"wp-caption-text\">MRT-Aufnahmen im Verlauf der Erkrankung bei einem Patienten mit Glioblastom \u00a9 P. Kickingereder \/ Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden in Kooperation mit der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (<a href=\"https:\/\/www.eortc.org\/\">EORTC<\/a>) umfassend validiert. \u201eDie Auswertung von \u00fcber 2.000 MRT-Untersuchungen von 534 Glioblastom-Patienten aus ganz Europa zeigt, dass unser computerbasierter Ansatz eine zuverl\u00e4ssigere Beurteilung des Therapieansprechens erm\u00f6glicht, als es mit der herk\u00f6mmlichen Methode der manuellen Messung m\u00f6glich w\u00e4re\u201c, erkl\u00e4rt Philipp Kickingereder aus der Abteilung Neuroradiologie am Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg. \u201eWir konnten die Verl\u00e4sslichkeit der Beurteilung um 36 Prozent verbessern. Das kann f\u00fcr die auf Bildgebung basierende Beurteilung der Wirksamkeit einer Therapie in klinischen Studien von entscheidender Bedeutung sein. Auch die Vorhersage des Gesamt\u00fcberlebens war mit unserem neuen Verfahren exakter m\u00f6glich.&#8221;<\/p>\n<h3>Technik k\u00fcnftig auch auf andere Krankheiten \u00fcbertragbar<\/h3>\n<p>Die Forscher hoffen, dass diese Technik schon bald in klinischen Studien und k\u00fcnftig auch in der klinischen Routine zur standardisierten und vollautomatischen Beurteilung des Therapieansprechens von Hirntumoren eingesetzt werden kann. Dazu konzipierten und evaluierten sie eine Softwareinfrastruktur, damit die Technik in bestehende radiologische Infrastruktur integriert werden kann. \u201eDamit schaffen wir die Voraussetzungen f\u00fcr einen breiten Einsatz und eine vollautomatisierte Verarbeitung und Analyse von MRT-Untersuchungen bei Hirntumoren innerhalb weniger Minuten&#8221;, erl\u00e4utert Klaus Maier-Hein aus der Abteilung Medizinische Bildverarbeitung am Deutschen Krebsforschungszentrum.<\/p>\n<p>Zu Zeit wird die neue Technologie am <a href=\"https:\/\/www.nct-heidelberg.de\/\">NCT Heidelberg<\/a> als Teilaspekt einer klinischen Studie zur besseren Behandlung von Glioblastompatienten erneut evaluiert. \u201eF\u00fcr Pr\u00e4zisionstherapien ist eine standardisierte und verl\u00e4ssliche Beurteilung der Effektivit\u00e4t der neuen Behandlungsans\u00e4tze von herausragender Bedeutung. Hier kann die von uns entwickelte Technologie m\u00f6glicherweise einen entscheidenden Beitrag leisten&#8221;, erkl\u00e4rt der Leiter der Neurologischen Klinik des Universit\u00e4tsklinikums Heidelberg, Wolfgang Wick.<\/p>\n<p>Philipp Kickingereder sagt, dass er und seine Kollegen mit dieser Arbeit das gro\u00dfe Potenzial von k\u00fcnstlichen neuronalen Netzwerken in der radiologischen Diagnostik belegen konnten. Klaus Maier-Hein hofft, die Technologie zur automatisierten Hochdurchsatzanalyse von medizinischen Bilddaten weiter voranzubringen und \u201esie neben dem Einsatz bei Hirntumoren auch auf andere Krankheiten wie z.B. Hirnmetastasen oder multiple Sklerose \u00fcbertragen [zu k\u00f6nnen].&#8221;<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/protein-entstehung-therapie-krebs\/\">Unbekanntes Protein entdeckt: Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Therapie von Krebs<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/sport-krebs-therapie-strahlentherapie\/\">Sport als effektive Zusatztherapie zur Strahlentherapie bei Krebs<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/stresshormone-foerdern-die-metastasierung-von-brustkrebs\/\">Stresshormone f\u00f6rdern die Metastasierung von Brustkrebs<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/krebsforschung-personalisierte-therapien-moeglich\/\">Krebsforschung \u2013 personalisierte Therapien m\u00f6glich<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/innovationen-die-die-krebsbehandlung-veraendern-werden-3-immuntherapie\/\">Innovationen, die die Krebsbehandlung ver\u00e4ndern werden (3): Immuntherapie<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/innovationen-die-die-krebsbehandlung-veraendern-werden-1-gentherapie-mit-clostridien\/\">Innovationen, die die Krebsbehandlung ver\u00e4ndern werden (1): Gentherapie mit Clostridien<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland erkranken j\u00e4hrlich ca. 4.500 Menschen an einem Gliom, dem h\u00e4ufigsten und b\u00f6sartigsten Hirntumor bei Erwachsenen. 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