{"id":168651,"date":"2019-03-30T11:37:45","date_gmt":"2019-03-30T10:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=168651"},"modified":"2019-03-30T11:37:45","modified_gmt":"2019-03-30T10:37:45","slug":"ldacs-dlr-digital-uebertragungsverfahren-navigation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/ldacs-dlr-digital-uebertragungsverfahren-navigation\/","title":{"rendered":"DLR testet digitales \u00dcbertragungsverfahren mit Navigationsfunktion"},"content":{"rendered":"<p>Seit den 1930er Jahren findet die Kommunikation zwischen Fluglotsen und Piloten auf ein und dieselbe Art statt. Anweisungen, den Kurs oder Flugh\u00f6he zu \u00e4ndern, eine Startfreigabe und dergleichen passieren mittels analogem Sprechfunk. Bei immer h\u00f6herem Flugaufkommen k\u00f6nnte das aber in absehbarer Zeit zu Problemen f\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eEs ist zwar immer noch sicher und robust, aber umst\u00e4ndlich zu bedienen&#8221;, erkl\u00e4rt Michael Schnell vom <a href=\"https:\/\/www.dlr.de\/kn\">DLR-Institut f\u00fcr Kommunikation und Navigation in Oberpfaffenhof<\/a>en. \u201eDie Piloten m\u00fcssen sich noch immer m\u00fcndlich an- und abmelden und die Funkfrequenzen von Hand eingeben.&#8221; Da diese Technologie au\u00dferdem ein breites Frequenzspektrum ben\u00f6tige, sei das problematisch, weil nur begrenzt Frequenzen zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden und die Anzahl der Flugbewegungen weiter steige. Um dem entgegenzusteuern, wird beim DLR in Oberpfaffenhofen gemeinsam mit Partnern eine neue Technik entwickelt, die dem Abhilfe schaffen soll: der digitale Flugfunkstandard LDACS (L-band Digital Aeronautical Communications System).<\/p>\n<p>Ende M\u00e4rz 2019 erprobt das Forschungsflugzeug Falcon des DLR zum ersten Mal einen Prototypen f\u00fcr LDACS. Diese neue Technik soll die Kommunikation zwischen Tower und Flugkapit\u00e4n in Zukunft auf neue Wege f\u00fchren. Sie soll einen sicheren und effizienten Datenaustausch zwischen Flugsicherung und Cockpit bis hin zur 4D-Flugroute erm\u00f6glichen. Dar\u00fcber hinaus ist LDACS ein alternatives Navigationssystem f\u00fcr die Luftfahrt, das aus den Signalen der Bodenstationen die Flugzeugposition bestimmt. Im Laufe der Forschungsfl\u00fcge werden vier Teststationen in Oberbayern \u00fcberflogen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_168649\" aria-describedby=\"caption-attachment-168649\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-168649 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/falcon_grossrubatscher-600x338.jpg\" alt=\"LDACS\" width=\"600\" height=\"338\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-168649\" class=\"wp-caption-text\">DLR-Verantwortlicher f\u00fcr LDACS, Herr Dr. Michael Schnell \u00a9 DLR<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Zus\u00e4tzliche Sicherheit<\/h3>\n<p>\u201eIm Prinzip funktioniert LDACS f\u00fcr die Luftfahrt \u00e4hnlich wie der Mobilfunk am Boden&#8221;, erkl\u00e4rt Schnell. \u201eDie Bodenstation entspricht der Mobilfunk-Basisstation und das Funkger\u00e4t im Flugzeug dem Smartphone.&#8221; Die neue Technologie, mit der sich Piloten und Lotsen besser verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, erm\u00f6gliche sowohl Sprachkommunikation in CD-Qualit\u00e4t als auch einen schnellen Datenaustausch.<\/p>\n<p>Prof. Christoph G\u00fcnther, Leiter des DLR-Instituts f\u00fcr Kommunikation und Navigation, erkl\u00e4rt, dass die besondere Herausforderung darin bestanden habe, dass keine neuen Frequenzen f\u00fcr diesen digitalen Dienst zur Verf\u00fcgung gestellt werden konnten. &#8220;Deshalb mussten Verfahren entwickelt werden, die es erlauben den Dienst parallel zu anderen Diensten im selben Frequenzband zu betreiben.&#8221; Aktuell wird die Technik im Forschungsprojekt MICONAV (Migration towards Integrated COM\/NAV Avionics), das vom Luftfahrtforschungsprogram LuFo V des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie mitfinanziert wird, zur Flugreife gebracht.<\/p>\n<p>Neben einer besseren Verst\u00e4ndigung hat LDACS f\u00fcr Piloten und Fluglotsen weitere Vorteile. Sie k\u00f6nnen schneller und effizienter kommunizieren und auch viel komplexe Informationen austauschen, die mit analogem Sprechfunk gar nicht \u00fcbermittelt werden k\u00f6nnen. Die Lotsen werden den Flugzeugen digital vierdimensionale Trajektorien, d.h. Flugpfade mit Zeitstempeln, vorgeben k\u00f6nnen. Au\u00dferdem ist das System in der Lage, neben der Satellitennavigationssystemen, auch pr\u00e4zise Ortsbestimmungen des Flugzeugs \u00fcber die Abstandsermittlung an mindestens vier Bodenstationen liefern. \u201eSollten die Signale der GPS oder Galileo Satelliten gest\u00f6rt werden, st\u00fcnde den Piloten \u00fcber LDACS immer noch eine pr\u00e4zise Ortsbestimmung zur Verf\u00fcgung&#8221;, so Schnell. &#8220;Das schafft zus\u00e4tzliche Sicherheit.&#8221;<\/p>\n<figure id=\"attachment_168648\" aria-describedby=\"caption-attachment-168648\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-168648 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/miconav-600x338.jpg\" alt=\"LDACS\" width=\"600\" height=\"338\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-168648\" class=\"wp-caption-text\">DLR-Forscher im Forschungsflugzeug Falcon \u00a9 DLR<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Spezielle neue LDACS-Bodenstationen<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Testfl\u00fcge habe die DLR extra neue LDACS-Bodenstationen in Oberpfaffenhofen, Schwabm\u00fcnchen, Peiting und K\u00f6nigsdorf eingerichtet, erkl\u00e4rt DLR-Flugversuchspilot Michael Grossrubatscher. Dabei wird die neue Technik auf reibungslosen Wechsel zwischen den Bodenstationen, ausreichende Daten\u00fcbertragungsgeschwindigkeit, Reichweite und Genauigkeit der Navigationsfunktion getestet. \u201eBisher haben wir all das nur modellhaft im Labor getestet und es ist ein gro\u00dfer Moment, die Technik nun endlich voll im Einsatz in der Luft zu sehen&#8221;, freut sich Michael Schnell.<\/p>\n<p>Bis die neue Technik im t\u00e4glichen Flugverkehr und weltweit an s\u00e4mtlichen Kontrollstationen und Flugh\u00e4fen eingesetzt werden kann, werden aber wohl noch ein paar Jahr vergehen. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des DLR bei der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO (International Civil Aviation Organization) f\u00fcr die Standardisierung gibt es bereits seit 2016. \u201eSobald der Standard endg\u00fcltig festgeschrieben ist, sind Hersteller und Fluggesellschaften aufgefordert, ihn zu \u00fcbernehmen&#8221;, erkl\u00e4rt Schnell. &#8220;Bis 2022 soll es so weit sein.\u201c<\/p>\n<p><strong>Zum Thema:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/internet-erde-weltraum-wolkenlasertechnologie\/\">Internet auf der Erde und \u00fcber den Wolken dank Lasertechnologie<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit den 1930er Jahren findet die Kommunikation zwischen Fluglotsen und Piloten auf ein und dieselbe Art statt. Anweisungen, den Kurs oder Flugh\u00f6he zu \u00e4ndern, eine Startfreigabe und dergleichen passieren mittels analogem Sprechfunk. 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