{"id":168596,"date":"2019-03-29T15:01:36","date_gmt":"2019-03-29T14:01:36","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=168596"},"modified":"2019-03-29T15:01:36","modified_gmt":"2019-03-29T14:01:36","slug":"saturn-geheimnis-ravioli-kartoffel-mond","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/saturn-geheimnis-ravioli-kartoffel-mond\/","title":{"rendered":"Das Geheimnis hinter Saturns Ravioli- und Kartoffel-Monden"},"content":{"rendered":"<p>Der Saturn ist mit seinen Monden und Ringen seit Langem ein dankbares Objekt f\u00fcr Hobby-Sternenforscher und auch f\u00fcr Profis &#8211; und Letztere ver\u00f6ffentlichten nun erstaunliche neue Erkenntnisse \u00fcber den sechsten Planeten unseres Sonnensystems. W\u00e4hrend die meisten der insgesamt 62 Monde in gro\u00dfem Abstand au\u00dferhalb des Hauptringsystems um ihren Planeten kreisen, gibt es auch f\u00fcnf kleinere Ringmonde. Bilder der Cassini-Raumsonde enth\u00fcllten nun faszinierende Geheimnisse \u00fcber die Entstehung der Ravioli- und Kartoffelf\u00f6rmigen sogenannten \u201eSch\u00e4ferhundmonde\u201c des Saturn, Pan, Daphnis, Atlas, Pandora und Epimetheus. Ein Forscherteam unter Beteiligung des <a href=\"https:\/\/www.mps.mpg.de\/en\">Max-Planck-Instituts f\u00fcr Sonnensystemforschung<\/a> (MPS) in G\u00f6ttingen und der <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/\">Freien Universit\u00e4t Berlin<\/a> pr\u00e4sentierte Ergebnisse der Messungen in der Fachzeitschrift <em>Science<\/em>.<\/p>\n<p>Drei der Monde, Pan, Daphnis und Atlas, sehen mit ihren wulstartigen Verdickungen entlang des \u00c4quators aus wie kosmische Ravioli, w\u00e4hrend Pandora und Epimetheus eher an gigantische Kartoffeln erinnern. Die Wulste der \u201eRavioli\u201c seien vermutlich aus winzigen Staubpartikeln entstanden, die im Laufe von Jahrmillionen infolge der geringen Schwerkraft der Monde aus angrenzenden Bereichen angezogen wurden, sagen die Forscher. Darunter k\u00f6nnte sich ein dichterer Kern verbergen \u2013 m\u00f6glicherweise ein Bruchst\u00fcck eines gr\u00f6\u00dferen K\u00f6rpers, der einst den Saturn umkreiste und durch Zusammenst\u00f6\u00dfe zerbrach. Unterst\u00fctzt werde diese These durch die von den Cassini-Instrumenten beobachteten geringen Dichten und por\u00f6sen Oberfl\u00e4chen der inneren Monde.<\/p>\n<figure id=\"attachment_168592\" aria-describedby=\"caption-attachment-168592\" style=\"width: 267px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-168592\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/PIA21449_modest-400x600.jpg\" alt=\"Saturn\" width=\"267\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-168592\" class=\"wp-caption-text\">Fotomontage von drei der kleinen Ringmonde des Saturns: Atlas, Daphnis und Pan im gleichen Ma\u00dfstab zur besseren Vergleichbarkeit. \u00a9 NASA\/JPL-Caltech\/Space Science Institute<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Eine Mischung aus organischen Stoffen und m\u00f6glicherweise Eisen<\/h3>\n<p>Dank der au\u00dfergew\u00f6hnlich detaillierten Bilder konnten die Wissenschaftler die Beschaffenheit der Monde bestimmen und stellten fest, dass der Wulst bei bei Atlas etwa 25 Prozent des Gesamtvolumens ausmacht, bei Pan rund zehn Prozent und bei Daphnis lediglich ein Prozent. In allen drei F\u00e4llen ist der Wulst allerdings deutlich glatter und von weniger Kratern durchzogen als der Rest der Oberfl\u00e4che, was auf ein j\u00fcngeres Alter schlie\u00dfen l\u00e4sst. Das Gleiche trifft auch auf die eher flache \u00c4quatorregion des Mondes Pandora zu. \u201eInsgesamt erscheint die Oberfl\u00e4che der f\u00fcnf Trabanten sehr por\u00f6s; ihre mittleren Dichten sind mit maximal 640 Kilogramm pro Kubikmetern vergleichbar mit der von Kork\u201c, sagen die Forscher.<\/p>\n<p>Je n\u00e4her die Monde am Saturn liegen, desto r\u00f6tlicher erscheinen sie, in der F\u00e4rbung, die auch im Ringmaterial selbst \u00fcberwiegt. \u201eWahrscheinlich verursacht eine Mischung aus organischen Stoffen und m\u00f6glicherweise Eisen, die wiederum aus dem Ringsystem stammt, eine r\u00f6tliche F\u00e4rbung der inneren Monde&#8221;, erl\u00e4utert Frank Postberg von der FU Berlin.<\/p>\n<p>Die weiter au\u00dfen liegenden Ringmonde, besonders Epimetheus, erscheinen hingegen bl\u00e4ulicher. Den Grund daf\u00fcr sehen Postberg und seine Kollegen in Ablagerungen von Eisteilchen aus den Hauptringen und winzigen Eisk\u00f6rnchen und Wasserdampf, die vom gr\u00f6\u00dferen Mond Enceladus ausgesto\u00dfen werden, der au\u00dferhalb der Hauptringe kreist. \u201eBeide Prozesse wirken zusammen und bestimmen so das Erscheinungsbild der Ringmonde in Abh\u00e4ngigkeit von ihrem Abstand zum Saturn\u201c, sagt Max-Planck-Forscher Elias Roussos, einer der Hauptautoren der Ver\u00f6ffentlichung.<\/p>\n<h3>\u00dcberraschung in den Ringen<\/h3>\n<p>Das Hauptcharakteristikum des Saturn ist dessen beeindruckendes Ringsystem, das aus Gesteinsbrocken, Eis und Staub besteht \u2013 und f\u00fcr die Wissenschaftler eine besondere \u00dcberraschung bereithielt: In den Messdaten stellten sie eine Ansammlung energetischer Elektronen entlang des F-Rings fest, die jedoch nicht den gesamten Ring betrifft, sondern nur wenige Stunden nach der lokalen Mittagszeit ausgedehnt \u00fcber einen Winkel von 15 Grad zu finden sind.<\/p>\n<figure id=\"attachment_168591\" aria-describedby=\"caption-attachment-168591\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-168591\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/PIA03550_modest-600x218.jpg\" alt=\"Saturn\" width=\"600\" height=\"218\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-168591\" class=\"wp-caption-text\">K\u00fcnstlerische Darstellung der Saturnringe und der gro\u00dfen Eismonde \u00a9 NASA\/JPL<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese, von den Forschern als Mikrostrahlungsg\u00fcrtel bezeichnete Verteilung, deute auf komplexe Plasmastr\u00f6me in der N\u00e4he des Planeten hin. Besonders \u00fcberraschend sei jedoch, dass sie mit dem F-Ring zusammenf\u00e4llt. \u201eRinge sind allgemein daf\u00fcr bekannt, Partikelstrahlung zu absorbieren. Im Gegensatz dazu scheint der F-Ring einen eigenen, winzigen Strahlungsg\u00fcrtel zu erzeugen. Wie das passiert, ist immer noch ein R\u00e4tsel&#8221;, sagt Roussos.<\/p>\n<p>Die Cassini-Raumsonde umkreiste den Saturn zwischen Juli 2004 und September 2017 insgesamt 294 Mal, wobei es zwischen Dezember 2016 und April 2017 mehrere relativ nahe Vorbeifl\u00fcge an den inneren Monden gab. Dabei nahmen sechs wissenschaftliche Instrumente an Bord, unter anderem Kameras, Spektrometer und der Staubdetektor, Daten auf, die jetzt die genaue Bestimmung von Morphologie, Struktur und Zusammensetzung der Monde erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in einem Artikel im Journal <em>Geophysical Research Letters<\/em> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p><strong>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/exoplanet-vlt-teleskop-gravity\/\">VLT-Teleskop der ESO zeigt Details eines st\u00fcrmischen Exoplaneten<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/orion-vlt-eso-kosmisch-fledermaus\/\">VLT der ESO fotografiert eine kosmische Fledermaus in der Dunkelheit<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/vlt-eso-blasen-brandneue-sterne\/\">VLT der ESO zeigt Blasen von brandneuen Sternen<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hippocamp-neptun-mond-nicht-gebe\/\">Hippocamp \u2013 der Neptunmond, den es nicht geben d\u00fcrfte<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/planetarischer-nebel-vlt-eso\/\">VLT der ESO h\u00e4lt den letzten Atemzug eines Sterns fest<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/r-aquarii-todeskampf-stern\/\">R Aquarii \u2013 der Todeskampf eines Sterns<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/quasar-hubble-universum-entdeckung\/\">Hubble entdeckt den hellsten Quasar im fr\u00fchen Universum<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hubble-triangulum-galaxie-sterne-bild\/\">Hubble-Panoramabild bietet Blick auf Milliarden Sterne der Triangulum-Galaxie<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/hubble-hinweise-mond-ausserhalb-sonnensystem\/\">Hubble findet weitere Hinweise auf einen Mond au\u00dferhalb des Sonnensystems<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/supererde-lebensfeindlich-kalt\/\">Supererde entdeckt \u2013 ein kalter, lebensfeindlicher Ort<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/eso-teleskop-neugeboren-planet-pds-70\/\">ESO-Teleskop zeigt erstes best\u00e4tigtes Bild eines neugeborenen Planeten<\/a><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Saturn ist mit seinen Monden und Ringen seit Langem ein dankbares Objekt f\u00fcr Hobby-Sternenforscher und auch f\u00fcr Profis &#8211; und Letztere ver\u00f6ffentlichten nun erstaunliche neue Erkenntnisse \u00fcber den sechsten Planeten unseres Sonnensystems. 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