{"id":168474,"date":"2019-03-28T07:00:03","date_gmt":"2019-03-28T06:00:03","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=168474"},"modified":"2019-03-28T07:00:03","modified_gmt":"2019-03-28T06:00:03","slug":"junge-menschen-zur-kritischen-auseinandersetzung-mit-multiresistenzen-anregen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/junge-menschen-zur-kritischen-auseinandersetzung-mit-multiresistenzen-anregen\/","title":{"rendered":"Junge Menschen zur kritischen Auseinandersetzung mit Multiresistenzen anregen"},"content":{"rendered":"<p>Mikrobiologen an der <em>Universit\u00e4t Innsbruck<\/em> forschen an neuen Wirkstoffen, die gegen multiresistente Keime eingesetzt werden kann. Das Problem liegt nicht zuletzt am falschen Gebrauch von Antibiotika. Deshalb gehen die Forscher auch an Schulen und regen junge Menschen zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema an.<\/p>\n<p>Multiresistente Erreger halten sich an keine Landesgrenzen. \u201eDie teils unvorsichtige Handhabung von Antibiotika in Landwirtschaft oder Medizin in manchen Regionen hat (&#8230;) direkte Konsequenzen f\u00fcr den Rest der Welt\u201c, erkl\u00e4rt die Mikrobiologin <em>Pamela<\/em> <em>Vrabl<\/em>. Durch die zunehmende Globalisierung und Mobilit\u00e4t der Menschen k\u00f6nnen sich Erreger verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig schnell \u00fcber die Kontinente verbreiten. Es braucht also globale Strategien, um dem Problem zu begegnen. Bleiben diese aus, werden im Jahr 2050 mehr Menschen an multiresistenten Keimen sterben als beispielsweise an Krebserkrankungen \u2013 sch\u00e4tzen Experten.<\/p>\n<h3>Zu entdeckendes Potenzial<\/h3>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/microbiology\/team\/vrabl_pamela\/index.html.de\">Pamela Vrabl<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/microbiology\/team\/schinagl_christoph\/index.html.de\">Christoph<\/a><\/em> <em>Schinagl<\/em> vom <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/microbiology\/\"><em>Institut f\u00fcr Mikrobiologie<\/em><\/a> an der <em>Universit\u00e4t Innsbruck<\/em> arbeiten gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen vom <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/fakultaeten\/chemie_und_pharmazie\/index.html.de\"><em>Institut f\u00fcr Pharmazie<\/em><\/a> sowie der <a href=\"https:\/\/www.i-med.ac.at\/hygiene\/\"><em>Sektion f\u00fcr Hygiene und Medizinische Mikrobiologie<\/em> <\/a>an der <a href=\"https:\/\/www.i-med.ac.at\/mypoint\/\"><em>Medizinischen Universit\u00e4t Innsbruck<\/em><\/a> an Alternativen. Das interdisziplin\u00e4re Team setzt auf Pilze. Diese werden zwar schon zur Herstellung von Antibiotika verwendet, bergen aber noch gro\u00dfes Potenzial. Das Team hat das Ziel, noch unentdeckte Stoffwechselwege unter Laborbedingungen zu untersuchen und f\u00fcr die Behandlung multiresistenter Keime zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Konkret sind es zwei vielversprechende Pilze, die untersucht werden. Einer davon wird bereits als Wirkstoff in der Krebstherapie und in der landwirtschaftlichen Schadinsekt-Bek\u00e4mpfung genutzt. Ein weiterer Pilz produziert Wirkstoffe, die diesen zu einem m\u00f6glichen Anw\u00e4rter f\u00fcr ein neues Antibiotikum machen.<\/p>\n<h3>Bewusstseinsbildung<\/h3>\n<p>Parallel zur Laborarbeit m\u00f6chte die Teamleiterin <em>Vrabl<\/em> auch die Bewusstseinsbildung bei jungen Menschen anregen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/dingim\/team\/sagmeister\/\"><em>Konstantin Sagmeister<\/em> <\/a>vom <em>Institut f\u00fcr Fachdidaktik<\/em> an der <em>Universit\u00e4t Innsbruck<\/em>, geht sie an lokale Schulen um die Sch\u00fcler m\u00f6glichst fr\u00fch aufzukl\u00e4ren und zu ermutigen, dieses Wissen auch weiter zu verbreiten. Inhaltlich geht es um M\u00f6glichkeiten zum Selbstschutz vor Infektionen und die korrekte Handhabung von Antibiotika. Schon allt\u00e4gliche Hygienema\u00dfnahmen wie regelm\u00e4\u00dfiges H\u00e4ndewaschen k\u00f6nne schon sch\u00fctzen, so Vrabl.<\/p>\n<p>\u201eAntibiotika werden derzeit weltweit oft falsch und zu unvorsichtig angewendet (&#8230;)\u201c, erkl\u00e4rt <em>Vrabl<\/em>. Den Sch\u00fclern soll klar werden, dass jeder Einzelne dazu beitragen kann, den falschen Gebrauch von Antibiotika und die damit einhergehende erh\u00f6hte Resistenzbildung zu reduzieren.<\/p>\n<h3>Kritische Auseinandersetzung<\/h3>\n<p>Um die zugrunde liegenden sozio\u00f6konomischen und geopolitischen Dynamiken aufzuzeigen, arbeiten <em>Vrabl<\/em> und <em>Sagmeister<\/em> mit rollenbasierten Podiumsdiskussionen. Dabei schl\u00fcpfen die Sch\u00fcler in die Rollen der beteiligten Akteure und erarbeiten deren Positionen. M\u00f6gliche Rollen sind Landwirtschaft, Pharmaindustrie, Medizin, Politik, Umwelt-Nichtregierungs-Organisationen sowie das \u00f6ffentliche nationale beziehungsweise internationale Gesundheitswesen. Unterst\u00fctzt von Mentoren setzen sich die Sch\u00fcler intensiv mit den Einstellungen, Problemen und Interessen einzelner Akteure auseinander und entwickeln Argumente.<\/p>\n<h3>Wissenserwerb<\/h3>\n<p>Am Ende der Workshops schl\u00fcpfen die Sch\u00fcler in Requisiten, um sich auch mental auf die Rollen einzustellen und diskutieren auf dem Podium. Wie <em>Sagmeister<\/em> anmerkt, entstehen nicht selten hitzige Diskussionen: \u201eAus didaktischer Sicht wird eben dieser Art des Wissenserwerbs gro\u00dfes Potenzial zugeschrieben. (&#8230;) Die Beteiligten lernen dadurch sehr schnell, dass es nicht nur eine Wirklichkeit gibt. (&#8230;) So erm\u00f6glicht diese Methode ein tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die einzelnen vertretenen Positionen und deren Dynamiken und f\u00fchrt zu einer starken Verankerung des Gelernten\u201c, so der Dissertant im Bereich <em><a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/dingim\/index.html.de\">Didaktik der Naturwissenschaften, Geographie, Informatik und Mathematik<\/a>.<\/em><\/p>\n<p>Das Projekt startete im Juni 2018 und l\u00e4uft an Schulen in den Bundesl\u00e4ndern Tirol und Vorarlberg. Unterst\u00fctzt werden die Forscher dabei auch von <a href=\"https:\/\/www.klasse-forschung.at\/ueberuns\/team\/\"><em>Elisabeth Lukasser-Vogl<\/em><\/a>, gesch\u00e4ftsf\u00fchrende Obfrau im Verein <a href=\"https:\/\/www.klasse-forschung.at\/\"><em>klasse!forschung<\/em><\/a>.<\/p>\n<p><em>Pamela Vrabl<\/em> ist <a href=\"https:\/\/www.fwf.ac.at\/de\/forschungsfoerderung\/fwf-programme\/firnberg-programm\/\"><em>Hertha Firnberg<\/em>-Stipendiatin<\/a> des Fonds zur F\u00f6rderung der wissenschaftlichen Forschung (<a href=\"https:\/\/www.fwf.ac.at\/\">FWF<\/a>). Darin k\u00f6nnen hervorragend qualifizierte Wissenschafterinnen, die eine Universit\u00e4tslaufbahn anstreben, insgesamt sechs Jahre F\u00f6rderung in Anspruch nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/gesteigerte-hygiene-foerdert-antibiotikaresistenz\/\">Gesteigerte Hygiene f\u00f6rdert Antibiotikaresistenz<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/schimmelpilz-fur-grune-medizin\/\">Schimmelpilz als Grundlage f\u00fcr gr\u00fcne Medizin<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikrobiologen an der Universit\u00e4t Innsbruck forschen an neuen Wirkstoffen, die gegen multiresistente Keime eingesetzt werden kann. Das Problem liegt nicht zuletzt am falschen Gebrauch von Antibiotika. Deshalb gehen die Forscher auch an Schulen und regen junge Menschen zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema an. 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