{"id":168219,"date":"2019-03-25T10:26:04","date_gmt":"2019-03-25T09:26:04","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=168219"},"modified":"2019-03-25T10:26:04","modified_gmt":"2019-03-25T09:26:04","slug":"168219-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/168219-2\/","title":{"rendered":"Glutenfreies Getreide soll n\u00e4hrstoffreicher werden"},"content":{"rendered":"<p>In glutenfreien Getreiden sind weniger N\u00e4hrstoffe enthalten als in gel\u00e4ufigen Getreidesorten. Im Projekt <em>Re-Cereal<\/em> forscht man an einer Optimierung der Getreide. Zun\u00e4chst wurde ein Messger\u00e4t zur Analyse der N\u00e4hrstoffe entwickelt. Dieses soll bald auch Endverbrauchern zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Etwa ein Prozent der Bev\u00f6lkerung weltweit ist von einer Glutenunvertr\u00e4glichkeit betroffen. Studien lassen darauf schlie\u00dfen, dass nur drei Prozent der Betroffenen diagnostiziert sind (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.coeli-news.com\/gesundheit\/zoeliakie-zahlen-und-fakten\/\">Coeli News<\/a>). Der Begriff <em>Gluten<\/em> bezeichnet das Klebereiwei\u00df in g\u00e4ngigen Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Roggen oder Gerste. Die Glutenunvertr\u00e4glichkeit (Z\u00f6liakie) kann nur durch das Vermeiden von glutenhaltigen Lebensmitteln therapiert werden. Dass das Angebot an glutenfreien Produkten zuletzt zunahm, hat aber noch einen anderen Grund: Die glutenfreie Ern\u00e4hrung liegt im Trend.<\/p>\n<p>Alternativen zu glutenhaltigen Getreiden sind (Pseudo-) Getreide wie Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa, Amaranth, Kartoffel, Kichererbsen, &#8230; (Pseudo-) Getreide, weil es sich etwa bei Buchweizen nicht um ein Getreide, sondern um ein Kn\u00f6terichgew\u00e4chs handelt. Dennoch kann dieses wie Getreide verarbeitet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_168221\" aria-describedby=\"caption-attachment-168221\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-168221\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Buchweizen-buckwheat-c-Pixabay-LeoNeoBoy-600x382.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"382\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-168221\" class=\"wp-caption-text\">Buchweizen (buckwheat) (c) Pixabay &#8211; LeoNeoBoy<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Geringer N\u00e4hrstoffgehalt<\/h3>\n<p>Problematisch an der glutenfreien Ern\u00e4hrung ist der geringe N\u00e4hrstoffanteil der h\u00e4ufig eingesetzten Getreidesorten. Ern\u00e4hren sich die Betroffenen nicht wirklich ausgewogen, drohen Mangelerscheinungen. Experten wissen, dass der N\u00e4hrstoffgehalt von Getreide optimiert werden kann. So entstand etwa der h\u00f6here N\u00e4hrstoffanteil in verbreiteten Getreiden wie Weizen erst durch gezielte Z\u00fcchtung. Dieser Effekt soll nun auch bei glutenfreien Getreiden erreicht werden.<\/p>\n<p>Das <em>Institut f\u00fcr Analytische Chemie und Radiochemie<\/em> an der <em>Universit\u00e4t Innsbruck<\/em> ist an <a href=\"https:\/\/www.re-cereal.com\/\"><em>Re-Cereal<\/em><\/a> beteiligt, einer umfassenden Studie zur Erforschung glutenfreier Alternativen zu herk\u00f6mmlichem Getreide. Im vom <a href=\"https:\/\/www.efre.gv.at\/\"><em>Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung<\/em><\/a> gef\u00f6rderten Projekt liegt der Fokus auf Hirse und Buchweizen \u2013 Sorten, die in Vergessenheit geraten sind. Die Forschung soll Akteuren im Landwirtschafts- und Lebensmittelsektor neue Erkenntnisse bringen. Die Verfahrenstechnik soll vom Korn bis zum fertigen Produkt optimiert werden.<\/p>\n<h3>Forschungsaufgaben<\/h3>\n<ul>\n<li>Bisher war der Anbau von Hirse und Buchweizen wirtschaftlich uninteressant. Die Pflanzen tragen weniger Fr\u00fcchte oder Samen. Deshalb muss eine gr\u00f6\u00dfere Menge f\u00fcr denselben Ertrag angebaut werden. Damit sich der Anbau f\u00fcr die Landwirte auch rentiert, sollen optimierte Anbaumethoden entwickelt werden.<\/li>\n<li>Um den N\u00e4hrstoffgehalt zu optimieren gilt es, die geeignetsten Sorten und besten Zuchtmethoden zu kl\u00e4ren.<\/li>\n<li>Im Produktionsprozess gehen viele wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Durch geeignete Verfahren sollen die zuvor aufw\u00e4ndig gez\u00fcchteten N\u00e4hrstoffe in den Getreidesorten bis zum fertigen Produkt erhalten bleiben.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><\/h3>\n<h3>Analyse der N\u00e4hrstoffe<\/h3>\n<p>Ausgangspunkt der Forschung ist die Analyse der N\u00e4hrstoffe in den glutenfreien Getreidesorten. Insbesondere sind es Proteine, Aminos\u00e4uren und das antioxidative Potenzial, die Auskunft \u00fcber die gesundheitsf\u00f6rdernden Eigenschaften einer Sorte geben. Verantwortlich f\u00fcr die Analyse sind <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/acrc\/mitarbeiter\/huck\/\"><em>Christian Huck<\/em><\/a>, Professor am <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/acrc\/\"><em>Institut f\u00fcr Analytische Chemie und Radiochemie<\/em><\/a> und die Dissertantin <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/acrc\/mitarbeiter\/\"><em>Verena Wiedemair<\/em><\/a>.<\/p>\n<p>Um die enthaltenen N\u00e4hrstoffe und das antioxidative Potenzial bestimmen zu k\u00f6nnen, entwickelten die Chemiker eine optimierte Nahinfrarot-Spektroskopie. Dabei handelt es sich um eine besonders schonende Methode, mit der minimalinvasiv und zerst\u00f6rungsfrei gemessen werden kann.<\/p>\n<h3>Das Messger\u00e4t<\/h3>\n<p>Ein Spektrometer ist ein Ger\u00e4t, das Licht im Nah-Infrarotbereich aussendet. Dabei trifft das kurzwellige Licht auf das zu untersuchende Objekt und versetzt gewisse Molek\u00fcle in Schwingung. Ein Teil des Lichts wird absorbiert, der Rest wird reflektiert und \u00fcber den Leiter wieder zur\u00fcck an das Ger\u00e4t gesendet. Dieses berechnet die Differenz zwischen dem ausgestrahlten und dem reflektierten Licht. Das sind die Daten, aus denen die Forscher die relevanten Informationen ablesen k\u00f6nnen. Ergebnis dieser Analyse ist ein sogenanntes Spektrum, das die Absorptionsbanden zeigt.<\/p>\n<p>Eine Absorptionsbande ist ein Wellenl\u00e4ngenintervall, in dem die elektromagnetische Strahlung durch chemische Substanzen auf dem Weg zum Empf\u00e4nger selektiv absorbiert wird.<\/p>\n<p>Das elaborierte Messverfahren soll nicht auf den Laborgebrauch beschr\u00e4nkt bleiben. Die Forscher wollen die Messung vereinfachen und das Ger\u00e4t verkleinern, um dieses auch Endverbrauchern zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Inwieweit eine Optimierung der N\u00e4hrstoffe in glutenfreien Getreiden gelungen ist, wird nach Abschluss des Projekts im Juli 2019 bekannt werden.<\/p>\n<p>In der grenz\u00fcberschreitenden Kooperation forschten Forschungseinrichtungen und private Partner aus der Grenzregion Italien und \u00d6sterreich: Universit\u00e4t Udine, Universit\u00e4t Innsbruck, Versuchszentrum Laimburg, K\u00e4rntner Saatbau, Dr. Sch\u00e4r AG. N\u00e4here Informationen zu den Partnern finden Sie unter diesem <a href=\"https:\/\/www.re-cereal.com\/partner\/\">Link<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/allergiker-wissenschaftler-erbgut-weizen\/\">Hoffnung f\u00fcr Allergiker: Wissenschaftler entschl\u00fcsseln Erbgut des Weizens<\/a><\/p>\n<p class=\"entry-title\"><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/grassa-innerhalb-von-zehn-jahren-isst-jeder-burger-aus-gras\/\">Grassa!: \u201eIn zehn Jahren wird jeder Burger aus Gras essen.\u201c<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In glutenfreien Getreiden sind weniger N\u00e4hrstoffe enthalten als in gel\u00e4ufigen Getreidesorten. Im Projekt Re-Cereal forscht man an einer Optimierung der Getreide. Zun\u00e4chst wurde ein Messger\u00e4t zur Analyse der N\u00e4hrstoffe entwickelt. Dieses soll bald auch Endverbrauchern zur Verf\u00fcgung stehen. 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