{"id":167346,"date":"2019-03-13T16:48:48","date_gmt":"2019-03-13T15:48:48","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=167346"},"modified":"2019-03-13T16:48:48","modified_gmt":"2019-03-13T15:48:48","slug":"qualitaetssicherung-fuer-das-tanken-von-wasserstoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/qualitaetssicherung-fuer-das-tanken-von-wasserstoff\/","title":{"rendered":"Qualit\u00e4tssicherung f\u00fcr das Tanken von Wasserstoff"},"content":{"rendered":"<p>Der Energietr\u00e4ger Wasserstoff gilt in Verbindung mit einer Brennstoffzelle als besonders saubere Alternative in der Mobilit\u00e4t der Zukunft. Doch schon kleinste Verunreinigungen des geruchs- und farblosen Gases k\u00f6nnen dem Fahrspa\u00df ein j\u00e4hes Ende bereiten. \u201eEs kann zu einer Vergiftung der Brennstoffzelle kommen\u201c, erkl\u00e4rt Sensor-Experte Andreas Sch\u00fctze von der <a href=\"https:\/\/www.uni-saarland.de\/nc\/startseite.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t des Saarlandes<\/a>.<\/p>\n<p>Dementsprechend gilt bei Brennstoffzellen wie bei anderen Treibstoffen auch: Stimmen Qualit\u00e4t und Reinheit nicht, wirkt sich das auf das Auto aus. So k\u00f6nnen Schwefelkomponenten, Ammoniak oder Kohlenwasserstoffe schon w\u00e4hrend der Produktion, auf dem Weg zur Tankstelle wie auch beim Pressen in die Tanks in den Wasserstoff gelangen. Bereits bei kleinen Verunreinigungen k\u00f6nnen die Zellmembranen Schaden nehmen. Als Folge produziert die Brennstoffzelle weniger Strom, bringt weniger Leistung und weniger Kilometer auf die Stra\u00dfe. Kommt es hart auf hart, bleibt das Auto sogar mit dauerhaftem Schaden stehen.<\/p>\n<h3>Entwicklung von Infrarot-Messzelle<\/h3>\n<p>Grund genug also f\u00fcr die Wissenschaftler der Universit\u00e4t des Saarlandes sowie dem <a href=\"https:\/\/www.zema.de\/de\/startseite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Saarbr\u00fccker Zentrum f\u00fcr Mechatronik und Automatisierungstechnik (Zema)<\/a>\u00a0zusammen mit dem <a href=\"https:\/\/www.ise.fraunhofer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fraunhofer-Institut f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE<\/a> und dem Unternehmen <a href=\"https:\/\/www.hydac.com\/de-de\/service\/downloads-software-auf-anfrage\/prospekte\/electronic.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hydac Electronic<\/a> eine Infrarot-Messzelle zu entwickeln, die die Qualit\u00e4t und Reinheit des Wasserstoffs direkt beim Tanken \u00fcberpr\u00fcft. Denn nur so ist garantiert, dass die Brennstoffzelle guten Treibstoff erh\u00e4lt, so dass dieser dem per Wasserstoff betriebenen Auto eine lange Lebensdauer erm\u00f6glicht.<\/p>\n<blockquote><p>Dazu Sch\u00fctze: \u201eDie Herausforderungen hierbei liegen zum einen in der erforderlichen Genauigkeit und zum anderen in den Bedingungen, unter denen das Messsystem messen soll. Geballte 700 bis 900 bar Druck lassen die Tanknadel nach weniger als drei Minuten am Anschlag stehen.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Das von den Forschenden entwickelte Verfahren soll deshalb auch unter diesen extremen Bedingungen verl\u00e4sslich und exakt arbeiten. Den hohen Druck nutzen sie sogar dazu, um die Empfindlichkeit ihres Systems weiter zu steigern. F\u00fcr \u00d6l und Fl\u00fcssigkeiten haben Andreas Sch\u00fctze und sein Team solche Messzellen bereits zur Marktreife gebracht. Hier aber betreten die Wissenschaftler Neuland. \u201eBislang gibt es keine Erfahrungen mit Messungen bei derart hohem Druck. Normalerweise erfolgen solche Messungen bei einem Druck von allenfalls 40 oder 50 bar\u201c, so Andreas Sch\u00fctze. Die Messzelle f\u00fcr das Gas wird direkt in der Tankleitung untergebracht: Der Wasserstoff str\u00f6mt dabei durch ein R\u00f6hrchen. \u201eHier durchleuchten wir das Gas mit einer Infrarot-Quelle und fangen die Strahlen auf der gegen\u00fcberliegenden Seite auf. Wenn sich das Gas chemisch ver\u00e4ndert, \u00e4ndert sich auch das empfangene Lichtspektrum. Hieraus k\u00f6nnen wir R\u00fcckschl\u00fcsse auf Beimengungen und Verunreinigungen ziehen\u201c, erkl\u00e4rt Sch\u00fctze.<\/p>\n<h3>Erster Test im Herbst<\/h3>\n<figure id=\"attachment_167353\" aria-describedby=\"caption-attachment-167353\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-167353\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Wasserstoff_5065-600x400.jpg\" alt=\"Universit\u00e4t des Saarlandes\" width=\"600\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-167353\" class=\"wp-caption-text\">Ingenieur Marco Schott zeigt den Hochdruck-Pr\u00fcfstand, der auf der Hannover Messe zu sehen sein wird \u00a9Oliver Dietze<\/figcaption><\/figure>\n<p>Derzeit f\u00fchren die Wissenschaftler Experimente durch und ordnen die Messwerte den verschiedenen Verunreinigungen zu. Dabei ergr\u00fcnden sie, welche Wellenl\u00e4ngen des Infrarot-Lichts sich am besten eignen. Zudem kalibrieren sie ihr System. Dies alles sind Vorarbeiten f\u00fcr das Sensorsystem, das diesen Herbst erstmals in der Test-Zapfs\u00e4ule am ISE in Betrieb gehen soll. \u201eWir erforschen, ob und wie die Messwerte des Infrarot-Spektrums sich abh\u00e4ngig vom Druck ver\u00e4ndern. Das System muss sehr unterschiedliche Verunreinigungen sicher erkennen, die zudem deutlich geringer sind als etwa bei \u00d6l\u201c, erl\u00e4utert Ingenieur Marco Schott, der als Doktorand an der Wasserstoff-Messzelle arbeitet. Zu sehen ist der Hochdruck-Pr\u00fcfstand vom 1. bis 5. April auf der <a href=\"https:\/\/www.hannovermesse.de\/?gclid=EAIaIQobChMI7bbz4Jv_4AIVwud3Ch1E_Q-wEAAYASAAEgI2FfD_BwE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hannover Messe<\/a> am saarl\u00e4ndischen Forschungsstand B46 in Halle 2. Bis das neue Sensor-System auf den Markt kommt, wird Wasserstoff \u00fcbrigens noch aufw\u00e4ndig und punktuell durch Stichproben und Analysen in Laboren untersucht.<\/p>\n<h3>Dieser Artikel k\u00f6nnte Sie auch interessieren<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/forschungsprojekt-erneuerbare-energie-chemisch-speichern\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Forschungsprojekt: Erneuerbare Energie chemisch speichern<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/mit-wasserstoff-gegen-den-strom\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mit Wasserstoff gegen den Strom schwimmen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/fokus-auf-mehr-als-nur-elektrisches-fahren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fokus auf mehr als nur elektrisches Fahren<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/siemens-setzt-mit-brennstoffzellenpartnerschaft-auf-eine-null-emissions-strategie-auf-see\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Siemens setzt mit Brennstoffzellenpartnerschaft auf eine Null-Emissions-Strategie auf See<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Energietr\u00e4ger Wasserstoff gilt in Verbindung mit einer Brennstoffzelle als besonders saubere Alternative in der Mobilit\u00e4t der Zukunft. 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