{"id":167257,"date":"2019-03-12T13:13:47","date_gmt":"2019-03-12T12:13:47","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=167257"},"modified":"2019-03-12T13:13:47","modified_gmt":"2019-03-12T12:13:47","slug":"darmkrebs-forscher-massgeschneiderte-therapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/darmkrebs-forscher-massgeschneiderte-therapie\/","title":{"rendered":"Forscher entwickeln ma\u00dfgeschneiderte Therapie gegen Darmkrebs"},"content":{"rendered":"<p>Darmkrebs ist in Deutschland bei M\u00e4nnern noch immer die dritth\u00e4ufigste und bei Frauen die zweith\u00e4ufigste Tumorerkrankung. So erkranken jedes Jahr rund 59.000 Menschen neu an dieser Krankheit. Laut Daten des <a href=\"https:\/\/www.rki.de\/\">Robert Koch Instituts<\/a> liegt die Sterberate bei M\u00e4nnern bei 21 Prozent, bei Frauen bei knapp 13 Prozent. Heidelberger Wissenschaftler arbeiten nun an einer Therapie, unterschiedliche Krebszellen individuell zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Darmkrebs entsteht nicht nur an unterschiedlichen Stellen im Dick-und D\u00fcnndarm, auch die Krebszellen haben unterschiedliche \u201eBed\u00fcrfnisse\u201c. ben\u00f6tigen viel Energie, um zu wachsen und sich auszubreiten. Die Zellen eines Dickdarmtumors decken ihren Energiebedarf dabei unterschiedlich. Manche Krebszellen brauchen zum Wachsen viel Sauerstoff (aerob), andere wenig oder gar keinen Sauerstoff (anaerob). \u201eDie Blutversorgung eines Darmtumors ist \u201achaotisch\u2018\u201c, erkl\u00e4rt die <a href=\"https:\/\/www.krebshilfe.de\/\">Deutsche Krebshilfe<\/a>. \u201eDadurch ist in einigen Bereichen des Tumors wenig, in anderen viel Sauerstoff vorhanden. Den Krebszellen macht das nichts aus: Ihr Stoffwechsel ist an die jeweilige Situation angepasst.\u201c<\/p>\n<p>Daher sprechen die unterschiedlichen Krebszellen auch unterschiedlich auf Therapien an und Medikamente wirken umso schw\u00e4cher, je niedriger der Sauerstoffgehalt im Tumor ist, d.h., anaerob wachsende Tumoren sind resistent gegen\u00fcber der Chemotherapie. Die bislang eingesetzten Medikamente sind n\u00e4mlich ohne Sauerstoff kaum wirksam. Anerobe Tumoren wachsen au\u00dferdem sehr schnell und k\u00f6nnen Sch\u00e4den, die zum Beispiel durch eine Strahlentherapie entstehen, besser reparieren und \u00fcberleben die Therapie. Somit kommt es auch immer wieder vor, dass Zellen mit einem anaeroben Stoffwechsel schon innerhalb kurzer Zeit nach der Behandlung ein erneutes Tumorwachstum hervorrufen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_167255\" aria-describedby=\"caption-attachment-167255\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-167255\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/abdomen-1698565_1920-600x466.png\" alt=\"Darmkrebs\" width=\"600\" height=\"466\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-167255\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Ma\u00dfgeschneiderte Kombinationstherapie aus mehreren Wirkstoffen<\/h3>\n<p>Da Darmkrebszellen sehr unterschiedlich und schlimmstenfalls gar nicht auf eine Chemotherapie ansprechen, untersuchen Wissenschaftler im Rahmen eines Forschungsprojekts jetzt, ob eine Kombinationstherapie aus verschiedenen Wirkstoffen sowohl aerobe als auch anaerobe Krebszellen gezielt bek\u00e4mpfen und die individuelle Zusammensetzung des Tumors ber\u00fccksichtigen kann. Die Deutsche Krebshilfe unterst\u00fctzt das Projekt unter der Leitung von Dr. Bruno K\u00f6hler vom <a href=\"https:\/\/www.nct-heidelberg.de\/\">Nationalen Centrum f\u00fcr Tumorerkrankungen<\/a> (NCT) in Heidelberg und Professor Dr. Martin Schneider vom <a href=\"https:\/\/www.klinikum.uni-heidelberg.de\/\">Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg<\/a> mit 446.000 Euro.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen zun\u00e4chst aus sieben bereits bekannten Krebsmedikamenten die Substanzen mit der markantesten Funktionsweise identifizieren \u2013 also solche Wirkstoffe, die spezifisch nur aerobe beziehungsweise anaerobe Tumorzellen t\u00f6ten\u201c, sagt Projektleiter K\u00f6hler. Sobald sie die Substanzen identifiziert haben, die die vielversprechendsten Ergebnisse versprechen, wollen die Wissenschaftler diese Wirkstoffe kombinieren. Dann wollen sie anhand von Tumorgewebeproben und Darmkrebsmodellen untersuchen, welches die effizientesten Kombinationen sind.<\/p>\n<p>Auf Basis der so gewonnen Ergebnisse sollen sp\u00e4ter klinische Studien f\u00fcr Dickdarmkrebs folgen. \u201eDer Sauerstoff-Stoffwechsel spielt eine zentrale Rolle in der Tumorbiologie und ist m\u00f6glicherweise der Schl\u00fcssel zu einer personalisierten Behandlung mit maximaler Wirkungskraft. Unser Ansatz k\u00f6nnte die Therapie von Kolonkarzinomen revolutionieren\u201c, so K\u00f6hler.<\/p>\n<h3>Keine Therapie ohne Diagnostik<\/h3>\n<p>Die Wissenschaftler haben in Versuchen bereits eine verl\u00e4ssliche Analysemethode entwickelt, mit der sie die genaue Zusammensetzung des Tumors bestimmen k\u00f6nnen. Anhand von Gewebebiopsien erfassen sie den Stoffwechseltyp der Tumorzellen und erkennen auch, welcher Zelltyp \u00fcberwiegt. Dadurch ist eine exakte Dosierung der kombinierten Pr\u00e4parate m\u00f6glich. \u201eEine genaue Diagnostik ist somit eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr den erfolgreichen Einsatz der zuk\u00fcnftigen Therapie in der klinischen Routine\u201c, betont Schneider.<\/p>\n<figure id=\"attachment_167254\" aria-describedby=\"caption-attachment-167254\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-167254\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/blood-20745_1920-600x450.jpg\" alt=\"Darmkrebs\" width=\"600\" height=\"450\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-167254\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n<p>Trotz Vorsorge und immer besserer Therapien ist Krebs oft noch immer noch eine Erkrankung mit schlechten Heilungsm\u00f6glichkeiten. \u201eDie Deutsche Krebshilfe f\u00f6rdert daher zahlreiche Forschungsprojekte, die neue Perspektiven f\u00fcr Diagnostik und Therapie von Tumorerkrankungen er\u00f6ffnen\u201c, erkl\u00e4rt der Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven. \u201eNur durch neue Erkenntnisse aus der Forschung lassen sich innovative und neue Therapiestrategien erarbeiten.\u201c<\/p>\n<h3>\u201eDarmkrebsmonat M\u00e4rz\u201c<\/h3>\n<p>Das durchschnittliche Erkrankungsalter von Darmkrebs liegt f\u00fcr M\u00e4nner bei 72 Jahren und f\u00fcr Frauen bei 75 Jahren. Rund zehn Prozent der Diagnosen werden aber vor dem 55. Lebensjahr und somit vor dem Alter gestellt, in dem man Anspruch auf die von der gesetzlichen Krankenversicherung angebotenen Darmspiegelung zur Krebsfr\u00fcherkennung hat.<\/p>\n<p>Als besondere Risikofaktoren, Darmkrebs zu entwickeln, gelten Rauchen und \u00dcbergewicht. Weiterhin tragen Bewegungsmangel und ballaststoffarme, fettreiche Ern\u00e4hrung dazu bei, das Risiko zu erh\u00f6hen. Forschungen haben auch gezeigt, dass Menschen, die regelm\u00e4\u00dfig Alkohol trinken oder viel rotes Fleisch und Wurst aus rotem Fleisch essen h\u00e4ufiger an Darmkrebs erkranken als Menschen, die von diesen Lebensmitteln Abstand nehmen. Au\u00dferdem sind auch Menschen, deren Eltern oder Geschwister an Darmkrebs erkrankt sind, besonders gef\u00e4hrdet, diese Krankheit ebenfalls zu entwickeln.<\/p>\n<p>Die Deutsche Krebshilfe hat den M\u00e4rz als \u201eDarmkrebsmonat M\u00e4rz\u201c erkl\u00e4rt und informiert verst\u00e4rkt \u00fcber diese Tumorart.<\/p>\n<p><strong>Zum Thema:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/dickdarmkrebs-wenn-zwei-gene-nicht-zusammenarbeiten\/\">Dickdarmkrebs \u2013 wenn zwei Gene nicht zusammenarbeiten<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/zellstress-mikrobiota-beguenstigen-darmkrebs\/\">Zellstress und Mikrobiota beg\u00fcnstigen Darmkrebs<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Darmkrebs ist in Deutschland bei M\u00e4nnern noch immer die dritth\u00e4ufigste und bei Frauen die zweith\u00e4ufigste Tumorerkrankung. So erkranken jedes Jahr rund 59.000 Menschen neu an dieser Krankheit. 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