{"id":166754,"date":"2019-03-04T08:10:14","date_gmt":"2019-03-04T07:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=166754"},"modified":"2019-03-04T08:10:14","modified_gmt":"2019-03-04T07:10:14","slug":"technologie-in-der-bergrettung-implementieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/technologie-in-der-bergrettung-implementieren\/","title":{"rendered":"Technologie in der Bergrettung implementieren"},"content":{"rendered":"<p>Extreme Wettersituationen im Hochgebirge bergen gro\u00dfe Gefahren \u2013 und fordern die Bergrettung enorm. Technologie kann unterst\u00fctzend wirken. Jetzt kooperieren Bergrettungen und Forschungsst\u00e4tten im Grenzgebiet von \u00d6sterreich\/Italien, um Rettungstechnologien und -techniken zu analysieren und optimieren. Experten der <em>Universit\u00e4t Klagenfurt<\/em> begleiten das Projekt mit Evaluierungen im Bereich Elektromobilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Bergrettung hat sich \u00fcber Generationen viel Wissen im Umgang mit den extremen Wetterbedingungen im Hochgebirge angeeignet. Trotzdem gibt es Situationen, in denen menschliche Kraft und vorhandene Technik kaum ausreichen. Zum Beispiel wenn es neblig ist und der Rettungshubschrauber nicht starten kann \u2013 oder bei stundenlangem kr\u00e4ftezehrendem Abstieg mit der Trage.<\/p>\n<p>Vier Bergrettungs-Organisationen aus <em>K\u00e4rnten<\/em>, <em>Tirol<\/em>, <em>S\u00fcdtirol <\/em>und <em>Belluno wollen ihr Wissen nun b\u00fcndeln, um das Optimierungs-Potenzial neuer Technologien f\u00fcr die Bergrettung zu erforschen. <\/em>Das Projekt l\u00e4uft unter dem Titel <a href=\"http:\/\/www.eurac.edu\/de\/research\/projects\/Pages\/projectdetail4480.aspx\"><em>Smart Test of Alpine Rescue Technologies<\/em><\/a> (START) und wird von lokalen Forschungsst\u00e4tten unterst\u00fctzt. Neben Optimierungen sollen IT-Anwendungen und \u2013Unterst\u00fctzungen entwickelt werden, um Menschen in Bergnot besser helfen zu k\u00f6nnen und die Koordinationsaufgaben zwischen den Bergrettungen besser zu bew\u00e4ltigen, erkl\u00e4rt <a href=\"https:\/\/www.wu.ac.at\/prodman\/team\/gerald-reiner\/\"><em>Gerald Reiner<\/em><\/a> Professor in der <em>Abteilung f\u00fcr<\/em> <em>Produktionsmanagement und Logistik<\/em> an der <em>Universit\u00e4t Klagenfur<\/em>t. Er ist gemeinsam mit seinem Kollegen <a href=\"https:\/\/campus.aau.at\/visitenkarte?personalnr=9767\"><em>Christian Wankm\u00fcller<\/em><\/a> f\u00fcr die Evaluierung der eingesetzten Elektromobilit\u00e4t und der Techniken verantwortlich.<\/p>\n<h3>Evaluierung<\/h3>\n<p>Die Wissenschafter starten das Projekt mit einem Fragebogen f\u00fcr die Bergretter. Darin soll ermittelt werden, welches Ger\u00e4t den gr\u00f6\u00dften Nutzen bringt. In einem weiteren Fragebogen werden die Ger\u00e4te mit dem gr\u00f6\u00dften Nutzen von den Bergrettern genauer analysiert.<\/p>\n<p>In die Kategorie Elektromobilit\u00e4t fallen Ger\u00e4te wie E-Bike, elektronische Trage und unterschiedliche Drohnentypen wie zum Beispiel die Defibrillator-Drohne, erkl\u00e4rt <em>Wankm\u00fcller<\/em>.<\/p>\n<p>E-Bikes sind in E-Parks bereits im Einsatz. Dort werden sie von \u00e4rztlichen Ersthelfern genutzt, um die Rettungsaktion zu beschleunigen. Die Informationen f\u00fcr die Rettungskette sollen noch vor Eintreffen der Rettungsmannschaft ermittelt werden.<\/p>\n<p>Bergretter bewegen sich oft stundenlang im unwegsamen Gebiet. Elektronisch zu bedienende Tragen k\u00f6nnen den Kraftaufwand reduzieren.<\/p>\n<h3>Einsatz-Szenario<\/h3>\n<p>Anhand der Defibrillator-Drohne erkl\u00e4rt <em>Wankm\u00fcller<\/em> ein Beispiel zur Optimierung von Bergrettungsaktionen:<\/p>\n<p>Die Defibrillator-Drohne ist dem Hubschrauber in zwei entscheidenden Aspekten \u00fcberlegen:<\/p>\n<ul>\n<li>ihr Einsatz ist wetterunabh\u00e4ngig;<\/li>\n<li>sie kann durch eine entsprechende Verteilung im Gebiet schneller als der Hubschrauber am Unfallort sein;<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Wankm\u00fcller<\/em>: \u201eHerzinfarkt stellt mit einem Anteil von drei\u00dfig Prozent die h\u00e4ufigste Todesursache im Hochgebirge dar. Aus Studien wei\u00df man, dass die \u00dcberlebens-Chance nach sechs Minuten sinkt. Der Hubschrauber braucht in entlegene Regionen f\u00fcnfzehn bis zwanzig Minuten.\u201c<\/p>\n<p>Im Falle eines Herzinfarkts kann der Anrufer das GPS-Signal entweder \u00fcber eine App mittels Push-Nachricht senden oder das Signal \u00fcber die Leitstelle tracken lassen.<\/p>\n<p>Bei Defibrillator-Drohnen-Eins\u00e4tzen gibt es zwei verschiedene Systeme. Der Einsatz der Drohne kann entweder autonom erfolgen oder unter Anleitung eines Arztes, der das Geschehen am Unfallort auf dem Bildschirm mitverfolgt.<\/p>\n<h3>Logistische Planung<\/h3>\n<p>\u201eUnser Ziel ist die optimale Verteilung der Basis-Stationen im Gebiet. Je weniger Zeit zwischen Notruf und Einsatz des Defibrillators vergeht, desto h\u00f6her ist die Chance auf Lebensrettung\u201c, erkl\u00e4rt <em>Wankm\u00fcller<\/em>.<\/p>\n<p>Die Logistiker sind auch in die Planung von zwei Pilotgebieten involviert. Diese sollen in <em>Cortina d\u2019Ampezzo<\/em> und einem noch nicht feststehenden Ort in <em>K\u00e4rnten<\/em> entstehen und den Test neuer Technologien erm\u00f6glichen. \u201eUm subjektive Meinungen zu gewinnen, die auch wertvoll sind\u201c, erkl\u00e4rt <em>Wankm\u00fcller<\/em>. In weiterer Folge geht es um die langfristige Implementierung von sinnvollen Technologien.<\/p>\n<h3>Synergie-Effekte<\/h3>\n<p>Das Projekt l\u00e4uft noch bis 2020. Die institutionelle Zusammenarbeit soll jedoch langfristig etabliert werden. Ziel ist es, die Ausbildung der Bergretter zu harmonisieren und das grenz\u00fcberschreitende Notfalls-Management weiter zu vertiefen.<\/p>\n<p>Leadpartner ist der <a href=\"https:\/\/bergrettung.tirol\/php\/portal.php\"><em>\u00d6sterreichischer Bergrettungsdienst Land Tirol<\/em><\/a>. Die Projektpartner sind <a href=\"https:\/\/www.bergrettung.org\/ueber-uns.html\"><em>S\u00fcdtiroler Berg- und H\u00f6hlenrettung<\/em><\/a>, <a href=\"http:\/\/www.bergrettung.it\/de.html\"><em>Bergrettungsdienst im<\/em> <em>Alpenverein S\u00fcdtirol<\/em><\/a>, <a href=\"http:\/\/www.ulss.belluno.it\/\"><em>Azienda ULSS n.1 Dolomiti<\/em><\/a>, <a href=\"https:\/\/www.idm-suedtirol.com\/de\/home.html\"><em>IDM S\u00fcdtirol<\/em><\/a>, <a href=\"https:\/\/www.aau.at\/\"><em>Universit\u00e4t Klagenfurt<\/em><\/a> und <a href=\"http:\/\/www.eurac.edu\/de\/Pages\/default.aspx\"><em>Eurac Research<\/em><\/a>. Der <a href=\"http:\/\/www.kaernten.bergrettung.at\/de\"><em>\u00d6sterreichische Bergrettungsdienst Landesorganisation K\u00e4rnten<\/em><\/a> ist als assoziierter Partner beteiligt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/die-messung-und-vorhersage-der-lawinengefahr-ist-immer-noch-schwierig\/\">Die Messung und Vorhersage der Lawinengefahr ist immer noch schwierig<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/webgis-planungstool-fuer-smarte-skiressorts\/\">WebGIS Planungstool f\u00fcr smarte Skiressorts<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/siegeszug-des-e-bikes-bei-paketdiensten\/\">Siegeszug des E-Bikes bei Paketdiensten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Extreme Wettersituationen im Hochgebirge bergen gro\u00dfe Gefahren \u2013 und fordern die Bergrettung enorm. Technologie kann unterst\u00fctzend wirken. 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