{"id":166392,"date":"2019-02-26T18:12:20","date_gmt":"2019-02-26T17:12:20","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=166392"},"modified":"2019-02-26T18:12:20","modified_gmt":"2019-02-26T17:12:20","slug":"webgis-planungstool-fuer-smarte-skiressorts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/webgis-planungstool-fuer-smarte-skiressorts\/","title":{"rendered":"WebGIS Planungstool f\u00fcr smarte Skiressorts"},"content":{"rendered":"<p>In einem l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Projekt wollen Gebirgsforscher der <em>\u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften<\/em> (<em>\u00d6AW<\/em>) umweltfreundliche Technologien aus der Smart City\u00ad-Forschung auf Skiressorts \u00fcbertragen &#8211; und testen. Ziel ist die Entwicklung eines WebGIS Planungstools f\u00fcr smarte Skiressorts.<\/p>\n<p>Viele alpine Regionen sind vom Wintersport-Tourismus abh\u00e4ngig. Das Beschneien und Pr\u00e4parieren von Pisten, das Betreiben von Skiliften und Hotelanlagen sowie der damit verbundene Verkehr ben\u00f6tigen Energie und belasten die Umwelt. Die intensive Ressourcennutzung und die damit verbundenen CO2-Emissionen sind mit jenen in urbanen Regionen vergleichbar. Nachhaltige Strategien stehen bis dato noch aus.<\/p>\n<h3>Smart Cities<\/h3>\n<p>Im eben gestarteten Forschungsprojekt <em>Smart Altitude<\/em> soll das Konzept der Smart Cities an Skiressorts erprobt werden, um Strategien zur Reduktion von CO2-Emissionen zu entwickeln. Mit den Ergebnissen will man Entscheidungstr\u00e4gern ein Planungstool f\u00fcr smarte Skiressorts liefern.<\/p>\n<p>im Konzept der Smart Cities geht es vorwiegend um die Nutzung von Informations- und Kommunikations-Technologien zur Optimierung von St\u00e4dten, erkl\u00e4rt die Projektmitarbeiterin <em>Annemarie Poldermann <\/em>vom Institut f\u00fcr<em> Interdisziplin\u00e4re Gebirgsforschung <\/em>an der \u00d6AW. Durch eine Vernetzung von Infrastrukturen soll zum Beispiel der Verkehr, das Energiemanagement oder die Verwaltung effizienter gestaltet werden, um so einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Dem Konzept liegt der Glaube an den technischen Fortschritt zugrunde. Das kann man auch kritisch sehen \u2013 im Hinblick auf die Gef\u00e4hrdung der Privatsph\u00e4re, so Poldermann.<\/p>\n<h3>Drei Testregionen<\/h3>\n<p>Am Projekt sind zehn Partner aus sechs Alpenl\u00e4ndern beteiligt. Die Projektleitung obliegt der Gemeinde <em>Les Orres<\/em> in Frankreich, die neben <em>Madonna di Campiglio<\/em> in Italien und <em>Krvavec<\/em> in Slowenien zu den drei Testregionen z\u00e4hlt. Die Forschung erfolgt in der Zusammenarbeit von wissenschaftlichen Institutionen, Gemeinden und Regionalentwicklungsagenturen sowie Skigebietsbetreibern.<\/p>\n<p>\u00d6sterreichischer Kooperationspartner ist das Institut f\u00fcr<a href=\"https:\/\/www.mountainresearch.at\/index.php\/de\/\"><em> Interdisziplin\u00e4re Gebirgsforschung <\/em><\/a>an der \u00d6AW. Projektmitarbeiter <a href=\"https:\/\/www.mountainresearch.at\/index.php\/de\/24-mensch-umwelt-siedlungsraum\/134-haller-andreas\"><em>Andreas Haller <\/em><\/a>sieht viel Potenzial in der Nutzung lokaler erneuerbarer Energien. Zun\u00e4chst bestehe aber noch Bedarf an angewandter Forschung.<\/p>\n<h3>Erneuerbare Energien<\/h3>\n<p>In der ersten Forschungsphase werden von den Energie-Ingenieuren der <a href=\"https:\/\/www.fbk.eu\/en\/\"><em>Fondazione Bruno Kessler<\/em><\/a> in Trient Sensoren an relevanten Komponenten wie Pistenraupen, Schneekanonen und Beheizung installiert, um den Energieverbrauch zu messen \u2013 und die Entwicklung des Energieverbrauchs im Saisonverlauf.<\/p>\n<p>Das Institut f\u00fcr Interdisziplin\u00e4re Gebirgsforschung bringt seine Kompetenz in der Entwicklung von <em>internetbasierten Geographischen Informationssystemen (WebGIS) <\/em>ein. Dabei geht es um die Ermittlung von Art und Menge der Quellen f\u00fcr erneuerbare Energie vor Ort. Zu pr\u00fcfen ist etwa die Verf\u00fcgbarkeit von Biomasse, Solar- und Hydropotenzial sowie Geothermie.<\/p>\n<p>Die entscheidenden Daten werden via WebGIS verf\u00fcgbar gemacht. Dieses ist kostenfrei nutzbar. Auch die Software ist frei und kann beliebig weiterentwickelt werden.<\/p>\n<h3>WebGIS<\/h3>\n<p>Haller beschreibt das System als eine Art Atlas mit verschiedenen Karten, die von den Projektpartnern berechnet wurden. Aus den Karten geht die Raumstruktur hervor \u2013 das hei\u00dft Besiedlung sowie Wald-, Wiesen- und Ackerfl\u00e4chen, &#8230; Das System l\u00e4sst aber auch Abfragen zu \u2013 wie etwa : &#8216;Wie viel Brennholz gibt es theoretisch pro Einwohner in meiner Gemeinde?<span style=\"font-size: small;\">&#8216;<\/span><\/p>\n<p>Hier finden Sie das WebGIS aus dem vorangegangenen Projekt <a href=\"http:\/\/www.alpes-webgis.eu\/?X=1161000.00&amp;Y=5795500.00&amp;zoom=7&amp;lang=de&amp;focus=focus_alpes&amp;bgLayer=alpes.osm.stamentoner.60002&amp;layers=alpes.alpinespace.40001.wms\"><em>Alpes<\/em><\/a><\/p>\n<p>Im Projekt <em>Smart Altitude<\/em> wird WebGIS genutzt, um die erneuerbaren Energietr\u00e4ger zu kardieren \u2013 das Windpotenzial f\u00fcr Windenergie, das Solarpotenzial f\u00fcr Photovoltaik, das Hydropotenzial f\u00fcr die Wasserkraft, &#8230;<\/p>\n<p>Den Nutzern soll WebGIS zu besseren Entscheidungen verhelfen. Zum Beispiel in der Frage nach dem besten Standort f\u00fcr ein Hotel.<\/p>\n<h3>Herausforderungen<\/h3>\n<p>Die drei Testregionen sind sehr verschieden &#8211; in der Anordnung der Siedlungen, der Weite des Liftnetzwerks aber auch der Verwaltung; Faktoren, die f\u00fcr die Gewinnung alternativer Energien wichtig sind. Dazu ein kleiner Einblick:<\/p>\n<ul>\n<li><em>Les Orres<\/em> ist ein 1970 gegr\u00fcndetes Skiressort, das geplant wurde und stark zentralistisch verwaltet wird. Lifte, Schneekanonen, Kongresszentrum und selbst das Tourismusb\u00fcro und das lokale Buchungssystem sind in der Hand einer privaten Firma, an der die \u00f6ffentliche Hand mit neunundneunzig Prozent beteiligt ist.<\/li>\n<li>Das Skiressort <em>Madonna di Campiglio<\/em> ist kompakt besiedelt und von familiengef\u00fchrten Hotels gepr\u00e4gt. Im Aufeinandertreffen von \u00f6ffentlichen und privaten Akteuren ergeben sich verschiedene Interessen.<\/li>\n<li><em>Krvavec<\/em> ist ein vergleichsweise kleines Skigebiet, das aufgrund seiner Entstehungsgeschichte keinen richtigen Ortskern aufweist. Das Liftnetzwerk ist relativ klein.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Smart Altitude<\/em> wird im Rahmen des Alpenraumprogramms vom <a href=\"https:\/\/www.efre.gv.at\/\"><em>Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr Regionale Entwicklung<\/em><\/a> kofinanziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_166393\" aria-describedby=\"caption-attachment-166393\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-166393 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/michal-prucha-233892-unsplash-600x330.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"330\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-166393\" class=\"wp-caption-text\">Madonna di Campiglio (c) Michal Pr\u016fcha on Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/muenchen-wird-zur-smart-city\/\">M\u00fcnchen wird zur Smart City<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Projekt wollen Gebirgsforscher der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften (\u00d6AW) umweltfreundliche Technologien aus der Smart City\u00ad-Forschung auf Skiressorts \u00fcbertragen &#8211; und testen. 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