{"id":166098,"date":"2019-02-21T20:08:52","date_gmt":"2019-02-21T19:08:52","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=166098"},"modified":"2019-02-21T20:08:52","modified_gmt":"2019-02-21T19:08:52","slug":"kreislaufwirtschaft-fordert-langlebige-und-recyclingfaehige-produkte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/kreislaufwirtschaft-fordert-langlebige-und-recyclingfaehige-produkte\/","title":{"rendered":"Kreislaufwirtschaft fordert langlebige und recyclingf\u00e4hige Produkte"},"content":{"rendered":"<p>Schnell aufbauen und dann wieder abrei\u00dfen \u2013 auch in der Bau- und M\u00f6belindustrie sind kurze Lebenszyklen noch gang und g\u00e4be. Dabei werden wertvolle Ressourcen verschwendet und enorme Mengen an Abfall und Emissionen erzeugt. Die umweltfreundliche Alternative ist Kreislaufwirtschaft.<\/p>\n<p>In der Bau- und M\u00f6belindustrie gibt es viel Optimierungsbedarf, sagt <em>Rainer Pamminger <\/em>vom <a href=\"http:\/\/www.ecodesign.at\/team\/\"><em>Ecodesign-Team<\/em><\/a> am <a href=\"https:\/\/www.ikp.tuwien.ac.at\/home\/\"><em>Institut f\u00fcr Konstruktionswissenschaften und Produktentwicklung<\/em><\/a> an der <em>TU Wien<\/em>. Das Team wurde 1996 gegr\u00fcndet und widmet seine Forschung dem \u00f6kologischen Design. Mit Perspektive auf den gesamten Produktlebenszyklus sollen geeignete Strategien f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft entwickelt werden.<\/p>\n<p>Unter Kreislaufwirtschaft versteht man die Wiederverwertung, Reparatur, Wiederaufbereitung und das Recycling bestehender Materialien und Produkte. Laut <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/austria\/home_de\"><em>Europ\u00e4ischer Kommission<\/em><\/a> (2014) sollen zuk\u00fcnftig<\/p>\n<ul>\n<li>alle Ressourcen effizienter im Verlauf ihrer Lebensdauer genutzt werden;<\/li>\n<li>Abfall als Ressource verwendet werden;<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Ganzheitlicher Ansatz<\/h3>\n<p>Ein st\u00e4rker kreislauforientiertes Vorgehen l\u00e4sst sich nicht \u00fcber einzelne Aktivit\u00e4ten erreichen, sondern erfordert Ver\u00e4nderungsprozesse im gesamten Produktlebenszyklus. Deshalb geht es im gesamtheitlichen Ansatz des Ecodesign-Teams nicht nur um Produkte sondern auch um Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Allerdings sind siebzig bis achtzig Prozent des Umwelteinflusses designbedingt.<\/p>\n<p>Dazu <em>Pamminger<\/em>: &#8220;Bei uns geht es beispielsweise um die Frage, wie schon bei der Produktgestaltung auf Nachhaltigkeit geachtet werden kann, etwa indem man Ger\u00e4te modular aufbaut, sodass man sie reparieren, nachr\u00fcsten und erweitern kann, oder indem man nachhaltige Materialien ausw\u00e4hlt.\u201c<\/p>\n<p>Als Beispiel nennt er ein Smartphone, das man wegwerfen muss, weil eine einzige Komponente kaputt geht. Anzustreben sind modular aufgebaute Ger\u00e4te, die\u00a0 nach einer m\u00f6glichst langen Lebensdauer effizient recycelt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Katch-e<\/h3>\n<p>Seit 2017 ist <em>Ecodesign<\/em> am Forschungsprojekt <a href=\"http:\/\/www.katche.eu\/de\/\"><em>katch-e<\/em><\/a> beteiligt, das vom <a href=\"http:\/\/ec.europa.eu\/programmes\/erasmus-plus\/about_de\"><em>Erasmus+ Programme<\/em> <\/a>der <em>Europ\u00e4ischen Union<\/em> kofinanziert wird. Ziel ist die Entwicklung eines Lehrplans f\u00fcr Kreislaufwirtschaft in der Bau- und M\u00f6belindustrie. Dieser soll an Universit\u00e4ten und Fachhochschulen Anwendung finden. Um ein m\u00f6glichst praktikables und zielgruppengerechtes Ergebnis zu erhalten, wurde eine Wissensallianz gebildet, an der auch Unternehmen beteiligt sind.<\/p>\n<p>Zentrale Ziele des EU-Ma\u00dfnahmenpakets sind:<\/p>\n<ul>\n<li>die F\u00f6rderung von \u00f6kologischem Design zugunsten der Langlebigkeit von Produkten;<\/li>\n<li>die Optimierung des Abfallmanagements im Hinblick auf Recyclingquoten;<\/li>\n<\/ul>\n<h3><\/h3>\n<h3>Recycling<\/h3>\n<p>Das Schlie\u00dfen von Kreisl\u00e4ufen wird durch Recycling erm\u00f6glicht. Wird Abfall zur Ressource, bleiben neue Rohstoffe unangetastet. Es kommt zu einer Schlie\u00dfung der Ressourcenkreisl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Die Recyclingf\u00e4higkeit von Produkten bezieht sich vorwiegend auf die verwendeten Materialien. Werden in Produkten verschiedene Materialien verwendet, so sollen diese leicht auseinanderzunehmen sein, um ein rentables Recycling zu erm\u00f6glichen. Dieses Prinzip nennt man bei <em>Ecodesign<\/em> modulares Design.<\/p>\n<h3>Langlebigkeit<\/h3>\n<p>Die geforderte Langlebigkeit soll den Ressourcenfluss verlangsamen. Wenn Produkte l\u00e4nger genutzt werden, muss weniger produziert werden. Also kommt es\u00a0 zu einer Schm\u00e4lerung der Ressourcenfl\u00fcsse. Das \u00f6kologische Design ist gefordert, zeitlose Produkte zu schaffen, die doch voll den zeitgen\u00f6ssischen Nutzerprofilen entsprechen.<\/p>\n<p>Langlebige Produkte sind durch Robustheit und leichte Wart- und Reparierbarkeit charakterisiert. Leichte Reparierbarkeit impliziert das einfache Austauschen von Verschlei\u00dfteilen. Wieder ist es das modulare Design, welches das erm\u00f6glicht \u2013 und dar\u00fcberhinaus auch die Anpassung an neue Technologien oder einen Komponenten-upgrade.<\/p>\n<h3>Ressourcenschonende Dienstleistungen<\/h3>\n<p>Durch die Verl\u00e4ngerung des Produktlebenszyklus wird der Ressourcenstrom verlangsamt. Gleichzeitig sind neue Services gefordert. Im Ecodesign Team spricht man von ressourcenschonenden Produktdienstleistungen. Dazu z\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Wartung, Reparatur und R\u00fcckgabelogistik<\/li>\n<li>Miete, Leasing oder Second Hand<\/li>\n<li>Dienstleistungen, bei denen der Kunde das Produkt nur mehr indirekt nutzt (zum Beispiel W\u00e4scheservice)<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ecodesign ist Co-Organisator des Workshops <em><a href=\"http:\/\/www.ecodesign.at\/aktuelles\/news_details\/article\/10492\/\">Bauen und Wohnen in der Kreislaufwirtschaft<\/a>, der am<\/em> Mittwoch, den 27. Februar 2017 in Graz abgehalten wird. Zielpublikum sind Architekten, Designer und Unternehmer in der Bau- und M\u00f6belindustrie. Neben einer Reihe von Sprechern wird auch <em>Rainer Pamminger<\/em> zu h\u00f6ren sein. Das Thema: K<em>reislauff\u00e4higes Design &#8211; Lebenszyklusdenken und Werterhalt entlang des Lebenszyklus<\/em>. Anhand des <em>Value Hill<\/em>-Modells wird er die Kreislaufwirtschaft aus Unternehmensperspektive und verschiedene Gesch\u00e4ftsmodelle behandeln. Das <em>Value Hill-<\/em>Modell zeigt eine Gegen\u00fcberstellung von linearer und Kreislauf-Wirtschaft.<\/p>\n<p>Teil des Workshops ist auch die Besichtigung der lokalen <a href=\"http:\/\/www.reininghaus-findet-stadt.at\"><em>Reininghausgr\u00fcnde<\/em><\/a>. Es handelt sich um den R\u00fcckbau eines ehemaligen Brauerei-Areals und die gr\u00f6\u00dfte Kreislaufwirtschafts-Baustelle \u00d6sterreichs, das sich \u00fcber 52 Hektar erstreckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_166101\" aria-describedby=\"caption-attachment-166101\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-166101\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/csm_nachhaltigbauen_7d4df773a8-600x401.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"401\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-166101\" class=\"wp-caption-text\">Kreislaufwirtschaft basiert auf recyclingf\u00e4higen Materialien und modularem Design, das reparieren, nachr\u00fcsten und erweitern erm\u00f6glicht. (c) TU Wien<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/kreislaufwirtschaft-fuer-textilien-aus-fasermischungen\/\">Kreislaufwirtschaft f\u00fcr Textilien aus Fasermischungen<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/bio-auto-noah-kommt-nach-muenchen\/\">Bio-Auto Noah kommt am 19. Juli nach M\u00fcnchen<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schnell aufbauen und dann wieder abrei\u00dfen \u2013 auch in der Bau- und M\u00f6belindustrie sind kurze Lebenszyklen noch gang und g\u00e4be. Dabei werden wertvolle Ressourcen verschwendet und enorme Mengen an Abfall und Emissionen erzeugt. Die umweltfreundliche Alternative ist Kreislaufwirtschaft. 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