{"id":165520,"date":"2019-02-12T07:00:53","date_gmt":"2019-02-12T06:00:53","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=165520"},"modified":"2019-02-12T07:00:53","modified_gmt":"2019-02-12T06:00:53","slug":"behandlung-von-epilepsie-durch-nicht-invasive-elektroden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/behandlung-von-epilepsie-durch-nicht-invasive-elektroden\/","title":{"rendered":"Behandlung von Epilepsie durch nicht-invasive elektroden"},"content":{"rendered":"<p>Etwa 0,6 Prozent der Deutschen befinden sich derzeit aufgrund einer Epilepsie-Erkrankung in \u00e4rztlicher Behandlung. Nicht bei allen sprechen Medikamente oder andere Methoden an. Die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tiefe_Hirnstimulation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Tiefenhirnstimulation (THS)<\/a> kann deshalb f\u00fcr sie ein letzter Ausweg sein. Bisher wurde die THS durch einen operativen Eingriff, bei dem Elektroden direkt in das Gehirn eingef\u00fchrt werden, durchgef\u00fchrt. \u00dcber einen Impulsgenerator, umgangssprachlich auch \u201eHirnschrittmacher\u201c genannt, werden Schocks erzeugt, die wiederum das Gehirn stimulieren.<\/p>\n<p>Wissenschaftler der <a href=\"https:\/\/www.tue.nl\/en\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Technischen Universit\u00e4t Eindhoven (TU\/e<\/a>), des Zentrums\u00a0<a href=\"https:\/\/www.kempenhaeghe.nl\/?gclid=EAIaIQobChMI5e316suz4AIViuF3Ch2jNQCWEAAYASAAEgKhs_D_BwE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kempenhaeghe<\/a>, der <a href=\"https:\/\/www.ugent.be\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Universit\u00e4t Gent (UGent)<\/a> und von <a href=\"https:\/\/www.philips.nl\/healthcare\/sites\/emerging-businesses\/neuro-diagnostics\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Philips Neuro<\/a> arbeiten derzeit an einer Methode, bei der die Gehirnregion nicht-invasiv stimuliert wird. Anstatt also Elektroden tief im Gehirn zu platzieren, werden diese nun auf den Kopf geklebt. So k\u00f6nnten sich Epileptiker eine bisher eventuell notwendige Operation sparen. Doch die Behandlungen ohne Operation sind derzeit leider ungenau. Denn noch k\u00f6nnen die niederl\u00e4ndischen Wissenschaftler nicht sagen, wo genau im Gehirn die Stimulation stattfinden sollte. Das macht es nat\u00fcrlich schwierig, mit den nicht-invasiven elektrischen Impulsen an den richtigen Ort zu gelangen.<\/p>\n<h3>Neues medizinisches Ger\u00e4t<\/h3>\n<p>Aus dem Hause Philips kommt eventuell die L\u00f6sung f\u00fcr diese Problematik. Denn hier wurde ein <a href=\"https:\/\/www.usa.philips.com\/healthcare\/solutions\/neuro\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">neues medizinisches Ger\u00e4t<\/a> f\u00fcr fokale (fokal = herdf\u00f6rmig, nur einen Teil betreffend) Anf\u00e4lle entwickelt. Dieses besteht insgesamt aus 256 Elektroden, die nicht nur die Gehirnaktivit\u00e4t (EEG) messen, sondern auch sehr gezielt Strom erzeugen k\u00f6nnen. \u201eDieses Ger\u00e4t bietet uns die einzigartige M\u00f6glichkeit, genauer als bisher zu sehen, wo im Gehirn ein epileptischer Anfall stattfindet\u201c, so Rob Mestrom, Projektleiter und Leiter der technischen Forschung von der TU Eindhoven. \u201eWir k\u00f6nnen dann ganz pr\u00e4zise diesen Punkt stimulieren und auch die Wirkung direkt messen. Dies ergibt einen personalisierten Ansatz, da er individuell auf die Messwerte des Patienten zugeschnitten ist.&#8221;<\/p>\n<p>\u201eDie Grundidee des Projekts namens PerStim ist einfach\u201c, erg\u00e4nzt Paul Boon, Leiter der klinischen Forschung und Professor an der UGent und der TU Eindhoven. \u201eSobald wir den Krampfherd lokalisiert haben, setzen wir genau auf der entgegengesetzten Seite der gemessenen Aktivit\u00e4t einen elektrischen Stimulus. Infolgedessen sollte der Anfall &#8220;gel\u00f6scht&#8221; werden. Wir werden dies sowohl mit Gleich- als auch mit Wechselstrom erforschen.&#8221;<\/p>\n<h3>1,9 Millionen Euro Forschungsbudget<\/h3>\n<p>Der erste Schritt dieses Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines personalisierten Berechnungsmodells zur genauen Rekonstruktion des epileptischen Fokus. Die Forscher bestimmen danach die Stimulationsparameter, um den epileptogenen Herd gezielt erreichen zu k\u00f6nnen. Danach wird geschaut, wie die Wirkung der Stimulation am besten gemessen werden kann. Schlie\u00dflich werden die Ergebnisse schrittweise in klinischen Studien umgesetzt.<\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr stellte \u00fcbrigens die f\u00fchrende Fachzeitschrift <a href=\"https:\/\/www.cell.com\/trends\/cognitive-sciences\/fulltext\/S1364-6613(18)30067-6#%20\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">&#8220;Cell&#8221;<\/a> die Wirksamkeit der nicht-invasiven Hirnstimulation in Frage. Denn in einer <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-018-02928-3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Studie<\/a> mit Messungen im Gehirn von k\u00fcrzlich verstorbenen Probanden erreichten die meisten elektrischen Reize nicht den vorgesehenen Bereich. Dazu Paul Boon: \u201eUnsere Forschung wird Antwort darauf geben, ob die Methode funktioniert, und wir werden nachweisen, wie sie auf eine personalisierte Weise bei der fokalen Epilepsie angewendet werden kann.&#8221; F\u00fcr das Forschungsprojekt sind zwei Doktoranden und ein Postdoktorand ernannt worden. Es ist Teil des <a href=\"https:\/\/www.tue.nl\/universiteit\/faculteiten\/electrical-engineering\/onderzoek\/research-centers-institutes-labs\/research-centers-institutes\/eindhoven-medtech-innovation-center-emtic\/about-emtic\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Eindhoven MedTech Innovation Center (e\/MTIC)<\/a>, einer umfassenden Forschungskooperation, unter anderem zwischen der TU\/e, Kempenhaeghe und Philips. Insgesamt stehen 1,9 Millionen Euro Budget zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Der Beginn des PerStim-Projekts am 1. Februar in Eindhoven f\u00e4llt mit der Ernennung von Paul Boon zum Teilzeitprofessor an der Technischen Universit\u00e4t Eindhoven im Lehrstuhl f\u00fcr Neuromodulation zusammen. Boon ist Neurologe, Leiter der Abteilung f\u00fcr Neurologie an der Universit\u00e4tsklinik und seit 2002 Professor f\u00fcr Neurologie in Gent. Er war zwanzig Jahre lang Direktor f\u00fcr Forschung und Entwicklung bei Kempenhaeghe und ist seit 2018 strategischer Berater des Verwaltungsrates. Seine Ernennung basiert auf einer jahrelangen Zusammenarbeit und einer Vereinbarung, die 2016 in Anwesenheit der Premierminister der Niederlande und Flanderns, Mark Rutte und Geert Bourgeois, zur Erforschung der Gehirnalterung unterzeichnet wurde. In diesem Zusammenhang bekundeten die Gent University, das Gent University Hospital, die Eindhoven University of Technology und Kempenhaeghe die Absicht, ebenfalls an dieser Forschung mitzuwirken. Finanziert wird die Vereinbarung mit Boon durch den Epilepsiefonds.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto:\u00a0\u00a9Philips<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Etwa 0,6 Prozent der Deutschen befinden sich derzeit aufgrund einer Epilepsie-Erkrankung in \u00e4rztlicher Behandlung. Nicht bei allen sprechen Medikamente oder andere Methoden an. 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