{"id":165190,"date":"2019-02-07T07:00:27","date_gmt":"2019-02-07T06:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=165190"},"modified":"2019-02-07T07:00:27","modified_gmt":"2019-02-07T06:00:27","slug":"antarktis-expedition-forscherteam-erkundet-leben-unter-eisberg-a68","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/antarktis-expedition-forscherteam-erkundet-leben-unter-eisberg-a68\/","title":{"rendered":"Antarktis: Forscherteam erkundet Leben unter Eisberg A68"},"content":{"rendered":"<p>Am 9. Februar startet unter der Leitung des <a href=\"https:\/\/www.awi.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Alfred-Wegener-Instituts (AWI)<\/a> ein internationales Forscherteam eine Expedition zum abgelegenen Larsen-C-Schelfeis. Das Ziel: Die Forscher m\u00f6chten das bisher unter dem Schelfeis verborgene Meeres\u00f6kosystem erkunden. Im Juli 2017 kalbte ein riesiger Eisberg mit einer Gr\u00f6\u00dfe von der siebenfachen Fl\u00e4che Berlins vom antarktischen Larsen-Schelfeis ab. Durch den Abbruch des Eisberges namens A68 wurde eine Fl\u00e4che von etwa 5.800 Quadratkilometern von der hunderte Meter dicken Schelfeisschicht befreit. Eine Welt, \u00fcber die die Menschheit nichts wei\u00df, da sie bisher unter dem dicken Eis im Verborgenen lag. Nun planen die Forscher nochmals \u2013 zwei Expeditionen mussten fr\u00fchzeitig abgebrochen werden \u2013, per Schiff von Punta Arenas (Chile) in die Region \u00f6stlich der antarktischen Halbinsel zu fahren, um dort Proben vom Meeresboden zu nehmen. Insgesamt neun Wochen werden sie mit dem Eisbrecher Polarstern unterwegs sein. Per Satellitenaufnahmen soll die schwierige Navigation durch das Meereis unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_165194\" aria-describedby=\"caption-attachment-165194\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-165194 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20070120_LarsenBCliff_GChapelle-600x402.jpg\" alt=\"Forscherteam\" width=\"600\" height=\"402\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-165194\" class=\"wp-caption-text\">Teilausschnitt der Abbruchkante des Larsen-B-Schelfeises an der Antarktischen Halbinsel\/Polarstern-Expedition ANTXXIII\/8, Weddellmeer 2006\/07 \u00a9Gauthier Chapelle<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Eilige Mission<\/h3>\n<p>Die Mission eilt: Das wahrscheinlich seit mehreren tausend Jahren vom Eis bedeckte \u00d6kosystem k\u00f6nnte sich mit dem jetzt einfallenden Licht rasch ver\u00e4ndern. \u201eDie Expedition zum Larsen-C-Schelfeis ist eine einmalige Gelegenheit f\u00fcr die internationale Forschungsgemeinschaft, um in dieser vom Klimawandel betroffenen Region interdisziplin\u00e4re Forschung durchzuf\u00fchren\u201c, so der wissenschaftliche Fahrtleiter der Expedition, Dr. Boris Dorschel. Da Larsen C weit im S\u00fcden liegt, ist selbst in Zeiten minimaler Meereisbedeckung in der Antarktis noch viel Eis vorhanden. Nichtdestotrotz sollte die Expedition zum jetzigen Zeitpunkt stattfinden. So k\u00f6nnen die Forscher noch Einblicke in die erst k\u00fcrzlich vom Schelfeis befreite Welt erhoffen und das ein oder andere Geheimnis des Eisschelfs und des Eisbergs A68 l\u00fcften. Unter anderem sollen auch die Strukturen am Meeresboden erforscht werden. F\u00fcr die Forschungszwecke sollen zudem hochaufl\u00f6sende Satellitendaten sowie der Bordhelikopter der Polarstern genutzt werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_165195\" aria-describedby=\"caption-attachment-165195\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-165195\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/20130801_AWECS_ANT29_6_717_MarioHoppmann-600x400.jpg\" alt=\"Polarstern\" width=\"600\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-165195\" class=\"wp-caption-text\">Das Forschungsschiff Polarstern w\u00e4hrend einer Eisstation im Weddellmeer \u00a9Mario Hoppmann<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Dramatischer \u00f6kologischer Wandel<\/h3>\n<p>\u201eDas Kalben von A68 ist eine einmalige Gelegenheit, Meereslebewesen zu untersuchen, die einem dramatischen \u00f6kologischen Wandel ausgesetzt sind\u201c, so der Meeresbiologe Dr. Huw Griffiths vom British Antarctic Survey (BAS). Er leitet eines der Projekte zur Erforschung der Biologie am Meeresboden. Da das Gebiet Jahrtausende ohne Sonnenlicht war, gehen die Forscher davon aus, dass sich hier eine Artengemeinschaft entwickelt hat, die sich speziell an ein Leben mit sehr wenig verf\u00fcgbarer Nahrung angepasste. Griffiths erg\u00e4nzt: \u201eDer Abbruch dieses riesigen Eisbergs wirkt so, also nehme man pl\u00f6tzlich die Decke von einer H\u00f6hle. Erstmals seit tausenden von Jahren k\u00f6nnen durch das einfallende Sonnenlicht an der Wasseroberfl\u00e4che Mikroalgen wachsen, was das gesamte Nahrungsnetz ver\u00e4ndert, so dass sich andere Arten ansiedeln.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_165198\" aria-describedby=\"caption-attachment-165198\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-165198\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/starfish-600x550.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"550\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-165198\" class=\"wp-caption-text\">Seesterne \u00a9Griffiths, Huw J.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Expeditionsteam wird Tiere, Mikroorganismen, Plankton, Meeressedimente und Wasserproben untersuchen. Dabei kommen verschiedenste Ger\u00e4te zum Einsatz wie Unterwasser-Videokameras sowie ein Schlitten, der am Meeresboden kleine Tiere sammelt. Der Meeresboden wird zudem mithilfe von Sonarsystemen detailliert vermessen.<\/p>\n<h3>Hintergrund<\/h3>\n<p>Das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Polar- und Meeresforschung (AWI), forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der gem\u00e4\u00dfigten sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis f\u00fcr die internationale Wissenschaft zur Verf\u00fcgung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der 19 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft. Sie ist die gr\u00f6\u00dfte Wissenschaftsorganisation Deutschlands.<\/p>\n<p><em>Bild oben:\u00a0Das deutsche Forschungsschiff Polarstern w\u00e4hrend einer Eisstation im Weddellmeer\u00a9Mario Hoppmann<\/em><\/p>\n<h3>Das k\u00f6nnte Sie auch interessieren:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/neue-forschungsprojekte-auswirkung-von-klimawandel-auf-den-auftrieb-von-tiefenwasser\/\">NEUE FORSCHUNGSPROJEKTE: AUSWIRKUNG VON KLIMAWANDEL AUF DEN AUFTRIEB VON TIEFENWASSER<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 9. Februar startet unter der Leitung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) ein internationales Forscherteam eine Expedition zum abgelegenen Larsen-C-Schelfeis. Das Ziel: Die Forscher m\u00f6chten das bisher unter dem Schelfeis verborgene Meeres\u00f6kosystem erkunden. Im Juli 2017 kalbte ein riesiger Eisberg mit einer Gr\u00f6\u00dfe von der siebenfachen Fl\u00e4che Berlins vom antarktischen Larsen-Schelfeis ab. 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