{"id":165016,"date":"2019-02-04T14:50:50","date_gmt":"2019-02-04T13:50:50","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=165016"},"modified":"2019-02-04T14:50:50","modified_gmt":"2019-02-04T13:50:50","slug":"ein-dna-schnelltest-vereinfacht-die-bewertung-der-wasserqualitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/ein-dna-schnelltest-vereinfacht-die-bewertung-der-wasserqualitaet\/","title":{"rendered":"Ein DNA-Schnelltest vereinfacht die Bewertung der Wasserqualit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>An der TU Wien wurde ein einfaches Verfahren zum Nachweis gesundheitsgef\u00e4hrdender Keime in Wasser entwickelt. Der DNA-Schnelltest ist ohne spezielles Wissen direkt vor Ort anwendbar und l\u00f6st teure und zeitaufw\u00e4ndige Methoden im Labor ab.<\/p>\n<p>Verunreinigtes Wasser z\u00e4hlt zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Gesundheitsrisiken. Oft handelt es sich um f\u00e4kale Keime. Um das Problem rasch l\u00f6sen zu k\u00f6nnen, muss die Ursache der Keime gefunden werden. In einem Test kann festgestellt werden, ob es sich um Keime aus der Landwirtschaft oder dem Abwasser handelt.<\/p>\n<p>\u201eBestimmte Bakterien sind nur in den F\u00e4kalien ganz bestimmter Tierarten zu finden, \u201c erkl\u00e4rt <a href=\"https:\/\/tiss.tuwien.ac.at\/fpl\/person\/index.xhtml?oid=2975149\"><em>Georg Reischer<\/em><\/a> von der TU Wien: \u201eWenn man Proben auf DNA-Abschnitte dieser Bakterien untersucht, kann man daher genau sagen, von welchem Lebewesen die Verunreinigungen stammen. So gibt es zum Beispiel Bakterien, die ganz typisch f\u00fcr das Darm Mikrobiom von Wiederk\u00e4uern sind. Findet man deren DNA in einer Wasserprobe, wurde die Verunreinigung wahrscheinlich von K\u00fchen auf der Weide verursacht.\u201c<\/p>\n<h3><strong>Einfach und schnell<\/strong><\/h3>\n<p>Geeignete Testmethoden sind wichtig zur Steuerung der Wasserqualit\u00e4t und zur Unterst\u00fctzung der Risikobewertung im Bereich der \u00f6ffentlichen Gesundheit. Bisher waren diese aber an das Labor gebunden und durch einen Mangel an Spezialger\u00e4ten und geschultem Personal nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Reischer forschte in einem Team am <a href=\"https:\/\/www.vt.tuwien.ac.at\/home\/\"><em>Institut f\u00fcr Verfahrenstechnik, Umwelttechnik und technische Biowissenschaften<\/em><\/a> an der TU Wien mehrere Jahre an der Vereinfachung und Beschleunigung des Verfahrens. Die Methode sollte zuverl\u00e4ssig sein und auch ohne biotechnologisches Wissen anwendbar. Jetzt ist die Technologie ausgereift. Das Verfahren dauert zwei Stunden, erfordert keine umfangreiche praktische Ausbildung und die Ergebnisse erreichen das Niveau vergleichbarer Tests. Im Unterschied zu quantitativen Herangehensweisen liefert der DNA-Schnelltest allerdings nur qualitative Ergebnisse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_165028\" aria-describedby=\"caption-attachment-165028\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-165028 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/DNA-Schnelltest_DNA_Teststreifen-c-TU-Wien-600x338.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"338\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-165028\" class=\"wp-caption-text\">Analyseergebnisse von Wasserproben mit unterschiedlichen Kontaminations-Konzentrationen: Zwei Striche sind der Nachweis einer Verunreinigung. (c) TU Wien<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Methode erweiterbar<\/strong><\/h3>\n<p>Laut Reischer funktioniert die Methode so einfach wie ein Schwangerschaftstest: \u201eDie Bakterien werden zerst\u00f6rt, die DNA wird gezielt vervielf\u00e4ltigt und dann mit einem simplen Streifen nachgewiesen\u201c. Ein weiterer Vorteil der Methode sei, dass sie auf ganz unterschiedliche Bakterien und Viren anwendbar sei. Zun\u00e4chst konzentriere man sich jedoch auf den Nachweis gef\u00e4hrlicher Keime im Wasser, weil dies ein besonders verbreitetes Problem adressiere, so Reischer.<\/p>\n<p>Jetzt wird ein Industriepartner f\u00fcr die Entwicklung eines Messger\u00e4ts gesucht.<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen des <a href=\"http:\/\/www.waterandhealth.at\/index.php?id=7\"><em>Interuniversit\u00e4ren Kooperationszentrum Wasser und Gesundheit<\/em><\/a> durchgef\u00fchrt. Kooperationspartner war die Abteilung f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.ifa-tulln.boku.ac.at\/\"><em>Agrarbiotechnologie Tulln<\/em><\/a> der <em>Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur <\/em>in Wien.<\/p>\n<p>Der Artikel \u00fcber das Projekt wurde im Fachjournal <em>Nature Scientific Reports<\/em> publiziert. Hier finden Sie den Link:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41598-018-36749-7\">Kolm et al., Nature Scientific Reports, volume 9, Article number: 393 (2019)<\/a><\/p>\n<p><em>Foto oben: Trinkwasserreservoir in Schlund, Zolikon (c) Wikicommons Adrian Michael<\/em><\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/neue-forschungsprojekte-auswirkung-von-klimawandel-auf-den-auftrieb-von-tiefenwasser\/\">Neue Forschungsprojekte: Auswirkung von Klimawandel auf den Auftrieb von Tiefenwasser<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der TU Wien wurde ein einfaches Verfahren zum Nachweis gesundheitsgef\u00e4hrdender Keime in Wasser entwickelt. Der DNA-Schnelltest ist ohne spezielles Wissen direkt vor Ort anwendbar und l\u00f6st teure und zeitaufw\u00e4ndige Methoden im Labor ab. Verunreinigtes Wasser z\u00e4hlt zu den weltweit gr\u00f6\u00dften Gesundheitsrisiken. 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