{"id":164754,"date":"2019-01-31T16:36:44","date_gmt":"2019-01-31T15:36:44","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=164754"},"modified":"2019-01-31T16:36:44","modified_gmt":"2019-01-31T15:36:44","slug":"ein-diskreter-und-praeziser-navigations-assistent-vom-geo-informatiker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/ein-diskreter-und-praeziser-navigations-assistent-vom-geo-informatiker\/","title":{"rendered":"Ein diskreter und pr\u00e4ziser Navigations-Assistent vom Geo-Informatiker"},"content":{"rendered":"<p>Die Orientierung in fremden St\u00e4dten ist durch Smartphone-Apps einfacher geworden. Aber herk\u00f6mmliche Systeme wissen nicht, wie sich Menschen in St\u00e4dten wirklich orientieren. Der Geo-Informatiker Ioannis Giannopoulos wei\u00df es &#8211; und arbeitet an einem Navigations-Assistenten, der dann in Erscheinung tritt, wenn Hilfe notwendig ist.<\/p>\n<p>Giannopoulos m\u00f6chte eine Navigations-Technologie entwickeln, die nicht mehr die gesamte Aufmerksamkeit beansprucht, sondern diskret und pr\u00e4zise Hinweise gibt. Das k\u00f6nnte zum Beispiel ein Navigations-Assistent sein, der das Handy vibrieren l\u00e4sst, wenn der Nutzer an der Stra\u00dfenkreuzung seinen Blick in die richtige Richtung richtet.<\/p>\n<p>Der Geo-Informatiker betont, dass die Technologie keine Abh\u00e4ngigkeit ausl\u00f6sen soll. Vielmehr soll diese die Intuition ansprechen und in der Vorstellung einen Plan entstehen lassen, welcher auch ohne elektronische Hilfsmittel Orientierung bietet.<\/p>\n<p>Die Geo-Informatik ist ein interdisziplin\u00e4res Forschungsgebiet und liegt an der Schnittstelle von Mathematik, Informatik und Geographie. Giannopoulos kn\u00fcpft in seinem Projekt zus\u00e4tzlich an die Kognitionswissenschaften und die Stadtplanung an. Neben Forschungsinstrumenten wie Sensoren, Satellitendaten und Computercodes spielt auch der Austausch mit Forschungsteams aus Psychologie und Stadtplanung eine Rolle.<\/p>\n<h3><strong>Orientierungs-Strategien <\/strong><\/h3>\n<p>Das Interesse an der Interaktion von Mensch und Maschine entdeckte Giannopoulos in seinem Masterstudium an der <em>Universit\u00e4t Saarbr\u00fccken,<\/em> wo er am <em>Deutschen <a href=\"https:\/\/www.dfki.de\/web\/\">Forschungszentrum f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz<\/a><\/em> forschte. In seiner Dissertation an der <em>ETH Z\u00fcrich<\/em> kam die r\u00e4umliche Komponente ins Spiel. Giannopoulos untersuchte das Orientierungsverhalten von Menschen in der Stadt Z\u00fcrich. Dabei arbeitete er mit Probanden, die mit papierbasierten Stadtpl\u00e4nen und einer Eye-Tracking-Brille durch die Stadt liefen. Die Eye-Tracking-Brille zeichnete deren Blickrichtung auf. In der Auswertung der Daten konnte der Wissenschafter zwei verschiedene Strategien erkennen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Teil der Probanden fokussierte markante Geb\u00e4ude in der Umgebung und suchte diese dann auf der Karte;<\/li>\n<li>Ein anderer Teil fokussierte Elemente in der Karte und suchte diese dann in der Umgebung;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar\u00fcberhinaus erm\u00f6glichen die Daten auch die Messung der Erfolgsquote.<\/p>\n<p>2018 wurde der Einunddrei\u00dfj\u00e4hrige als j\u00fcngster Professor an die <a href=\"https:\/\/www.tuwien.ac.at\/\">TU Wien<\/a> berufen, wo er eine Forschungsgruppe f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.geo.tuwien.ac.at\/\"><em>Geo-Information<\/em><\/a> aufbaut. Kurz nach Antritt seiner Professur wurde er in das Entwicklungszentrum des\u00a0 amerikanischen Geo-Informations-Software-Herstellers <a href=\"https:\/\/www.esri.com\/de-de\/home\"><em>ESRI<\/em> <\/a>aufgenommen, in dem hervorragende universit\u00e4re Lehre und Forschung unterst\u00fctzt wird.<\/p>\n<h3><strong>Nutzungszwecke<\/strong><\/h3>\n<p>In der Zwischenzeit ist seine Forschungsarbeit so weit fortgeschritten, dass er auf Basis von k\u00fcnstlicher Intelligenz die Absicht des Nutzers eines Stadtplans einsch\u00e4tzen kann. Er kann unterscheiden, ob dieser gerade eine Route plant, nach einem Restaurant in der N\u00e4he sucht oder eine andere Aufgabe l\u00f6sen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Neben der Frage der menschlichen Orientierung geht es in <em>Geo-Information<\/em> auch um das Auffinden von uneinsehbaren unterirdischen Infrastrukturen wie Abwasser-Rohren bei Bauarbeiten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_164764\" aria-describedby=\"caption-attachment-164764\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-164764 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/Ioannis-Giannopoulos-c-TU-Wien-600x450.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-164764\" class=\"wp-caption-text\">Zukunftsweisendes Potenzial sieht der Geo-Informatiker Giannopoulos in Mixed Reality, in der auf Basis einer Bildschirmbrille zus\u00e4tzliche Informationen in die nat\u00fcrliche Umgebung eingeblendet werden k\u00f6nnen. (c) TU Wien<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Technische Grundlagen<\/strong><\/h3>\n<p>Die technischen Grundlagen der Technologie sind komplex, fu\u00dfen jedoch wesentlich auf Ger\u00e4ten mit zuverl\u00e4ssiger Standort-Erkennung. Im Freien werden GPS-Daten angewendet. In Innenr\u00e4umen k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich optische Kameras mit Wiedererkennungs-System eingesetzt werden. Zur Messung von Bewegungen und Drehungen stehen verschiedene Sensoren zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Zukunftsweisendes Potenzial sieht Giannopoulos in <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?time_continue=2&amp;v=clqjf_GyiFE\"><em>Mixed Reality<\/em><\/a>, in der auf Basis einer Bildschirmbrille zus\u00e4tzliche Informationen in die nat\u00fcrliche Umgebung eingeblendet werden k\u00f6nnen. Diese Technologie ist zum Beispiel hilfreich beim Reparieren technischer Anlagen oder Leitungsrohre, die sich uneinsehbar unter dem Stra\u00dfenasphalt befinden.<\/p>\n<h3><strong>Geo-Information<\/strong><\/h3>\n<p>Giannopoulos spricht von Geo-Information als einer Nische, die gerade weltweit stark an Aufmerksamkeit gewinnt. Dies zeigte sich auch daran, dass er nach seinem Masterstudium an der <a href=\"https:\/\/www.uni-saarland.de\/nc\/startseite.html\"><em>Universit\u00e4t Saarbr\u00fccken<\/em><\/a> von der <em>ETH Z\u00fcrich<\/em> ein Angebot f\u00fcr eine Dissertationsstelle im Team von <a href=\"http:\/\/www.ikg.ethz.ch\/personen\/people\/person-detail.MTc3NTE5.TGlzdC8xMDMxLC05MDgxNDI5Mg==.html\">Prof. Dr. Martin Raubal<\/a> am <em>Institut f\u00fcr Kartographie und Geo-Information<\/em> bekam. Raubal untersucht, wie Menschen standortbezogene, mobile Rauminformationen in Entscheidungsprozessen einsetzen \u2013 zum Beispiel im Tourismus oder in der Kommunikation. Der Fokus liegt dabei auf Geoinformationssystemen (GIS) und standortbezogenen Diensten (location-based services LBS). Dazu z\u00e4hlen Navigationsger\u00e4te, Informations- und Notrufdienste sowie allgemein Angebote, die\u00a0 Nutzer mit Informationen zum aktuellen Standort versorgen.<\/p>\n<p>F\u00fcr seine Dissertation zum Orientierungsverhalten von Menschen in der Stadt erhielt <a href=\"https:\/\/www.geo.tuwien.ac.at\/staff\/991\/ioannis-giannopoulos\">Giannopoulos<\/a> den <em>Culmann-Preis<\/em> f\u00fcr ausgezeichnete Dissertation.<\/p>\n<h3>Auch interessant:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/lernumgebung-in-der-virtuellen-realitaet\/\">Lernumgebung in der virtuellen Realit\u00e4t<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Orientierung in fremden St\u00e4dten ist durch Smartphone-Apps einfacher geworden. Aber herk\u00f6mmliche Systeme wissen nicht, wie sich Menschen in St\u00e4dten wirklich orientieren. 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