{"id":163289,"date":"2019-01-12T07:00:34","date_gmt":"2019-01-12T06:00:34","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=163289"},"modified":"2019-01-12T07:00:34","modified_gmt":"2019-01-12T06:00:34","slug":"neue-forschungsprojekte-auswirkung-von-klimawandel-auf-den-auftrieb-von-tiefenwasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/neue-forschungsprojekte-auswirkung-von-klimawandel-auf-den-auftrieb-von-tiefenwasser\/","title":{"rendered":"Neue Forschungsprojekte: Auswirkung von Klimawandel auf den Auftrieb von Tiefenwasser"},"content":{"rendered":"<p>Auftriebsgebiete gelten mit ihrem n\u00e4hrstoffreichen Tiefenwasser als Produktionsst\u00e4tten der Ozeane. Doch das k\u00f6nnte sich \u00e4ndern: die Auswirkungen des Klimawandels und damit einhergehend die Verschiebung der Windsysteme sowie die allm\u00e4hliche Erw\u00e4rmung der Meere auf Auftriebsgebiete ist noch unklar. Gerade an den \u00f6stlichen R\u00e4ndern des Atlantiks und Pazifiks sorgt das Aufsteigen von n\u00e4hrstoffreichem Tiefenwasser f\u00fcr besonders hohe, biologische Produktivit\u00e4t. Die Gebiete weisen dadurch nicht nur eine gro\u00dfe Artenvielfalt auf, sondern liefern auch 20 Prozent der weltweiten Fischereiertr\u00e4ge. Sie haben somit \u2012 auch wenn sie nur knapp zwei Prozent der Fl\u00e4che der Ozeane einnehmen \u2012 eine enorme Bedeutung f\u00fcr die Gesellschaft und Wirtschaft der angrenzenden L\u00e4nder sowie auch f\u00fcr die gesamte Weltern\u00e4hrung.<\/p>\n<h3><strong>Benguelastrom, Kanarenstrom sowie Humboldtstrom im Fokus<\/strong><\/h3>\n<p>Grund genug also, der Frage nachzugehen, ob die Auftriebsgebiete diese Funktion noch erf\u00fcllen k\u00f6nnen, wenn sich die Ozeane weiter erw\u00e4rmen, sie saurer werden, weiter Sauerstoff verlieren und sich m\u00f6glicherweise Windsysteme \u00fcber den Meeren \u00e4ndern. Unter der Gesamtkoordination des Geomar Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung Kiel sind nun drei Forschungsprojekte mit dem Thema \u201eBedeutung von Klima\u00e4nderungen in k\u00fcstennahen Auftriebsgebieten\u201c gestartet. Erforscht wird im S\u00fcdostatlantik der Benguelastrom, im Nordostatlantik der Kanarenstrom und im S\u00fcdostpazifik der Humboldtstrom. All diese Gebiete liegen im Bereich von gro\u00dfen, parallel zur K\u00fcste verlaufenden Meeresstr\u00f6mungen. Passatwinde treiben dabei die Wassermassen jeweils Richtung \u00c4quator. Und die Erdrotation sorgt daf\u00fcr, dass sich oberfl\u00e4chennahes Wasser von der K\u00fcste fortbewegt, was wiederum kaltes, n\u00e4hrstoffreiches Wasser aus der Tiefe an die Oberfl\u00e4che zieht. Die biologische Produktion wird somit angetrieben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_163293\" aria-describedby=\"caption-attachment-163293\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-163293 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/1812_Auftriebsgebiet-600x442.jpg\" alt=\"Auftreibesgebiete der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re\" width=\"600\" height=\"442\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-163293\" class=\"wp-caption-text\">Die K\u00fcstenauftriebsgebiete liegen im Bereich von gro\u00dfen, parallel zur K\u00fcste verlaufenden Meeresstr\u00f6mungen \u00a9Vorlage NDAA\/Bearbeitung\u00a0GEOMAR<\/figcaption><\/figure>\n<h3><\/h3>\n<h3><strong>Die Rolle von Wirbeln verstehen<\/strong><\/h3>\n<p>Das Forschungsprojekt des Kanarenstroms hei\u00dft REEBUS. Es soll die Rolle von Wirbeln f\u00fcr die Kohlenstoffpumpe in K\u00fcstenauftriebsgebieten untersuchen. \u201eEs basiert auf der Beobachtung, dass ozeanische Wirbel eine zentrale Rolle f\u00fcr die physikalischen, biogeochemischen und biologischen Eigenschaften von K\u00fcstenauftriebsgebieten spielen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Arne K\u00f6rtzinger, REEBUS-Koordinator von Geomar. Im Rahmen des Projekts wollen die Forscherinnen und Forscher Wirbel mit einem neuartigen, vielschichtigen Beobachtungsansatz sowie mit Hilfe von Prozessmodellen besser verstehen. Dabei greift das REEBUS-Team auf Vorarbeiten des Kieler Sonderforschungsbereichs 754 zur\u00fcck. Dem Team steht auf den kapverdischen Inseln mit dem Ocean Science Centre Mindelo ein moderner St\u00fctzpunkt f\u00fcr die geplanten Feldarbeiten vor Westafrika zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h3><strong>Reaktion von \u00d6kosystem auf ge\u00e4nderten Auftrieb<\/strong><\/h3>\n<p>Am Humboldtstrom geht es unter dem Namen CUSCO (Coastal Upwelling System in a Changing Ocean) darum, im Auftriebsgebiet vor Peru die Reaktion des \u00d6kosystem zu erforschen. \u201eZwar ist es das produktivste aller K\u00fcstenauftriebsgebiete,\u201c so Professor Dr. Ulf Riebesell, der neben der Gesamtkoordination auch die Verantwortung f\u00fcr CUSCO innehat, \u201ees ist aber v\u00f6llig unklar, wie die biologische Produktivit\u00e4t mit der Intensit\u00e4t des Auftriebs zusammenh\u00e4ngt. Wir wollen besser verstehen, wie dieses hochproduktive \u00d6kosystem reagiert, wenn sich der Auftrieb bedingt durch den Klimawandel ver\u00e4ndert\u201c. CUSCO st\u00fctzt sich im Wesentlichen auf eine Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff MARIA S. MERIAN, die bereits seit Dezember vor der K\u00fcste Perus durchgef\u00fchrt wird. Ein weiterer wichtiger Baustein ist ein Experiment mit der Kieler Offshore-Mesokosmen-Versuchsanlage KOSMOS in den K\u00fcstengew\u00e4ssern Perus. Dieses soll von Februar bis April 2020 stattfinden. Hinzu kommen Computersimulationen auf verschiedenen Skalen von speziell angepassten \u00d6kosystem-Modellen bis hin zu regionalen Simulationen der physikalischen und biogeochemischen Prozesse.<\/p>\n<h3><strong>F\u00f6rderung durch Bundesforschungsministerium<\/strong><\/h3>\n<p>Gemeinsam mit REEBUS und CUSCO startet das von Prof. Dr. Heide Schulz-Vogt vom Leibniz-Institut f\u00fcr Ostseeforschung in Warnem\u00fcnde (IOW) koordinierte Projekt EVAR (Effekt von Variation in der Auftriebsintensit\u00e4t auf die Bedingungen im \u00d6kosystem), das sich vor allem auf Untersuchungen im Auftriebssystem des Benguela-Stroms konzentriert und in das ebenfalls Wissenschaftler vom GEOMAR eingebunden sind. Die drei Verbundprojekte im Nordost- und S\u00fcdostatlantik sowie im S\u00fcdostpazifik werden in den kommenden drei Jahren vom Bundesforschungsministerium mit insgesamt 8,7 Millionen Euro unterst\u00fctzt. \u201eEs geht darum, die Empfindlichkeit dieser Gebiete gegen\u00fcber dem Klimawandel besser zu verstehen, um m\u00f6gliche Folgen fr\u00fchzeitig zu erkennen\u201c, fasst Riebesell das Ziel der drei Projekte zusammen. Bleibt zu hoffen, dass nicht nur m\u00f6gliche Folgen fr\u00fchzeitig erkannt werden, sondern auch Gegenma\u00dfnahmen \u2013 und zwar von allen L\u00e4ndern der Welt \u2013 getroffen werden.<\/p>\n<p><em>Bild oben:\u00a0Mesokosmen vor der K\u00fcste Perus im Einsatz\u00a0<\/em>\u00a9<em>Ulf Riebesell\/GEOMAR<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auftriebsgebiete gelten mit ihrem n\u00e4hrstoffreichen Tiefenwasser als Produktionsst\u00e4tten der Ozeane. 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