{"id":162979,"date":"2019-01-08T11:15:43","date_gmt":"2019-01-08T10:15:43","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=162979"},"modified":"2019-01-08T11:15:43","modified_gmt":"2019-01-08T10:15:43","slug":"karlsruhe-bekommt-forschungsfabrik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/karlsruhe-bekommt-forschungsfabrik\/","title":{"rendered":"Karlsruhe bekommt Forschungsfabrik"},"content":{"rendered":"<p>In Karlsruhe entsteht etwas ganz Gro\u00dfes \u2013 ein Entwicklungs- und Demonstrationszentrum f\u00fcr die Fabrik der Zukunft. Das <a href=\"http:\/\/www.kit.edu\/index.php\">Karlsruher Institut f\u00fcr Technologie<\/a> (KIT) und Fraunhofer sind bei diesem Projekt federf\u00fchrend. F\u00fcr den Bund soll es das wegweisende Referenzprojekt f\u00fcr die KI-Strategie werden.<\/p>\n<p>Schon jetzt, mit dem Spatenstich f\u00fcr den Bau der Karlsruher Forschungsfabrik, lasten hohe Erwartungen auf dem Projekt. Nicht nur, dass sich die beiden, im Forschungsbereich schwergewichtigen, Kooperationspartner KIT und <a href=\"https:\/\/www.fraunhofer.de\/\">Fraunhofer<\/a> daf\u00fcr zusammengefunden haben. Vielmehr soll das Projekt einen bedeutenden Beitrag zur erst vor Kurzem ver\u00f6ffentlichten \u201e<a href=\"https:\/\/www.ki-strategie-deutschland.de\/home.html\">Strategie K\u00fcnstliche Intelligenz<\/a>\u201c der Bundesregierung leisten. Die Karlsruher Forschungsfabrik, die Ende 2020 den Betrieb aufnehmen soll, ist deshalb f\u00fcr die Innovationskraft des Standorts Deutschland zukunftsweisend.<\/p>\n<h2>Karlsruher Forschungsfabrik<\/h2>\n<p>15 Millionen Euro wird die Forschungsst\u00e4tte mit Sitz auf dem Campus Ost des KIT kosten. K\u00fcnftig werden hier neue Produktionstechnologien geplant, getestet und anschlie\u00dfend in die Industrie implementiert. Logisch, dass die L\u00f6sungen mit Hilfe modernster Digitalisierungsmethoden entstehen. Der Vorteil: Entwicklung und Marktreife sollen dadurch deutlich schneller umgesetzt werden als bisher.<\/p>\n<p>Dass K\u00fcnstliche Intelligenz (KI) ein riesiges Marktpotenzial hat, beweisen Prognosen wie etwa die des <a href=\"https:\/\/www.mckinsey.com\/mgi\/overview\">McKinsey Global Institute<\/a> (MGI). Demnach kann das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) durch intelligente k\u00fcnstliche L\u00f6sungen um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte pro Jahr wachsen. Verglichen mit Dampfmaschinen (0,3 Prozentpunkte), Industrieroboter (0,4 Prozentpunkte) und die Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT, 0,6 Prozentpunkte) ist das ein Vielfaches mehr. Mc Kinsey prognostiziert mit K\u00fcnstlicher Intelligenz bis 2030 einen zus\u00e4tzlichen globalen Wertsch\u00f6pfungsbeitrag in einer H\u00f6he von 13 Billionen US-Dollar. Die Ergebnisse sind Teil der Studie \u201eNotes from the frontier: Modeling impact of AI on the world economy\u201c. Daf\u00fcr wurden 3.000 Unternehmen aus 14 Branchen befragt.<\/p>\n<h2>H\u00f6chste Zeit<\/h2>\n<p>F\u00fcr Deutschland wird es also h\u00f6chste Zeit, den Run auf die besten Marktpl\u00e4tze aufzunehmen. Laut Mc Kinsey liegt Deutschland mit einem m\u00f6glichen zus\u00e4tzlichen BIP-Wachstum von 1,3 Prozentpunkte nur leicht \u00fcber dem Durchschnitt. Aber gleichauf mit China. Spitzenreiter sind die USA mit 1,5 Prozentpunkten, die von Schweden mit 1,7 Prozentpunkten noch \u00fcbertroffen werden. Deutschland muss der Mc Kinsey-Studie zufolge vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung investieren, um den Anschluss an den internationalen Markt nicht zu verlieren.<\/p>\n<h2>Schnellere Marktreife<\/h2>\n<p>Genau an dieser Stelle soll die Karlsruher Forschungsfabrik ansetzen. Ziel ist es, Vorspr\u00fcnge bei neuen, komplexen Fertigungsverfahren systematisch zu erarbeiten und auszubauen. Das hei\u00dft, Wissenschaftler wollen herausfinden, wie qualitativ hochwertige Produkte hergestellt werden k\u00f6nnen, auch wenn der erforderliche Fertigungsprozess noch nicht g\u00e4nzlich beherrscht wird. Dazu setzen auf die Hilfe modernster Mess-, Sensor- und Regelungstechnik sowie neue Methoden. Mit ihnen sollen neue Produktionstechnologien schnell in industriellen Fertigungsprozesse umsetzt werden. Profitabilit\u00e4t und Sicherheit stehen dabei an erster Stelle.<\/p>\n<h2>Lernen w\u00e4hrend der Prozesse<\/h2>\n<p>Um eine schnelle Marktreife zu erzielen, werden Verfahren des Maschinellen Lernen und der K\u00fcnstlichen Intelligenz eingesetzt. Die von Prozessoren erhobenen Daten dienen dazu, um Korrelationen zwischen qualit\u00e4tsbezogenen Daten und Prozessparametern zu erkennen. Im Klartext: Die Fertigungsanlage lernt im laufenden Betrieb, um Prozesse entsprechend anzupassen. Mit KI und Maschinellem Lernen soll die ganze Prozesskette erfasst und verbessert werden \u2013 nicht nur Teilbereiche.<\/p>\n<h2>Vorteil f\u00fcr Mittelstand<\/h2>\n<p>Gerade kleine und mittlere Unternehmen bekommen laut den Entwicklern der Forschungsfabrik dadurch die M\u00f6glichkeit mit neuen Produkten viel fr\u00fcher als bisher auf den M\u00e4rkten vertreten zu sein. Das n\u00f6tige Wissen daf\u00fcr bringen die Fabrik-Macher, die Institute <a href=\"http:\/\/www.wbk.kit.edu\/\">wbk (KIT)<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.ict.fraunhofer.de\/\">ICT<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.iosb.fraunhofer.de\/servlet\/is\/11\/\">IOSB<\/a> (Fraunhofer) mit. Sie weisen sich durch Kompetenzen in Produktions-, Fertigungs- und Verfahrenstechnik sowie in der Automatisierungs-, Sensor- und Informationstechnik aus. Anwendungsfelder der k\u00fcnftigen L\u00f6sungen der Forschungsfabrik sehen sie in den Segmenten Elektromobilit\u00e4t, Leichtbau aber auch andere innovative Bereiche im Industrie-4.0-Umfeld.<\/p>\n<h2>Industriepartner<\/h2>\n<p>Von Anfang an sollen in der Karlsruher Forschungsfabrik Industriepartner eingebunden werden. Durch Kooperationen, Verbundprojekte und Workshops. Das KIT und Fraunhofer gehen zudem davon aus, dass die Forschungsfabrik nicht nur f\u00fcr Mitarbeiter im angewandten Forschungsumfeld attraktiv sein wird. Sondern auch dem Standort Karlsruhe zu einer Innovations-F\u00fchrerschaft in der Werkstoff-, Produktions- und Informationstechnik verhelfen kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_162991\" aria-describedby=\"caption-attachment-162991\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/2019_002_Auf-dem-Weg-zur-Karlsruher-Forschungsfabrik_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-162991 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/2019_002_Auf-dem-Weg-zur-Karlsruher-Forschungsfabrik_1-1024x724.jpg\" alt=\"Modell der Karlsruher Forschungsfabrik\" width=\"1024\" height=\"724\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-162991\" class=\"wp-caption-text\">Modell der Karlsruher Forschungsfabrik<\/figcaption><\/figure>\n<h2><strong>Bau der Forschungsfabrik<\/strong><\/h2>\n<p>F\u00fcr den Bau der Forschungsfabrik ist ein Gesamtbudget von etwa 15 Millionen Euro vorgesehen. Die Kooperationspartner Fraunhofer und KIT steuern jeweils die H\u00e4lfte dazu bei. Im Sommer 2019 ist die Grundsteinlegung geplant. Ab Ende 2020 soll das L-f\u00f6rmige Geb\u00e4ude auf zwei Stockwerken und einer Fl\u00e4che von 4.500 Quadratmetern etwa 70 Wissenschaftler beherbergen. Zudem bietet die Forschungsfabrik 50 Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Kooperationspartner aus der Industrie. Die Er\u00f6ffnung ist f\u00fcr Ende 2020 vorgesehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aufmacherfoto: Dr. Olaf Sauer, Prof. J\u00fcrgen Beyerer, Prof. Holger Hanselka, Prof. J\u00fcrgen Fleischer, Prof. Frank Henning beim Spatenstich (v.l.n.r.; Foto: Amadeus Bramsiepe, KIT)<\/p>\n<p>(Fotos: KIT)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Karlsruhe entsteht etwas ganz Gro\u00dfes \u2013 ein Entwicklungs- und Demonstrationszentrum f\u00fcr die Fabrik der Zukunft. 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