{"id":161975,"date":"2018-12-23T07:46:39","date_gmt":"2018-12-23T06:46:39","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=161975"},"modified":"2018-12-23T07:46:39","modified_gmt":"2018-12-23T06:46:39","slug":"urban-air-mobility-stadtverkehr-in-drei-dimensionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/urban-air-mobility-stadtverkehr-in-drei-dimensionen\/","title":{"rendered":"Urban Air Mobility: Stadtverkehr in drei Dimensionen"},"content":{"rendered":"<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Auf der ganzen Welt wachsen die st\u00e4dtischen Ballungsr\u00e4ume \u2013 damit auch der Verkehr. Weil sich Bahnlinien und Stra\u00dfen nicht beliebig erweitern lassen, denken viele Experten mittlerweile daran, einen Teil des urbanen Verkehrs in die Luft zu verlegen. Wirklich neu ist diese Idee nicht. Schon heute gibt es Lufttaxi- und Zubringerdienste, die in gro\u00dfen St\u00e4dten ihre betuchte Kundschaft schnell ans Ziel bringen. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Jedoch sind diese Dienste bislang f\u00fcr den Normalb\u00fcrger unerschwinglich. Das liegt nicht nur an der kaum vorhandenen Infrastruktur. Au\u00dferdem nutzen diese Dienste Hubschrauber, ein Flugger\u00e4t mit im Vergleich zu Flugzeugen wesentlich h\u00f6heren Wartungs- und Betriebskosten. Hubschrauber sind aber die einzigen kommerziell verbreiteten Luftfahrtzeuge, die senkrecht starten und landen k\u00f6nnen. <\/span><\/p>\n<h3 align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Forschung f\u00fcr den innerst\u00e4dtischen Luftverkehr <\/span><\/h3>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Innovationen im Leichtbau, in der Antriebstechnik und in der Computertechnik machen nun den Bau kleiner, komfortabler Senkrechtstarter f\u00fcr den innerst\u00e4dtischen Luftverkehr m\u00f6glich. Forschungseinrichtungen suchen nach Konzepten f\u00fcr diese neue Art des Luftverkehrs, der so genannten \u201eUrban Air Mobility\u201c. So hat das <a href=\"https:\/\/www.bauhaus-luftfahrt.net\/de\/\">Bauhaus Luftfahrt<\/a> zusammen mit einer Reihe von Partnern unter dem Dach von Munich Aerospace <a href=\"https:\/\/eu-smartcities.eu\/initiatives\/840\/description\">\u201eUrban Air Mobility\u201c<\/a> als Leitthema auf den Weg gebracht. Forscher des Bauhauses werden mit Wissenschaftlern der TU M\u00fcnchen eine gemeinsame Arbeitsgruppe f\u00fcr weitere Forschung bilden. So sollen die Grundlagen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Luftfahrtzeug-Entw\u00fcrfe, aber auch neue Technologien und Ans\u00e4tze zur Regulierung der neuen Art des Luftverkehrs gefunden werden. In den USA hat die Luft- und Raumfahrtbeh\u00f6rde NASA einen nationalen Wettbewerb aufgelegt, der bis 2020 zu fertigen Prototypen und Flugf\u00fchrungsystemen f\u00fchren soll, die dann im Rahmen einer Serie von Ausscheidungen ihr Potential zeigen sollen. <\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-162043 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/uam-3-4x3-v2-sm-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" \/><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\">K\u00fcnstlerische Darstellung eines zuk\u00fcnftigen Luftraums, in dem verschiedene Typen von bemannten und unbemannter Luftfahrzeugen sicher unterwegs sind.<br \/>\nIllustration: NASA \/ Lillian Gipson.<\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Zahlreiche Unternehmen, von gro\u00dfen Luftfahrtkonzernen bis hin zu kleinen Startups arbeiten an elektrisch betrieben Flugger\u00e4ten, die diese neue Art der \u201eUrban Air Mobility\u201c m\u00f6glich machen sollen. In Deutschland sind das junge Unternehmen wie <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/flugtaxi-lilium-jet\/\">Lilium<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.volocopter.com\/de\/\">e-Volo<\/a>, die senkrechtstartende Elektroflugzeuge entwickeln. Der europ\u00e4ische Luftfahrtkonzern Airbus arbeitet gleich an mehreren Flugger\u00e4ten. In den USA will das eigentlich eher als Taxiplattform bekannte Unternehmen Uber im Gro\u00dfraum Dallas-Fort Worth ein <a href=\"https:\/\/www.uber.com\/us\/en\/elevate\/\">Luftaxi-Netz<\/a> zur Entlastung des Stra\u00dfenverkehrs aufbauen. <\/span><\/p>\n<h3 align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Airbus will Systemanbieter f\u00fcr Urban Air Mobility werden<\/span><\/h3>\n<p align=\"JUSTIFY\"><a href=\"https:\/\/www.airbus-sv.com\/\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">A<\/span><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">\u00b3<\/span><\/a><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"> ist ein Airbus-Ableger im kalifornischen Silicon Valley, der sich mit neuartigen, elektrisch betriebenen Luftfahrzeugen, der Entwicklung von Drohnen und anderen L\u00f6sungen f\u00fcr den innerst\u00e4dtischen Luftverkehr besch\u00e4ftigt. Die Entwickler dort arbeiten an \u201eVahana\u201c, einem Kippfl\u00fcgelflugzeug mit Elektro-Antrieb, der am 31. Januar 2018 erstmals flog. Allerdings war das nur ein kurzer, unbemannter Schwebeflug, dem ein zweiter, l\u00e4ngerer Flug vor Vertretern der US-Luftfahrtbeh\u00f6rde FAA. In Europa steht Airbus an der Spitze der 2017 von der EU initiierten Urban Air Mobility Initiative. Zudem arbeitet das Unternehmen auch hier an einem st\u00e4dtetauglichen Senkrechtstarter, dem CityAirbus. Dessen Erstflug steht noch aus. Au\u00dferdem besch\u00e4ftigt sich das Unternehmen mit L\u00f6sungen zur Luftverkehrskontrolle, die neben konventionellen Flugzeugen auch Drohnen, autonome Flugzeuge mit Fracht oder Passagieren, sowie Flugger\u00e4ten wie dem\u00a0 <a href=\"https:\/\/vahana.aero\/vahanas-first-flight-a-success-ade26d26ba02?gi=a2206100a7f7\">&#8220;Vahana\u201c<\/a> umfassen. <\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_162044\" aria-describedby=\"caption-attachment-162044\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-162044 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Vahana-first-flight-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-162044\" class=\"wp-caption-text\">Erstflug des \u201eVahana\u201c-Erprobungstr\u00e4gers in den USA. Die Serienversion soll Platz f\u00fcr bis zu vier Passagiere bieten.<br \/>Foto: Airbus\/A\u00b3<\/figcaption><\/figure>\n<h3 align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Testfl\u00fcge am Persischen Golf<\/span><\/h3>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Jedoch haben wie so oft die kleineren, agilen Unternehmen die Nase vorn. E-Volos Produkt, der Volocopter, fliegt seit M\u00e4rz 2016. Im vergangenen Jahr begann die Firma aus Bruchsal bei Karlsruhe zudem mit Testfl\u00fcgen in Dubai. Im Auftrag der Verkehrsbeh\u00f6rde von Dubai sollen die e-Volo-Entwickler nachweisen, dass mit ihrem Flugger\u00e4t ein kommerzieller Flugbetrieb \u00fcber der Metropole am Persischen Golf m\u00f6glich ist. Hier stieg ein Volocopter am 25. September 2017 erstmals zu einem autonomen Flug auf. Das F\u00fcrstentum will bis 2030 etwa ein Drittel seines innerst\u00e4dtischen Nahverkehrs autonom, also mit selbstlenkenden Fahrzeugen betreiben. Der Testbetrieb in Dubai soll bis 2022 laufen. Einen \u00e4hnlichen Auftrag hat e-Volo im Oktober 2018 auch aus Singapur erhalten. <\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_162045\" aria-describedby=\"caption-attachment-162045\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-162045 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/NK_17_4785-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"683\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-162045\" class=\"wp-caption-text\">Der Volocopter-Prototyp bei seinem ersten unbemannten Testflug in Dubai.<br \/>Foto: Volocopter.<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Ein Volocopter ist ein neuartiges Hubschrauber-Konzept, bei dem achtzehn Rotoren an einer ring\u00e4hnlichen Tragekonstruktion \u00fcber der Kabine montiert sind. Dadurch kann ein Volocopter wie ein Hubschrauber starten und landen kann, ist gleichzeitig aber auch mechanisch weniger komplex als ein klassischer Hubschrauber. Umlenkgetriebe, Rotorblattverstellung, Taumelscheiben oder ein Heckrotor fehlen. Gesteuert wird ein Volocopter durch Erh\u00f6hung oder Verringerung der Motordrehzahl. Der Pilot kann dank der automatischen H\u00f6he- und Lageregelung einen Volocopter \u00fcber einen Joystick fliegen. Dagegen hat eine Hubschraubersteuerung gleich drei Kontrollelemente. <\/span><\/p>\n<h3 align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Elektrischer Jet aus Ottobrunn<\/span><\/h3>\n<figure id=\"attachment_162046\" aria-describedby=\"caption-attachment-162046\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-162046 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Lilium-Jet-Accelerating-1024x574.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"574\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-162046\" class=\"wp-caption-text\">Der Lilium Jet beim Erstflug im vergangenen Jahr.<br \/>Foto: Lilium.<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Lilium aus Ottobrunn geht hier einen anderen Weg. Der Lilium Jet ist ein kleines, senkrecht startendes und landendes D\u00fcsenflugzeug. Am 20. April 2017 absolvierte der Prototyp seinen Erstflug. W\u00e4hrend die Serienausf\u00fchrung bis zu f\u00fcnf Personen Platz bieten soll, passen in den Prototypen nur zwei. Das Antriebssystem ist jedoch komplett vorhanden., Das kleine Flugzeug wird komplett elektrisch angetrieben. Es ist also nicht nur das erste D\u00fcsenflugzeug, dessen kleine Fans mit Strom laufen, sondern auch der erste elektrische Senkrechtstarter der Welt. <\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Lilium will nun aus dem Prototypen ein vollwertiges Passagierflugzeug machen. Der Lilium Jet ist ein Leichtflugzeug; den Antrieb liefern 36 elektrische Jet-Turbinen, die in den Fl\u00fcgeln untergebracht sind. Deren Luftstrom regulieren Klappensysteme. Dadurch kann die Maschine vom Schwebeflug in den Geradeausflug und wieder zur\u00fcck in den Schwebeflug wechseln. Durch diese Klappen kann der Ausfall einer oder mehrerer Turbinen ausgeglichen werden. Zum Starten und Landen reicht ein kleiner, offener Platz. <\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_162047\" aria-describedby=\"caption-attachment-162047\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-162047 size-large\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Lilium-Jet-Silver-Front-Diagonal-with-gear-1024x576.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-162047\" class=\"wp-caption-text\">So soll die Serienausf\u00fchrung des Lilium Jets aussehen.<br \/>Illustration: Lilium<\/figcaption><\/figure>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Im Flug verbraucht der Lilium Jet pro Kilometer etwa so viel Strom wie ein elektrisches Auto. Lilium erwartet daher, dass die Kombination von minimaler Infrastruktur am Boden und energieeffizienten Fliegen, einen Flug-Taxi-Dienst \u00fcber \u00e4hnliche Distanzen wie Boden-Taxis auch zu konkurrenzf\u00e4higen Preisen f\u00fchrt. Ein Taxiflug vom New Yorker John F. Kennedy-Airport nach Manhattan soll f\u00fcnf Minuten dauern und genauso viel kosten wie die Taxifahrt \u00fcber die gleiche Distanz, die 55 Minuten dauern w\u00fcrde. Das Lilium-Team strebt beim fertigen Lilium Jet eine Reichweite von \u00fcber 300 Kilometern bei einer Reisegeschwindigkeit von etwa 300 Kilometern pro Stunde an. Ob der Lilium Jet diese Ziele erreicht, muss sich noch zeigen.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\">Bis sich diese \u201eUrban Air Mobility\u201c in Deutschland durchgesetzt hat, wird jedoch noch einige Zeit ins Land gehen. Zur Zeit fehlen f\u00fcr den Betrieb von Lilium Jets oder Volocoptern noch die rechtlichen Voraussetzungen. Auch die deutsche Flugsicherung ist bisher auf sie nicht eingerichtet. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der ganzen Welt wachsen die st\u00e4dtischen Ballungsr\u00e4ume \u2013 damit auch der Verkehr. Weil sich Bahnlinien und Stra\u00dfen nicht beliebig erweitern lassen, denken viele Experten mittlerweile daran, einen Teil des urbanen Verkehrs in die Luft zu verlegen. Wirklich neu ist diese Idee nicht. 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