{"id":161465,"date":"2018-12-17T18:48:36","date_gmt":"2018-12-17T17:48:36","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=161465"},"modified":"2018-12-17T18:48:36","modified_gmt":"2018-12-17T17:48:36","slug":"die-kuenstliche-schneewolke-simuliert-die-physikalischen-parameter-einer-wolke-und-erzeugt-mit-geringem-umwelteffekt-naturidenten-schnee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/die-kuenstliche-schneewolke-simuliert-die-physikalischen-parameter-einer-wolke-und-erzeugt-mit-geringem-umwelteffekt-naturidenten-schnee\/","title":{"rendered":"Die k\u00fcnstliche Schneewolke"},"content":{"rendered":"<p><strong>WIEN, 17. Dezember 2018 &#8211;\u00a0<\/strong>Die k\u00fcnstliche Schneewolke ist ein einzigartiges Verfahren f\u00fcr die Erzeugung von naturidentem Schnee. Der Name ist Programm: Das Verfahren basiert auf der Simulation der physikalischen Parameter einer Wolke. <!--more-->Dies ist mit einem geringen Aufwand an Wasser und Strom m\u00f6glich. Folglich l\u00f6st die Innovation gleich zwei Probleme im Wintersport: Schneequalit\u00e4t und Umwelteffekt.<\/p>\n<p>Die Geschichte der k\u00fcnstlichen Schneewolke datiert in das Jahr 2009 zur\u00fcck, als das Patent im Namen von TU Wien und Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur (BOKU) Wien angemeldet wurde. Die Forscher hatten ihr Ziel erreicht: Die Schw\u00e4chen bestehender Technologien zur k\u00fcnstlichen Beschneiung waren \u00fcberwunden. Konkret ging es um den negativen Umwelteffekt und die unnat\u00fcrliche Konsistenz von Kunstschnee.<\/p>\n<h3><strong>Naturidenter Schnee<\/strong><\/h3>\n<p>In bestehenden Technologien hat Kunstschnee die Konsistenz von gefrorenen Wassertropfen und das kann sich negativ auf Flora und Fauna auf den Skipisten auswirken. Dar\u00fcberhinaus sind Beschneiungs-Anlagen mit einem hohen Wasser- und Energieverbrauch verbunden \u2013 und verursachen L\u00e4rm. Die neue Technologie erzeugt echte Schneekristalle \u2013 und das bei geringem Strom- und Wasserbedarf und ohne L\u00e4rmentwicklung.<\/p>\n<p>In der k\u00fcnstlichen Schneewolke werden aus einem Kubikmeter Wasser bis zu f\u00fcnfzehn Kubikmeter Pulverschnee erzeugt. In einer herk\u00f6mmlichen Schneekanone liegt das Verh\u00e4ltnis gesch\u00e4tzt bei etwa eins zu zwei. Energie braucht in der k\u00fcnstlichen Schneewolke einzig der Ventilator, der das Wasser in der Wolke verteilt \u2013 und der Strom kann \u00fcber eine einfache Steckdose bezogen werden.<\/p>\n<h3><strong>Die Schneeproduktion<\/strong><\/h3>\n<p>Die k\u00fcnstliche Schneewolke wird mit einem Beh\u00e4lter hergestellt, in dem die physikalischen Parameter von Wolken simuliert werden k\u00f6nnen. Voraussetzung f\u00fcr die Schneeproduktion ist eine Au\u00dfentemperatur von idealerweise Minus f\u00fcnf Grad. Durch die Zufuhr von feuchter Luft und Kristallisationskeimen \u2013 gefrorene Eispl\u00e4ttchen \u2013 wachsen die st\u00e4ndig in Schwebe gehaltenen Eispl\u00e4ttchen zu Schneekristallen. Die Schneekristalle formen sich zu Schneeflocken und weisen alle Eigenschaften nat\u00fcrlichen Schnees auf. Die fertigen Schneekristalle werden am oberen Ende des Beh\u00e4lters ausgeblasen und in der Umgebung verteilt. Die geringe Dichte des Schnees erfordert keine leistungsstarken D\u00fcsen und Propeller f\u00fcr die gleichm\u00e4\u00dfige Verteilung im Umkreis der k\u00fcnstlichen Schneewolke.<\/p>\n<h3><strong> Technische Komplexit\u00e4t<\/strong><\/h3>\n<p>\u201eDamals gingen wir davon aus, dass wir Schnee auch f\u00fcr die Landwirtschaft einsetzen k\u00f6nnen, zum Bespiel zum Schutz von Knospen und jungen Trieben vor Austrocknung w\u00e4hrend der Wintermonate\u201c, erkl\u00e4rt der Miterfinder Michael Bacher, der damals an der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur an dem Projekt forschte. Das Interesse an dem\u00a0 Forschungsziel sei aufrecht, zun\u00e4chst wolle er die Technologie aber im Wintersport etablieren.<\/p>\n<p>2014 gr\u00fcndete er den Spin-Off<a href=\"https:\/\/www.neuschnee.co.at\/Start-Neuschnee.html\"><em> Neuschnee GmbH<\/em><\/a>, um das Projekt zur Marktreife zu bringen. 2016 wurde die k\u00fcnstliche Schneewolke von einer \u00f6sterreichischen Jury aufgrund ihrer Originalit\u00e4t, ihrer technischen Komplexit\u00e4t und ihres wirtschaftlichen Potenzials zum <em>Patent des Jahres<\/em> gek\u00fcrt.<\/p>\n<h3><strong>Die H\u00fclle der k\u00fcnstlichen Wolke<\/strong><\/h3>\n<p>Die H\u00fclle der k\u00fcnstlichen Wolke wurde von Architekt Walter Klasz im Rahmen seiner Dissertation am Institut f\u00fcr Architektur an der Universit\u00e4t Innsbruck entwickelt. Der Architekt hielt an der zuvor bereits angedachten Form des sph\u00e4rischen Tetraeders fest &#8211; einem K\u00f6rper mit vier dreieckigen Seitenfl\u00e4chen. Die Umsetzung erfolgte im <em>Active Bending. <\/em>Das ist ein Prozess in der Holzleichtbauweise, in dem Strukturen die Biegung aktiv zur Selbstformung nutzen. Formung und Stabilisierung erfolgen simultan im Aufbauprozesses vor Ort.<\/p>\n<p>Der Tetraeder hat eine H\u00f6he von acht komma f\u00fcnf Meter und ein Volumen von etwa hundertf\u00fcnfzig Kubikmeter. Auf drei lokalen Findlingen ruhend, scheint dieser zu schweben. Die Wolkenh\u00fclle wurde im April 2018 im Rahmen der Konferenz <em>Shape to Fabrication<\/em> in London als hervorragende wissenschaftliche Leistung pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<h3><strong>Markteintritt im Winter 2019\/20<\/strong><\/h3>\n<p>Die k\u00fcnstliche Wolke ging im Winter 2017\/18 auf 1600 Meter Seeh\u00f6he in L\u00fcsens im Sellraintal an den Start. Der kleinfl\u00e4chige Schneeraum wurde dem Trendsport Snowskaten gewidmet und unter dem Titel\u00a0<a href=\"http:\/\/www.neuschnee-arena.at\/\"> Neuschnee Arena<\/a> vermarktet. Wie Bacher erkl\u00e4rt, sei es von den Besuchern gut angenommen worden. Zitat: \u201eWir stehen vor der technischen Herausforderung, auch Kunden zu bedienen, die nicht im Hochgebirge angesiedelt sind. In tieferen Lagen, und den damit h\u00f6heren Temperaturen, wird die Schneeproduktion immer schwieriger. Deshalb arbeiten wir gerade an der Umsetzung einer gek\u00fchlten Wolke, in der wir auch bei Null Grad Celsius noch sehr guten Schnee produzieren k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Aktuell konzentriert sich Bacher auf die Akquise von Kunden. Der Markteintritt soll im Winter 2019\/20 erfolgen. Gesucht werden Standortpartner die Trendsetter im sanften Wintertourismus werden wollen.<\/p>\n<p><em>Foto oben: Neuschnee GmbH (c) Walter Klasz<\/em><\/p>\n<p>Auch interessant:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/wie-technologie-skibekleidung-verbessern-kann\/\">Wie Technologie Skibekleidung verbessern kann <\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/ski-technologien-fuer-einen-muehelosen-fahrkomfort\/\">Ski-Technologien f\u00fcr einen m\u00fchelosen Fahrkomfort<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/ski-accessoires-die-bei-kalte-sonne-und-aufprall-schutzen\/\">Ski-Accessoires die bei K\u00e4lte, Sonne und Aufprall sch\u00fctzen<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die k\u00fcnstliche Schneewolke ist ein einzigartiges Verfahren f\u00fcr die Erzeugung von naturidentem Schnee. Der Name ist Programm: Das Verfahren basiert auf der Simulation der physikalischen Parameter einer Wolke. 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