{"id":160908,"date":"2018-12-13T11:01:02","date_gmt":"2018-12-13T10:01:02","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=160908"},"modified":"2018-12-13T11:01:02","modified_gmt":"2018-12-13T10:01:02","slug":"osterreich-will-zu-den-innovativsten-forschungslandern-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/osterreich-will-zu-den-innovativsten-forschungslandern-zahlen\/","title":{"rendered":"\u00d6sterreich will zu den innovativsten Forschungsl\u00e4ndern z\u00e4hlen"},"content":{"rendered":"<p><strong>WIEN, 13. Dezember 2018 &#8211;\u00a0<\/strong>Die \u00f6sterreichische Bundesregierung will im Rahmen der <a href=\"https:\/\/bmbwf.gv.at\/forschung\/national\/strategie-der-bundesregierung-fuer-forschung-technologie-und-innovation\/\"><em>EU 2020 Strategie<\/em><\/a> in die Spitzengruppe der innovativsten Forschungsl\u00e4nder aufsteigen. Die angepeilte Forschung und Entwicklungs-Quote von 3,76 Prozentpunkten scheint erreichbar. Aber der Output spiegelt die Dynamik des hohen Investitionsinputs noch nicht in allen Bereichen wider.<\/p>\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.bmvit.gv.at\/innovation\/publikationen\/technologieberichte\/downloads\/ftb_2018.pdf\">Forschungs- und Technologiebericht 2018<\/a> konnte die Forschung und Entwicklungs-Quote 2018 bereits auf 3,19 Prozent gesteigert werden. Damit liegt \u00d6sterreich in Europa auf Platz zwei und weltweit auf Platz sieben. In schwachen Innovations-Indikatoren konnten Verbesserungen erreicht werden \u2013 wie etwa bei Wagniskapital-Investitionen sowie internationalen Patentanmeldungen und Ko-Publikationen. Laut Hannes Androsch, dem Vorsitzenden des <em>Rat f\u00fcr Forschung und Technologie-Entwicklung<\/em> kann \u00d6sterreich zu einem der innovativsten Forschungsl\u00e4nder werden,\u00a0 sagte er am Rande der Alpbacher Technologiegespr\u00e4che im August 2018. Zuvor seien aber noch H\u00fcrden zu nehmen. Er dr\u00e4ngt auf die St\u00e4rkung der Grundlagenforschung, um das Ungleichgewicht zwischen Basisfinanzierung und wettbewerblich vergebenen Mitteln an Hochschulen aufzuheben. Weiters setzt er sich f\u00fcr ein Forschungs-Finanzierungsgesetz ein, das den Forschungseinrichtungen eine l\u00e4ngerfristige Planung erm\u00f6glicht.<\/p>\n<h3><strong>Forschungsausgaben<\/strong><\/h3>\n<p>Nach j\u00fcngsten Prognosen der Statistik Austria werden die Forschungsausgaben 2018 auf 12,34 Mrd. Euro steigen. Den wichtigsten Finanzierungssektor stellen Unternehmen dar, welche mit 6,11 Mrd. Euro die H\u00e4lfte der Investitionen t\u00e4tigen. Der Beitrag der \u00f6ffentlichen Hand liegt mit 4,20 Mrd. Euro bei etwas \u00fcber einem Drittel. Aus dem Ausland flie\u00dfen Investitionen mit 1,95 Mrd. Euro sechzehn Prozent in die \u00f6sterreichische Forschung.<\/p>\n<h3><strong>Gesundheit<\/strong><\/h3>\n<p>Die hohe Bedeutung des Life Science und Gesundheitsbereichs l\u00e4sst sich an zahlreichen Beteiligungen an den gesundheitsrelevanten Programmen des EU-Forschungsrahmenprogramms Horizon 2020 ablesen. In der Zukunftsstrategie <em>Life Sciences und Pharmastandort \u00d6sterreich<\/em> wurden drei Schwerpunkte gesetzt: Stammzellenforschung, personalisierte Medizin und seltene Erkrankungen. Eine wesentliche Aufgabe der Strategie besteht in der Koordination und Abstimmung der Translation von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die medizinische Praxis.<\/p>\n<h3><strong>Qualit\u00e4ts- und nischenorientiert<\/strong><\/h3>\n<p>\u00d6sterreichische Industrieunternehmen sind qualit\u00e4ts- und nischenorientiert. Wettbewerbsvorteile erwarten sie sich vorwiegend von Customizing (64%), Reputation\/Vertrauen von Kunden (62%) und Produktqualit\u00e4t (59%). Erst auf Platz vier folgt der hohe technologische Gehalt der Produkte (51%). Die Studienautoren merken an, dass der technologische Gehalt schon ganz gut umgesetzt sei. Wettbewerbsnachteile werden vor allem bei Preis (50%), Unternehmensgr\u00f6\u00dfe (39%) und Marketing (28%) gesehen.<\/p>\n<h3><strong>Innovations\u00f6kosystemen<\/strong><\/h3>\n<p>F\u00fcr Qualit\u00e4tsf\u00fchrer und Unternehmen, die ihre Kompetenzen erweitern wollen, gewinnen Kooperationen mit anderen Unternehmen und Universit\u00e4ten sowie die Anwerbung von Spezialistinnen aus dem Ausland an Relevanz. Zu den Technologie-Entwicklungen, welche die Unternehmen aufmerksam verfolgen, z\u00e4hlen Clean-Tech (80%), Informations- und Kommunikationstechnologien (68,4%) und Sachg\u00fctererzeugung (60%). Die Bedeutung von Innovations\u00f6ko-Systemen ist zunehmend. Wichtige Akteure sind \u00f6ffentliche Forschungseinrichtungen (92%), Regulierungsbeh\u00f6rden (65%) und Kunden (60%).<\/p>\n<p>Im Zuge der Digitalisierung und den damit verbundenen Schl\u00fcsseltechnologien spielt das automatisierte Fahren f\u00fcr die \u00f6sterreichische Automobilindustrie eine gro\u00dfe Bedeutung.<\/p>\n<h3><strong>Bio-\u00d6konomie<\/strong><\/h3>\n<p>Im aktuellen l\u00e4ndlichen Entwicklungsprogrammen ist Innovation das \u00fcbergeordnete Ziel. Zentral ist die Verantwortung, die genutzten \u00d6kosysteme zu erhalten und zu f\u00f6rdern. Dies wird durch mehrere Ma\u00dfnahmen gew\u00e4hrleistet:<\/p>\n<ul>\n<li>neue Verfahren emissionsreduzierter Produktion;<\/li>\n<li>Ans\u00e4tze in der Bio-\u00d6konomie zum Ersatz fossiler Rohstoffe durch nachwachsende Ressourcen;<\/li>\n<li>Produktion biologischer Rohstoffe;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wichtige Schritte in diese Richtung wurden vom <a href=\"https:\/\/www.bmnt.gv.at\/\"><em>Bundesministerium f\u00fcr Nachhaltigkeit und Tourismus<\/em><\/a> mit der Etablierung der <em>Plattform zur Umsetzung der Innovationsstrategie in der Landwirtschaft<\/em> gesetzt.<\/p>\n<p>Die Betriebsstruktur in der \u00f6sterreichischen Landwirtschaft begrenzt die M\u00f6glichkeiten, Wettbewerbsvorteile durch Skaleneffekt zu erzielen. Laut <a href=\"https:\/\/www.statistik.at\/web_de\/statistiken\/index.html\">Statistik Austria<\/a> werden sechzig Prozent der rund 170.000 Land- und Forstwirtschafts-Betriebe von weniger als einer halben vollbesch\u00e4ftigten Person gef\u00fchrt. Dem Gros von Kleinbetrieben stehen im Osten des Landes Gro\u00dfbetriebe gegen\u00fcber. Diese Struktur erfordert regional abgestimmte Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<h3><strong>Sinkender Fl\u00e4chen- und Arbeitseinsatz<\/strong><\/h3>\n<p>Die Innovationsbereitschaft ist dennoch hoch: Knapp vier F\u00fcnftel der Betriebe f\u00fchrten im Zeitraum 2011 bis 2015 Neuerungen in Organisation und produktionsbezogenen Prozessen ein. Dadurch kann die j\u00e4hrliche Produktionsmenge von 14 t. Biomasse (ohne Forstwirtschaft) mit immer weniger Fl\u00e4chen- und Arbeitseinsatz erzeugt werden. Im Gegenzug nahm der Einsatz von Kapitalg\u00fctern und variablen Vorleistungen zu.<\/p>\n<p>Ebenso in der Faktorproduktivit\u00e4t (TFP) entwickelte sich die \u00f6sterreichische Landwirtschaft im Vergleich zum EU-15-Schnitt sehr positiv. Die TFP stieg von achtundachtzig in 1994 auf hundertdreizehn in 2015. Die EU-15 liegen im Schnitt bei einem TFP von hundert.<\/p>\n<p>Durch den gezielten Einsatz von Produktionsfaktoren sind die Preise f\u00fcr landwirtschaftliche Produkte heute niedriger als Anfang der 1990-er Jahre. Eine weitere positive Folge ist die Reduktion der Stickstoffemissionen und die Freisetzung von Treibhausgasen.<\/p>\n<h3><strong>Umweltschonende Produktionsverfahren<\/strong><\/h3>\n<p>In \u00d6sterreich werden die Ausgaben im Biotechnologie-Sektor fast ausschlie\u00dflich f\u00fcr die Gesundheitsforschung verwendet. In anderen L\u00e4ndern flie\u00dfen erhebliche Teile der Ausgaben f\u00fcr biotechnologische Forschung in landwirtschaftliche Themen. Genetisch ver\u00e4nderte Organismen d\u00fcrfen nicht verwendet werden. Die angewandte Forschung konzentriert sich auf andere Themenstellungen, wie etwa umweltschonende Produktionsverfahren.<\/p>\n<h3><strong>Relevanz vor- und nachgelagerter Branchen <\/strong><\/h3>\n<p>Innovationen in der Landwirtschaft sind meist ein Resultat der Aktivit\u00e4ten entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette, zum Beispiel in Form von Produkten, die gemeinsam mit den vorgelagerten Branchen und dem nachgelagerten Handel entwickelt werden. Besonders relevant sind die vorgelagerten Branchen mit der Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen und Agrarchemikalien.<\/p>\n<p>Der Anteil der Landwirtschaft an der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette aller Wirtschaftsbereiche liegt mit 0,8 Prozent deutlich unter jenem in den Niederlanden, wo dieser bei 1,6% Prozent liegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00d6sterreich will zur Spitze der innovativsten Forschungsl\u00e4nder aufsteigen. 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