{"id":158313,"date":"2018-11-16T16:36:14","date_gmt":"2018-11-16T15:36:14","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=158313"},"modified":"2018-11-16T16:36:14","modified_gmt":"2018-11-16T15:36:14","slug":"ohne-e-fuels-wird-es-nicht-gehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/ohne-e-fuels-wird-es-nicht-gehen\/","title":{"rendered":"Ohne E-Fuels wird es nicht gehen"},"content":{"rendered":"<p>Der Verbrennungsmotor k\u00f6nnte \u00fcberleben, wenn die Entwicklung von E-Fuels konsequent vorangetrieben w\u00fcrde. Doch noch blockieren zu viele Parameter verschiedener Art den Marktstart von synthetischen Kraftstoffen. Auf dem Internationalen Motorenkongress im Februar 2019 soll dar\u00fcber diskutiert werden. Ein \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Situation.<\/p>\n<p>Das gro\u00dfe Ziel der Automobilbranche hei\u00dft Emissionsreduzierung. Dass Fahrverbote, wie sie nun fast w\u00f6chentlich in den Medien aufpoppen keine langfristige L\u00f6sung sein kann, ist einleuchtend. Alternativen sind beispielsweise Elektroautos \u2013 eine fl\u00e4chendeckende Umsetzung scheitert jedoch unter anderem an den hohen <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/warum-elektromobilitaet-stockt\/\">Anschaffungskosten<\/a>. Eine weitere M\u00f6glichkeit sind Wasserstoffautos \u2013 daf\u00fcr fehlt es an der fl\u00e4chendeckenden Infrastruktur. M\u00f6glich w\u00e4re aber auch herk\u00f6mmliche Verbrennungsmotoren mit synthetischen Kraftstoffen zu f\u00fcttern. E-Fuels k\u00f6nnte also die Antwort auf einen nahezu emissionsfreien Betrieb von Fahrzeugen sein. Vor allem, da sie auch f\u00fcr den Transportverkehr sowie in der Schiff- und Luftfahrt einsetzbar w\u00e4ren.<\/p>\n<h2>CO<sup>2<\/sup>-Reduktion bis 2030<\/h2>\n<p>Die EU-Kommission fordert, die CO<sup>2<\/sup>-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent zu senken. Dem folgt auch die Bundesregierung. Autobauer und Zulieferer m\u00fcssen also nicht nur handeln, sondern konkrete Alternativen auf den Markt bringen. Dass dabei Elektroautos nur einen Teil der L\u00f6sung sein k\u00f6nnen, erscheint angesichts der noch zu geringen Verbreitung an e-Lades\u00e4ulen logisch. Es m\u00fcssen also vielf\u00e4ltige Ma\u00dfnahmen her, um Klimaziele erreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>E-Fuels als Jobmotor<\/h2>\n<p>Experten gehen davon aus, dass synthetische Kraftstoffe ein m\u00f6glicher Weg sein k\u00f6nnten, um CO<sup>2<\/sup>-Emissionen nachhaltig zu reduzieren. In einem Positionspapier des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (<a href=\"https:\/\/bdi.eu\/\">BDI<\/a>) hei\u00dft es: \u201eOhne e-fules sind die Pariser Klimaziele nicht erreichbar.\u201c Die Vorteile liegen auf der Hand: Die existierende Infrastruktur und bestehende Antriebstechnik k\u00f6nnten genutzt werden. Zudem rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (<a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/\">IW<\/a>) in einer Studie vor, dass durch E-Fuels bis zu 470.000 neue Arbeitspl\u00e4tze in Deutschland entstehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_158320\" aria-describedby=\"caption-attachment-158320\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/asphalt-auto-baume-192364-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-158320 size-medium\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/asphalt-auto-baume-192364-2-600x450.jpg\" alt=\"E-Fuels im Transportwesen\" width=\"600\" height=\"450\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-158320\" class=\"wp-caption-text\">Um Klimaziele zu erreichen, kann auf E-Fuels im Transportwesen sowie Individualverkehr nicht verzichtet werden.\u00a0Foto: Mikes Photos von Pexels<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Preis wird sinken<\/h2>\n<p>Jedoch schm\u00e4lern der erh\u00f6hte Energiebedarf bei der Produktion sowie der entsprechende Preis noch die Erwartungen. Doch laut BDI sind in Zukunft Herstellungskosten von etwa einem Euro pro Liter pro Diesel\u00e4quivalent m\u00f6glich. Denn Deutschland sei bei der Entwicklung und Herstellung von Elektrolyseuren sowie Umwandlungstechnologien f\u00fchrend. Beispielsweise werden f\u00fcr die Erzeugung von E-Fuels Methanisierung, Methanolsynthese oder Fischer-Tropsch-Reaktoren verwendet. Diese m\u00fcssten weiterentwickelt werden, um ihre Effizienz zu verbessern und Kosten zu senken. Laut Sch\u00e4tzungen des BDI flossen bisher 200 Millionen Euro in Deutschland in E-Fuels-Technologie. Das Geld wird f\u00fcr Forschungszwecke, Bau von Pilotanlagen und Finanzierung von Start-ups verwendet.<\/p>\n<h2>Vielversprechende Forschung<\/h2>\n<p>Universit\u00e4ten wie die <a href=\"https:\/\/www.tum.de\/\">TU M\u00fcnchen<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/synthetische-kraftstoffe-emissionsfreien-verbrennungsmotor\/\">Innovation Origin<\/a> berichtete \u2013 forschen intensiv an synthetischen Kraftstoffen. Mit dem Projekt XME-Diesel, das vom Bundesministerium gef\u00f6rdert wird, soll herausgefunden werden, wie sich synthetischer Kraftstoff in Motoren verh\u00e4lt.<br \/>\nAuch das <a href=\"http:\/\/www.fz-juelich.de\/portal\/DE\/Home\/home_node.html\">Forschungszentrum in J\u00fclich<\/a> besch\u00e4ftigt sich intensiv mit der Erforschung k\u00fcnstlicher Antriebsmittel. Im Rahmen des Projekts Prometheus entwickeln die Forscher einen Membranreaktor mit extrad\u00fcnnen Zellen. Mit ihm sollen E-Fuels in nur einem Schritt hergestellt werden. Bislang sind mehrere Arbeitsabl\u00e4ufe dazu n\u00f6tig.<\/p>\n<h2>Industrie schlie\u00dft sich zusammen<\/h2>\n<p>Auch namhafte Unternehmen aus der Automobilindustrie haben bereits die k\u00fcnstlichen Antriebsstoffe f\u00fcr sich entdeckt. Unter dem Projekt \u201ereFuel\u201c schlossen sich in diesem Sommer Vertreter aus der Zulieferindustrie sowie Energie- und Mineral\u00f6lwirtschaft zusammen, um die Entwicklung, Anwendung und Verbreitung voranzutreiben. Mit dabei sind:<\/p>\n<p>AUDI AG, Caterpillar Energy Solutions GmbH (MWM), Daimler AG, Ebersp\u00e4cher GmbH &amp; Co. KG, Freudenberg Sealing Technologies GmbH &amp; Co. KG, KS Kolbenschmidt GmbH, Mahle GmbH, Mann+Hummel GmbH, Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG, Robert Bosch GmbH, Rolls-Royce Powersystems AG (MTU) sowie EnBW Energie Baden-W\u00fcrttemberg AG und MiRO GmbH &amp; Co. KG mit Unterst\u00fctzung des Mineral\u00f6lwirtschaftsverbandes (MWV).<\/p>\n<h2>Wie kann der Marktstart klappen?<\/h2>\n<p>Damit synthetische Kraftstoffe im Markt erfolgreich eingef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, braucht es laut BDI verschiedene Gesetzes\u00e4nderungen. Dazu m\u00fcssten E-Fuels in der CO<sup>2<\/sup>-Flottenregulierung f\u00fcr PKWs, Nutzfahrzeuge und LKWs angerechnet werden. Damit k\u00f6nnten langfristig die Herstellungskosten pro Liter Diesel\u00e4quivalent gesenkt werden.<\/p>\n<h2>Besteuerung zentraler Diskussionspunkt<\/h2>\n<p>Eine weitere wichtige Rolle kommt der Besteuerung der eingesetzten Kraftstoffe zu. Wird die Energiesteuer auf Kraftstoffe auf die dadurch verursachten CO<sup>2<\/sup>-Emissionen angerechnet, fallen bei der Benzinherstellung pro Tonne CO<sup>2<\/sup> etwa 230 Euro an. Diesel kommt auf 145 Euro pro Tonne \u2013 bei im Vergleich h\u00f6heren Kfz-Steuern. Die Steuer auf Strom liegt beim heutigen Strommix bei 39 Euro pro Tonne CO<sup>2. <\/sup>Als Marktanreiz sollte laut BDI gerade f\u00fcr die Markteinf\u00fchrung steuerliche Entlastungen gew\u00e4hrt werden. \u201eNur mit einem gezielten Markthochlauf in Kombination von attraktiven Zielm\u00e4rkten und einem Marktf\u00f6rderprogramm k\u00f6nnen die Herstellungskosten von E-Fuels auf das Niveau von fossilen Kraftstoffen gesenkten und eine erneuerbare Kraftstoffindustrie aufgebaut werden\u201c, fasst der BDI in einem Positionspapier zusammen.<\/p>\n<p>Es gibt also noch viel Diskussions- und Aufkl\u00e4rungsbedarf, bis synthetische Kraftstoffe eine Marktreife erreichen. Geplante Diskussionen wie auf dem <a href=\"https:\/\/www.vdi-wissensforum.de\/motorenkongress\/\">Internationalen Motorenkongress<\/a> im Februar 2019 sind demnach dringend notwendig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aufmacher-Foto: Aleksejs Bergmanis von Pexels<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Verbrennungsmotor k\u00f6nnte \u00fcberleben, wenn die Entwicklung von E-Fuels konsequent vorangetrieben w\u00fcrde. Doch noch blockieren zu viele Parameter verschiedener Art den Marktstart von synthetischen Kraftstoffen. Auf dem Internationalen Motorenkongress im Februar 2019 soll dar\u00fcber diskutiert werden. Ein \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Situation. Das gro\u00dfe Ziel der Automobilbranche hei\u00dft Emissionsreduzierung. 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