{"id":157838,"date":"2018-11-10T13:38:39","date_gmt":"2018-11-10T12:38:39","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=157838"},"modified":"2018-11-10T13:38:39","modified_gmt":"2018-11-10T12:38:39","slug":"volkswagen-quantencomputer-intelligent-verkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/volkswagen-quantencomputer-intelligent-verkehr\/","title":{"rendered":"Volkswagen sorgt mit Quantencomputern f\u00fcr intelligent gesteuerten Verkehr"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Monaten \u2013 oder sogar Jahren \u2013 gab es wenig Positives von der Autoindustrie zu h\u00f6ren. Manipulierte Software, Strafen in Milliardenh\u00f6he, Dieselskandal und Fahrverbote etc. Ein Hersteller, der dabei (unfreiwillig) besonders im Rampenlicht stand, war <a href=\"https:\/\/www.volkswagen.de\/de.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Volkswagen<\/a>.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnten die Wolfsburger aber wieder f\u00fcr positive Schlagzeilen sorgen. Der Konzern hat im Rahmen seiner Arbeit auf einem Quantencomputer n\u00e4mlich ein Programm entwickelt, das \u00fcberf\u00fcllte U-Bahnen und Busse ebenso wie ewig lange Wartezeiten an den Haltestellen der Vergangenheit angeh\u00f6ren lassen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>\u201eVolkswagen engagiert sich seit mehreren Jahren sehr umf\u00e4nglich in der angewandten Forschung auf und mit Quantencomputern. Ein Team aus IT-Experten an zwei Volkswagen-Standorten in San Francisco und M\u00fcnchen treibt diese Arbeit voran\u201c, berichtet ein Unternehmenssprecher. Die Idee f\u00fcr das Programm kam auch von Volkswagen, erkl\u00e4rt er. \u201eWir erproben kontinuierlich neue Ideen und experimentelle Projekte, um zu lernen, das enorme Rechenpotenzial eines Quantencomputers unternehmerisch sinnvoll zu nutzen. Ein weiteres Projekt ist beispielsweise die Materialsimulation f\u00fcr leistungsf\u00e4hige E-Fahrzeug-Batterien.\u201c<\/p>\n<p>Quantencomputer k\u00f6nnen hochkomplexe Aufgaben wie die Verkehrsoptimierung n\u00e4mlich weitaus schneller l\u00f6sen als herk\u00f6mmliche Super-Rechner, oder besser gesagt, sie erm\u00f6glichen \u00fcberhaupt erst eine L\u00f6sung. Die Spezialisten haben ein Programm zur Verkehrssteuerung entwickelt, das \u201ePrognosen des urbanen Verkehrsaufkommens durch pr\u00e4zise Berechnungen ersetzt\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIm Fokus sind unterschiedliche Projektschwerpunkte, zu denen auch die L\u00f6sung sogenannter Optimierungsprobleme z\u00e4hlt\u201c, so der Sprecher. \u201eVereinfacht geht es dabei um die Frage, wie eine Ressource wie Zeit, Geld oder Energie optimal in einem bestimmten Szenario genutzt werden kann. Die Verkehrsoptimierung ist ein Optimierungsproblem mit Lebensn\u00e4he und hohem Allgemeinnutzen \u2013 niemand steht gerne im Stau oder wartet lange auf ein Taxi. Und es steht in enger Verbindung zu unserer Kernkompetenz: Mobilit\u00e4t.\u201c<\/p>\n<p>Der Volkswagen Konzern sieht in dieser IT-Zukunftstechnologie gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr neue Anwendungen im Unternehmen und neue Gesch\u00e4ftsmodelle. \u201eVolkswagen treibt die anwendungsnahe Forschung auf Quantencomputern voran und sichert sich damit wichtiges Spezialwissen\u2018\u2018, sagt Florian Neukart, Principal Scientist im CODE Lab von Volkswagen in San Francisco. \u201eWir wollen ein umfassendes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr unternehmerisch sinnvolle Einsatzm\u00f6glichkeiten dieser Technologie erwerben. Die Verkehrsoptimierung z\u00e4hlt mit dazu: Verkehrsbetriebe und Taxiunternehmen in Gro\u00dfst\u00e4dten haben ein gro\u00dfes Interesse an einer effizienten Steuerung ihrer Flotte. Unser Verkehrsleitsystem k\u00f6nnte sie in Zukunft dabei unterst\u00fctzen.\u2018\u2018<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-157841\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/city-259165_1920-600x450.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/p>\n<h4>Quanten-Algorithmus erlaubt pr\u00e4zise Berechnungen<\/h4>\n<p>F\u00fcr das neu entwickelte Verkehrsleitsystem nutzen die Volkswagen-Experten anonymisierte Bewegungsdaten, zum Beispiel von Smartphones oder Transmittern im Fahrzeug, um auf herk\u00f6mmlichen Rechnern das Personenaufkommen zu ermitteln und so festzustellen, wo es zu Engp\u00e4ssen kommen k\u00f6nnte oder andererseits zu einer geringeren Auslastung der Verkehrsmittel. Den zweiten Schritt &#8211; die Optimierung &#8211; \u00fcbernimmt der Quanten-Algorithmus, f\u00fcr den die Experten verschiedene Optionen vorsehen.<\/p>\n<p>M\u00f6glich w\u00e4re es beispielsweise, die exakte Zahl an Fahrzeugen vorausschauend verschiedenen Zielorten (sogenannte \u201eDemand Spots\u2018\u2018) zuzuteilen, um dort alle wartenden Personen mit einer Transportm\u00f6glichkeit zu versorgen. Damit w\u00e4ren Leerfahrten von Taxen und Bussen ebenso wie auf der anderen Seite eine Knappheit und folgliche \u00dcberf\u00fcllung von Bussen und Bahnn an stark frequentierten Orten vermeidbar. Taxi-Betreiber k\u00f6nnten teuren Leerbetrieb reduzieren, Verkehrsbetriebe ihren taktgebundenen Fahrplan um nachfrageabh\u00e4ngige Zusatzangebote erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Zahlen, ob eine derartige Optimierung auch der Umwelt zugute kommen w\u00fcrde, gibt es noch nicht. \u201eEine effizient eingesetzte Taxiflotte mit wenigen Leerfahrten, geringen Wartezeiten und maximaler Fahrgastauslastung f\u00fchrt letztlich auch zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch und entsprechend geringeren Emissionen\u201c, sagt der Unternehmenssprecher. \u201eKonkrete Zahlen gibt es jedoch nicht, da diese Variable nicht Bestandteil des Algorithmus ist. Grunds\u00e4tzlich w\u00e4re es aber denkbar, auch eine solche Variable als Optimierungsziel mit aufzunehmen und zu verproben.\u201c<\/p>\n<p>Die erste Erprobung des Algorithmus wird in Barcelona stattfinden, da \u00fcber die spanische Metropole bereits eine ausreichende Datenbasis vorhanden ist. \u201eIdeal sind anonymisierte Bewegungsdaten \u00fcber mehrere Monate hinweg. Das beinhaltet hunderttausende Signale (Geo-Koordinaten und Uhrzeit) pro Tag. Auf dieser Basis ergeben sich zuverl\u00e4ssige Prognosen, wie sich Verkehrsfluss oder Demand-Hotspots entwickeln.\u201c<\/p>\n<p>Bis das Programm serienreif ist und im Alltag auch in anderen St\u00e4dten eingesetzt werden kann, kann es aber noch etwas dauern. \u201eDas h\u00e4ngt zun\u00e4chst einmal davon ab, mit welchen Partnern wir dieses Programm im Alltag umsetzen\u201c, erkl\u00e4rt der Sprecher. \u201eW\u00e4re es eine Kommune\/Stadtverwaltung? Ein Taxiunternehmen, Verkehrsbetrieb oder Ride-Hailing-Unternehmen? Auf diesen Kunden m\u00fcsste das Programm zugeschnitten werden. Im zweiten Schritt w\u00fcrden wir eine Live-Testphase durchlaufen und pr\u00fcfen, ob das Programm auch \u00fcber l\u00e4ngere Zeit, mindestens einen Monat, den Verkehr bzw. die Flottenauslastung optimiert. Inklusive dieser Testphase gehen wir davon aus, dass wir in wenigen Monaten eine Serienreife (\u201elive-F\u00e4higkeit\u201c) erreichen k\u00f6nnten.\u201c<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-157840\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/taxi-2118184_1920-600x388.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"259\" \/><\/p>\n<h4>Volkswagen und Quantencomputing<\/h4>\n<p>Der Volkswagen Konzern kooperiert beim Thema Quantencomputing mit den Technologiepartnern Google und D-Wave, die den Experten Zugriff auf ihre Systeme geben. Auf dem \u201eWebSummit\u2018\u2018 in Lissabon vom 5. bis 8. November haben Volkswagen und D-Wave das Projekt bereits gemeinsam vorgestellt.<\/p>\n<p>\u201eDer n\u00e4chste gro\u00dfe Schritt im kommenden Zeitalter der Quantencomputer ist die Entwicklung von Anwendungen. D-Wave konzentriert sich seit jeher darauf, dieses zu erm\u00f6glichen und Anwendungen zum praktischen Einsatz zu bringen\u2018\u2018, sagt Bo Ewald, President von D-Wave. \u201eDie innovative Forschungsarbeit von Volkswagen auf D-Wave Rechnern im Bereich der Verkehrsop-timierung ist ein hervorragendes Beispiel daf\u00fcr, wie die Leistungsf\u00e4higkeit von Quantencomputern f\u00fcr neue Gesch\u00e4ftsfelder erschlossen und zugleich das allt\u00e4gliche Leben der Menschen verbessert werden kann.\u2018\u2018<\/p>\n<p>Die Entwicklung des gesamten Programms dauerte laut Volkswagen nur wenige Monate. \u201eDie erste Verkehrsflussoptimierung, die Volkswagen-Experten vor rund 2 Jahren f\u00fcr die Metropole Beijing entwickelten, nahm einige Monate in Anspruch. Der kontinuierliche Wissenserwerb und Kompetenzausbau macht sich seitdem positiv bemerkbar \u2013 das auf dem WebSummit vorgestellte Projekt \u201eDemand Prediction\u201c dauerte nur wenige Wochen.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr Volkswagen er\u00f6ffnet der Algorithmus das Potenzial, das quantenoptimierte Verkehrsleitsystem k\u00fcnftig als Service-Leistung kommerziell anzubieten \u2013 auch mit Blick auf die Vernetzung von Verkehrsinfrastruktur und Fahrzeugen, insbesondere autonom fahrender Fahrzeuge.<\/p>\n<p><em>Titelbild: Volkswagen<\/em><br \/>\n<em>Bilder: Pixabay<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Monaten \u2013 oder sogar Jahren \u2013 gab es wenig Positives von der Autoindustrie zu h\u00f6ren. Manipulierte Software, Strafen in Milliardenh\u00f6he, Dieselskandal und Fahrverbote etc. Ein Hersteller, der dabei (unfreiwillig) besonders im Rampenlicht stand, war Volkswagen. 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