{"id":155866,"date":"2018-10-16T15:23:14","date_gmt":"2018-10-16T13:23:14","guid":{"rendered":"https:\/\/innovationorigins.com\/?p=155866"},"modified":"2018-10-16T15:23:14","modified_gmt":"2018-10-16T13:23:14","slug":"hubble-hinweise-mond-ausserhalb-sonnensystem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ioplus.nl\/archive\/de\/hubble-hinweise-mond-ausserhalb-sonnensystem\/","title":{"rendered":"Hubble findet weitere Hinweise auf einen Mond au\u00dferhalb des Sonnensystems"},"content":{"rendered":"<p>Bereits seit Generationen will der Mensch mehr \u00fcber die Umgebung der Erde und alles jenseits unserer Galaxie wissen. Dank immer fortschrittlicherer Technik und Technologie gewinnen Wissenschaftler auch immer mehr Erkenntnisse, nicht nur \u00fcber die Entstehung der Erde. Die Jagd auf Exoplaneten &#8211; Planeten au\u00dferhalb unseres eigenen Sonnensystems &#8211; lieferte aber erst vor 30 Jahren erste Ergebnisse. Mittlerweile finden Astronomen regelm\u00e4\u00dfig Planeten, die bisher unentdeckt waren, die Suche nach Monden im Exoplanetenorbit war bisher nicht von Erfolg gekr\u00f6nt.<\/p>\n<p>Nun haben zwei Astronomen mit dem NASA\/ESA Hubble-Weltraumteleskop und \u00e4lteren Daten aus dem Kepler-Weltraumteleskop den ersten \u00fcberzeugenden Beweis f\u00fcr einen Mond au\u00dferhalb unseres eigenen Sonnensystems gefunden. Die Daten deuten auf einen Exomond in einem 8.000 Lichtjahre von der Erde entfernten Sternsystem hin.<\/p>\n<p>\u201eDie ersten Hinweise f\u00fcr die Existenz eines Exomonds gab es bereits 2017. Anlass dazu lieferten Daten, welche NASA&#8217;s Kepler Teleskop gesammelt hatte\u201c, sagt Mathias J\u00e4ger, Pressesprecher der <a href=\"http:\/\/www.esa.int\/ESA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">European Space Agency<\/a> (ESA) in Garching bei M\u00fcnchen. Damals entdeckte das NASA-Weltraumteleskop Kepler erste Hinweise auf einen Exomond des Planeten Kepler 1625b im Sternbild Schwan.<\/p>\n<p>Zwei Wissenschaftler der Columbia University in New York (USA) haben Kepler 1625 und seinen Planten Kepler 1625b nun mit Hilfe des NASA\/ESA <a href=\"https:\/\/www.spacetelescope.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hubble Space Telescopes<\/a> genauer untersucht und \u00fcberzeugende Beweise f\u00fcr einen gro\u00dfen Exomond gefunden, der Kepler 1625b umkreist. Sollte sich die Existenz des Exomondes best\u00e4tigen, w\u00e4re es die erste Entdeckung eines Mondes au\u00dferhalb unseres Sonnensystems.<\/p>\n<p>\u00c4hnlichkeiten zwischen unserem Mond und Kepler 1625b-i gibt es kaum. \u201eKepler 1625b ist ein Gasriese mit der mehrfachen Masse des Jupiter\u201c, so J\u00e4ger. \u201eAuch sein Mond ist wahrscheinlich ein Gasriese (etwa von der Gr\u00f6\u00dfe Neptuns). Daher sind die \u00c4hnlichkeiten sehr begrenzt. Das Massenverh\u00e4ltnis zwischen Kepler 1625b und seinem Mond (etwa 1,5 Prozent der Masse seines Planeten) ist allerdings sehr \u00e4hnlich dem von Erde-Mond.\u201c<\/p>\n<p>Auch die Entfernung zu seinem Stern Kepler 1625 ist \u00e4hnlich der Entfernung zwischen Sonne und Erde, was ihn laut ESA \u201ean den inneren Rand der bewohnbaren Zone des Sternensystems stellt\u201c, da moderate Temperaturen die Existenz von fl\u00fcssigem Wasser erm\u00f6glichen. Weil beide K\u00f6rper als gasf\u00f6rmig gelten, sind sie aber ungeeignet.<\/p>\n<p>Der Mond Kepler 1625b-i ist wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe indes ungew\u00f6hnlich. Solche gigantischen Monde sind in unserem eigenen Sonnensystem unbekannt. \u201eDas k\u00f6nnte neue Erkenntnisse \u00fcber die Entwicklung von Planetensystemen liefern und Astronomen dazu veranlassen, die Theorien \u00fcber die Entstehung von Monden neu zu betrachten,\u201c erkl\u00e4rte Alex Teachey, ein Doktorand, der die Studie leitete.<\/p>\n<p>\u201eWir haben im Sonnensystem nur eine beschr\u00e4nkte Anzahl an Monden, die wir untersuchen k\u00f6nnen, daher ist jedes weitere Objekt hilfreich, um besser zu verstehen wie sich Monde bilden\u201c, betont auch J\u00e4ger. \u201eEinen gasf\u00f6rmigen Mond gibt es unserem Sonnensystem gar nicht; damit haben wir einen neuen Subtyp von Mond, den Astronomen studieren k\u00f6nnen.\u201c<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-155865\" src=\"https:\/\/archive.ioplus.nl\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/opo1736b-300x225.jpg\" alt=\"Kepler\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Weitere Forschungen n\u00f6tig<\/h4>\n<p>Um Beweise f\u00fcr die Existenz des Exomondes zu finden, beobachtete das Team den Planeten, w\u00e4hrend er sich auf dem Weg vor seinen Stern befand, was zu einer Verdunkelung des Sternenlichts f\u00fchrte. &#8220;Wir sahen kleine Abweichungen und Schwankungen in der Lichtkurve, die unsere Aufmerksamkeit erregten&#8221;, sagt David Kipping, der zweite Autor der Studie.<\/p>\n<p>Der Planet wurde von Hubble vor und w\u00e4hrend seines 19-st\u00fcndigen Transits beobachtet. Nachdem der Transit beendet war, entdeckte Hubble eine zweite und viel kleinere Abnahme der Helligkeit des Sterns etwa 3,5 Stunden sp\u00e4ter, was mit dem Effekt eines Mondes \u00fcbereinstimmt, der dem Planeten folgt. \u201eEs war definitiv ein schockierender Moment, diese Lichtkurve zu sehen &#8211; mein Herz fing an, ein wenig schneller zu schlagen, und ich schaute einfach weiter auf diese Signatur,\u201c beschrieb David Kipping seine Gef\u00fchle. Leider endeten die geplanten Hubble-Beobachtungen, bevor der komplette Transit des Mondes erfasst werden konnte.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu diesem zweiten Einbruch der Lichtkurve lieferte Hubble \u00fcberzeugende Beweise f\u00fcr die Mondhypothese, indem er den Transit des Planeten bereits mehr als eine Stunde fr\u00fcher als vorhergesagt erkannte. Das steht im Einklang mit einem Modell des Systems, in dem der Planet und sein Mond ein gemeinsames Gravitationszentrum umkreisen, wodurch der Planet von seinem vorhergesagten Standort weg taumelt.<\/p>\n<p>Hundertprozentige Beweise f\u00fcr die Existenz eines Exomondes gibt es aber leider noch nicht, auch wenn alles darauf hindeutet. Die Anomalie in der Lichtkurve k\u00f6nnte auch durch die Anziehungskraft eines hypothetischen zweiten Planeten im System verursacht werden. W\u00e4hrend seiner vierj\u00e4hrigen Mission fand das Kepler-Weltraumteleskop bisher jedoch keinen Beweis f\u00fcr zus\u00e4tzliche Planeten um Kepler 1625.<\/p>\n<p>\u201eDie Existenz des Mondes ist leider nicht mit Sicherheit bewiesen. Aufgrund unseres Wissens \u00fcber das System ist die beobachtete Helligkeitsver\u00e4nderung des Sterns jedoch am wahrscheinlichsten durch einen gro\u00dfen Exomond zu erkl\u00e4ren\u201c, best\u00e4tigt J\u00e4ger. \u201eAber auch ein weiterer, bislang unbekannter Planet kann nicht g\u00e4nzlich ausgeschlossen werden. Um den Mond zu best\u00e4tigen sind weitere Beobachtungen notwendig.\u201c<\/p>\n<p><em>Bilder: ESA<\/em><\/p>\n<p><strong>Zum Thema<\/strong>: <a href=\"https:\/\/innovationorigins.com\/de\/eso-bilder-carina-nebel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ESO zeigt faszinierende Bilder des Carina-Nebels<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits seit Generationen will der Mensch mehr \u00fcber die Umgebung der Erde und alles jenseits unserer Galaxie wissen. Dank immer fortschrittlicherer Technik und Technologie gewinnen Wissenschaftler auch immer mehr Erkenntnisse, nicht nur \u00fcber die Entstehung der Erde. 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